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Alt 08-11-2011, 18:17   #76 (permalink)
 
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Deutsche PP´s aus dem 18. Jh. findet man meines Wissens nach ziemlich selten. Derzeit gibt es was schönes bei ebay:

eBay: Neue und gebrauchte Elektronikartikel, Autos, Kleidung, Sammlerst

Ob es wirklich PP oder ein EA ist, kann ich leider nicht durch das Foto beurteilen. Eventuell lässt sich der Beginn der PP-Prägungen etwas genauer eingliedern, würde mich auch interessieren.

mfg
Hallo Rambo

Kannst Du Gedanken lesen ?

Die von Dir einkopierte Auktion war der Auslöser für meine Frage !

Als älteste Münzen "von polierten Stempeln" kannte ich bisher nur bayerische Geschichtstaler. Diese werden hin und wieder in dieser Qualität angeboten. Allerdings wurden diese erst ab ca. 1830 geprägt.

Bayerische Taler aus der Zeit um 1770 habe ich bisher noch nicht in dieser Herstellungsart gesehen.
Der Händler der die Münze anbietet, scheint ja absolut seriös zu sein. Auch würde ich den Bediensteten der Amberger Münzstätte durchaus zutrauen, eine "PP" () - Münze geprägt zu haben.
Meiner Meinung nach könnte die Münze durchaus Original sein ...

Geändert von Kempelen (08-11-2011 um 18:20 Uhr)
Kempelen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08-11-2011, 19:29   #77 (permalink)
 
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Hallo Rambo

Kannst Du Gedanken lesen ?

Meiner Meinung nach könnte die Münze durchaus Original sein ...
Gedankenlesen klappt noch nicht . Hätte sie jetzt auch als Original eingeschätzt. Bisher habe ich noch keine NP´s in dieser Art gesehen. Aber vielleicht klärt uns Jeggy noch auf.

mfg
Rambo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08-11-2011, 20:35   #78 (permalink)
 
Hier mal das Bild einer alten Proofprägung ( nicht meine Münze ). Was mir noch einfiel, ab den " Wagenrad - Pennys sieht man PP in England ziemlich regelmässig.

Kann man in der Ebay - Auktion angebotenen Taler nwirklich als PP bezeichnen ? In meinem Beitrag zu den Friedrichsmünzen habe ich u.a. eine Krone von polierten Stempeln abgebildet, das ist ein ganz anderer Effekt als PP.
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Kronerogøre ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 08-11-2011, 21:04   #79 (permalink)
 
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Hier mal das Bild einer alten Proofprägung ( nicht meine Münze ). Was mir noch einfiel, ab den " Wagenrad - Pennys sieht man PP in England ziemlich regelmässig.

Kann man in der Ebay - Auktion angebotenen Taler nwirklich als PP bezeichnen ? In meinem Beitrag zu den Friedrichsmünzen habe ich u.a. eine Krone von polierten Stempeln abgebildet, das ist ein ganz anderer Effekt als PP.
Also bei PP / EA etc. bewege ich mich persönlich auf unsicheren Terrain. Echtes PP kann ich noch von EA unterscheiden. Es ist schwierig genaue Abgrenzungen zu finden. Ich habe eine echte PP (20 Mark) und eine 10 Mark Preußen 1888 von "polierten Stempeln". Genau die gleiche, wie du sie abgebildet hast. Das "PP" ist hier nicht so perfekt, es ist leichter Prägeglanz auf dem spiegelndem Grund erkennbar.

Mein Verständnis:

PP: klarer spiegelnder Grund ohne irgendwelchen Effekte, wie Trübungen, Stempelglanz etc. Reliefs sind matt.

EA: pp ähnlich. Der Grund ist nicht perfekt.

