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| Allgemeines Hier können Sie Ihre Fragen rund ums Münzensammeln stellen (die nicht durch untenstehende Kategorien abgedeckt werden !!!) |
29-12-2009, 10:07
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#1 (permalink)
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Dresdner Münzkabinett
Jetzt muss ich mal meinem Ärger Luft machen!
Kommende Woche fahre ich mit meiner Frau für ein paar Tage nach Dresden. Bei der Gelegenheit wollte ich mir (neben ein paar anderen Sehenswürdigkeiten, die Dresden so bietet...  ) das Dresdner Münzkabinett anschauen, das ja eines der größten in ganz Europa sein soll.
Doch was muss ich grad auf deren Homepage lesen?
Das Münzkabinett verfügt derzeit über keine Dauerausstellung, präsentiert jedoch in den Sommermonaten Sonderausstellungen im Hausmannsturm des Residenzschlosses.
So ein
In Karlsruhe haben wir dasselbe Problem: ein herausragendes Münzkabinett, dessen Stücke in irgendwelchen Magazinen vor sich hin patinieren. Ab und an dürfen ein paar ausgewählte Stücke ihren Kerker verlassen und Sonderausstellungen bereichern....
Da werde ich wohl in Dresden numismatisch nicht auf meine Kosten kommen. Oder hat einer von Euch vielleicht noch einen Tip für mich?
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29-12-2009, 10:09
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#2 (permalink)
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Da werde ich wohl in Dresden numismatisch nicht auf meine Kosten kommen. Oder hat einer von Euch vielleicht noch einen Tip für mich?
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Besichtige doch das Warenlager von Karsten72.
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29-12-2009, 11:49
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#4 (permalink)
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Jetzt muss ich mal meinem Ärger Luft machen!
...Hausmannsturm des Residenzschlosses.
... vor sich hin patinieren.
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Hallo!
Das mit dem "Vor-sich-hin-patinieren" glaubst Du aber alleine! Ich hatte vor Jahren das - bezogen auf die Münzensammlung - eher zweifelhafte Vergnügen. Damals war gerade das alte grüne Gewölbe wieder hergerichtet worden und der Hausmannsturm konnte auch schon besichtigt werden. Und dort waren auch Münzen ausgestellt, hauptsächlich sächsische Münzen seit Ende des siebenjährigen Krieges bis in die nachnapoleonische Zeit. Mit Patina anwachsen war da nichts. Die Stücke waren derart geputzt bis zerschruppt, mit Stahlwolle poliert oder was weiß ich, da kamen mir die Tränen in die Augen. Ich weiß nicht, ob das noch zu Zeiten der ehe- und einmaligen (DDR) passiert war, aber das Fehlen jeglicher Patina sprach eigentlich dagegen. Da waren echte Münzschänder am Werk.   Das Ergebnis war um so trauriger, als die Basiserhaltung absolut spitzenmäßig war, also kein Abrieb durch Umlauf.
Versuch lieber, ins alte und neue grüne Gewölbe reinzukommen; lohnt sich eher. Ein gewisses Kontingent Karten für das "Alte" gab es damals noch an der Tageskasse (200 St. pro Tag). Musst aber früh aufstehen, und vergiss den Schirm nicht. Die lassen die Leute auch draußen stehen, wenn's gallert.
Grüße
collettore
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29-12-2009, 12:20
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#5 (permalink)
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Versuch lieber, ins alte und neue grüne Gewölbe reinzukommen; lohnt sich eher. Ein gewisses Kontingent Karten für das "Alte" gab es damals noch an der Tageskasse (200 St. pro Tag). Musst aber früh aufstehen, und vergiss den Schirm nicht.
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Du kannst über das Internet auch Karten vorbestellen.
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29-12-2009, 12:29
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#6 (permalink)
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Hallo Ihr Beiden,
danke für die Tips!
Karten fürs Grüne Gewölbe und auch die Semperoper habe ich übers Internet schon geordert (Tip einer Bekannten).
Das mit den Münzen ist Vernichtung von Kulturgut - unglaublich, sowas!
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29-12-2009, 13:30
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#7 (permalink)
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Das mit den Münzen ist Vernichtung von Kulturgut - unglaublich, sowas! 
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Ich dachte in einem Münzkabinett wären nur Experten am Werk?
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29-12-2009, 14:29
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#8 (permalink)
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Ich dachte in einem Münzkabinett wären nur Experten am Werk?
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Das ist der Idealfall, wenn ein Numismatiker einem Münzkabinett vorsteht. Die Stelle des letzten Leiters des badischen Münzkabinetts wurde beispielsweise nicht wiederbesetzt......
