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Alt 16-08-2004, 12:09   #1 (permalink)
 
AP: "Sammlern von Gedenkmünzen drohen hohe Verluste"

Von der Nachrichtenagentur AP (Associated Press) gibt es einen neuen ganz interessanten Beitrag über die Risiken des Münzensammelns. Genauer: die Risiken für diejenigen Sammler, de sich von Wertsteigerungs-Versprechen ködern lassen.

http://de.news.yahoo.com/040815/12/45y5q.html

Es geht auch um Bestellungen, mit denen man (vielleicht, ohne das so genau gelesen zu haben) Abonnement-Verträge abschließt, und um das Verkaufsargument, diese oder jene Münze sei gesetzliches Zahlungsmittel. Aufschlussreiche Lektüre :-) Für die meisten von uns nichts Neues - aber vielleicht werden Zeitungsleser, die immer mal wieder über "Köder"-Anzeigen stolpern, vorsichtig ...

Tschüs,
Christian
chrisild ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16-08-2004, 12:35   #2 (permalink)
 
Interessanter Artikel, wenn auch nichts Neues - für den Insider (welch Wortspiel )

Durch die beschriebenen Methoden werden viele Neusammler vergrault und der Münzfachhandel versucht m. E. recht halbherzig seine schwarzen Schafe auszugrenzen.
Tom 064 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16-08-2004, 13:38   #3 (permalink)
 
.......auch die Eurosammler werden sich umsehen.
Goldnase ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16-08-2004, 17:35   #4 (permalink)
 
Interessanter Artikel, wenn auch nichts Neues - für den Insider (welch Wortspiel )

Durch die beschriebenen Methoden werden viele Neusammler vergrault und der Münzfachhandel versucht m. E. recht halbherzig seine schwarzen Schafe auszugrenzen.
Wieso schwarze Schafe?

Gerade die ganz großen Münzhandelshäuser verfahren doch nach den geschilderten Praktiken. Da kann ich Euch auf Anhieb mindestens 5 von den großen Firmen nennen, denen ihre Anzeigen ich wöchentlich in diversen Zeitungen, Zeitschriften, Werbebroschüren .... lesen kann.

Da wird zum Beispiel

von der Fa. xxx seit mind. 6 Monaten ein Finnland-Euro-Satz für nur 9,90 € angeboten - absolut selten oder

von der Fa. yyy eine 10 € Gedenkmünze zum Preis von nur 10 € - Wertsteigerung ist garantiert - als Beispiel dient das Germanische Museum und die Olympia Helsinki Münze aus Finnland. Ganz nebenbei wird versprochen, dem Kunden die kommenden Ausgaben natürlich ganz unverbindlich zu günstigen Erstausgabepreisen (= Preis des Versandhauses bei erstmaligem Verkauf!) zu liefern.

Das sind sicherlich alles ganz legitime Methoden der Umsatzsteigerung und der Kundenwerbung. Doch leider hat das ganze mit Numismatik wenig zu tun - hier geht es nur um Provitsteigerungen mit wohlklingenden Versprechungen. Die Auswirkungen hat dann der kleine Händler zu spüren, der auch Münzen von Kunden ankauft und Serviceleistungen wie Beratung anbietet, wenn sich der treue Kunde von seiner Gedenkmünzensammlung nach vielen Jahren trennen muss und völlig verstört mit 1/4 des einstmals aufgewendeten Geldes aus dem Geschäft kommt.
Oberlandler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17-08-2004, 07:09   #5 (permalink)
 
Uwe, das ist genau das was ich sage.

Diese großen Münzversender spekulieren mit solchen Werbemethoden auf die Unwissenheit (und leider auch Gier) der Neusammler, die sich diese Münzen zulegen.
Legitim ist diese Werbemethode aber ein Vergleich mit Münzen, die aus welchen Gründen auch immer, in 50 Jahren eine Wertsteigerung erfahren haben, ist äußerst unseriös.

Da wird meiner Meinung nach der schnelle Reibach einer möglichen jahrelangen guten Geschäftsbeziehung geopfert. Wie soll, so frage ich, ein bis dahin in Münzen unbedarfter Neusammler, jemals wieder eine Münze kaufen, wenn er bei seiner ersten Bestellung plötzlich ein Abonnement am Hals hat, das er nicht wollte. Er Münzen gekauft hat, die sich als nahezu wertlos rausstellen, die sich nicht mal zum Nennwert einlösen lassen, da sie vom Euroausland stammen? Dazu noch solche obskuren Angebote von "Blöde", die Medaillen als "einzigartige, nummerierte, mit hohem Wertsteigerungspotential" verkaufen.

