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Alt 05-02-2012, 12:47   #1 (permalink)
 
Das erste Spielgeld

Die Playmobilpiraten unserer Kinder haben bei ihrer Schatzsuche diese beiden Goldstücke im Wohnzimmer verloren. ( Das Rohgold und die Diamanten konnten aber restlos vergraben werden ). Als ich die beiden Münzlein, die Ende der 70er Jahre im Playmobilsortiment aufzutauchen begannen in die Hand nahm, tauchte auf einmal die Frage auf, seit wann es eigentlich Kinderspielgeld gibt. Lauer fiel mir spontan ein, aber gibt es frühere Belege dafür, dass Kinder " Kaufmann gespielt " haben. Die Erfindung der Kindheit, wie es so schön heisst ist , zumindest in unserem europäischen Kulturkreis noch gar nicht so alt, aber Belege für Spielzeug gibt es bereits in antiken Funden. Somit wäre es nicht undenkbar, dass es auch Spielgeld in irgendeiner Form gegeben haben könnte. Oder ?
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Kronerogøre ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05-02-2012, 13:18   #2 (permalink)
 
Wie so oft entwickelt sich aus einer "einfachen" Frage ein ganzer Komplex von Antworten und neuen Fragen. Spielgeld kenne ich seit der Zeit des Deutschen Reiches - davor gab es aber Spielmarken (Jetons), die nicht vordergründig von Kindern benutzt wurden, sondern zu allerlei Spielen, die heute oftmals nicht mehr bekannt sind. Auch denke ich, ist der Übergang fließend von Rechenpfennigen zu reinen Spielmarken. Gemeinsam dürfte den Stücken sein, dass sie nicht im Zahlungsverkehr Verwendung fanden (finden konnten). Solange Stücke aus Edelmetall waren - war zumindest Zahlungsfunktion denkbar (quasi ein Tauschgeschäft). Wenn aber keine Verwendung zum Zahlungsverkehr möglich war, dann war zumindest ersatzweiser Einsatz zum Spielen für die Kinder denkbar. Genauso ist es aber theoretisch auch mit außer Kursgesetzten Münzen, früher wie heute.
Ich denke Deine Frage konzentriert sich auf den Punkt, ab wann es Nachbildungen von echten Münzen in Miniaturformat gab. Die ältesten Stücke, die ich kenne sind aus Pappe mit Goldfolie aus dem Kaiserreich, die die Goldmünzen imitierten.
Gruß Medaille
Medaille ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05-02-2012, 13:33   #3 (permalink)
 
Danke für Deine Antwort. stimmt, ich dachte nicht so sehr an Rechenpfennige und Jetons, die von Erwachsenen benutzt wurden, sondern an echtes Kinderspielgeld, also an Spielzeug. Ich weiss, dss es von Lauer Nachbildeungen der damals gängigen Münzen mehrerer europäischer Länder gibt, die sich neben dem veringerten Durchmesser und der Wahl eines billigen Metalls auch durch ein viel gröberes Prägebild von ihren Vorbildern auf den ersten Blick unterscheiden.

Hast Du Beispiele für solche Pappimitationen von Reichsgoldmünzen ?

Wenn ich Reichsgold und Pappe höre, schrillen bei mir sofort die Alarmsirenen. Als erstes fällt mir das Zehnmarkstück vom Typ Friedrich III ein, dass in den 70er Jahren im Rücken der Niederegger - Marzipanschweine steckte. Zum anderen muss ich an von August Henze angezeiget tatsächliche Fälschungen von Reichsgoldfünfern aus Pappe denken, aber das ist eine kleine Abschweifung von meiner Ausgangsfrage,

Geändert von Kronerogøre (26-03-2012 um 20:55 Uhr) Grund: Rechtschreibung
Kronerogøre ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05-02-2012, 15:22   #4 (permalink)
 
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Als erstes fällt mir das Zenmarkstück vom Typ Friedrich III ein, dass in den 70er Jahren im Rücken der Niederegger - Marzipanschweine steckte.
Die Pappmünzen finden sich heute noch in Glücksschweinen aus Marzipan. Meine Stücke (sogar zwei Varianten) wurden von der Odenwälder Marzipankonditorei GmbH dem Schweinchen beigefügt.

Viele Grüße
Hermann
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hekuhn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05-02-2012, 19:26   #5 (permalink)
 
Danke für die Bilder. Witzig, nach welchen kriterien sie wohl entworfen wurde. Prägstätte D und B , bzw F und B, dazu der grosse Reichsadler...
Kronerogøre ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05-02-2012, 20:35   #6 (permalink)
 
Hermann, sind das Justierspuren auf deinen Pappmünzen?
Nein im ernst, es doch schön Historischen Münzen als Vorlage für so etwas zu verwenden, weil diese auch heute noch, eine gewisse Wertigkeit ausstrahlen.
Fusselbär ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05-02-2012, 21:16   #7 (permalink)
 
Wenn ich mir die teilweise sehr genaue Widergabe der Details beim Adler ansehe, kann ich gut nachvollziehen, dass ein gründlich ausgeführter Fälschungsversuch aus Pappe bei den winzigen Goldfünfern Erfolg gehabt haben kann.
Kronerogøre ist offline   Mit Zitat antworten
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