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Alt 28-01-2012, 15:46   #34 (permalink)
varukop
 
Was ist mit der Münze passiert ?

Moin Moin,

Wenn man sich die 4 Abb. des Beitrags 14 von „Kanisterkopp“ anguckt, dann muss man schon ins Grübeln kommen, mit welchem Phänomen wir es hier zu tun haben .
Leider haben wir natürlich das uns bekannte und nie zu unterschätzende Problem, dass eine Beurteilung anhand von Abb. mit der am Original leicht auch mal differieren kann.
Abbildungen 1 und 2:
Bei der Betrachtung von Abb. 1 kann man m.E. nur zu dem hier bereits angemerkten Ergebnis kommen:
Es handelt sich auf den von "Kanisterkopp" gezeigten hoch auflösenden Abb. um die den erfahrenen Sammlern bekannten und in gewisser Weise "geordnet", d.h., in erster Linie mehr oder weniger parallel und "grob" in eine Richtung, verlaufenden Stempelspuren - entstanden durch das Abziehen einer Matrize.
Dass bei einer Stempelüber- bzw. Stempelbearbeitung je nach Erfordernis evtl. auch mehrfach abgezogen wird / werden kann, liegt auf der Hand. Auf der Münze wird das auch deutlich, denn es gibt im Bereich „LAR“ zwei leicht differierende Richtungen der Linien.
Die Verlaufsrichtungen sind grob beschrieben ausschließlich von „links nach rechts leicht ansteigend“ bzw. „fast waagerecht“ im Münzgrund zu sehen. Das Aussehen dieses Bereiches wird durch die Abb. 2 bestätigt.

Beim Vergleich der 1. vom Verkäufer erstellten Abb. (Abb.2 bei #14) bei geöffneter Verpackung mit der hoch auflösenden Abb. von "Kanisterkopp" in verpacktem Zustand wird aufgrund der Identität des Verlaufes der bei "Kanisterkopp" jeweils sichtbaren Linien klar, das die jeweils abgebildete Münze der Abb. 1 und 2 vom gleichen Stempel gesprungen zu sein scheint. Ob es sich um die identische Münze handelt, ist daraus allerdings nicht eindeutig ableitbar, denn …….
bei dem "ausgepackt" abgebildeten Stück (Abb.2) sehr deutlich zusätzlich waagerecht verlaufende Linien unterhalb des „LAR“ von Goslar bis unterhalb des „MM“ von Rammelsberg und rechts von dem Gebäudeturm im Münzgrund sichtbar .

Allgemein
Polier- oder "Abwisch"spuren, die alle ausschließlich im Münzgrund, und nicht auf den Reliefs sichtbar sind, sind wie ebenfalls bereits geschrieben, kaum * vorstellbar - zumal wenn wie hier einige z.B. nur rechts und links bis unmittelbar an einen Buchstaben der Umschrift heran reichen und dann durch das dort durchgängig matte und unbeschädigte Relief unterbrochen sind.
Beim Polieren / "Abwischen" würde man automatisch und bevorzugt in der Intensität die erhabenen Reliefs an diesen Stellen mit polieren (beschädigen) und diese würden die hier sichtbare beschädigungsfreie "Mattigkeit" vom Prägen verlieren.
* es sei denn, der „Bearbeiter“ hat sehr bewusst darauf geachtet, dass das Relief unbearbeitet bleibt .

Aufgrund dieser Tatsachen muss man an dieser Stelle davon ausgehen, dass u.a. diese Münze mit einem diese speziellen Linien hinterlassenden - vermutlich nicht oder nicht sorgfältig end behandelten - Stempel geprägt worden ist.
Solche Stücke mit so genannten "Haarlinien" sind bei der Markwährung selbst bei de höchsten Prägequalität, der „Polierten Platte“ bekannt.

Abbildungen 3 und 4:
Nun wird es langsam unverständlich und für mich mysteriös, denn auf Abb. 3 wird eine vorher nicht sichtbare zusätzliche Linienanhäufung im Münzgrund rechts der Gebäudetürme sichtbar. Des Weiteren zeigen sich auf den Abb. 3 (wenige) und Abb.4 (massiv erhöht) Anzahl an Linien, die in einer die auf den Abb.1 und 2 ausschließlich sichtbaren Linien kreuzenden Richtung verlaufen .
Gleichzeitig tauchen bei den Abb. 3 und 4 erstmals auch unterhalb der Stadtansicht sichtbare und äußerst merkwürdige, hier den Münzgrund vor allem auch gegenüber der Abb. 2 anders aussehen lassende, Spuren!??
Wo sind die in Abb. 4 quer zu den Linien der Abb. 1 und 2 verlaufenden Linien auf diesen Abb. 1 und 2 ???

Ganz allgemein stellt sich mir zu diesem Fall noch die Frage, mit welchen Techniken die 4 Abb. erstellt wurden.

Desweiteren möchte ich noch darauf hinweisen, dass man die Frage: "Sind die Linien durch einen entsprechend gearbeiteten Stempel oder durch eine nachträgliche unsachgemäße Behandlung erzeugt"? zusätzlich über das Aussehen beantworten kann.
Während bei Vorhandensein von stempel bedingten Haarlinien die umgebenden Münzflächen ein gleichmäßiges Aussehen (Glanz) vom Prägen zeigen, ist dieses durch eine Bearbeitung mit einem Tuch oder einem anderem Hilfsmittel sichtbar "gestört" (Reibespuren).

Beste Grüße
varukop
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