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Alt 13-06-2010, 12:36   #1 (permalink)
 
Was ist eigentlich eine "Probe"?

Es ist mir ja direkt peinlich, aber was genau ist eine "Probe"? Gut,
sie weichen in Material, Größe, Gewicht oder Gestaltung von den
endgültigen Modellen ab. Aber:

Warum gibt es sie überhaupt?
Hat man bei Proben Anhaltspunkte, welche Auflage es gibt?
Wurden sie von den gleichen Stellen wie die späteren Münzen produziert?
Warum sind sie am Markt und nicht alle in Museen/zerstört?
Handelt es sich dabei überhaupt um Münzen?
Waren sie, falls im Umlauf vorkommend, gültiges Zahlunsmittel?
Werden immer noch Proben hergestellt, oder ist das ein historisches Kapitel?

Würde mich freuen, wenn ihr Licht ins Dunkel bringen könnt.

lg
reliefpfeiler85 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13-06-2010, 12:49   #2 (permalink)
 
Überhaupt keine dumme Frage, sondern sehr relevant. Um Deinen Fragekatalog mal aufzudröseln:

Es ist mir ja direkt peinlich, aber was genau ist eine "Probe"? Gut,
sie weichen in Material, Größe, Gewicht oder Gestaltung von den
endgültigen Modellen ab. Aber:

>> Nicht unbedingt

Warum gibt es sie überhaupt?

>>Entscheidungshilfe, sowohl, was die Wahl der Motives, als auch Enzelheiten des Gepräges anbelangt. Oftmals sieht man Verbesserungspotenzial besser an einer fertigen Münze, als auf einer Skizze

Hat man bei Proben Anhaltspunkte, welche Auflage es gibt?

Nur, wenn die Prägeanstalten dies mitteilen, theoretisch reicht ein Exemplar

Wurden sie von den gleichen Stellen wie die späteren Münzen produziert?

Ja, in der Prägeanstalt

Warum sind sie am Markt und nicht alle in Museen/zerstört?

Eigentlich sollten sie nach Abschluss des Produktionsprozesses vernichtet werden, doch manchmal gerät sowas eben auf den Markt. Etwas anderes ist es mit den als Probe gekennzeichneten Stücken der Ostblockstaaten, hier handelt es sich strenggenommen um alternative Gestaltungen, die bloss auf den Markt gebracht wurden, um den westlichen Sammlern harte Devisen aus den Taschen zu ziehen

Handelt es sich dabei überhaupt um Münzen?

M. E.nein, so wie ich das verstehe, bedarf es dazu der Bekanntmachung des Geprägedetails in einem amtlichen Mitteilungsblatt

Waren sie, falls im Umlauf vorkommend, gültiges Zahlunsmittel?

siehe oben

Werden immer noch Proben hergestellt, oder ist das ein historisches Kapitel?

Ja, das Arbeiten mit Proben gehört zum Münzprozess
Kronerogøre ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13-06-2010, 12:58   #3 (permalink)
 
Wow, das ging ja flott! Vielen Dank für schnelle und ausführliche Auskunft!
reliefpfeiler85 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13-06-2010, 13:11   #4 (permalink)
 
Die echten Proben sind eben die Produktions- oder Testmuster oder Motivproben aus der Prägestätte.
http://www.emuenzen.de/forum/deutsch...ml?#post303349

Naja, aber auch so manche alten privaten Einreichungen von Kaiserreich bis Weimar werden numismatisch zu den
Proben gezählt und entsprechend dafür bezahlt. Wenn das heute jemand macht, ist das meist Medaillenschrott,
da ja meist ausschliesslich zu kommerziellen Zwecken massenproduziert.

Dann gibt es da noch so was wie z.B. diese Huster-Medaillen, werden aber auch von vielen nicht ernst genommen.
http://www.emuenzen.de/forum/392333-52-post.html

In der Schweiz gibt es "kursgültige kommerzielle echte Motivproben", da werden die Originalentwürfe in Kleinserie geprägt
und teuer verkauft, dann werden erst die für die Massenproduktion relevanten Motivänderungen durchgeführt
(aus technisch/wirtschaftlichen Überlegungen, damit die Stempel lange genug halten etc.)
http://www.emuenzen.de/forum/allgeme...wissmint+probe
Dieses sind aber numismatisch etwas fragwürdig, was mich nicht davon abhält sie komplett zu sammeln...

Gruss,
jeggy

Geändert von jeggy (13-06-2010 um 13:19 Uhr)
jeggy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14-06-2010, 12:46   #5 (permalink)
 
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Dann gibt es da noch so was wie z.B. diese Huster-Medaillen, werden aber auch von vielen nicht ernst genommen.
Hallo Jeggy,

also mir hat Herr Huster erzählt, dass er sich regelmäßig an den Gestaltungswettbewerben für Sondermünzen beteiligt und seine Gestaltungsvorschläge (die -oh Wunder- nie zum Zuge kommen) anschließend mit geringfügigen Änderungen (notwendig, damit sie mit offiziellen Münzen nicht verwechselt werden) selbst vermarktet.

Insoweit wären das dann offizielleWettbewerbgestaltungsvariantenproben-Medaillen.....
B555andi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14-06-2010, 20:59   #6 (permalink)
 
Hallo Andreas,

Ja, das mit der Teilnahme an den Gestaltungswettbewerben ist mir auch so bekannt.

"Nie" ist aber so nicht richtig.
10 Euro "100 Jahre Deutsches Museum München" (2003) ist ein Beispiel.
oder 5 DM "Umweltkonferenz der Vereinten Nationen" (1982) ein anderes.

Gruss,
jeggy
jeggy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15-06-2010, 00:14   #7 (permalink)
 
Vielleicht sollte erst geklärt werden, ob die Frage des Beitragserstellers überhaupt auf echte Münzproben bezogen war oder ob er vielmehr diese unsäglichen Kommerzprägungen meint, die einem als "Proben" verkauft werden und vor denen es bei eBay nur so wimmelt.
Lolo! ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15-06-2010, 07:41   #8 (permalink)
 
Danke für die vielen Antworten! Lolo, falls du von den Euro-Proben sprichst -
an denen bin ich nicht interessiert. Aber offensichtlich scheint es auch dafür
einen Markt zu geben.

Mir ist vor kurzem eine österreichische 1-Schilling-Probe 1934 angeboten
worden und ich dachte mir nur "Was bist du eigentlich?"
reliefpfeiler85 ist offline   Mit Zitat antworten
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