Ansonsten hast Du im besten Fall Historiker, die sich um die Gepräge kümmern. Bei antiken Fundmünzen wird auch gern schon mal gewienert, poliert und geputzt, um die Informationen lesbar zu machen (da lediglich die Informationen auf der Münze von Interesse sind, nicht aber die Münzen selbst - habe ich aus berufenem Munde gehört).
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29-12-2009, 14:29
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#9 (permalink)
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Das mit den Münzen ist Vernichtung von Kulturgut - unglaublich, sowas! 
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Versuch´s telefonisch beim Tourismusbüro oder über die Stadt. Manchmal sitzt ein Ehrenamtlicher im Museum, der Dich rein läßt.
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29-12-2009, 14:42
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#10 (permalink)
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Ich dachte in einem Münzkabinett wären nur Experten am Werk?
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Das kannst Du getrost vergessen!! Ich bin in meinem Leben mit sehr vielen Museen und deren "Fachleuten" in Berührung gekommen und kann nur feststellen, dass es in diesen Häusern zwar unheimlich viele hochbezahlte Akademiker, meist Kunstgeschichtler gibt, aber ich mich immer gefragt habe, was die eigentlich in ihrem Bereich tun. Von der ihnen überantworteten Matrie hatten sie in aller Regel nur eine sehr dünne Ahnung und ohne ihre unterstützenden Untergebenen und Restauratoren wären sie im allgemeinen auf verlorenem Posten gestanden.
Für mich steht auf jedenfall fest, dass ich niemals im ganzen Leben auch nur einen Hosenknopf in eine Museum geben würde, vernichten kann ich meine Sammlung selbst, dazu brauche ich keinen Akademikus.
Gruß
corrado26
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30-12-2009, 01:08
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#11 (permalink)
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Da werde ich wohl in Dresden numismatisch nicht auf meine Kosten kommen. Oder hat einer von Euch vielleicht noch einen Tip für mich?
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Hallo Andreas,
einen Tipp hätte ich vielleicht für dich. Ich schreibe deshalb "vielleicht", weil ich nicht weiß, ob es überhaupt lohnenswert ist. Mit Sicherheit ist es kein Vergleich zum Münzkabinett, aber vielleicht trotzdem interessant. Zumal ich aus deinen Beiträgen immer den Eindruck gewonnen habe, dass du allgemein sehr interessiert in Sachen Numismatik bist. Und zwar habe ich mal ein bisschen im Internet gewühlt und bin auf einen Artikel gestoßen. Dieser handelt von der Pastor-Roller-Kirche. Diese befindet sich in der kleinen Gemeinde Lause im Ortsteil Dresden-Weixdorf (Dresdner Norden). Ich werde dir den Artikel einfach hier mal rein kopieren. Dann kannst du selbst entscheiden, ob es für dich interessant ist und du einen Ausflug dorthin wagen möchtest oder nicht. Also, hier der Artikel:
Verein der Münzfreunde Weixdorf und Umgebung
Heimatgeschichte aus der Turmkugel der Pastor-Roller-Kirche zu Weixdorf
(Eine Ergänzung zu dem Beitrag in den „Weixdorfer Nachrichten“ Nr. 2 und 3/2006)
In der Rödertal-Ausgabe der Sächsischen Zeitung vom 9. August 2005 war zu lesen:
Heute vor 100 Jahren (am 9. August 1905) wurde der Inhalt des Turmknopfes in Lausa (Weixdorf) öffentlich gezeigt. Der Lausaer Kirchturm war Anfang Juli bei einem Gewitter schwer beschädigt worden. Der Schieferdecker Brunner hatte den .... Turmknopf herunter geholt. In diesem befanden sich zwei Blechbüchsen mit alten Dokumenten und einigen Silber- und Kupfermünzen ..... Diese und vor allem Schriftstücke des Lausaer Pfarrers Rühle sollten fotografiert werden. Sowohl über diese Ausführung als auch über den Verbleib der Stücke ist heute nichts Schlüssiges bekannt. Soweit die gekürzte Wiedergabe des SZ-Beitrages.