Es mag legitim sein Münzen mit diesen - zweifelhaften - Methoden zu verkaufen. Moralisch richtig ist das nicht und es ist schädlich für eine gesamte Branche.
Tom 064 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17-08-2004, 11:06   #6 (permalink)
 
Na ja. Nun muß ich die großen Münzversender (denkt Ihr hier auch an M*M?) ein bißchen in Schutz nehmen. Zumindest ich bin durch o.g. Firma (wieder) zum Sammeln gekommen. Durch die massive Werbung ködern sie immerhin eine Menge Leute die sich sonst mit dem Metier vielleicht nie beschäftigen würden. Wer die Sache dann ernsthaft weiter betreibt landet früher oder später eben bei vernünftigen Anbietern.

Wenn ich aber z.B. zu meinem örtlichen Münzhändler gehe kann mir regelmäßig schlecht werden. Die Frau dort ist so unfreundlich und behandelt jeden, der scheinbar kein Stammkunde ist total von oben herab ("Wir sind der Fachhandel, wir sind die Experten, wir wissen alles besser..."). Damit gewinnt man keine neuen Sammler.
hcy.de ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17-08-2004, 18:50   #7 (permalink)
 
Na ja. Nun muß ich die großen Münzversender (denkt Ihr hier auch an M*M?) ein bißchen in Schutz nehmen. Zumindest ich bin durch o.g. Firma (wieder) zum Sammeln gekommen. Durch die massive Werbung ködern sie immerhin eine Menge Leute die sich sonst mit dem Metier vielleicht nie beschäftigen würden. Wer die Sache dann ernsthaft weiter betreibt landet früher oder später eben bei vernünftigen Anbietern.

Wenn ich aber z.B. zu meinem örtlichen Münzhändler gehe kann mir regelmäßig schlecht werden. Die Frau dort ist so unfreundlich und behandelt jeden, der scheinbar kein Stammkunde ist total von oben herab ("Wir sind der Fachhandel, wir sind die Experten, wir wissen alles besser..."). Damit gewinnt man keine neuen Sammler.

Ich kann beides zu 100% bestätigen bis auf M$M bei mir waren es die Aschaffenburger*ggg*
KMS-Sammler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05-09-2004, 16:02   #8 (permalink)
 
Exclamation

.......auch die Eurosammler werden sich umsehen.
@Goldnase: ich setze noch eins drauf und gieße mal etwas Öl ins Feuer:

Vor allem die Euro-Sammler werden sich noch umsehen!.



Genau aus diesem Grunde sammel ich Euro-Kursmünzen nur aus dem Geldbeutel. Mein Interesse gilt hauptsächlich den Euro-Fehlprägungen.

Da gibt es zwar auch extrem teure Stücke - aber auch noch das eine oder andere günstig bewertete und dennoch (unerkannt) seltene Stück.

Außerdem können die "großen" dort mangels Masse nicht mitmischen und meistens ist es so, daß die Stücke direkt von dem Entdecker erworben werden und somit kaum Handelsspannen anfallen.

Weil der Markt zudem überschauber und die Anzahl der Sammler gering ist, hat man hier gute Chancen so manchen Fehlkauf zu umgehen.
mesodor39 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05-09-2004, 16:15   #9 (permalink)
 
Weil der Markt zudem überschauber und die Anzahl der Sammler gering ist, hat man hier gute Chancen so manchen Fehlkauf zu umgehen.

ja und wenn die Anzahl der Sammler gering ist (was ich mir sehr gut vorstellen kann!) und der Markt (mehr als) überschaubar ist, wem willst Du dann später mal Deine "Schätzchen" anbieten? Siehst Du dann einen größeren Markt und mehr interessierte Sammler? Also ich wage das doch sehr zu bezweifeln.
Gruß
corrado26
corrado26 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05-09-2004, 16:24   #10 (permalink)
 
Corrado, genau diese Antwort ging mir beim lesen von mesodors Beitrag auch durch den Kopf. Jetzt brauche ich sie ja nicht zu schreiben.

