Hallo, vielleicht kann mir ja hier jemand weiter helfen.
Irgendetwas stimmt mMn mit der Münze nicht, ich denke die Felder sind entweder geglättet, geputzt oder berieben worden, jedenfalls scheint mir das Grau nicht natürlich zu sein, sondern es wurde irgendwie nachgeholfen.
Wie seht ihr das? Und wie wirkt sich das auf den tatsächlichen Wert der Münze aus - in der Auktion wird ja erwähnt, dass die Münze STGL sei
Und was unterscheidet jetzt die Münze aus der Auktion mit der aus diesem oder diesem Beitrag?
Ich finde es komisch, dass die grauen Flächen bei der Münze aus der Auktion genauso um die erhabenen Flächen herum gehen, als wären sie nicht natürlich entstanden (fast so, als wäre die Münze angemalt geworden).
Wie erkennt man jetzt wirklich, ob eine Münze geglättet wurde? Ich dachte nämlich, dass so ein Phänomen ein (relativ) sicheres Zeichen dafür wäre.
Bei meiner Mark grenzen sich die bearbeiteten Flächen scharf von den belassenen Partien des Münzgrundes ab, ist aber vermutlich geputzt, nicht geglättet.
Geglättet hingegen wurde das Fünfmarkstück von ronnsen. Hier kann man gut sehen, wie mittels Werkzeug Material bewegt wurde. Das Wort " glätten " ist ein Euphämismus. Beim Glätten entstehen vielmehr tiefe Furchen und die " geglättete " Fläche sieht aus wie mit Fingern bearbeiteter Ton.
Das Kreuzerstück hingegen sieht aus, als ob es eine natürlich gewachsene Patina hat, wie man sie bei altem Kupfer oft sieht - falls das Bild nicht sehr geschickt manipuliert wurde.
Geglättet -> nein
geputzt -> nein
berieben -> nein
Stgl -> ja, aber der Zahn der Zeit hat schon an der Münze genagt.
Moin, Moin "Raphael",
den ersten 3 Aussagen zu dem Auktionsangebot kann ich vorbehaltlos zustimmen, aber die letzte zur Erhaltung überrascht mich doch "etwas" .
Über die mit etlichen kleinen Kerben versehenen Randstäbe der Münze (sehe da nur ich etwas !?? ) und auch die von z.B. häufigem Anfassen typisch veränderte Färbung (Dunkelung) der Freiflächen (beides lässt m.E. auf einen "gewissen, wie auch immer gearteten Gebrauch" schließen) würde ich sie ""nur"" als bfr bezeichnen.
@Wagner
Und was unterscheidet jetzt die Münze aus der Auktion mit der aus diesem oder diesem Beitrag?
Wenn man die Abb. hinsichtlich Glanz und Kratzer genau vergleicht, dann wird der Unterschied sehr schnell deutlich. Während bei der Auktionsmünze eindeutig nur natürlicher Prägeglanz (außer an den gedunkelten Stellen der Freiflächen) vorhanden ist, zeigen die anderen Beispiele einen Glanz, wie er nur durch unfachmännisches "Putzen" entsteht. Beim Putzen können sich selbstverständlich auch zu "Berieben" führende, feine und unregelmäßig verlaufende, Kratzer und Linien ergeben !
"Der Zahn der Zeit" -> Es ist ein Glücksfall, dass eine alte Münze nur wenige Male von sachkundigen Händen angefasst wurde und so wird diese Münze wohl in den 150 Jahre ebn ducrh viele Sammlerhände gegangen sein. Hierbei möchte ich nicht von eine Abnutzung sprechen, aber jeder Griff hinterlässt so seine Spuren:
...auch die von z.B. häufigem Anfassen typisch veränderte Färbung ..
Ich finde es komisch, dass die grauen Flächen bei der Münze aus der Auktion genauso um die erhabenen Flächen herum gehen, als wären sie nicht natürlich entstanden (fast so, als wäre die Münze angemalt geworden).
Die Patina auf dem Feld sieht für mich ein wenig nach Regenbogenfarben aus, also nur hauchdünn.
