Weil
(1) ein rotes Tuch, denn wie viele schöne Münzen wurden dadurch, dass sie zu Schmuck verarbeitet wurden gelocht, gehenkelt, gefasst, zersägt, verlötet usw...
(2) wie viele Sammler sind schon auf ein gestopftes Loch, einen entfernten Henkel (Henkelspur) oder so genannte "Prüfspuren" und Feilstellen hereingefallen?
Andersherum wird aber auch ein Schuh draus:
wie viele Stücke sind nur dadurch erhalten geblieben, dass sie zu Schmuck
verarbeitet wurden und so dem Umlauf und dem Einschmelzen entgingen?
Einige, besondere Stücke besitzen, teils noch in antiken, mittelalterlichen und neuzeitlichen Fassungen einen geradezu magischen Reiz der durch ihre Fassung verstärkt wird?
Andere wiederum, gerade, wenn sie aus der Antike kommen, haben, wenn es sich um so genannte "Medaillions" handelt, erst durch die Fassung einen historischen Kontext.....
Ich schreibe hier nicht von billig gemachten Münzschmuck in der Art: Dreimarkstück "Wilhelm II" oder "der König rief", Standard-Minni-Henkel mit Tragöse dran oder gar: Loch durch gebohrt und fertig.....
oder von den bekannten Armbändern mit meist zu Tode polierten 10- und 20-Mark-Münzen des Kauserreiches....
Wer von euch kennt das nicht: irgendwann gibt es, gerade wenn man verheiratet oder in einer dem nahe kommenden Beziehung / Lebenspartnerschaft ist für den Sammler Diskussionen in Bezug auf den
finanziellen Umfang des Engagements. Ich kenne Storries von schwarzen
Kassen und nach unten gefakten Abrechnungsbelegen genau so, wie von
knallharten "Budgetsperren". Ich finde das schon ziemlich extrem, aber sowas gibts durchaus. Ich stelle das ganz einfach fest, ohne hier in die eine oder andere Richtung bewerten oder polemisieren zu wollen.
Fakt hingegen ist, dass man auf Münzenbörsen meist weniger als 5 Prozent Personen weiblichen Geschlechts trifft - Münzensammeln ist, auch heute noch, nahezu reine Männersache (bis auf ein paar aus meiner Sicht sehr erfreuliche Ausnahmen von Frauen, die wirklich selber sammeln...). Ich meine um des Hobbies wegen, dass man sich da ein wenig mehr Emanzipation durchaus wünschen könnte, zumal es (anders als in der Wirtschaft) keinerlei Diskriminierung von Frauen beim Münzensammeln gibt..... ...zumindest ist mir kein einziger, derartiger Fall bekannt.
Ich finde einfach, dass die Zeit reif dafür ist. Behauptungen in der Art und Weise dass Frauen grundsätzlich/mehrheitlich kulturell uninteressiert seien sind schon deswegen Blödsinn weil es mittlerweile beispielsweise sehr viele Archäologinnen und auch Museumsdirektorinnen gibt. Interesse an Kunst und Kultur ist also (persönliches Empfinden) bei den Damen in ähnlichem Umfang vorhanden, wie bei den Männern.
Insofern ist es wirklich schade, dass gerade beim Thema "Münzschmuck" das Verständnis der meist männlichen Sammler endet, was die Bedürfnisse der meist weiblichen Schmuckträger(innen) angeht.
Es stellt sich die Frage:
ist dieser grundsätzliche Konflikt für beide Seiten (Sammler hier - Schmuckträgerinnen dort) in einer Form lösbar, dass beides (die Münze als Sammlerobjekt und als Schmuckstück) möglich ist?
Gibt es hier mögliche Schnittmengen?
Was wäre zu beachten?
Was geht - was geht nicht?
Teil III versucht anhand eines speziellen Objektes Lösungemöglichkeiten
zu skizzieren
Die Gratwanderung : fast immer in der Sammlung - ab und an um den Hals
Teil III: - ein Schmuckstück für sehr viele Münzen
Wie so oft im Leben gibt es Zufälle, die dann eine Entwicklung anstossen, die sich dann verselbstständigt. Am Ende stehen dann neue Ideen und ggf. ein wie auch immer beschaffenes Produkt, das in dieser Form etwas absolut ungewöhnliches darstellt.
Ich sage hier nicht "wie" und auch nicht "wer" (denn ich sehe das, was mir vorschwebt noch längst nicht in einer Art und Weise zuendegedacht, mit der ich so zufrieden bin, dass ich sage: that´s it.
Ich lasse Bilder sprechen (die Qualität ist nicht die beste, aber man sieht, was geht:
Teil IV Ein Schmuckstück - für verschiedene Situationen
Egal ob klassisch, konservativ, streng, rustikal, verspielt, modern, futuristisch usw.... vieles ist machbar...... wenn man in der Lage wäre, das Stück farblich anzupassen. Man ist in der Lage, wie ihr seht....
Man kann Münzen (z.B. die 10 Euro Einstein) schwarz glühen, eine solche Münze wirkt dann so, als ob sie aus einer schon längst vergangenen Zeit stammen würde, obgleich sie fast neu ist.... Stellt euch mal dieses Stück vor, wenn man die beiden grünen Flächen so variieren könnte, dass sie metallisch schwarz glänzen..... Bei Tageslicht ein gewaltiger Kontrast zu der Variante mit der Nebra-Münze.
