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Alt 24-02-2010, 14:23   #1 (permalink)
 
Patina oder einfach nur Dreck?

Mich treibt im Moment die Frage etwas um, wo die Grenze zwischen einer Patina auf einer Münze und Dreck auf einer Münze ist.

Natürlich gibt es wirklich ansehenswerte Stücke mit einer wunderschönen Patina, aber bei vielen Münzen aus dem Umlauf würde ich die unschöne Schicht darauf, die die Prägung fast unsichtbar macht, als Dreck bezeichnen. Im Prinzip sammle ich Münzen, aber nicht diesen Dreck.

Ich glaube, dass sich eine wirklich schöne Patina nur auf weitgehend unzirkulierten Münzen ausbildet. Münzen aus dem Umlauf bilden eine "Dreck"schicht aus, die sich nach meinem Gefühl weder angenehm anfühlt noch gut aussieht.

Was ist eure Meinung dazu?
hahab ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24-02-2010, 18:32   #2 (permalink)
 
Da teile ich Deine Meinung nich ganz.

Recht gebe ich Dir darin, dass diese wunderschöne Regenbogenpatina auf alten Silbermünzen nur auf toll erhaltenen Stücken vorkommt.

Zirlulierte Münzen müssen nicht verdreckt sein. Auch diese können mehr oder weniger sauber sein und dann bildet sich auch dort im Laufe der Zeit eine ansehnliche Patina.

Dreck patiniert nicht.

Der Unterschied zwischen Dreck und Patina ist meiner Meinung nach recht einfach zu erkennen.
moppel65 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24-02-2010, 21:14   #3 (permalink)
 
Hallo.
Seid bitte vorsichtig mit der Regenbogenpatina.
Diese läßt sich innerhalb weniger Sekunden perfekt nachahmen.Ich spreche darüber, weil ich es auch fast perfekt kann. Und so ohne weiteres kann man solch eine Manipulation nicht nachweisen.
Ich denke, daß mehr als 70% der auf Ebay angebotenen Silberstücke nicht natürlich patiniert sind.
Auf einer originalen Regenbogenpatina ist mit blossem Auge auf einem Foto kaum ein Farbunterschied zu erkennen.Man muß die Münze im Licht hin-und herbewegen, um die verschiedenen Farben zu sehen. Eine rauhe,dunkle gräuliche Schicht( die sich etwas klebrig anfühlt) befindet sich meistens darüber (die sich über viele Jahre gebildet hat).
Was bei Ebay oder in anderen Auktionshäusern offensichtlich in bunten Farben auf Bildern gezeigt wird, ist eine Manipulation, welche noch nicht " überwachsen "ist.
rethorn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24-02-2010, 21:35   #4 (permalink)
 
Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, dass "wunderschöne Regenbogenpatina" fast immer im Schnellverfahren künstlich entstanden ist. So etwas wächst nicht natürlich in Geldbörsen oder auf Dachböden.

Ich sammele nur Münzen, die zumindest überwiegend Edelmetall enthalten und für mich ist Patina Dreck. Eine Silbermünze ist für mich "schön", wenn sie nach Silber aussieht und nicht, wenn sie schwarz, fleckig oder buntschillernd ist. Wenn es andere anders sehen, ist das natürlich auch in Ordnung, zum Glück ist Geschmack in erster Linie nach wie vor Geschmacksache und nicht eine Frage der Konvention.
54321 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24-02-2010, 23:12   #5 (permalink)
 
Dreck oder Patina?

das ist hier die Frage.

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diwidat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25-02-2010, 00:02   #6 (permalink)
 
weder noch, sondern mechanische Abnutzung durch Gebrauch.
54321 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25-02-2010, 01:04   #7 (permalink)
 
Meine Definition von Dreck und Patina ist relativ einfach. Alles was sich nach ein paar Tagen im Petroleumbad abgelöst hat, war Dreck, der der Oberfläche nur lose anhaftete. Substanzen, die eine feste chemische Verbindung mit dem Metall eingegangen sind, wie zB. Schwefel mit Silber bei einer Regenbogenpatina, sind Patina.

Rethorn, kannst du auch Seegrün herstellen und sind deine Farben in der richtigen Reihenfolge?

