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Alt 30-01-2010, 20:05   #6 (permalink)
stschw
 
Vorweg erst mal besten Dank. Immerhin kann ich mich jetzt an den Händler wenden ohne mich gleich völlig zu blamieren.

Ich habe mir die Münzen nochmals mit dem Fadenzähler angesehen.

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Beim Giessen steigen die in der Schmelze gelösten Gase nach oben auf. Typisch für einen schlecht gemachten Guss ist, dass die obenliegende Seite mit Poren übersät ist und die Unterseite fast frei von Poren ist. Genau das scheint mir beim Tiberius der Fall zu sein. Auf beiden Seiten sehen mir die Kanten deutlich gerundet zu sein, was auch typisch für Guss ist.
Das mit den Poren täuscht wohl, weil die Poren der Oberseite eher dunkel, die der Unterseite eher hell sind. Ich habe mir auch den Rand seitlich angesehen. Auch der ist gleichmäßig "geport".

Was die Kantenschärfe angeht, so fällt mir da Nichts besonderes auf, das habe ich so auch bei echten Münzen gesehen.

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Die Sabina bleibt für mich ein Guss, auch hier glaube ich auf der Rückseite vereinzelt Poren zu entdecken, z.B. am Kinn der Figur. Wäre die Münze antik subaerat, wären diese Poren wohl zugedeckt.
Achtung; bei der der Beleuchtung habe ich einen Fehler gemacht und von links unten beleuchtet. Deshalb kommt es zum sog. Umkehreffekt. Die Pore ist eigentlich ein Knuppel (Unterlippe?); Aber dass die Sabina ein Guss ist, ist klar

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Der Delmatius sieht aus, wie zu kalt gegossen. Wenn die Metallschmelze nicht heiß genug ist erstarrt sie in der Form, bevor sie die Form komplett ausfüllen kann. Die Details fehlen, die Abbildungsgenauigkeit ist gering. Ist auf der Rückseite am rechten Ende der Standlinie der Soldaten nicht sogar ein Sandkorn eingeschlossen??
Auch denkbar als Erklärung ist ein zu grober Formsand, der der Feinheiten dann nicht abbilden kann und eine runzlige Oberfläche bildet..
Unscharfe Portraits und Schriften sind bei Spätantikern so ungewöhnlich nicht. Im Gegenteil für die Flachheit des Porträts ist es sogar noch verhältnismäßig detailreich. Auch verlaufende Schriften kommen bei Spätantikern vor. Was mich wirklich irritiert ist die rissige/runzelige Oberfläche.

Das Sandkorn ist übrigens nur ein 0,1 mm kreisrundes Blättchen, das nicht fest verbunden war, sondern nur leicht anklebte.

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Ich würde reklamieren. Wenn ein Händler die Sabina als echte geprägte Münze verkauft hat (wie hat er angeboten?), dann hat er von Münzen wohl nicht viel Ahnung.
Die Sabina wurde normal angeboten, ohne Hinweis auf subaerat oder so; aber auchohne die sonst bei ihm üblichen RIC Nr. usw.

Der Händler sollte eigentlich Ahnung haben (bekannter Händler aus M); Aber vielleicht verkauft er inzwischen zu viel, um noch den Überblick zu behalten.

Viele Grüße
Stephan
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