Nur mal eine Meinung: Durch eine Patina wird eine Münze nicht seltener oder besser, Patina gehört nicht auf eine Münze, das ist so wie ein zugefrorener See. Sie ist weder beabsichtigt durch den Prägenden noch nützlich, wenn man seine Münzen korrekt aufbewahrt. Sie kann nur schädigen und die Metalloberfläche verändern. Ich hasse Patina wie die Pest und sammle keine uralten Münzen, wo jemand meint, daß diese drauf sein sollte. Igitt, was manche dann noch mit "schöne Patina" bezeichnen ist Korrosion oder Peke,
bäh, pfui Spinne, weg mit der Patina, laßt der Münze ihr natürliches, gewolltes Aussehen. So wie sie mal zu Umlaufzeiten benutzt wurde. Alles andere heißt
"Tiere ausstopfen" und so tun, als wären sie lebendig.
@xylon: Ich kenne Sie hier aus dem Forum als sehr qualitätsorientierten Sammler und möchte Ihnen daher mal folgendes mit auf dem Weg geben:
(1) ich stimme Ihnen zu, daß eine Münze dann am wertvollsten ist, wenn sie ihrem Original-Zustand direkt nach dem Prägen möglichst gut entspricht.
(2) ich stimme Ihnen sogar weiterhin zu, wenn Sie behaupten, daß Patina unbeabsichtigt ist.
(3) Sie haben auch noch in einem gewissen Maße Recht, wenn Sie behaupten, daß durch eine Patina Schädigungen an der Oberfläche eintreten.
Diese "Schädigungen" treten aber bei ungetauchten und ungeputzten Münzen nur einmal auf und sind derart gering, daß man sie nach meinem Dafürhalten vernachlässugen kann. Man muß diese sogar in einem gewissen Maße toleriern können, denn das Entfernen der Patina erzeugt über kurz oder lang weitere Schäden dadurch, daß neue Patina entsteht und so wieder Metall wegkorrodiert wird.
Wenn ich in einer Wüste einen See ohne Zufluss habe, den ich für mich nutzen / erhalten möchte, dann muß ich ihn entweder zudecken oder, wie Sie es beschreiben "einfrieren", damit er mir nicht austrocknen kann. Eine andere Alternative gibt es, langfristig betrachtet, nicht.
Ich habe in meiner Jugend bereits BRD-Umlaufmünzen gesammelt und weis, daß viele Stücke, insbesonders die neuen 2-Mark-Stücke von 1969 bereits 1972 teilweise mit einer leichten Kupfer-Nickel-Patina verausgabt wurden. Auch fast alle Silberfünfer (wenn es nicht gerade mit neuen Stempeln geprägte Münzen EA´s oder gar PP´s waren) hatten bereits zum Zeitpunkt der Ausgabe einen matten (Silber-)Glanz und damit bereits eine mikroskopisch dünne Patina.
Alte Münzen mit Patina sind lebendig, denn nur sie haben, ganz im Gegensatz zu den vielen geschrubbten und blankgeputzten "toten" Möhren zumindest in den Vertiefungen noch Spuren des Original-Prägeglanzes und bei alten Sammlermünzen (EA´s + PP´s, das beginnt etwa Mitte des 18. Jahrhunderts) sogar noch das Original Flackern des ursprünglichen Spiegelglanzes. Taucht man solche Münzen, speziell Kupfermünzen, so wirkt die Oberfläche wie die von St-Exemplaren: körnig-matt.
Und über die Jahre betrachtet werden auch Sie feststellen, daß sich die Oberflächen selbst Ihrer Stücke, eine besonders sorgfältige Aufbewahrung vorausgesetzt, minnimalst verändern. Was anderswo schnell geht, das braucht bei Ihrer Sammlung halt ein paar Jährchen länger.
Bestimmt nicht. Für eine Patina kämen nur die kleinen Kupfercents in Frage. Dazu müßten sie aber aus massivem Kupfer sein, so wie die alten Münzen und Medaillen, und nicht Eisen mit einem dünnen Kupferüberzug.
Man sieht bei allen Münzen, die so hergestellt wurden (warum eigentlich ?), daß sie durch Altern zunächst fleckig werden und es dann zu Rostausblühungen durch die Kupferschicht kommt. Ich habe eine ganze Menge Centrollen, in denen sich nur noch Münzen mit schwarzen Punkten finden. Andere scheinen länger durchzuhalten, aber letztlich wird das das Schicksal der Eurocents sein, wenn es nicht irgendwelche Konservierungsmöglichkeiten gibt.
