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Alt 04-08-2005, 22:06   #1 (permalink)
 
Münzbewertung in den Vereinigten Staaten

Ich habe vor kurzem erfahren, dass man sich in den USA Münzen bewerten lassen kann. Diese werden dann in Plastikboxen (inkl. Bewertung) zurückgeschickt. Nun wollte ich Fragen, ob jemand von euch schon Erfahrung mit sowas gemacht hat und was ihr davon haltet.
SEDEVACANTE ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04-08-2005, 22:43   #2 (permalink)
 
in USA

sind Münzen ab 100 USD praktisch nur gegradet verkaufbar. Für alle anderen Münzen, die nicht "geslapt" wurden, werden nur Ankaufspreise mit deutlichen Abschlägen bezahlt.

Es gibt einige wenige große "Grading-" Agenturen, die dies gegen entgelt vornehmen und dann die Münzen in bestimmte Erhaltungsstufen einsortieren, die deutlich differenzierter als die paar Stufen bei uns sind.

Wenn man in Amerik eine 50 Euro-Goldmünze aus Frankreich verkaufen will, nützt es nichts, das Original-Etui und das Zertifikat zu haben. Der Amerikaner will die Münze in dem Slap und mit Grading-Zerti... die unterschiedlichen Erhaltungsstufen ergeben (wie in Deutschland) signifikate Bewertungsunterschiede, sehr schön z.B. zu sehen, wenn man sich die An- und Verkaufspreise amerikansicher Münzen z.B. in der greysheet-Liste (Bibel amerikanischer Münzhändler) anschaut: http://www.greyshee*****m - Da wird schnell deutlich, das es schon einen Unterschied machen kann, ob die Einstufung MS60 oder MS65 ist...

Ich hoffe, das kommt nicht nach Deutschland.
Letztes Jahr war ich einmal in USA auf einer grossen Münzbörse ( aktuelle Termine immer auf http://www.money.org ) , dort hatten 295 von 300 Händlertischen sicherlich NUR geslapte Münzen auf dem Tisch.

Das hat Vor- und Nachteile...

Das Graden kosten natürlich... bei Verkäufen nach USA habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass es OHNE gar nicht geht.
Insider ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04-08-2005, 22:45   #3 (permalink)
 
Warum über den Teich schauen, wir haben bei uns im Lande genügend gute Sachverständige.
Raphael ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04-08-2005, 22:50   #4 (permalink)
 
Das USA-System hat den Vorteil,

daß die begutachteten Münzen mit der Expertise eingeschweisst werden, was in Deutschland in der Regel nicht der Fall.

Der Haken ist, man kann die Münze dann nicht mehr anfassen... :-))
Insider ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04-08-2005, 23:14   #5 (permalink)
 
@Insider
Danke für die sehr ausführliche Antwort.
SEDEVACANTE ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04-08-2005, 23:27   #6 (permalink)
 
Warum über den Teich schauen, wir haben bei uns im Lande genügend gute Sachverständige.
Es war aus einer bestimmten Erfahrung her für mich interessant, dass sehr
hochpreisige USA-Münzen bei Schweizer Auktionshäusern keine geringeren
Erlöse erzielt haben, als wenn sie geslabbt bei heritage versteigert worden
wären. Die amerikanischen Interessenten haben wohl für solche Fälle
in Europa Spezialisten, die die Münzen vor Ort einschätzen.

Die (ungeslabbten) Stücke sind dann in Bietergefechten in Regionen über die
Schweizer Tische gegangen, die im Schnitt eine Grössenordnung (Faktor 10)
über dem Schätzwert des Schweizer Auktionshauses lagen.

Bei Stücken, wie einem 1907 Double Eagle Saint-Gaudens High Relief in PF-66
kann man sich also das Slabbing und den USA-Verkauf eigentlich sparen.

Ich hatte mal die Gelegenheit, eine (stückzahlmässig recht übersichtliche)
USA-Sammlung, die mit Spitzenstücken durchsetzt war, und einen Wert
von über $500.000 hatte, zu begutachten. Die Sammlung wurde dann ein
paar Wochen später teils bei heritage und teils bei UBS-Numismatik verkauft.

Gruss,
jeggy

Geändert von jeggy (04-08-2005 um 23:33 Uhr)
jeggy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05-08-2005, 14:07   #7 (permalink)
 
daß die begutachteten Münzen mit der Expertise eingeschweisst werden, was in Deutschland in der Regel nicht der Fall.

Der Haken ist, man kann die Münze dann nicht mehr anfassen... :-))
Naja: abgesehen davon haben viele Experten beim Graden scheinbar Tomaten auf den Augen oder sind sonstwie schwer sehbehindert. Um es mal ganz gelinde auszudrücken.

Nur gut, daß die Dinger eingeschweißt sind und man sich als Grading-Höriger vielleicht noch einbilden darf, die Slabs seien von innen verkratzt....

Eine geputzte / gereinigte und kaputtgeätzte Möhre (Cleaning) wird von den oftmals dort Gradenden ohnehin nur erkannt, wenn die Münze substanziell so geschädigt (verätzt) ist, daß die Münzhaut fehlt und in den Feldern schon Löcher eingeätzt sind.

Auch da sind einige solcher deutlich erkennbar gereinigter Möhren noch mit MS 60 und höher gegradet worden. Zusatz: "original-red"

Also: niemals angelaufen und originalbelassen (wie direkt aus einer alten Rolle....

Derlei Inkompetenz und Fehlbeurteilung grenzt schon an Betrug am Käufer.

So zumindest meine Einschätzung vom Grading vieler älterer, geslabbter Stücke (z.B. Russland-Kupfer).
mesodor39 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05-08-2005, 14:08   #8 (permalink)
 
Hier ein Video, das den "grading process" bei PCGS demonstrieren soll.

http://www.pcgs.com/%5Cprocess.chtml
jeggy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05-08-2005, 15:11   #9 (permalink)
 
Hier ein Video, das den "grading process" bei PCGS demonstrieren soll.

http://www.pcgs.com/%5Cprocess.chtml

vielen Dank für den Link.

Sehe ich das richtig, daß die die Münzen mit den Fingern betatschen ???

Was sind das denn für Spezialisten ???
M-Fuzzi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07-08-2005, 18:58   #10 (permalink)
 
Der betascht die Münzen echt mit bloßen Händen.
Jons3000 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07-08-2005, 19:00   #11 (permalink)
 
Was sind das denn für Spezialisten ???
Das sind Insider
Mortyr2012 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07-08-2005, 20:03   #12 (permalink)
 
Der betascht die Münzen echt mit bloßen Händen.
Ist doch "nur" Gold!


Grüße
gluecky
gluecky ist offline   Mit Zitat antworten
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