Was ist der Unterschied von EA und von polierten Stempeln? Ich denke wir meinen dabei den gleichen Effekt. Den Madonnentaler beispielsweise kann ich dadurch nicht einschätzen, ob er jetzt wirkliches PP wäre oder eher ein EA oder von polierten Stempeln. Meiner Meinung nach kann man es anhand der Bilder nicht genau einschätzen.

mfg
Rambo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08-11-2011, 21:19   #80 (permalink)
 
Ich wusste, dass ich in diesem Thread schon mal ein paar Münzen zu diesem Thema eingestellt hatte ( klick ) . Ich finde, die EAs unterscheiden sich deutlich vom PP - Effekt.
EA müsste oberflächlich betrachtet so sein wie ein Stück vom polierten Stempel, allerdings wird man bei den aufpolierten Stempeln nach und nach ein gröberes Relief finden, da feine Details weggeschliffen werden.
Kronerogøre ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 09-11-2011, 18:21   #81 (permalink)
 
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PP: klarer spiegelnder Grund ohne irgendwelchen Effekte, wie Trübungen, Stempelglanz etc. Reliefs sind matt.

EA: pp ähnlich. Der Grund ist nicht perfekt.

Was ist der Unterschied von EA und von polierten Stempeln?
Hallo Rambo

Bei EA`s werden "normale" Stempel verwendet (also keine polierten !), die ca. ersten 100 Münzen die damit geprägt werden, werden als EA bezeichnet.
Deswegen ist bei den EA`s das Münzbild schärfer, da der Stempel noch nicht abgenutzt ist. Was auch eine Besonderheit bei EA`s ist : man sieht (vor allem im Bereich der freien Flächen) oft Abzugsspuren, also feine , parallel laufende Streifen.
Diese Abzugsspuren kommen vom "Abziehen" der Stempel (dieses Abziehen wird sowohl beim neuen Stempel, als auch für die Zwischenreinigung verwendet). Korrigiert mich bitte, wenn ich das falsch in Erinnerung habe .

Geändert von Kempelen (09-11-2011 um 18:24 Uhr)
Kempelen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09-11-2011, 19:45   #82 (permalink)
 
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Hallo Rambo

Bei EA`s werden "normale" Stempel verwendet (also keine polierten !), die ca. ersten 100 Münzen die damit geprägt werden, werden als EA bezeichnet.
Deswegen ist bei den EA`s das Münzbild schärfer, da der Stempel noch nicht abgenutzt ist. Was auch eine Besonderheit bei EA`s ist : man sieht (vor allem im Bereich der freien Flächen) oft Abzugsspuren, also feine , parallel laufende Streifen.
Diese Abzugsspuren kommen vom "Abziehen" der Stempel (dieses Abziehen wird sowohl beim neuen Stempel, als auch für die Zwischenreinigung verwendet). Korrigiert mich bitte, wenn ich das falsch in Erinnerung habe .
Müssen neue Stempel noch extra abgeschliffen werden ? Ich hatte das immer so verstanden, dass hier die Oberfläche durch den Absenkdruck bei der Herstellung eben noch glatt und darum noch nicht nacharbeitsbedürftig ist.
Kronerogøre ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 09-11-2011, 23:14   #83 (permalink)
 
Exclamation

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Müssen neue Stempel noch extra abgeschliffen werden ? Ich hatte das immer so verstanden, dass hier die Oberfläche durch den Absenkdruck bei der Herstellung eben noch glatt und darum noch nicht nacharbeitsbedürftig ist.
Hallo Matthias

Gute Frage .

Vielleicht lesen varukop und diwidat hier mit ? Die beiden könnten etwas Licht in die Angelegenheit bringen .

Geändert von Kempelen (12-11-2011 um 23:38 Uhr)
Kempelen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13-11-2011, 09:41   #84 (permalink)
 
Erstabschlag (EA) --- Polierte Platte (PP) --- ??

Moin Moin,

nach dem „Durchforsten“ der Beiträge möchte ich gern meine Kenntnisse und die daraus resultierenden Einschätzungen zu dem definitionsgemäßen Unterschied PP und EA und zu Stempelbeschaffenheiten "zum Besten geben" .
Wir hatten diese (Erhaltungs)Diskussion in ähnlicher Weise ja auch schon an anderer Stelle hier im Forum.

