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Alt 22-08-2010, 14:11   #1 (permalink)
 
Reliefumkehr bei einer Münze

Beim Scannen kann es passieren, dass im Bild die erhabenen Stellen vertieft erscheinen.

Wir sind es gewohnt, dass die Beleuchtung von oben erfolgt. Beleuchtet man von unten, z.B. indem man eine Münze so auf den Scanner legt, dass der Kopf vom Hals her vom Scanner erfasst wird, dann kann dieser Effekt auftreten.

Beim einem solchen Bild sehe ich manchmal den Effekt, ein paar Minuten später sieht das Bild normal aus. Es scheint von der Tagesform abzuhängen.

Bei meinem USB-Mikroskop sehe ich bei 45°-Betrachtung diesen Effekt häufiger. Das Motiv scheint in die Oberfläche vertieft eingraviert, das Feld die erhabene Umgebung.

Im Anhang ein solches Bild (4 Pfenning 1787, Domkapitel Münster):

- Originalbild, vom Mikroskop gespeichert
- eingescannt, Beleuchtung von oben
- Beleuchtung von unten

Meine Frage:

Wer sieht den hl. Paulus mit Schwert vertieft; und wer sieht ihn erhaben? Wechselt die Ansicht im zeitlichen Abstand oder bleibt die Ansicht konstant?

Der Effekt wird nicht vom Scanner oder Mikroskop produziert, sondern entsteht subjektiv im Gehirn.

Viele Grüße
Hermann
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hekuhn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22-08-2010, 14:18   #2 (permalink)
 
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Meine Frage:

Wer sieht den hl. Paulus mit Schwert vertieft; und wer sieht ihn erhaben? Wechselt die Ansicht im zeitlichen Abstand oder bleibt die Ansicht konstant?

Der Effekt wird nicht vom Scanner oder Mikroskop produziert, sondern entsteht subjektiv im Gehirn.

Viele Grüße
Hermann
den Effekt kenne ich auch.
Ich denke es liegt daran, dass man etwas dreidimensionales zweidimensional darstellt und das Gehirn dieses wieder in eine dreidimensionale Darstellung zurück verwandeln möchte. Und da gibt es dann halt 2 "Lösungen", entweder erhaben, oder vertieft.
mifrjoar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22-08-2010, 14:36   #3 (permalink)
 
Also ich sehe ihn erhaben, aber wenn ich Castor und Pollux (meine letzten beiden Hirnzellen) umpole, kann ich mir es auch als vertieft vorstellen.
Eric7 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22-08-2010, 15:02   #4 (permalink)
 
Hallo Hermann,

dieser Umkehreffekt ist wohl allen Münzenbilder Betrachtern geläufig. Am meisten bothert es mich das in den Auktionskatalogen, wenn die Bilder gemischt sind.
Bei Deinem dritten Bild kommt das Licht immer noch von oben, nur die Münze steht kopf.
Dreh mal die Münze um 180° herum, damit das Licht wirklich von unten kommt, dann stellt sich die vermeintliche Umkehr auch bei den Leuten ein, die das nicht kennen.

Da es auch incuse Prägungen gibt, entsteht hier große Verwirrung. Viele (die meisten) der Neuposter haben ihre Bilder falsch herum beleuchtet - wenn sie aber alle so sind, stellt sich das Auge (oder Castor und Pollux) schnell darauf ein.

Gruß diwidat
diwidat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26-08-2010, 14:36   #5 (permalink)
 
Ich kann die Münze legen wie ich will, es passiert nix. In den 10 Jahren die der Scanner alt ist, kann ich mich nicht erinnern, jemals ein Bild mit Reliefumkehr erzeugt zu haben.

Ich denke allerdings, dass es auch von der Auflösung und Tiefenschärfe abhängt, ob ein solches Bild entstehen kann.

Neuer Versuch: Bild einer Briefmarke, erstellt an einem anderen Scanner mit hoher Auflösung.

Im Vorschaubild sehe ich die normale Darstellung, im geöffneten Bild die Reliefumkehr. Wenn ich mich vom Bildschirm entferne wird die Darstellung wieder normal.

Eine einfache Erklärung und Beispielbilder gibt es hier ab Seite 59:

http://www.uni-giessen.de/~gi38/publ...ikroskopie.pdf

Viele Grüße
Hermann
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hekuhn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26-08-2010, 21:18   #6 (permalink)
 
Hallo,

langsam trainiert sich mein Auge, um die Reliefumkehr bei ungewohnter Beleuchtung im Gehirn wieder zurück zu schalten - ist aber nicht ganz einfach.
Castor und Pollux lassen grüßen

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Hier eine Zusammenstellung der geposteten Bilder:

Das erste Bild ist die Münze mit normale Beleuchtung von oben.
Bild 2 ist das zweite Bild von Hermann (ganz oben) aber die Münze richtig herum gedreht, mit der Beleuchtung von der falschen Seite (unten).
Das dritte Bild ist die originale 2. Münze von Hermann, Bild kopfstehend, Beleuchtung von oben!.
Die Briefmarke ist hoffentlich klar.

Jetzt kann jeder mal üben was er in diesen Bildern sieht, vertieftes- oder erhabenes Relief.

Für Scanner Anfänger ein gutes Beispiel zum üben, wie ihr Scanner arbeitet und wo die Lampe sitzt - vor- oder hinter der Optik. Das kann man dann an der Schattenbildung beobachten.

Sind die Bilder falsch herum beleuchtet, einfach die Münze (Medaille) horizontal um 180° drehen und nochmal alles vom Anfang -
wie beim "Mensch argere Dich nicht"

Gruß diwidat
diwidat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26-08-2010, 23:25   #7 (permalink)
 
Den selben Trick nutzt auch die Oberfläche eures Betriebssystems um Buttons als erhaben und Eingabefelder als vertieft darzustellen.
Wäre das Gehirn nicht auf "Licht von oben" eingestellt, würde dieser nicht funktionieren.
jeggy ist offline   Mit Zitat antworten
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