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Alt 25-05-2004, 00:46   #1 (permalink)
 
Goldmünze für Fussball-WM Fete

Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, lässt die Bundesregierung anlässlich der Fussball-WM 2006 eine 'Mammutfete in Berlin steigen, bei der die Regierung drei Monate vor der Bundestagswahl glänzen kann', da die eigentliche offizielle Feier in München 'im Revier von Edmund Stoiber' stattfindet.

Finanziert werden soll die 20 Millionen Euro teure Sause aus den Einnahmen aus dem Verkauf 'einer Goldmünze' (so der SPIEGEL). Sie soll dem Finanzministerium insgesamt 60 Millionen Euro in die Kassen spülen.

Die Opposition spricht von einem Missbrauch öffentlicher Gelder.

(Dies ist eine Zusammenfassung des SPIEGEL-Artikels und kein politisches Statement meinerseits)

Geändert von malte71 (25-05-2004 um 00:49 Uhr)
malte71 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25-05-2004, 01:32   #2 (permalink)
 
Finanziert werden soll die 20 Millionen Euro teure Sause aus den Einnahmen aus dem Verkauf 'einer Goldmünze' (so der SPIEGEL). Sie soll dem Finanzministerium insgesamt 60 Millionen Euro in die Kassen spülen.
Das ist doch erkennbar eine Ente: Für 60 Millionen Gewinn müßte - bei der üblichen Auflage von 400000 - der Finanzminister mit jeder Münze einen Reingewinn von 150 Euro einfahren. Berücksichtigt man Produktionskosten, Versand und den ganzen Schatullenklimbim, dann läge der Preis einer Münze etwa 200 Euro über dem Goldpreis.

Das würde der ganzen bisherigen Ausgabenpolitik der Bundeschuldenverwaltung widersprechen. Außerdem ließen sich bei einem solchen Aufpreis niemals 400000 Stück absetzen.

Geändert von Dieter Taube (25-05-2004 um 01:36 Uhr)
Bukanier ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25-05-2004, 11:38   #3 (permalink)
 
Ich finde das passt doch zum Prinzip des " Haushaltsplans"

Jeder Popelsbetrieb muß bilanzieren, nur der Größte, der Staat, rechnet nach dem Prinzip der Einnnahmen-Überschußrechnung.
Und da ist es dann eben Gewinn, wenn man Gold im Wert von rund 62,2 Millionen Euro verkauft, hat man demnach 62,2 Millionen MEHR ( = Gewinn ) im Haushalt zur Verfügung


Geändert von Sonja (25-05-2004 um 11:45 Uhr)
Sonja ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25-05-2004, 20:02   #4 (permalink)
 
Ich bin ja kein Finanz Experte, aber machen die den "Gewinn" nicht durch die Differenz des Verkaufs Preises und des "Buchungs" Preises für das Gold ?
Wenn ich das richtig im Kopf habe, ist das Bundes-Gold noch mit recht alten oder besser gesagt niedrigem Gold Wert "verbucht". Verkaufe die dieses alte/billige Gold nun zu aktuellen/hohen Preisen, dann entsteht da automatisch ein Gewinn.
Oder hab ich da was falsch verstanden ?

Olaf
nullschnall ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25-05-2004, 21:38   #5 (permalink)
 
Ich bin ja kein Finanz Experte, aber machen die den "Gewinn" nicht durch die Differenz des Verkaufs Preises und des "Buchungs" Preises für das Gold ?
Wenn ich das richtig im Kopf habe, ist das Bundes-Gold noch mit recht alten oder besser gesagt niedrigem Gold Wert "verbucht". Verkaufe die dieses alte/billige Gold nun zu aktuellen/hohen Preisen, dann entsteht da automatisch ein Gewinn.
Oder hab ich da was falsch verstanden ?

Olaf
Nein, Du denkst betriebswirtschaftlich vollkommen korrekt.

Der Finanzminister denkt aber nicht so kompliziert.

Er sieht jedes Jahr für sich, nur Einnahmen und Ausgaben. ( Diese simple Betrachtungsweise dürfen sich in der freien Wirtschaft nur Kleinstbetriebe erlauben!)

Wenn er dieses Jahr Gold für 60 Millionen verkauft, hat er ein PLUS im Haushalt von 60 Millionen. Nur das zählt. Vermögen wird nicht bewertet, der Vermögensabfluß dementsprechend auch nicht. ( Den man in einem Unternehmen wieder gewinnmindernd buchen müßte, bei so einem Vorgang, um dann den GEWINN dieses Deals zu ermitteln)

Der Einkauf des Goldes war vorher, irgendwann vorher, in einem anderen Haushaltsjahr. Vollkommen uninteressant
Sonja ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25-05-2004, 21:48   #6 (permalink)
 
Der Einkauf des Goldes war vorher, irgendwann vorher, in einem anderen Haushaltsjahr. Vollkommen uninteressant
Genauso bei der Schuldenaufnahme:
Die Tilgung und die Zinsen sind ja erst nächstes Jahr oder noch später (und wer weiß wer dann Minister ist, Hauptsache dieses Jahr ist geschafft).

Es wird Zeit, das die auf Dopik umstellen, aber bei der Bilanzierung müssten die dann sehr wahrscheinlich sofort nach Ihrem eigenen Gesetz Insolvenz anmelden.
mifrjoar ist offline   Mit Zitat antworten