Nach meinem Verständnis nochmals grundsätzlich:

1. s, ss, vz, pfr (bfr), stgl, und alles was davor und dazwischen durch uns Sammler möglich gemacht worden ist, sind Erhaltungsangaben von Münzen, die über den „normalen“ Prägeprozess hergestellt wurden.

Ronden:
In den Prägestätten wie vom Hersteller angeliefert ohne weitere Behandlung verwendet (Ausnahme beim Euro: 2 Euro Ring)
Prägestempel:
Oberflächenveredelung mit einer Chromschicht. Falls nach Kontrolle erforderlich, erfolgt nach dem Herstellungsprozess (Einsenken) eine weitere "Veredelung" der Stempeloberflächen durch z.B. Schleifen und vor allem Polieren.
Präparieren der Stempeloberflächen mit dem gewünschten Aussehen (z.B. PP-ähnlich, komplett matt, komplett glänzend *).
Diese Stempel sind in der Regel "weicher" und ergeben oft bereits nach nur ‚relativ wenigen’ Prägevorgängen abgerundete Reliefs auf den Münzen.

2. "Glanzstoß" (alt, ähnlich PP), Spiegelglanz und PP sind besondere Herstellungsverfahren für Münzen.
Dazu werden die Ronden und die Prägestempel vorbehandelt.

Ronden:
Sie werden in der Form "vorsortiert", dass auf dem Weg in eine z.B. mit Metallkugeln beschickte Kugelmühle bereits verschärft auf größere, sichtbare Rondenfehler geachtet wird um derart beschädigte Ronden möglichst aussortieren zu können. In der Kugelmühle (die Wirkungsweise muss man sich ähnlich eines Betonmischers vorstellen) bearbeiten beim "Rotations- und Mischvorgang" die Metallkugeln durch die ständigen Berührungen die Oberflächen der Ronden und es wird ein dem gewünschten Prägeergebnis entgegenkommender Effekt des Glättens und Verdichtens erreicht. Je nach der Dauer des Vorgangs können sie dadurch auch schon mehr oder weniger glänzend werden (Unterschied siehe Anhang mit vor/nach Kugelmühle).
Zusätzliche Anmerkung --> es sind weniger, wie im Sprachgebrauch oft formuliert, aus einer Rondencharge "herausgesuchte" Ronden, sondern normale Rondenchargen, bei denen deutlich fehlerhafte entfernt wurden, und die dann zur Prägung gelangten! Der Weg über das Heraussuchen von "von Haus aus besonders schön aussehenden" Ronden ist wohl nur bei geplanten Kleinauflagen zu verwirklichen, denn er wäre schon bei einem Bedarf von z.B. 10.000 Stück sehr aufwändig - gar nicht zu denken an den Faktor Zeit und weiteres daraus Resultierende bei 100.000er Auflagen .
Prägestempel:
Die Stempel, die bei diesen speziellen Prägungen für einen deutlich höheren Prägedruck geeignet sein müssen, erfahren bereits bei der Herstellung der Stempelrohlinge eine "bevorzugte" Behandlung. D.h., sie werden z.B. dementsprechend anders gehärtet.
Des Weiteren werden die Stempeloberflächen aus Chrom besonders fein geschliffen und poliert, um dadurch (und zusätzlich über den hohen Prägdruck und Mehrfachschläge bei der Prägung) den gewünschten hoch glänzenden Münzgrund der Münzbilder zu erhalten. Über besondere Verfahren werden die später auf den Münzen erhabenen Teile des Münzbildes so hergerichtet, dass sie nach dem Prägen das bekannte seidenmatte Aussehen ergeben.
Diese Stempel sind in der Regel "härter" und es können u.a. dadurch größere Mengen relativ "scharfkantiger" Münzbilder produziert werden.