Tom, diese Firmen gibt es aber seit Jahren, nein, seit Jahrzehnten. Und es gbt immer noch Sammler, es gibt immer noch die Münzenbranche, und es gibt immer noch viele Münzenhändler.
Vermutlich ist es so, daß die sogenannten und vermeintlichen Schätzchen in den meisten Fällen erst von den Erben verkauft werden. Viele wissen womöglich gar nicht mehr, was dafür mal auf den Tisch geblättert wurde.

Und ich denke, es gibt wie oben schon geschrieben, viele, die durch diese Häuser erst zum Münzen sammeln kommen.

Wolle ist meines Wissens auch so einer.

Wenn ich es auch nicht so sehr seriös finde, eine Katastrophe ist es auch nicht,dass es solche Firmen gibt. Für mich schon gleich gar nicht.
hegele ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 05-09-2004, 17:05   #11 (permalink)
 
ja und wenn die Anzahl der Sammler gering ist (was ich mir sehr gut vorstellen kann!) und der Markt (mehr als) überschaubar ist, wem willst Du dann später mal Deine "Schätzchen" anbieten? Siehst Du dann einen größeren Markt und mehr interessierte Sammler? Also ich wage das doch sehr zu bezweifeln.
Gruß
corrado26
Scheinbar gar nicht so unlogisch aber so ist es halt wenn man sich zu Themen äussert bei denen man sich nicht wirklich auskennt:

es kommt meist nicht wirklich Vernünftiges dabei heraus...

Ob ein Markt grösser oder kleiner wird, ob konkrete Preise steigen oder fallen lässt sich natürlich nicht mit Sicherheit vorraussagen, trotz gewisser Erfahrungswerte.

Aber das Interesse ist gross genug bzw. wird mit hoher Wahrscheinlichkeit hoch genug bleiben dass - einigermassen günstig gekaufte FP-Qualitätsstücke - wohl durchaus zumindest ihren Preis behalten werden.
Es reicht ja für jedes Stück ein Käufer, es müssen sich ja nicht gleich zwanzig anstellen.
Und wer als FP-Käufer in Erscheinung tritt weiß in der Regel auch dass Seltenheit und Qualität seinen entsprechenden Preis hat.
Ausserdem ist das Interesse an FP's nach meiner Einschätzung weit höher als viele meinen:
ich sehen das an meinen Ebay-Auktionen wo meine letzten eher sehr mittelmäßigen FP-Doubletten regelmäßig eine sehr hohe Anzahl an "Beobachtern" verzeichnen (im Vergleich zu "herkömmlichen" Auktionen) was auf dementsprechendes Interesse schließen lässt.
Bei echten FP-Spitzenstücken wird das Interesse wohl noch erheblich höher sein...

Alexander

Geändert von alex11 (05-09-2004 um 17:07 Uhr)
alex11 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05-09-2004, 17:42   #12 (permalink)
 

Wolle ist meines Wissens auch so einer.

Au, dass tut weh. Ich war eigentlich schon auf dem Wege, diese Peinlichkeit zu vergessen, danke Alfons, dass Du mich wieder an meine Sammlerwurzeln erinnerst.

Aber mal Scherz beiseite. Es gibt bei weitem mehr Sammler, die nicht über einen Internetzugang verfügen, als man denkt. Die behelfen sich dann mit angeblich seriöser Literatur und Katalogen, und denken sich da nichts bei, wenn sie ein Stück ergattern, dass lt. Katalog einiges mehr wert ist als sie dafür bezahlt haben, bei Ebay und Konsorten aber für die Hälfte zu haben gewesen wäre.

Auf diese Klientel der "Unwissenden" stürzen sich die genannten Münzhandelshäuser und nehmen sie nach Strich und Faden aus. Bis die mal dahinterkommen was sie da gekauft haben, ist´s zu spät.