Es wäre deshalb viel sinnvoller, Liebhaberprägungen für Sammler aus massivem Metall oder gar Silber herzustellen statt mit polierten Stempeln auf das gleiche minderwertige Material zu prägen - aber das wollt Ihr vermutlich wieder nicht hören ...
@Bukanier: der Unterschied zwischen "Patina" und "Rost" ist folgender:
Die Patina schützt das Metall vor weiterer Oxidation und Zersetzung durch Umwelteinflüsse. Sie greift das Metall nur sehr dünn und oberflächennah an und bildet dann einen glatten, ebenmäßigen Schutzfilm, der weitere Angriffe / Zersetzungen verhindert.
Rost hingegen frisst sich immer weiter ein und beschleunigt durch seine poröse und große Oberfläche durch Anlagerung von Wasser und Salzen und somit die weitere / völlige Zerstörung der Münze.
...um so seltener werden dann schöne Stücke sein.
Also Leute, vergesst schöne Patinierung - aber schmiert eure Euros mit
Parrafin ein wie mesodor und verpackt sie in luftdichte Behälter mit Beigabe
von (weissem) Kupfersulfat.
Gruss,
jeggy
@jeggy: Jeder ist seines Glückes eigener Schmied
Fast jeder kennt die Duracell-Wernung, das sind die Batterien mit dem Kupferkern
"Kupferkern-Euros" sind einigen Sammlern auch geläufig, das sind Euros mit 1-Cent-Rohling als Pille
Überhaupt ist es so, daß Bimetall-Münzen nichts anderes sind als Batterien. Sobald Feuchtigkeit ins Spiel kommt fließt Strom und der Zersetzungsprozess beginnt....
Wenn ich beispielsweise extreme Dezentrierungen habe, liegen bein den Kupfer-Centen Eisen und Kupfer oftmals blank nebeneinander. Rostfraß ist dann nur eine Zeitfrage. Spätestens wenn das Münzfett vom Luftsauerstoff zersetzt wurde, gehts los.... Soviel dazu.
Daß bereits die ersten Cente in Rollen schäbig werden, ist mir neu; so früh hätte ich damit nicht gerechnet.
Aufgrund der Vielzahl an verschiedenen Materialien und de rin Kunststoffen von KMS enthaltenen flüssigen / flüchtigen Komponenten ist es für mich nur eine Zeitfrage, bis die Münzen in den ersten Pappen damit beginnen sich zu verändern oder gar langsam zu zersetzen.
Aufgrund der Vielzahl an verschiedenen Materialien und de rin Kunststoffen von KMS enthaltenen flüssigen / flüchtigen Komponenten ist es für mich nur eine Zeitfrage, bis die Münzen in den ersten Pappen damit beginnen sich zu verändern oder gar langsam zu zersetzen.
Ich denke aber das es Jahrzente dauern wird bis mann bei Münzen im KMS was sieht Es kommt dabei aber auch drauf an was für ein KMS das ist, ob ganz Hardplatik oder nur Pappe mit ein wenig Folie drin. - Siehe DM Münzen in Hardplastik, ich habe zwar nur 5 Sätze in PP ab 1976 aber die sehen noch aus wie direkt von der Prägemaschiene gekommen. Ausnahme bildet ein 5DM Stück wo sich ein ca 3mm großer Weis/durchsichter Punkt gebildet hat. Aber bei KMS in Pappe die nicht luftdicht sind, kann sich wiel schneller was verändern. So hat die Fr Europamünze 2002 und 2003 die ja bekanntlich im Blister ausgeliefert werden, schon an den Rädern bei mir eine Schwarze Patina entwickelt (2-5mm) die nicht gerade so schön aussieht
Ich habe die beiden Münzen und auch schon vorsichtshalber 2004 in Kapseln verfrachtet, die eine Weitere Bildung entgegen gehen soll. Was ich aber jetzt beräuhe ich hatte schon gerne gewust wie sich das Weiter entwicklt, hätte mal die 2002 die am meisten betroffen war im Blister lassen sollen
@Bukanier: der Unterschied zwischen "Patina" und "Rost" ist folgender: ...
Das ist allgemein bekannt und das galvanische Prinzip auch.
Es hilft aber nichts, kupferplattierte Münzen sind sehr anfällig und nicht für die Ewigkeit gemacht. Manche sehen nach 40 Jahren noch ganz ordentlich aus, bei anderen schlägt der Rost schon nach 3 Jahren durch.
Die Güte der Eurocents ist von Land zu Land und Jahrgang zu Jahrgang sehr unterschiedlich. Ich habe Rollen, die noch wie frisch geprägt aussehen, bei anderen sind schon die schwarzen Punkte da.