Gruß
9999
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four9fine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25-02-2010, 10:34   #8 (permalink)
 
Selbstverständlich gibt es eine Farb-Reihenfolge, wenn Schwefel, wie bekanntl ist, sublimiert und dadurch diesen Regenbogeneffekt erzeugt.
Bei einer künstlich getönten Münzen von einer Seite gleichmäßig zur anderen Seite.
Wenn man die erwärmte Lösung( Tropfen) auf einer Seite der Münze herunterlaufen lässt, dann wird sie nach unten hin immer schwächer konzentriert und kälter( weil sie über das kalte Metall läuft).Deswegen am Anfang schwarz-grün und am Ende gelb -nicht mehr sichtbar.

Bei einer Münze, die viele Jahre den verschiedenen Lagerorten und Einflüssen ausgesetzt war,gibt es mehr als nur 1 solcher Flecken mit " Regenbögen "in verschiedenen Größen auf ein und derselben Münze. Und an Stellen, die eventuell durch Schmutz oder Fett geschützt waren, gibt es andere Verfärbungen oder die Münze ist dort Silber geblieben..


Die Verfärbungen auf der US-Münze sind typisch für Kaliumsulfid-Für den Adler braucht man ca 0,3g und ein paar Sekunden. Ich denke mal, daß die abgebildete Münze ca 5 Sekunden getaucht wurde.Und es sind Fingerabdrücke drauf. Ich tauche mit Pinzette, oder fasse nur am Rand an.
Manche legen die Münze in ein flaches Gefäß auf einen Holzkeil und lassen die Lösung( ein fetter Tropfen reicht) einfach von der höher liegenden Seite nach unten laufen.

Um Silbermünzen mit Kupfergehalt grösser als 50/1000 grün werden zu lassen, bedarf es mindestens einer Umgasung( nicht Tauchen) von 2 Tagen und ein anderer Stoff wird benötigt.

Seegrün= Ammoniumchlorid+Kupfer-2 Acetat,Essigsäure, Wasser.

Man kann aber auch eine angemischte malachitgrüne Lösung ( kupferhaltig)auftragen und einige Wochen einwirken lassen.Danach die künstlich aufgepappte Oberflächenschicht abbürsten.darunter bleibt eine festanliegende Schicht.


Und wenn du eine rosafarbene oder violette Farbe haben möchtest, dann kaufe dir einfach einen Münzkoffer von Lidl und lege die Silbermünzen dort hinein. Der Rest passiert von alleine.
rethorn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25-02-2010, 11:50   #9 (permalink)
 
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Selbstverständlich gibt es eine Farb-Reihenfolge, da Schwefel bekanntlich sublimiert.Bei einer künstlich getönten Münzen von einer Seite gleichmäßig zur anderen Seite. Bei einer Münze, die viele Jahre den verschiedenen Lagerorten und Einflüssen ausgesetzt war,gibt es mehr als nur 1 solcher Flecken mit " Regenbögen "in verschiedenen Größen auf ein und derselben Münze. Und an Stellen, die eventuell durch Schmutz oder fett geschützt waren, gibt es andere Verfärbungen oder die Münze ist dort Silber geblieben..
Interessant. Dieses Foto habe ich gewählt, weil diese Patina gemeinhin als echt bezeichnet wird. Drei Gründe führt man dazu auf.

1. Die Webstruktur des Jutesacks, dessen Imprägnierung die Verfärbung hervorgerufen hat, zeichnet sich über dem Adler ab.

2. Die Farbe Seegrün ist vorhanden. Diese läßt sich nicht in dieser Qualität künstlich erzeugen.

3. Die Farben sind in der "richtigen" Reihenfolge entstanden, was künstlich auch nur sehr schwer zu realisieren ist.

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Die Verfärbungen auf der US-Münze sind typisch für Kaliumsulfid-Für den Adler braucht man ca 0,3g und ein paar Sekunden. Ich denke mal, daß die abgebildete Münze ca 5 Sekunden getaucht wurde.Und es sind Fingerabdrücke drauf. Ich tauche mit Pinzette, oder fasse nur am Rand an.
Manche legen die Münze in ein flaches Gefäß auf einen Holzkeil und lassen die Lösung( ein fetter Tropfen reicht) einfach von der höher liegenden Seite nach unten laufen.
Hm, das werde ich bei Gelegenheit natürlich mal ausprobieren. Kalumsulfid ist billig und ich habe genug Schrottmünzen um damit mal zu spielen.


