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Alt 30-01-2010, 18:16   #5 (permalink)
hekuhn
 
Hallo stschw,

Ich gehe von Guss aus, bei dem Formsand die Form bildet. Formsand ist ein Gemisch aus Sand, Ton, Kohlenstoff (z,B, Ruß) und ein paar Prozent Wasser.

Beim Giessen steigen die in der Schmelze gelösten Gase nach oben auf. Typisch für einen schlecht gemachten Guss ist, dass die obenliegende Seite mit Poren übersät ist und die Unterseite fast frei von Poren ist. Genau das scheint mir beim Tiberius der Fall zu sein. Auf beiden Seiten sehen mir die Kanten deutlich gerundet zu sein, was auch typisch für Guss ist.

Die Sabina bleibt für mich ein Guss, auch hier glaube ich auf der Rückseite vereinzelt Poren zu entdecken, z.B. am Kinn der Figur. Wäre die Münze antik subaerat, wären diese Poren wohl zugedeckt.

Ganz typisch für Guss sehe ich hier die zugelaufenen Buchstaben. Wenn man einen Formsand benutzt, kann es passieren, dass beim Abheben der Vorlagemünze Sand daran kleben bleibt und in der Form dann die entsprechende Stelle fehlt und mit Metall ausgefüllt wird.

Der Delmatius sieht aus, wie zu kalt gegossen. Wenn die Metallschmelze nicht heiß genug ist erstarrt sie in der Form, bevor sie die Form komplett ausfüllen kann. Die Details fehlen, die Abbildungsgenauigkeit ist gering. Ist auf der Rückseite am rechten Ende der Standlinie der Soldaten nicht sogar ein Sandkorn eingeschlossen??
Auch denkbar als Erklärung ist ein zu grober Formsand, der der Feinheiten dann nicht abbilden kann und eine runzlige Oberfläche bildet..

Ich würde reklamieren. Wenn ein Händler die Sabina als echte geprägte Münze verkauft hat (wie hat er angeboten?), dann hat er von Münzen wohl nicht viel Ahnung.

Viele Grüsse
Hermann
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