Die Geschwindigkeit der Patinabildung hängt auch von der Beschaffenheit der Oberfläche ab. Je glatter, desto langsamer. Im Bereich der Buchstaben, der Wertziffer und des Randstabs bleibt die Münze glatter als im Bereich des Feldes. Ein erhabener Buchstabe schützt das Innere des Buchstabens und einen Bereich um den Buchstaben vor Kontakt mit den Fingern.
Die Münze aus der Auktion zeigt das typische Aussehen einer Münze, die nur durch wenige Finger ging und durch offene Lagerung leicht patiniert ist.
Tolle Infos die ihr da liefert so lernt man stetig dazu!
Danke!
Edit/Zusatz: Die Auktion war nicht von mir, ebenso wenig hab ich bei der Auktion mitgesteigert. Ich hab nur die Diskussion zur Werteinschätzung von einigen Münzen aus dem deutschen Kaiserreich mitverfolgt und war mir eben nicht sicher, ob auch dieses Auktionsstück vielleicht geglättet oder berieben sei.
DDie Geschwindigkeit der Patinabildung hängt auch von der Beschaffenheit der Oberfläche ab. Je glatter, desto langsamer.
Ich will es durch eine Zeichnung verdeutlichen. Bei Silbermünzen reagiert das Silber mit dem Schwefel aus der Luft, es bildet sich Schwefelsulfid als Patina.
Bei glatter Oberfläche (Fall A)) wird mein Schwefelteilchen von einem Silberteilchen angezogen.
Bei rauher Oberfläche, z.B. einer Kerbe (Fall B)) wird der Schwefel jetzt von 2 Silberteilchen angezogen. Er bleibt eher hängen, die Wahrscheinlichkeit der chemischen Reaktion vergrößert sich. An solch unebenen Stellen wächst die Patina also schneller heran.
Bei der Münze aus der Auktion liegt z.B. um die Buchstaben noch Stempelglanzfläche, während auf den freien, für die Finger problemlos zugänglichen Flächen, bereits eine gewisse Aufrauhung stattgefunden hat.
Bei einer Patinabildung im Anfangsstadium ergibt sich dann dieses unregelmäßige Bild.
Ich will es durch eine Zeichnung verdeutlichen. Bei Silbermünzen reagiert das Silber mit dem Schwefel aus der Luft, es bildet sich Schwefelsulfid als Patina.
Bei glatter Oberfläche (Fall A)) wird mein Schwefelteilchen von einem Silberteilchen angezogen.
Bei rauher Oberfläche, z.B. einer Kerbe (Fall B)) wird der Schwefel jetzt von 2 Silberteilchen angezogen. Er bleibt eher hängen, die Wahrscheinlichkeit der chemischen Reaktion vergrößert sich. An solch unebenen Stellen wächst die Patina also schneller heran.
Bei der Münze aus der Auktion liegt z.B. um die Buchstaben noch Stempelglanzfläche, während auf den freien, für die Finger problemlos zugänglichen Flächen, bereits eine gewisse Aufrauhung stattgefunden hat.
Bei einer Patinabildung im Anfangsstadium ergibt sich dann dieses unregelmäßige Bild.
Viele Grüße
Hermann
Moin, Moin,
..... und genau diese Eigenschaft lässt häufig "Beschädigungen" unter der Patina "verschwinden".
Die ohne Patina über eine Lichtbrechung an den Kanten für unser Auge sichtbaren (mehr oder weniger starken) Beschädigungen werden bei der Bildung der Patina als Schwefel- und/oder Sauerstoffverbindungen des Ag im Laufe der Zeit immer mehr überdeckt, bis sie gänzlich "verschwinden" und somit für eine richtige Erhaltungseinschätzung "übersehen" werden.
Schon manch ein Sammler musste nach dem Erwerb solcher Stücke mit vermeintlich "toller" Patina dann bei genauerem Hinsehen feststellen, dass er ein Stück mit eindeutig schlechterer als "auf den ersten Blick" sichtbaren Erhaltung erworben hatte.
-------> Also, besonder Vorsicht beim Kauf solcher Münzen (oft sogar mit verlangtem Aufpreis wegen dieser Patina, die oft den wahren Zustand der Münze "verschleiert", was bdeuten würde: Aufpreis für eine nicht sichtbare schlechtere Erhaltung ) !!
Vor allem wichtig, wenn man vor hat, sie aufgrund von z.B. unschöner "Scheckigkeit" von einer Patina zu befreien.