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Alle Silber und Goldmünzen der Niederlande, mal abgesehen von den Standardprägungen, werden in Ihrem Katalog als Spiegelglanzmünzen geführt obwohl die Münze Utrecht laut eigenen angaben seit der "Geburt von Prinzessin Catharina Amalia" (Nr. 105, S.420) von Prooflike nach Proof gewechselt ist, also von Spiegelglanz nach Polierte Platte.
Besteht dafür ein besonderer Grund?
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Der Einsatz von "Polierten Platten" (also das Kugelpolieren der Ronden vor der Prägung) ist bei weichen Materialien wie Silber und Gold absolut unnötig, entscheidend sind die Behandlung der Prägestempel, der Prägedruck und die Hubzahl. In Unkenntnis dessen werden seit mehr als 100 Jahren Herstellungsarten, die keine "polierten Platten" verwenden, dennoch so bezeichnet. "PP" eignet sich allerdings gut als Abkürzung der Herstellungsart Spiegelglanz (Proof oder Prooflike). Dabei ist "Prooflike" einfacher und schneller produziert als "Proof", hat aber im wesentlichen dasselbe Erscheinungsbild. Bei der Einführung des Euro hatten sich die Münzdirektoren darauf verständigt, die Spiegelglanzversionen einheitlich nur als "Prooflike" anzubieten, inzwischen sind einige Staaten davon wieder abgekommen. Beim selben Münztyp und Jahrgang kommen zwei verschiedene "PP" Herstellungsarten kaum vor (ein Beispiel wäre Finnland 2003, deren "Diamond Proof Quality" entgegen dem Namen bestenfalls ein "Prooflike" ist und wie Stempelglanz aussieht, im Katalog als Seidenglanz bezeichnet, Seite 143, und eben Niederlande 2003). Der hauptsächliche Unterschied besteht meistens in der Verpackung. Deshalb erscheint es durchaus richtig, alle Unterschiede in der Handwerkskunst bei den Spiegelglanzprägungen unter dem einen Begriff "Spiegelglanz" (abgekürzt PP) zusammenzufassen. Bei den Kursmünzensätzen hingegen gibt der Euro Münzkatalog auch die Qualitätsbezeichnungen der Prägeanstalten wieder, bei den Niederlanden beispielsweise "Spiegelglanz (Prooflike)" (1999 bis 2003, S#PS1-PS5) und "Spiegelglanz (Proof)" (seit 2003, S#PS6-PS11, S#QS1-QS22) (Seiten 415-417). Vielleicht ist es eine gute Idee, die von der Münzstätte verwendeten Namen der jeweiligen Herstellungsart künftig auch bei den Gedenkmünzen in Klammern dazuzusetzen.
Gruß,
gs