3. Der Erstabschlag (EA) ist weder ein besonderes Herstellungsverfahren (wie 2.) noch eine Erhaltungsangabe (wie 1.)!!
Als EA bezeichnet man allgemein ein "in seiner Höhe vollständig ausgeprägtes und scharfkantiges Münzbild" - nicht mehr und nicht weniger.
Diese Scharfkantigkeit ist aber nur von einem "frischen", d.h., an den Münzbildkanten über längeres Prägen noch nicht abgerundeten, Stempel zu erreichen. Das bedeutet gleichzeitig, dass die Anzahl solcher Stücke pro Stempel in erster Linie von der Güte des Stempelmaterials (Härtungsoptimum) abhängt. Hinzu kommt dann grundsätzlich auch noch der Faktor Rondenmaterial (-härte).
So ist es allein aus diesen Gründen schon nicht verwunderlich, dass man sich bezüglich der Angabe der von einem Stempel zu erwartenden Anzahl an EA'S nicht nur in Sammlerkreisen nicht so ganz einig ist. Hinzu kommt dann wie bei den Erhaltungen der persönliche Faktor hinsichtlich der Einstufung "scharfkantig" (z.B. ja - gerade noch - nein ).
Es können, wie „Kempelen“ schreibt, ca. 100 Stücke pro Stempel, bei Berücksichtigung aller beeinflussenden und unwägbaren Faktoren, aber auch nur 10, mehrere Hundert – oder auch mal 1000 Exemplare sein. Wenn man dann noch berücksichtigt, wie viele Arbeitsstempel für Auflagen in Millionenhöhe benötigt werden, dann relativiert sich zumindest in diesen Fällen hinsichtlich der Seltenheit das „Besondere“ der EA’s.

Durch diese nicht konstanten und somit nicht greifbaren Beeinflussungen wird uns Sammlern auch dieses Thema wohl für immer erhalten bleiben .

Berücksichtigt man diese Gegebenheit der „Scharfkantigkeit“ und denkt dahin gehend noch etwas weiter, dann muss man m.E. zu dem Schluss kommen, dass es z.B. bei den Normalprägungen zu allen Erhaltungen auch EA's geben kann. Das dieses noch besonders ausgeprägte Münzbild bei Stücken in der Erhaltung s und ss evtl. nur noch schwer oder nicht mehr erkennbar ist / sein kann, liegt m.E. auf der Hand.
Aber schon bei Stücken in der Erhaltung vz kann man solche, "vom frischen Stempel gesprungenen", Stücke noch problemlos erkennen - nur spricht dann meines Wissens niemand mehr vom EA. Der Grund könnte z.B. der sein, dass viele Sammler den EA fälschlicherweise als Erhaltungsangabe einer Münze ansehen.
Die Bezeichnung EA ist aber eindeutig ein "zusätzliches Prädikat zu“ einer Erhaltung.
Im Grunde müsste man, wie bei beriebenen oder verkratzten PP's, bei denen man von z.B. "vz aus PP" spricht, bei EA's genau so verfahren und z.B. von "pfr (bfr) als EA" (oder auch ... mit EA) sprechen !!!
Das lässt bei den Beispielen nach 1. und 2. allerdings einen deutlichen Unterschied erkennen.
Im Falle einer PP-Münze kommt dabei immer nur eine Herabsetzung des Anfangs- oder Sollaussehens der Münze heraus, während im Falle des EA’s, voraus gesetzt man betrachtet ihn als besonders erstrebenswert, immer nur eine Aufwertung einer solchen Münze erfolgen kann.
--- Auch bei den Beispielen nach 2. könnte man logischerweise nicht nur theoretisch eine Unterscheidung in "normal PP" und "PP als EA" machen - warum auch nicht, denn irgendwann ermüdet auch ein PP-Stempel und produziert hier nicht gewollte „rundliche“ Münzbilder !?
Da man bei dieser Herstellungsvariante im Normalfall besonders auf das gewünschte Aussehen achtet, ersetzt man die Stempel beim ersten erkennbaren Anzeichen einer diesbezüglichen Veränderung - also früher als in der Normalproduktion. Diese bei der PP-Produktion wegen nicht mehr vorhandener Scharfkantigkeit des Münzbildes unbrauchbaren Stempel werden nicht etwa direkt ausgemustert, sondern im Falle ihrer noch grundsätzlich vorliegenden Prägetauglichkeit sehr häufig bezüglich des Münzbildaussehens matt/glänzend den Stempeln der Normalproduktion angepasst und dann dort bis zum Exodus weiter verwendet.
Einen EA eindeutig von einer PP-Prägung zu unterscheiden gelingt leichter in den Fällen, wo er sich in seinem Oberflächenaussehen von PP unterscheidet, d.h., wenn die Münzen entweder durchgängig matt oder durchgängig glänzend geprägt wurden. Schwierig wird es immer dann, wenn ein EA aus der Normalprägung eine PP-ähnliche Oberfläche (mattes Relief und glänzender Münzgrund) aufweist und zusätzlich in der Erhaltung mind. pfr/stgl oder stgl, d.h., „so gut wie nicht“ bis absolut unbeschädigt, vorliegt.