Vielleicht kann bei trockener Lagerung wirklich eine schützende Schicht entstehen, die den Korrosionsprozeß verzögert. Das wird aber die elektrochemische Spannungsreihe nicht außer Kraft setzen. Die Münzen werden bei weitem nicht so lange halten wie die guten alten Prägungen, ob einem das nun behagt oder nicht.
Das ist allgemein bekannt und das galvanische Prinzip auch.
Es hilft aber nichts, kupferplattierte Münzen sind sehr anfällig und nicht für die Ewigkeit gemacht. Manche sehen nach 40 Jahren noch ganz ordentlich aus, bei anderen schlägt der Rost schon nach 3 Jahren durch.
Hier muss man aber zwischen kupferplattierten (z.B. Pfennige) und verkupferten (z.B. Eurocents) Münzen unterscheiden.
Kupferplattierte Münzen werden aus Stahlblechen gestanzt, auf die man auf beiden Seiten eine Schicht Kupfer aufgewalzt hat. Die Kupferschicht ist bei diesen Münzen stärker als bei verkupferten Münzen. Am Rand der Münzen guckt aber der blanke Stahl heraus, weil das Kupfer ja nur die Vorder- und Rückseite bedeckt. Das Bild bleibt dabei wegen der dickeren Kupferschicht gut erhalten, weil die Kupferschicht so dick ist, dass der Rost nicht durchbrechen kann. Am Rand, wo der Stahl offen liegt, werden die Münzen aber bei Feuchtigkeitseinwirkung schnell bröselig.
Bei verkupferten Münzen wird die gesamte Münze rundum mit einer dünnen Schicht Kupfer bedeckt. Dadurch, dass nirgendwo Stahl offen liegt, kann die Korrosion nicht so schnell einsetzen, wie sie das z.B. am Rand von kupferplattierten Münzen tut. Dafür bricht hier schon mal der Rost an minimalsten Beschädigungen der dünnen Kupferschicht durch.
Hier muss man aber zwischen kupferplattierten (z.B. Pfennige) und verkupferten (z.B. Eurocents) Münzen unterscheiden.
Ja, aber das grundsätzliche Problem der mangelnden Haltbarkeit dieser Bimetall-Münzen ist bei beiden Fertigungsarten vorhanden.
2 Fragen:
a) Warum produziert man überhaupt solchen Schund ? Ich habe eben mal nach den Rohstoffpreisen gegoogelt und errechnet, daß der Unterschied im Materialpreis für eine 1/2/5 Cent-Serie etwa 1,6 Cents beträgt. Dem steht aber der höhere Fertigungsaufwand und die mindere Qualität der unechten Kupferlinge gegenüber. Noch wichtiger: Man kann Kupfermünzen so, wie sie sind, einschmelzen und neuprägen. Das Kupfer wäre deshalb zum größten Teil eine einmalige Investition.
b) Wie kann man solche korrosionsanfälligen Münzen konservieren ? Ein Fettüberzug scheint mir nicht schlecht. Wenn die Europfennige so schnell verrotten, wie ich es erwarte, werden guterhaltene Stücke in einigen Jahrzehnten sehr wertvoll sein und die Investition kostet praktisch nichts.
Man stelle sich nur vor, was alte Zink- oder Eisenmünzen brächten, die noch frisch wie nach der Ausgabe aussähen.
Ich hatte hier nicht alles gelesen, als reiner DM- Sammler hätte ich auf dies Gebiet hinweisen sollen, Kupfermünzen aus vergangenen Jahrhunderten kann man natürlich nicht im Original konservieren. Gutes Beispiel sind auch schokoladenfarbene Cu-2 Pf-Stücke mit homogener, d.h. nicht fleckiger Oberfläche. Ich "wehre" mich nur gegen die Bezeichnung Patina, wenn Sie nicht korrekt in diesem Sinne gebraucht wird oder eine Patina völlig unnütz ist und dann noch womöglich künstlich erzeugt wird. Das ist wie Gesichter schminken. Es muß nicht sein, und ich finde es auch nicht schön. Ich rühre z.B. deutsche Silbergedenkmünzen nicht an, wenn "Patina" drauf ist. Wenn man bankfrische Stücke als Rolle trocken und bei konstanter Temperatur aufbewahrt, sehen Sie nach -zig Jahren immer noch genauso aus.
Über Geschmack läßt sich nicht streiten, doch sollten objektive Argumente im Vordergrund stehen. Ist Patina nicht nötig, dann sollte auch keine da sein - jede sonstige Auffassung ist eine subjektive Nuance, die ihre Berechtigung nur innerhalb des durch Übereinkunft gekennzeichneten Akzeptanzkreises hat.