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Um Silbermünzen mit Kupfergehalt grösser als 50/1000 grün werden zu lassen, bedarf es mindestens einer Umgasung( nicht Tauchen) von 2 Tagen und ein anderer Stoff wird benötigt.

Seegrün= Ammoniumchlorid+Kupfer-2 Acetat,Essigsäure, Wasser.

Man kann aber auch eine angemischte malachitgrüne Lösung ( kupferhaltig)auftragen und einige Wochen einwirken lassen.Danach die künstlich aufgepappte Oberflächenschicht abbürsten.darunter bleibt eine festanliegende Schicht.
Wo finde ich das Anmeldeformular für ein Wochenendseminar bei dir?

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Oder man macht die Münzen schlicht und einfach grell grünblau- bedeckt, indem man sie ein paar Wochen in EDTA Lösung mit Essig vergisst.
Und wenn du eine rosafarbene oder violette Farbe haben möchtest, dann kaufe dir einfach einen Münzkoffer von Lidl und lege die Silbermünzen dort hinein. Der Rest passiert von alleine.
Mir ist bisher nur eine Regenbogenpatina gelungen, auf einer alten 5 Mark-Hindenburg. Nach über einem Jahr in einem weiß beschichteten Pappkarton zeigten sich erste zarte Farben.

Gruß
9999
four9fine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25-02-2010, 11:57   #10 (permalink)
 
Ich wollte eigentlich ändern, bzw dazuschreiben, daß bei einer echten Regenbogenpatina die Farbringe nicht so gleichmäßig auf der Oberfläche sein können, denn in den Vertiefungen sammelt sich ja auch über die Jahre und Jahrhunderte mal Staub und Schmutz an. Wenn man aber eine Münze künstlich färbt, dann wird sie zuerst blank gereinigt und entfettet und dann getaucht. Deswegen sind dann die Verfärbungen auch durchgehend, gleichmäßig. Und Schwefel verändert sich bei UV-Lichteinwirkung langsam, die Farben werden gräulich und verblassen.So glänzend strahlend kann ich mir ein Original nicht vorstellen.
Aber an einen Jutesack habe ich auch noch nie gedacht.Ich muß mal nachschlagen, woraus der besteht.
Also Jute soll sehr fäulnissanfällig sein. Dabei entstehen dann alle Stoffe, die wir brauchen, um eine Münze zu färben.
Wie lange war die Münze in solch einem Sack? Kann man nicht soetwas auch manipulieren?

-Hindenburg wollte ich auch zum Zeigen nehmen, da ich sonst über keine Münzen verfüge.
-Kaliumsulfid habe ich noch genügend und kann es dir zusenden.
-das Umgasen ist etwas kompliziert:
Man legt eine Kupferhaltige Münze in einen verschließbaren Behälter aus Weichplastik( Weichmacher!).
Dann tränkt man ein zusammengeknüdeltes Stück Toilettenpapier mit 25% Ammoniaklösung.
Das getränkte Stück Papier mit Abstand zur Münze in den Weichplastikbehälter legen, aber dabei die Münze nicht damit berühren.
Gut abdichten und vorallem bloß die Luft anhalten! Nicht einatmen!-Sehr gefährlich.
Dann den Behälter einfach an einen nicht zu kalten Ort stellen und abwarten, bis die Münze genügend dunkel ist.
Dann irgendwann die Münze herausnehmen, mit etwas Papier leicht abtupfen und an der Luft liegen lassen.
Sie wird dann GRÜN.

Das Problem bei der Regenbogenpatina hatte ich zu Beginn auch, bis ich festgestellt hatte, daß man nach dem Tauchen kein Wasser zum Abspülen der Münze verwenden darf. Sie wird sonst grau. Man darf nur sehr kurz in eine nicht zu starke Lösung tauchen.Also nicht uringelb, sondern nur ganz schwach gelbliche Lösung.
rethorn ist offline   Mit Zitat antworten
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