Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 02-08-2007, 09:26   #2412 (permalink)
mesodor39
 
Beitrag anzeigen
Soso - da regt man sich also darüber auf, dass der Liter Rotwein statt €0,99 nun €1,19 kostet. und ein Viertelpfund Butter statt €0,79 nun €1,19 (solche Waren haben in der Zeit des Goldstandards umgerechnet um ein Vielfaches mehr gekostet)

...und vergleicht das nun mit der Titanic, die kurz vor dem Untergang ist.

Gruss,
jeggy
@Jeggy: würde es dabei bleiben, wäre es keiner Nachricht und erst recht keiner so drastischen Kommentierung wert. Das wird es aber nicht tun. Zu zahlreich sind die Indikatoren dafür, daß es sich, genau wie von mir bildlich beschrieben, lediglich um die Spitze eines Eisberges handelt.

Der Eisberg ist bekanntlich nur zu etwa 1/10 sichtbar, d.h., daß Seefahrer nur dessen Spitze erkennen können, und der Rest von etwa 9/10 ist unter Wasser.

Was Du völlig verkennst, das ist folgendes: Die Energiepreise (Rohöl) sind zuvor bereits explodiert. Von 15 Dollar das Fass (Anfang deises Jahrzehnts) auf nun schon weit über 70 Dollars. Und nicht nur die Landwirtschaft ist extrem maschinisiert- und damit energieintensiv. Es gibt Aussagen, die beinhalten, daß 1 Kalorie Treibstoff verbrannt werden muss, um 1 Kalorie an Nahrungsmitteln zu erzeugen. Daher sind Bio-Treibstoffe aus Pflanzenöl oder Getreide auch purer Schwachsinn: Man würde die Umwelt weniger belasten, wenn man nichts anbauen und statt dessen das Öl, das die Maschinen des Bauers verbrennen direkt für was anderes (hier: Straßenverkehr) verbrennt.
Bei Treibstoff aus Abfallprpdukten (z.B. Stroh oder bei der Brantweinherstellung nicht benötigten Alkohol (Vorlauf)) mag das anders sein.

Auch Rohstoffe sind preislich vielfach explodiert. Weil zu deren Neuproduktion oftmals auch viel Energie (ÖL) benötigt wird. Auch indirekt, d.h. in Form von neuen Maschinen und Baumaterial usw. Auch die wurden großteils mittels fossiler Kraftstoffe produziert.

Und so fressen sich die hohen Ölpreise durch die ganze Wirtschaft.

Alles, in dem direkt oder indirekt viel Energie steckt, wird deutlich teurer werden. Und der Rest, in dem viel Lohn steckt muss / wird dann zeitverzögert nachziehen.

Seltsam, was daran so schwer zu verstehen ist.

Ab nächstes Jahr, spätestens in 2009 dürften an der Lohnfront heftigste Verteilungskämpfe vorprogramiert sein. Alternativ dazu werden den Gewerkschaften die Mitglieder davonlaufen. Nun, wo jeder es täglich merkt, können die sich nicht viel länger zurückhalten. Weil es sonst ihnen an die wirtschaftliche Existenz geht.

Die Preissteigerungsspirale hat dann ihre erste Drehung vollzogen.

Vorboten dieser absehbaren Entwicklung sind der Mitgliederschwund bei SPD und CDU. Die Menschen merken, daß sie belogen werden. Und irgendwann kommt dann der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt und sie treten aus.

Momentan ist es so, daß die viel zu hohen Geldmengenzuwächse der letzten Jahre bis zu den Verbraucherpreisen durchdringen. Und genau das wird hier ja von einigen "Experten", die einen modernen, wirtschafts-wissenschaftlichen Hintergrund für sich in Anspruch nehmen und Andersdenkende gerne als unwissend / halbwissend / wirr oder "Halbwahrheiten verbreitend" bezeichnen immer noch vehement bestritten.

Die Realität ist jedoch gerade dabei, genau diese Wahrheit erneut zu bestätigen.
mesodor39 ist offline   Mit Zitat antworten