Der folgende Beitrag informiert schlüssig über den Verbleib der Dokumente und Münzen. In den Jahren 1987/88 hat auf Initiative der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Weixdorf und ihres im Juli 2005 verstorbenen langjährigen Gemeindepfarrers Rolf Schulze eine grundhafte Sanierung des Kirchturmes der Pastor-Roller-Kirche zu Weixdorf stattgefunden. Dabei sind die Turmkugel (auch Turmknopf genannt) mit Wetterfahne und Turmkreuz abgenommen und neu vergoldet worden. Zu diesem Zweck wurde die Kugel geöffnet und ihr Inhalt entnommen; übrigens zum ersten Mal nach der genannten Öffnung vom Jahre 1905. Zwei verschlossene Büchsen aus Zinnblech enthielten mehrere Urkunden und Gepräge (Münzen und Medaillen), zumeist in gutem Zustand. Die Urkunden geben Auskunft über die Geschichte der Lausaer Pfarrkirche und ihrer Gemeinde. So bezeugt die älteste Urkunde: „Anno 1626 ist dieser Thurm von grund auf new erbaut und verfertigt worden.“
Die weiteren Urkunden aus den Jahren 1786, 1820, 1860 und zuletzt von 1905 sind vom jeweils amtierenden Pfarrer verfasst und beigelegt worden anläßlich größerer Reparaturen, wiederholt verursacht durch Blitzschlag. Die Urkunde von 1860 tragt die Unterschrift von August Hermann Rühle, Pastor zu Lausa und Hermsdorf, „...gegenwärtig 40 Jahre alt“. Offenbar verloren gegangen bei früheren Öffnungen der Kugel, aber durch Münzhinterlegungen zu vermuten, sind Urkunden aus den Jahren 1664 und 1698.
Der weit über die Grenzen seiner Kirchgemeinde hinaus bekannte Pastor Samuel David Roller berichtet in seiner Urkunde von 1820, daß die Kirchgemeinde Lausa „...beträgt 1000 Seelen, worunter 180 Schulkinder, die Zahl der Feuerstätten 167.“ Des weiteren schreibt er von „...geringen Kirchenvermögen“, und er weist aus: „Hierzu zwei Gedächtnismünzen beigelegt.
1. Eine vom III. hundertjährigen Reformations-Jubil. von Silber. d. 31. Oct. 1817
2. Eine auf das Regierungs-Jubil. Friedrich Augusts, König von Sachsen d. 16. Sept. 1818 von Zinn.“
Die Urkunde endet mit der Bemerkung: „In den Turmknopf wurden die bisherigen Dokumente, die Münzen nebst dieser Aufzeichnung.... zurückgelegt in piam memoriam. „ (übersetzt etwa ... in frommen Andenken).
Weitere Angaben zu Münzhinterlegungen sind in den genannten Urkunden nicht zu finden.
Der Münzfund besteht aus den vorgenannten zwei Medaillen und aus 13 Stück sächsischer Münzen kleiner Nominale aus den Jahren 1664 (Anfangsmünze: 1/4 Reichsthaler in Silber) bis 1860 (Schlussmünze: 1/6 Thaler Silber), alle 15 Stück geprägt in der Münzstätte Dresden. Zunächst sind die Gepräge von der Weixdorfer Firma Metallveredlung W. D. Häberlein, fachmännisch, gereinigt und konserviert worden. Die weitere Bearbeitung des Münzfundes haben Weixdorfer Münzfreunde der damaligen Fachgruppe Numismatik Dresden-Land im Kulturbund der DDR besorgt in vertrauensvoller Absprache mit Herrn Pfarrer Schulze.
Mit Hilfe des Münzkabinetts der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, namentlich von Herrn Alois Walter, konnte eine exakte numismatische Bestimmung der 15 Gepräge vorgenommen werden, und es sind Kopien (sogenannte Galvanos) von Vorder- und Rückseite angefertigt worden. Numismatische Raritäten enthält der Münzfund nicht. Aber der gute Erhaltungszustand der hinterlegten Münzen und Medaillen kündet vom historischen Verständnis ihrer Stifter.
Im Frühjahr 1988 sind Turmkugel, Wetterfahne und Kreuz im neuen Goldglanz wieder auf den Kirchturm aufgesetzt worden. Die Kugel misst 50 cm im Durchmesser. Sie enthält nunmehr neben den zwei vorgefundenen Büchsen eine neu angefertigte dritte Büchse aus Kupferblech. In diese sind die vorher kopierten alten Urkunden und die Gepräge im Original beigelegt worden. Ergänzend wurden als Zeitzeugen unserer Zeit beigelegt: eine Urkunde über das Geschehen von 1987/88 und eine Anzahl deutsche Kursmünzen der letzten Jahrzehnte bis zum kompletten Kursmünzensatz der DDR des Jahres 1987 vom 1 Pfennig- bis zum 5-Mark-Stück sowie zwei Meissner Porzellan-Medaillen zur Luther-Ehrung 1983 der DDR. Sie sind von den Weixdorfer Münzfreunden gestiftet worden.
Besucher der Pastor-Roller-Kirche können die Kopien der alten Münzen und Medaillen in einer Vitrine besichtigen. Es ist ein Ausstellungsobjekt der Weixdorfer Münzfreunde G. Hajek und J. Fleischer, bearbeitet für die große Sachsen- Münzausstellung. SAXONIA NUMIISMATICA 1989 auf der Albrechtsburg Meissen, als Dauerleihgabe dem Weixdorfer Pfarramt überlassen.
GH
Verein der Münzfreunde Weixdorf und Umgebung
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