Hallo,
wie schon ein paarmal beschrieben,
habe ich zwangsläufig mehrere Sammlungen zusammengeführt,
deren Dubletten in der TAUSCHBÖRSE stehen.
"Problemfälle" hier, polierte Platte (oder "ST"?) in Kapsel mit beginnender Patina
hatte die Kapseln nicht geöffnet.
Welcher Zustand würde da zutreffen?
Richtig, ich mache mal bessere Bilder (ohne Kapsel)
Deine "Problemfälle" sind eher "Normalfälle". Münzen werden eben im Normalfall nach 20-30 Jahren etwas anders aussehen, als 5 Minuten nach der Prägung.
diese Frage ist einfach zu beantworten.
Es handelt sich mit Sicherheit nicht um Münzen in St, sondern um die spezielle Sammlerherstellung PP.
Da die Dosen wie die meisten Aufbewahrungshilfen nicht absolut luftdicht verschließen, muss mit der wie auch hier sichtbaren Bildung einer Patina aus Silbersulfid oder Silberoxid gerechnet werden.
Den Münzen schadet das nicht - im Gegenteil, denn in der Regel kann diese Schicht als Schutz fungieren.
Läßt man diesen Prozess weiter ablaufen, dann sind die Stücke irgendwann braun bis braunschwarz.
Das 5 Mark Stück aus 1986 besteht doch nicht aus Silber, sonder aus Cu-Ni. Eine Silberpatina kann man da wohl ausschliessen. Wie sich allerdings CU-Ni. mit dem Inlay verträgt ist eine andere Sache....
Es wäre doch denkbar, dass die Inlays aus irgendwelchen Gründen in geringen Mengen Schwefel enthalten und es so einer chemischen Reaktion zu Kupfer- oder Nickelsulfid kommt.
Oder hab ich da irgendeinen Denkfehler?
denkbar ist alles - ich hatte nur beim Hersteller nachgefragt, ob auf die bekannten Unverträglichkeiten auch bei den Einlege-Ringen geachtet wurde. Das wurde mir bestätigt.
Lt. Auskunft des Herstellers sind auch die Inlays weichmacherfrei.
Ich erinnere mich an die große Weichmacherdiskussion unserer Sammelkollegen von der Briefmarkenzunft vor ein paar Jahren.
Trotz aller Beteuerungen der großen Hersteller (und das sind auch diejenigen, die unser Münzzubehör produzieren), es seien keine Weichmacher in ihren Produkten enthalten, haben Sammler und Händler über massive Schäden an wertvollen, altdeutschen Briefmarken berichtet. Wenn ich mich recht erinnere, scheinen irgendwelche Stoffe/Ausdünstungen die alten Farben zersetzt zu haben.
Das ging dann bis zu gerichtlichen Auseinandersetzungen (stehen auch große wirtschaftliche Interessen dahinter) mit Gutachten, Unterlassungsklagen usw.
Wie diese Expertendiskussion letztendlich ausgegangen ist, habe ich nicht mehr verfolgt (in den Foren waren dann die entsprechenden Threads nicht mehr auffindbar).
Nun sind Münzen etwas "farbechter" und nicht ganz so empfindlich wie altdeutsche Briefmarken - ein ungutes Gefühl bleibt in jedem Fall.
Nun sind Münzen etwas "farbechter" und nicht ganz so empfindlich wie altdeutsche Briefmarken - ein ungutes Gefühl bleibt in jedem Fall.
Da möchte ich dir teilweise widersprechen.
Daß Briefmarken aus Papier sich über die Jahrzehnte zersetzen, wenn das Papier aus Holz hergestellt wurde, ist sowieso jedem klar. Nur Hanfpapier trotzt dem Zahn der Zeit auch Jahrhundertelang, wie man an alten Gutenberg-Bibeln schön sehen kann. Aber bei Papier aus Holz ist eben viel zu viel Säure drin, die die Struktur von innen heraus zerstört.
Münzen aus unedlen Metallen sind aber auch nicht farbecht und verändern ihr Aussehen sogar viel schneller als Druckfarbe. Eine Messingmünze verliert ihre ursprüngliche Farbe innerhalb weniger Wochen, wenn Schadstoffe an ihre Oberfläche gelangen und eine Zinkmünze wird inerhalb weniger Tage dunkelgrau.
Nur weil Münzsammler für sich definieren, daß das eine "natürliche" Patina und sogar erstrebenswert sei, macht es die Tatsache ja nicht besser. Das könnten die Briefmarkensammler angesichts verblaßter Farben und bröckelndem Papier ja auch für sich reklamieren und würden mit Recht Hohngelächter ernten.