* dazu gibt es ein besonders markantes Beispiel aus der DM-Zeit. Während München die Umlaufmünzen (also auch für die Stücke für die Sätze) durchgängig komplett glänzend prägte, bevorzugten die anderen Prägestätten die Herrichtung der Stempel mit einem PP-ähnlichen Aussehen).

Beste Grüße
varukop
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varukop ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13-11-2011, 11:56   #85 (permalink)
 
Hallo varukop,

wie immer ein in fachlicher Hinsicht hervoragender Beitrag zu vertrackten, prägetechnischen Themen.

Vier Fragen/Anmerkungen bleiben mir nach Durchlesen Deines Beitrags:

1.Wie genau hat man sich das " Polieren " der Stempel vorzustellen ? Was für Werkzeuge kommen da zur Anwendeung ?

2. Beim EA ergibt sich meines Eindrucks nach nicht nur ein scharfkantiges Relieff, sondern auch eine glatte, spiegelnde Fläche, die aber dennoch matter wirkt als bei der PP ( siehe meine Bsp, 3 M Sachsen = PP, 3 M Württemb. = EA )

3. Beziehst Du Dich in erster Linie auf die heutige Zeit, bzw die Zeit ab DM bis heute ?

4. Was genau ist die ominöse Glanzstossplatte ? Ist das nur ein Synonym für polierte Ronde , bzw Prägung einer normalen Ronde mit poliertem Stempel ? Bei meinen KR - PPs fällt mir auf, dass ich sowohl Stücke mit poliertem Rand habe, als auch solche, bei denen der Rand matt ist
Kronerogøre ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 13-11-2011, 14:09   #86 (permalink)
 
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Diese Abzugsspuren kommen vom "Abziehen" der Stempel (dieses Abziehen wird sowohl beim neuen Stempel, als auch für die Zwischenreinigung verwendet). Korrigiert mich bitte, wenn ich das falsch in Erinnerung habe .
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Prägestempel:
Oberflächenveredelung mit einer Chromschicht. Falls nach Kontrolle erforderlich, erfolgt nach dem Herstellungsprozess (Einsenken) eine weitere "Veredelung" der Stempeloberflächen durch z.B. Schleifen und vor allem Polieren.
Hallo varukop

Vielen Dank für Deinen umfangreichen und sachlich fundierten Beitrag (ich wusste doch, man kann sich auf Dich verlassen ).

Zu meiner ursprünglichen Frage : Soweit ich verstanden habe, werden also auch neue Prägestempel (zumindest wenn erforderlich) nochmal abgeschliffen.
Demnach ist das Vorkommen leichter Streifen auf EA`s möglich, diese sind aber nicht unbedingt zwangsläufig vorhanden (?).

Als Anhang habe ich Bilder einer Kaiserreich 2 Mark Münze (J 169a) beigefügt.
Könnte man deren Erhaltung als vz-St aus EA bezeichnen ?
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Geändert von Kempelen (13-11-2011 um 14:12 Uhr)
Kempelen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14-11-2011, 22:05   #87 (permalink)
 
Erstabschlag (EA) --- Polierte Platte (PP) --- ??

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1.Wie genau hat man sich das " Polieren " der Stempel vorzustellen ? Was für Werkzeuge kommen da zur Anwendeung ?

