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Frauen-Fußball-WM'11 ohne Goldmünze?!
18.03.2011
Dass ein Regierungsbeschluss nicht immer den Nerv des Volkes trifft und umgekehrt, liegt in der Natur der Sache. Wenn jedoch einer meint, sich nicht einmal nach dem Grundgesetz richten zu müssen gleich, ob Regent oder Untergebener, dann ist das sehr schlimm. Wenn die Einsicht allerdings einem Regierenden fehlt, dann ist das nicht nur meiner Ansicht nach kriminell. Solcherlei Verfehlungen nimmt sich in einer Demokratie oftmals das Bundesverfassungsgericht an. Wo auch das nicht hilft, kann man zumindest das Internet nutzen. Hier erfahren Interessenten weltweit, wie es in Deutschland um die Grundgesetzestreue bestellt ist!
Dem gemeinen Weltbürger ist ja durch viele Beispiele bekannt, dass die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern nur auf geduldigem Papier steht, und die Bundesregierung wird nicht müde, dies durch immer neue Fakten zu unterstreichen. Ein ganz aktuelles Beispiel will ich hier anfügen. Diesen Brief hat Minister Schäuble garantiert zu lesen bekommen, denn nach einem bekannten Vorfall hat er nicht lange gefackelt um deutlich zu machen, wer hier der Chef im Hause ist. Als Autor setze ich hier im Netz mein Pseydonym ein. Leute mit einem Hauch von Phantasie können unschwer meinen richtigen Namen herauslesen!
Hier folgt nun das Original-Schreiben:
09.01.2011
Bundesministerium der Finanzen Dr. Wolfgang Schäuble
11016 Berlin
Goldmünze zur Fußballweltmeisterschaft in Deutschland 2011
Sehr geehrter Dr. Schäuble,
zwar bin ich mir nicht sicher, ob Sie diesen Brief jemals zu Gesicht bekommen, aber ich gehe mal davon aus, dass Sie den Text nicht erst aus dem Internet erfahren werden.
Wem nützt das beste Grundgesetz der Welt, wenn sich schon vorbildwirkungsverpflichtete Politiker nicht danach zu richten brauchen? Bereits vor mehr als einem halben Jahr deutete ich die Problematik zaghaft an. Die Reaktion Ihres Ministeriums war schlichtweg ignorant, so dass ich heute meine Behauptung etwas präzisieren muss, Sie würden gegen das Grundgesetz verstoßen, und zwar gegen
1. Artikel 1 (Menschenwürde, Grundrechtsbindung der staatlichen Gewalt),
2. Artikel 3 (Gleichheit und -berechtigung vor dem Gesetz).
Unsere Frauenfußballnationalmannschaft schickt sich an, den Titel ein drittes Mal in Folge zu gewinnen. Der größte Fauxpas für den deutschen Staat wäre es, wenn dies ohne hoheitliche Ehrung vonstatten ginge. Dummerweise macht alles, was mit Münzen verbunden ist, in aller Welt die Runde — nicht nur unter Numismatikern!
Nicht genug damit, dass Sie die Frauen wissentlich, also vorsätzlich diskriminieren, obwohl Ihnen eine solche Interpretation nach Artikel 19 (2) GG ausdrücklich verboten ist, Sie stellen sich auf die gleiche Stufe mit Ländern, die Sie sofort mit Worten bombardieren, sobald sich diese der Missachtung der Menschenrechte schuldig machen.
Des weiteren vermehren Sie die Schar der Nichtwähler, indem Sie die Politikverdrossenheit schüren! Sie brauchen sich doch nicht zu wundern, dass immer mehr Leute Wahlen boykottieren. Diese sagen sich: Wenn unsere Regierung schon das Grundgesetz missachtet, dann kommt es auf uns auch nicht mehr an. Und die versagte Goldmünze ist ein Mosaiksteinchen bei der Meinungsbildung der Leute!
Weiterhin verweigern Sie der im Jahre 2005 begonnenen Serie die Fortsetzung, bzw. Komplettierung. Dem damals abgebildeten Fußballfeld fehlt noch das entscheidende Etwas, nämlich das Tor. Jeder Fußballfan erwartet, dass Sie die sich aufdrängende Chance nutzen und mit der Abbildung eines Fußballtores mit seinen lichten Maßen (Höhe 2,44 m, Breite 7,32 m) Ihren gemachten Anfang ergänzen. Dazu ein im Tor sichtbarer Ball mit seiner Relation von ca. 22cm Durchmesser komplettiert Ihr bisheriges Stückwerk! Damit habe ich das Motiv der Goldmünze schon umrissen; Sie brauchen es nur noch in Auftrag zu geben! Die Münze erschiene dann in 2011 anstelle der geplanten „UNESCO"-Münze, deren Ausgabe lediglich um ein Jahr verschoben wird, genau, wie bei der ersten WM-Goldmünze in 2005. Innerhalb des Jahres 2011 erscheint zuerst die 100-€-Münze und erstdanach die 20-€-Münze „Deutscher Wald". So lässt sich Ihre Ignoranz des Grundgesetzes noch ausbügeln, ohne dass Wellen entstehen.
„Wellen" können Sie natürlich auch haben. Dazu brauchen Sie auch diesmal meinen Brief nur zu ignorieren. Andernfalls benötige ich Ihr positives Signal spätestens zum 28.02.2011, um den drohenden Image-Schaden von Deutschland abzuwenden. Noch ist alles möglich, ohne dass jemand sein Gesicht verliert!
Wenn Sie unseren Frauen diese Goldmünze verweigern, kommen böse Zungen auf die abwegigsten Ideen, von denen ich hier nur einige weitere zum Besten gebe:
1. Sie beweisen mir, dass der „kleine Mann" — entgegen Artikel 3, 5, 17 und 19 GG — ohnmächtig bei der Durchsetzung der Grundrechte nach Geist und Buchstaben der Staatsgewalt gegenübersteht,
2. dass es nicht darauf ankommt, was gesagt wird, sondern wer etwas sagt,
3. Sie unterstreichen die Existenz des Deutschen Machtmenschen gegenüber wohlwollenden Sprechblasen, dem geschriebenen Wort (GG) und der Meinung der Bürger,
4. Sie unterstützen die Meinung vom Entwicklungsland Deutschland bezüglich der Rechte der Frau,
5. Sie demonstrieren der Allgemeinheit, wie Sie den Fußball der Herren im Unterschied zu dem der Damen mit ihren Adjektiven interpretieren, nämlich als „herrlich" im Falle der Herren. Den anderen Fall erspare ich Ihnen und mir an dieser Stelle!
6. Sie feiern de facto Ihren Triumph über das „schwache Geschlecht",7. für viele wäre dieser Fall eine Schande, eine Blamage für Deutschland, zeigt aber mehr Realitätsnähe — immerhin, die bleibt auch der Nachwelt erhalten,
B. Sie beweisen, dass des mündigen Bürgers Meinung nur dann eine Rolle spielt, wenn sich diese mit der fertigen Meinung der Macht deckt — entgegen Ihrer so gern und unermüdlich beteuerten und betonten Worte und frönen so explizit der vielgerühmten „Bastamentalität",
9. dieser Makel wird Deutschland ewig anhängen. Er verursacht bei Grundgesetz-
treuen Scham gegenüber anderen Völkern und ist vielen hochgradig peinlich.
Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Rennboot
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