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Alt 14-12-2005, 10:35   #6 (permalink)
bionicdragon
 
Ermittlung der Reinheit von Goldmünzen

Die genaueste Art, die Reinheit von Goldmünzen zu ermitteln, wäre eine chemische Analyse.
Da diese jedoch mit Beschädigung der Münzen verbunden ist und fast immer keine Möchlichkeiten einer Analyse gegeben sind, ist diese Methode sinnlos.

Zitat von Jeggy
Mittels der Röntgenfluoreszenzanalyse kann man die Metallzusammensetzung genau feststellen, und das ohne das Stück zu verändern.
Die einfachste Art wäre eine Vergleichsmünze zur Hand zu nehmen (bei der die Reinheit bekannt ist) und Abmessungen und Gewicht miteinander vergleichen.

Die gebräuchlichste Art, aber auch ungenaueste Methode wäre das Ausmessen der Münze.
Hierzu ist der Aussdurchmesser, Dicke und Gewicht notwendig. Das Problem hierbei ist die Berücksichtigung der Prägetiefe, es sei denn, das Volumen wird durch eine Tauchmessung bestimmt.
Formel zur Berechnung:
Volumen=Aussendurchmesser*Aussendurchmesser*3,1415 *Dicke/4 (in cm³)
Dichte=Gewicht/Volumen (g/cm³)
Dichten:
Gold = 19,3 g/cm³
Silber = 10,5 g/cm³
Platin = 21,5 g/cm³
Beispiel:
Nugget, 1/4 oz
Volumen=2,01*2,01*3,1415*0,20/4=0,6346cm³
Dichte=7,78/0,6346=12,26 g/cm³
Wie man an diesem Beispiel sehen kann, spielt die Prägetiefe eine erhebliche Rolle bei der Berechnung der Reinheit. (hier sind Differenzen von 50% üblich) Daraus ergibt sich für mich, dass man lediglich bestimmen kann, ob die Münze nur vergoldet oder aus massiven Gold ist, bzw. ob die Münze aus 999er oder nur 585er Gold ist.

Tauchmessung: Das Volumen wird durch Verdrängung einer Flüssigkeit gemessen. Eine Münze wird in ein Messbecher mit Wasser gelegt und das verdrängte Wasser wird gemessen.

Zitat von Jeggy
Eine Tauchwägung ist einer Tauchmessung vorzuziehen:

Dazu stellt man einen Behälter mit Wasser auf die Waage, stellt die Waage auf 0 und hält z.B. mit einer Pinzette die Münze schwebend ins Wasser. Durch die Gegenkraft des Auftriebs (für das Volumen des verdrängten Wassers) vergrössert sich das angezeigte Gewicht auf der Waage.

Nun teilt man das Gewicht der Münze durch den angezeigten Wert und enthält das spezifische Gewicht (g/cm³) des Materials.

Da man die Pinzette zwangsläufig auch ins Wasser tauchen muss, und diese üblicherweise aus leichterem Material besteht - wird man einen Wert erhalten, der leicht unter dem spezifischen Gewicht der Münze allein liegt. Dennoch kann man mit dem ermittelten Wert z.B. ausreichend gut Gold und vegoldetes Silber auseinanderhalten, oder 585er von 900er Gold unterscheiden (falls es sich hierbei nicht um einen Münzenwinzling handelt)

Gruss,
jeggy
Hier noch eine Zusatzinfo:
Zitat von Rethorn
Und mit dem folgenden Link möchte ich etwas die Leute ÄRGERN, die immer äußerst selbstsicher behaupten, sie könnten anhand einer Dichtebestimmung ( messen, wiegen rechnen) doch ganz genau bestimmen, ob eine Antikmünze aus Gold besteht oder nicht.
Das können sie ohne weitere Materialinformationen nicht. Und es wundert mich nicht,warum viele Münzen als angebliche Metallfälschungen im Müll landen.
http://www.simetric.co.uk/si_metals.htm

kurzer Auszug Dichte:
electrum 8400 - 8900
copper 8930
gold 19320 aber nur 999,999er
silver 10490

Man sieht also anhand der wissenschaftlich bestätigten Werte, daß antike Münzen aus Elektrum( Basegold, Blassgold) eine geringe Dichte haben können wie sogar einfaches Kupfer!!!
Obwohl sie z.B aus 500 600er Gold bestehen. Es kommt immer auf den Zustand der inneren Gitterstruktur an.
Das Innere können wir nur messen , wenn wir einen Elektronenrastermikroskop benutzen oder einen Multimassenspektrometer( MM1 - MM4).Oder wenn wir eine elektrochemische Messung vornehmen mit einem Messkristal, der sich nicht von Halogenen beeinflussen läßt.
Es gibt ihn und es gibt Messgeräte und Stifte.
Aber der Stoff, aus dem der Kristall besteht( eine unbekannte schwache Säure) , ist geschützt, patentiert und keiner kennt den Namen.
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