2. Beim EA ergibt sich meines Eindrucks nach nicht nur ein scharfkantiges Relieff, sondern auch eine glatte, spiegelnde Fläche, die aber dennoch matter wirkt als bei der PP ( siehe meine Bsp, 3 M Sachsen = PP, 3 M Württemb. = EA )

3. Beziehst Du Dich in erster Linie auf die heutige Zeit, bzw die Zeit ab DM bis heute ?

4. Was genau ist die ominöse Glanzstossplatte ? Ist das nur ein Synonym für polierte Ronde , bzw Prägung einer normalen Ronde mit poliertem Stempel ? Bei meinen KR - PPs fällt mir auf, dass ich sowohl Stücke mit poliertem Rand habe, als auch solche, bei denen der Rand matt ist
Moin Moin,

im Folgnden meine Antwortversuche zu den Fragen:

Zu 1.
Im Grunde sind es Werkzeuge / Materialien wie sie die meisten kennen - meistens nur in einer deutlich feinere Oberflächen entstehen lassenden Form.
Das können sowohl rotierende Maschinen mit entsprechend feinen Schleif- und Poliervorsätzen sein als auch "spezielles Schmirgel- und Schleifpapier" - immer dem Vorhaben entsprechend.
Desweiteren z.B. Entgratungswerkzuge, "Abzieh- oder Schabeisen" fürs "Grobe", Sandstrahlgeräte und mittlerweile auch Laser.
Was letztlich in welcher Reihenfolge zum Einsatz kommt hängt vom vorliegenden "Problem" bzw. einer grundsätzlich vor zu nehmenden Bearbeitung ab.
Oberflächen sehr fein polieren kann man z.B. auch mit Leder.

Zu 2.
Es sind alle möglichen Varianten im Aussehen von z.B. EA (genau wie bei PP's) denkbar.
Ein EA hat weder matte oder glänzende Flächen weil es ein EA ist , sondern weil die Stempel grundsätzlich für einen gewünschten speziellen Effekt präpariert worden sind!!
Die Stempel werden nur dann bearbeitet, wenn es aus den verschiedensten Gründen bereits vor der Prägung zusätzlich erforderlich sein sollte und wenn sie nach längerem Einsatz zu sehr mitgenommen aussehen aber noch verwendbar sind. D.h., nicht etwa routinemäßig schon nach dem Prägen der sogennnten EA's!!
Das bedeutet, dass alle mit einem entsprechend hergestellten Stempel geprägten Münzen wenn vorgesehen z.B. ein mattes Relief, einen matten Münzgrund und glänzende Randstäbe aufweisen - und nicht nur die ersten ca. 50 bis 100 Exemplare.
Der EA generiert sich, wie ich schrieb, aus der "ganz normalen Produktion".

"""EA = auch glatte, spiegelnde Fläche, die aber dennoch matter wirkt als bei der PP""" ---> das ist Zufall und reine Sache der diesen Effekt liefernden gewünschten Stempelpräparation und in gewisser Weise noch in Verbindung mit dem Prägedruck.

Darum mein Beispiel mit den Prägungen aus München. Von diesen "Vollglanzmünzen" gibt es mit Sicherheit ebenfalls EA'S und die sind dann nur scharfkaniger und ausgepägter als die folgenden Stücke aber auch voll glänzend.

Zu 3.
Ich sammle alle "heilen" deutschen Münzen ab 1948 und "Münzschrott" und Varianten und Stempelkopplungen der kompletten Markwährung ab 1871.
Ich sammle keine der in erster Linie für uns Sammler hergestellten verpackten Münzen. (Ausnahmen aus besonderen Gründen - z.B. zum Versuch der Erlangung von Komplettheiten, Fehlprägungen, usw. bestätigen hier die Regel).

So weit mir bekannt ist, gibt es zwischen dem PP des Kaiserreichs keinen Unterschied zum PP danach.
Das gilt m.W. auch für eine erfoderliche Vorbehandlung von Ronden für besondere Zwecke. Sie kann evtl. auf leicht variirenden Wegen mit dem gleichen Endeffekt erreicht worden sein !?
Sollte ich hier falsch informiert sein, bitte ich um Aufklärung!

