Meine Sammelleidenschaft hat im zarten Alter von 38 (

) hier in diesem Forum angefangen. Mein Vater hinterließ mir zwei Reichsgoldmünzen und ich fragte zaghaft und respektvoll (meines Erachtens

) nach dem Wert. Schon wieder so einer, dachten sicherlich viele. Das weitere Durchforsten des Forums machte mich neugierig und ich dachte mir, den Goldi der kleinen reichsdeutschen Minimonarchie um seine silbernen, silberlegierten und kupfernen Geschwister zu erweitern wäre eine interessante Sache. Gedacht - getan, vollständig bin ich natürlich bei weitem nicht. Da dieses Sammelgebiet trotzdem einigermaßen überschaubar blieb, schaute ich mich nach möglichen Erweiterungen um.
Mein erster Blick fiel auf México, ein Land das ich bereits bereist hatte, welches mich fasziniert hatte und dessen Münzeditionen des 20. Jhdt. mir vom Design her sehr gut gefielen. Geschaut - getan.
Das erste Sammelgebiet schrie allerdings auch nach Erweiterungen, sowohl in Hinsicht des Reichssilbers als auch in Hinsicht der kleinen Scheidemünzen des 19. Jhdt. In beiden Gebieten habe ich mir so manches Stück zugelegt, aus heutiger Sicht so manchen Fehlkauf (Lerneffekt) getan aber auch schöne Stücke erworben. Die dazu passende Literatur (Kataloge, Themenbücher) wuchs parallel mit. Und die Beschäftigung mit dem Deutschland des 19. Jhdt. hat dem begrenzten (und in der DDR sehr einseitigen) Schulwissen zur Erweiterung neue Horizonte verholfen (Begriffe wie Zollverein, Wiener Kongress, Norddeutscher Bund, Münzkonvention hatte ich zwar gehört, konnte aber ihre Bedeutung und geschichtliche Wirkung fast gar nicht einordnen). Geschrien - getan. Reichssilber bei ibäh zu ersteigern, davon bin ich zwischenzeitlich geheilt. Zuviel Schrott in den Münzkapseln, von dem ich mich in absehbarer Zeit trennen werde.
Auch die Méxicomania schreit inzwischen nach Erweiterung. Einige Abstecher ins 19. Jhdt. habe ich bereits gewagt, eine Erweiterung in Richtung Süden erscheint aber auch nicht uninteressant. Anstoß war ein Besuch im Numismatischen Museum von Costa Rica. Zwar konnte ich nur einen sehr kleinen Teil der Ausstellung sehen (das Museum in San José wurde 2005 gerade renoviert), war aber trotzdem interesssant. Überschattet allerdings von den sagenhaften präkolumbianischen Goldartefakten im selben Kellergewölbe. Die Frage, wer denn nun die Primitiven waren (Spanische Conquistadores oder Indigeňos) war anschließend zweifelsfrei beantwortet.
So "ganz nebenbei" habe ich mich auch mit den Notmünzen aus meiner Region beschäftigt (siehe Avatar), vielleicht erweitere ich das mal in der Zukunft.
Daß sich runde Metallscheiben aus Edelmetall auch als Kapitalanlage eignen, habe ich so nebenbei hier im Forum mitgekriegt. So lagert inzwischen das eine und andere Ünzchen im Safe. Dies mag den einen oder anderen Münzpuristen zwar entsetzen, wenn es in 30 Jahren aber meinen Lebensabend etwas erträglicher gestaltet, dann war die Investitionsentscheidung okay. Wenn es sich als Wertvernichtung herausstellen sollte, dann ist mir der gerechte Spott gewiss, ob mich dieser Spott im Jahre 2036 in irgendeiner Weise noch berührt, glaube ich eher nicht. Dann habe ich gelebt, was erlebt, was von der Welt gesehen. Was ist dann noch wichtig?