Also allen, die hier klug daherreden daß ihnen so was nicht passieren würde, sei gesagt: Denkt mal nach, was Ihr ohne Eure PC´s und die diversen Münzforen alles an "Müll" gekauft hättet, in der Erwartung einer tollen Wertsteigerung.
wolle ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06-09-2004, 00:23   #13 (permalink)
 
Ich unterscheide die reinen Sammler von den "Händlern". Ich könnte mich nie von einem Stück trennen. Und hätte ich 98 davon, würde ich noch 2 dazukaufen. Insofern spekuliere ich überhaupt nicht auf Wertzuwachs, und damit bin ich eigentlich gut bedient. Es reicht, zu wissen, daß man seine Stücke verkaufen könnte. Sonst wäre man kein Sammler, sondern Schleuser. (harhar!)
xylon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06-09-2004, 16:36   #14 (permalink)
 
Denkt mal nach, was Ihr ohne Eure PC´s und die diversen Münzforen alles an "Müll" gekauft hättet, in der Erwartung einer tollen Wertsteigerung.
also ich hab 1967 mit dem Sammeln begonnen und etwa zwanzig Jahre lang ohne PC gesammelt und allzu viel „Müll“ hab ich da wohl auch nicht gekauft. Mit ein bisschen Phantasie gab´s auch ohne PC viele Möglichkeiten. Sicher war das Sammeln mühseliger, aber in mancher Hinsicht war es sogar schöner und spannender. Ein gesuchtes Stück endlich zu finden war einfach ein schöneres Erfolgserlebnis, als heute mit zwei, drei Klicks im Internet zu kaufen.

Der eine oder andere Fehlkauf war natürlich nicht ausgeschlossen. Mit PC ist man dagegen aber auch nicht 100% gefeit, nur die Preistransparenz ist heute sehr viel größer und man ist nicht mehr ausschließlich auf Erfahrung und Gefühl angewiesen.

Geändert von tisso (06-09-2004 um 17:08 Uhr)
tisso ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06-09-2004, 19:26   #15 (permalink)
 
Talking Kleine, aber feine Märkte

ja und wenn die Anzahl der Sammler gering ist (was ich mir sehr gut vorstellen kann!) und der Markt (mehr als) überschaubar ist, wem willst Du dann später mal Deine "Schätzchen" anbieten? Siehst Du dann einen größeren Markt und mehr interessierte Sammler? Also ich wage das doch sehr zu bezweifeln.
Gruß
corrado26
@conrado26: bei einer statischen Betrachtung der Situation gebe ich Ihnen vollends Recht. Jedoch: Alles fließt und die einzig verlässliche Konstante ist die Veränderung.

Außerdem sammel ich jetzt und in erster Linie immer noch aus Freude am beprägten Metall. Und in unserer technisch fast perfekten Münzwelt gibt es kaum etwas reizvolleres als besonders markant ausgeprägte Fehlprägungen: eine stark dezentriert geprägte 50-Cent-Münze hat eine ähnliche Wirkung, wie sie eine antike Messingmünze (z.B. ein Dupondius) gehabt haben muß, als sie noch neu war. Rondenverwechselungen lassen Münzmotive auf einmal völlig anders wirken.

Das Sammelgebiet "Fehlprägungen" befindet sich zudem in einem starken Aufwind - ein intakter Trend, der sich unbeeindruckt von der aktuellen wirtschaftlichen Situation und unbeeindruckt von den Preiseinbrüchen bei der Standardware langsam aber stetig und daher stabil fortsetzt.

Weil ich nahezu jede Ebay-Auktion archiviere, in denen echte Fehlprägungen versteigert werden, weis ich mit absoluter Sicherheit, daß ständig neue Käufer auftauchen. Viele kaufen nur ein paar preiswerte Stücke, wobei ich vermute, daß diese ihre Sammlung bereichern / arroundieren möchten oder sich erst einmal sehr sehr vorsichtig der Thematik nähern wollen.

Unter den Neulingen sind aber einige wenige mit einer ungemein hohen Finanzkraft, einer starken Begeisterung und einem dementsprechend starken Engagement. Leider gibt es aber auch viele Fälscher und Manipulanten, die Gutgläubigkeit und Unerfahrenheit speziell von Neusammlern ausnutzen.

"Sammeln" bedeutet immer auch "suchen". Eine Suche, die sich darauf beschränkt das billigste der Standard-Angebote herauszufischen ist des Begriffes "Suche" unwürdig. Das sammeln von Münzen ist doch auch immer die Suche nach dem Besonderen - oder liege ich hier etwa falsch.
mesodor39 ist offline   Mit Zitat antworten