Mit der Münzprägung und dem "Schlagen" vor dieser Zeit interessiere ich mich ebenfalls, habe mich damit aber noch nicht ganz so ins Detail gehend beschäftigt.

Zu 4.
Hier muss ich mich eine wenig entschuldigen wenn ich mit dem Begriff "Glanzstoß" Verwirrung gestiftet haben sollte. Ich hätte ihn besser weglassen sollen, da er nur kurzzeitig am Anfang der Versuche zur Herstellung besonders gestalteter Münzen der DM-Währung zur Anwendung gekommen ist (60er Jahre).
Wen es interessiert - "Glanzstoßen" = Anwendung in der Lederindustrie, wobei durch hohen maschinellen Druck, Reibung und Wärme ein Glanzeffekt hervor gerufen wird.

Zu matt oder glänzend (auch Ränder) habe ich m.E. alles geschrieben was wichtig ist. Wie etwas in dieser Hinsicht aussieht entscheidet in erster Linie die Präparation des Stempels und zusätzlich auch noch der Prägedruck.
Daraus ergibt sich, dass kein irgendwie geartetes Aussehen hinsichtlich matt oder glänzend grundsätzlich spezifisch für EA's ist.

Beste Grüße
varukop
varukop ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14-11-2011, 22:34   #88 (permalink)
 
Hallo varukop,

vielen Dank für Deine weiteren Erläuterungen. " Glanzsstoss " ist aber doch schon im Kaiserreich erwendet worden ?? Hammerich benutzt diesen Begriff 1906 bei seiner Übersicht über die unterschiedlichen PP - Verfahren der deutschen Münzstätten.
Kronerogøre ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 15-11-2011, 09:20   #89 (permalink)
 
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Hallo varukop,

vielen Dank für Deine weiteren Erläuterungen. " Glanzsstoss " ist aber doch schon im Kaiserreich erwendet worden ?? Hammerich benutzt diesen Begriff 1906 bei seiner Übersicht über die unterschiedlichen PP - Verfahren der deutschen Münzstätten.

Moin Moin,

mir ist nur nicht bekannt, ob man dieses Verfahren auch eine gewisse Zeit konsequent eingesetzt hat oder ob es auch damals eine Versuchsphase zu PP-Herstellmethoden nicht "überstanden" hat.
Das kann man aus einer Erwähnung allein leider nicht zwangsläufig ableiten!
Evtl. gibt es ja dazu Literatur mit detaillierteren Angaben zu den tatsächlich routinemäßig eingesetzten Methoden wie z.B. Aufzeichnungen aus den Prägestätten !?

Für die Epoche meines Hauptsammelgebietes ab 1948 hat es m.W. jedenfalls außer in einer anfänglichen kurzen Versuchsphase keine weitere Anwendung gefunden.

Beste Grüße
varukop
varukop ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15-11-2011, 10:40   #90 (permalink)
 
Erstabschlag (EA) --- Polierte Platte (PP) --- ??

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Zu meiner ursprünglichen Frage :
1. Soweit ich verstanden habe, werden also auch neue Prägestempel (zumindest wenn erforderlich) nochmal abgeschliffen.
2. a) Demnach ist das Vorkommen leichter Streifen auf EA`s möglich, b) diese sind aber nicht unbedingt zwangsläufig vorhanden (?).
3. Könnte man deren Erhaltung als vz-St aus EA bezeichnen ?

Moin Moin,

Zu 1.
Ja ---> man muss sich einfach nur vorstellen, dass auf unterschiedlichste Art auch beim Absenkprozess - und natürlich bei der Handhabung danach - kleinere Beschädigungen auf den Arbeitsmatrizen entstehen können.
Werden diese bei der Kontrolle entdeckt und für "unschön" empfunden, dann ist Nacharbeiten angesagt.
Der Umfang dieser Verschönerungen ist natürlich von der Intensität einer Beschädigung abhängig.