Was geht - hier eine kleine Auswahl:
Das erste Pic (Nr. 0) ist vor schwarzem Hintergrund, ohne Variation der grünen Felder. Die Pics des Vorpostings sind allesamt vor weißem Hintergrund, ebenfalls ohne Variation des Hintergrundes.
Je nach Münze, Gaderobe und Lichtverhältnissen können die grünen Felde rdes Anhängers angepasst werden. Das Stück ist daher zu Kleidungsstücken unterschiedlicher Farbe, jeder Tageszeit und diversen Anlässen tragbar.
Es kann an unterschiedliche Geschmäcke und Stimmungen und Anlässe angepasst werden.
Anstelle der Münzen können auch geeignete Medaillien, Gemmen usw. in den Anhänger integriert oder nach eigenem Wunsch / Geschmack dafür angefertigt werden. Denkbare Materialien: Metall, Glas (lichtundurchlässig), Ton, Kunststoffe, Emalie, Knochen / Stein / Halbedelstein / Horn / Holz / Muschel, Perlmut / Elfenbein.....
PS: Bitte nicht mit einer echten Dreimarkmünze "Friedrich der Weise" nachmachen
Speziell die erzeugbaren dunklen Grün- und Türkiestöne können dem Anhänger eine Wirkung / Wertigkeit verleihen, die der von Smaragd- und Turmalinschmuck durchaus sehr nahe kommt (um es einmal sehr konservativ zu formulieren).
Und ich sehe mich noch lange nicht am Ende dessen, was möglich ist.....
...allerdings bedürfen durchaus vorhandene Ideen noch diverser Recherechen im Hinblick auf Kosten, Durchführbarkeit und ggf. Optimierungspotenziale.
Münzen werden nicht nur als Damenschmuck gefasst, sondern zu allen möglichen Gebrauchsgegenständen verarbeitet.
Unzählige Silbermünzen werden und wurden in Bayern zu Trachtenschmuck verarbeitet. Da wäre z.B. das traditionelle Charivari, eine Schmuckkette die an der Lederhose, quer über den Bauch (am Hosentürl) getragen wird. Neben Silbermünzen werden an solche Ketten auch Grandl (bestimmte Hirschzähne), Kümmerer (verkümmerte Geweihe) und alle möglichen Jagdtrophäen etc. angehängt. Dass dabei der Sammlerwert von Münzen verloren geht, ist völlig zweitrangig, da so ein Charivari, das über Generationen weitergereicht wird, einen eigenen historischen und kulturellen Wert besitzt.
Persönlich bin ich kein Freund von Münzschmuck. Kulturhistorisch hat er sicher seine Berechtigung, aber der Konsens in Sammlerkreisen geht seit jeh her dahin, unversehrte Stücke als Ideal zu betrachten.
Das eine oder andere Stück hat sicher jeder ( siehe Bild ), dieses Zweikronenstück hat am Halse der Grossmutter meiner Frau überlebt, ansonsten wäre es wohl 1925 eingeschmolzen worden. Gekauft hätte ich sowas nie, aber da es sich um ein Familienerbstück handelt, kann man es auch nicht einfach weggeben.
Ich habe auch ein schönes Schmuckstück, natürlich aus der Kaiserzeit Obwohl auch ich kein Freund von diesem "einsperren, verunstalten oder gar vergewaltigen" von Münzen bin gefällt es mir sehr gut. Das liegt sicherlich auch daran, wie Matthias es schon erwähnt, das es aus der Familie kommt und seine Geschichte hat...
Noch zwei Beispiele für verhunzte Münzen (siehe Scan):
Ein Löffel aus Lettland aus einer 5 Lati Münze von 1931
Ein Mini-Aschenbecher aus einem Maria-Theresia-Taler (der noch bis ins 20. Jahrhundert Zahlungsmittel in Äthiopien war) und einer aufgelöteten äthiopischen 1 Gersh Münze von Menelik II. von 1889. Gekauft um 1965 in Addis Abeba.
Bei Raritäten ist es für den numismatisch interessierten Menschen sicher ein Graus. Kein Wunder, denn mit dem Bekanntwerden eines Schmuckstückes mit einer seltenen Münze ist wieder ein Exemplar aus dem Pool der sammelwürdigen Stücke weg.
Massenprodukte halte ich für ausgezeichnet geeignete Bausteine für Schmuck.
Bei Raritäten ist es für den numismatisch interessierten Menschen sicher ein Graus. Kein Wunder, denn mit dem Bekanntwerden eines Schmuckstückes mit einer seltenen Münze ist wieder ein Exemplar aus dem Pool der sammelwürdigen Stücke weg.
Massenprodukte halte ich für ausgezeichnet geeignete Bausteine für Schmuck.
Genau das muss ja nicht zwingend so sein.
Niemand ist gezwungen, eine Münze, die auch als Schmuck dienen soll zu lochen, zu henkeln, zu zersägen oder in eine Fassung fest (z.B. mit Krampen, sog. "Krallen") einzufügen und die Münze so durch Fassungs / Broschierspuren zu beeinträchtigen.
Das genau ist es ja, was ich an einem Beispiel erläutern wollte.
Damit kann praktisch jede Münze, bevorzugt sind solche mit Patina, ausgenommen natürlich PP und St-Exemplare mit sehr feinen (empfindlichen)Oberflächen, als Schmuck getragen werden, ohne die Qualität als Sammlermünze zu beeinträchtigen....
Tagsüber in der Sammlung und gelegentlich auch abends als Schmuck tragbar.... ...und in weniger als 1 Minute auswechselbar.