Zu 2.
a) Ja --- b) Nein. Was auf den Stempeln über unsachgemäße / unvollständige Bearbeitung verbleibt, überträgt sich auch auf die Münzen - und zwar sowohl auf die ersten z.B. 100 (die EA'S) wie auch auf die große Zahl der Folgenden.
Diese Frage stellt sich nicht mehr, wenn man den EA als das betrachtest was er ist - nämlich in erster Linie eine normale Prägung für den Umlauf.
Das bedeutet ganz klar (wie ich auch geschrieben habe) dass ein EA nicht über einen besonderen Stempel entsteht, sondern von uns Sammlern wegen des Vorhandenseins besonders beliebter Attribute dazu erkoren wird!
Es gibt keinen EA-Stempel !!! Daraus resultiert, dass auch ein EA stempelbedingte unschöne Mekmale wie z.B. feine Riefen / Streifen haben kann - aber nicht zwangsweise haben muss!

Zu 3.
Bitt nicht gram sein, wenn ich wie auch in allen meinen bisherigen Einschätzungen von gewünschten "Erhaltungsangaben aus der Ferne" sehr vorsichtig agiere.
Bei dieser Frage ist eine besonders scharfe und auch noch bei weiterer Vergrößerung scharf bleibende Abb. erforderlich. Es kommt ja schließlich auf die Beurteilung der Scharfkantigkeit für eine entsprechnde Einordnung an.
Leider werden bei weiterer Vergrößerung die vorliegenden Abb. schon zu unscharf und erlauben deshalb zur Frage nach einem EA keine verbindliche Aussage - aber ich sehe sie momentan eher nicht als EA.

Die Erhaltungsangabe vz-stgl verwende ich als pfr (bfr)-Anwender nicht. Ich würde somit diese hier genannte Erhaltungseinschätzung, da zwischen vz und stgl liegend, automatisch als dem pfr adäquat ansehen (müssen!?). Sie liegt ja ebenfalls zwischen den beiden Erhaltungsangaben vz und stgl.

Anhand der Seite mit dem Kopf (für mich die Rs (bitte deshalb kein "Naserümpfen" der Sammler alter bis sehr alter Münzen) ), auf der doch einige feine Striche vor allem vor Mund und Kinn im Münzgrund und auf Nacken/Hals (bei letzterem eine recht deutlich sichtbare Kerbe) erkennbar sind, würde ich das Stück für mich "vorsichtig" als vz/pfr einstufen.
Was beim direkten Anschauen dabei hraus käme, vermag ich nicht voraus zu sagen.

Noch eine allgemeine Anmerkung zu Erhaltungseinstufungen:
Seltsam klingt für mich im Zusammenhng mit Erhaltungseinschätzungen bei älteren Münzen ab z.B. 1871 die oft gehörte Einwendung von vielen Sammlern und vor allem Händlern: "Die Münze ist schon über 100 Jahre alt und deshalb muss man doch die Erhaltungsdefinitionen anders ansetzen, d.h., kulanter mit Beschädigungen / fehlendem Prägeglanz umgehen" !?
Definition ist Definition ! Da darf das Alter einer Münze für die Erhaltungseinstufung einfach keine Rolle spielen.
Ich weiß, dass das manch einem Sammler und vielen Händlern schwer fällt, aber .......

Beste Grüße
varukop
Kempelen, Fusselbär und Kronerogøre gefällt dieser Beitrag.
varukop ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23-11-2011, 20:01   #91 (permalink)
 
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Deutsche PP´s aus dem 18. Jh. findet man meines Wissens nach ziemlich selten. Derzeit gibt es was schönes bei ebay:

eBay: Neue und gebrauchte Elektronikartikel, Autos, Kleidung, Sammlerst

Ob es wirklich PP oder ein EA ist, kann ich leider nicht durch das Foto beurteilen. Eventuell lässt sich der Beginn der PP-Prägungen etwas genauer eingliedern, würde mich auch interessieren.

mfg
Der bayerische Madonnentaler (1771 A) hat stolze 725.00 Euro erlöst !
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