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| DDR - Münzen alles über Münzen der DDR |
01-11-2009, 21:24
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#1 (permalink)
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Münzen sammeln in der DDR
Wie war eigentlich das Münzensammeln in der DDR ?
Über das Briefmarkensammeln weiss ich zumindest ein wenig. Aus meiner Kindheit erinnere ich mich noch an die vielen bunten Briefmarken, die unsere Verwandten " drüben " für mich aufklebten und bei denen immer die sog. " Sperrwerte " fehlten, da meine Tanten und Onkel nicht in einem Briefmarkenverein waren und folglich keine " Sammelerlaubnis " hatten.
Ich erinnere mich auch noch an meinen ersten Besuch dort, Mitte der 80er Jahre, bei dem ich ganz entzückt hohe Werte von der örtlichen Poststelle in einem kleinen pommerschen Kaff mitschleppte, nur um zu Hause dann festzustellen, dass just in jenem Jahr die Sperrwerte abgeschafft wurden 
In Bezug auf die Sondermünzen meine ich zu wissen, dass es auch dort mehrere Kategorien gab. Die Neusilbermünzen, die, wie unsere Verwandten berichteten, als Prämien im Betrieb verteilt wurden und die aus echtem Silber, die, wie im u.a. Jaeger vermerkt, teilweise gegen Devisen exportiert wurden.
Gab es Münzhändler ?
Wurde mit alten Münzen gehandelt, insbesondere mit Reichsmünzen ?
Gab es einen Schwarzmarkt für Sammlermünzen - und - last but not least - gab es einen Markt für Fälschungen ?
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02-11-2009, 15:05
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#2 (permalink)
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Hallo Kronerogore,
entschuldige, aber ich kann den bewussten Buchstaben nicht in meinen Sonderzeichen finden. Nun, ich werde versuchen Dir das Sammeln von Münzen in der DDR etwas deutlicher zu machen. Zuerst will ich Dir Deine Fragen beantworten. Die Kollegen bitte ich mich zu berichtigen, wenn etwas aus Ihrer Sicht, oder in einer anderen Region, anders gewesen ist.
Ja, es gab Münzenhändler und es gab auch einen Münzenkatalog. "Banknoten und Münzen der DDR"
Reichsmünzen wurden nicht offiziell gesammelt eher im Untergrund. Es wurde aber gesammelt! Dieses galt auch für Briefmarken aus dieser Zeit.
Ältere Münzen wurden natürlich auch gesammelt, doch die Leute vom Antikhandel hatten ihre Augen überall und man konnte da leicht Schwierigkeiten bekommen.
Viele der Gedenkmünzen aus Neusilber zu 5 Mark, 10- und 20-Mark waren auch oft im Umlauf zu finden, Silbermünzen aber nicht. Es kam schon vor, dass man in den Betrieben auf Feiern, einige dieser normalen Stücke verschenkte. Für Numismatiker die in einer Kulturbundgruppe organisiert sein mussten, bestand die Chance eine der begehrten Silbermünzen zu bekommen. Es gab dort dann Wartelisten in die man sich als organisiertes Mitglied eintragen konnte, dann brauchte man Geduld und Glück, bei einer undurchsichtigen Vergabepraxis. Bekam man eine Münze zugeteilt, erfolgte die Ausgabe zum Nominalwert. Eine Mark musste man dann zusätzlich für das Etui und für die Verwaltungskosten bezahlen. Es gab auch Münzgutscheine, dieses ist allerdings ein anderes Kapitel.
Wer allerdings die richtigen Devisen in der Tasche hatte konnte dieses alles umgehen und zu überhöhten Preisen in den Intershops, besonders in Berlin diese Münzen und auch KMS sowie Medaillen kaufen.
Alle zur Ausgabe geplanten Gedenkmünzen wurden in der Tagespresse in Wort und Bild vorgestellt und es wurde ein Gesetz erlassen.
Na klar, es gab auch Interessenten für Falschgeld und es wurde auch welches hergestellt. Einen Schwarzmarkt für Münzen gab es auch, war aber nicht jedem bekannt.
Grüße von epareiner
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02-11-2009, 18:58
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#3 (permalink)
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Es gab reguläre Münz-Auktionshäuser in Berlin, Leipzig, Dresden und Meinigen. Jährlich jede mit bis zu 4 Auktionen. Das Angebot ging über die volle numismatische Breite, bei völlig anderen Preisrelationen als heute. Zum Ende der DDR wurde das Angebot zunehmend schlechter, weil über den staatlichen Aufkäufer alles bessere Material aufgekauft wurde und gegen Devisen ins Ausland ging. Beliebt waren historische Münzen, aber eben auch extrem teuer, so dass sich kaum eine "neue" Sammlung von Null aufbauen ließ. In Ausstellungen (die es reichlich gab) spielten dagegen politische Themen die Hauptrolle: Der Aufbau ..., Lenin, Marx, Arbeiterklasse etc. - diese Objekte wurden in der Regel auch prämiert - eine exklusive Sammlung von Reichsmünzen nicht.
Alles in allem war das ganze "normaler" als mancher glaubt. Auch die Ausgabe von Literatur, besonders von Nachdrucken bekannter historischer Werke konnte sich sehen lassen. Kataloge mit Preisen waren kaum vorhanden.
In der Summe stand die wissenschaftliche Beschäftigung sehr viel stärker im Vordergrund - heute geht es meist um "Wert" und "Wertsteigerung". Interessant sind (wenn man die politische Auslegung überliest) die zahlreichen Broschüren, meist als Begleithefte bei Münzausstellungen ausgegeben.
Gruß Medaille
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02-11-2009, 21:19
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#4 (permalink)
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Hallo eparainer und Medaille,
vielen Dank für Eure Antworten. Ich habe nun ein etwas klareres Bild von der Sitation damals.
Kulturbund, ja, ich erinnere mich, den Namen damals gehört zu haben. Die Mitgliedschaft dort, bedingte sicher die von meinen Verwandten als " Sammelerlaubnis " bezeichnete Berechtigung, sich auf Verteilerlisten setzen zu lassen.
Interessant, dass es Auktionen gab, damit hätte ich nicht gerechnet.
Nur interessehalber, was hätte ein durchschnittliches Zwanzigmarkstück Preussen dort gekostet ? An das Lohn - und Preisgefüge kann ich mich so ungefähr erinnern ( Gehalt ca 300 M ; Miete ca 50 M, Pfund Kaffee auch, Klassikplatten 12,80 M , Eis 0, 10 M pro Kugel ).
Gab es in der DDR Fälschungen von Reichsgoldmünzen ? Das interessiert mich besonders, da momentan mein Sammelgebiet. Ich habe mir überlegt, dass die ostdeutschen Sammler von der Schmidt/ Hausmann - Fälscherei abgeschnitten , möglicherweise anderen oder eben keinen Fälschungen ausgesetzt waren, aber möglicherweise in geringerem Masse ?
Kann man die Schlussfolgerung ziehen, dass eine vor 1990 auf dem Gebiet der ehemaligen DDR zusammengestellte Sammlung potenziell fälschungsärmer ist, als eine vergleichbare westdeutsche Sammlung ?
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02-11-2009, 21:47
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#5 (permalink)
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..............An das Lohn - und Preisgefüge kann ich mich so ungefähr erinnern ( Gehalt ca 300 M ; Miete ca 50 M, Pfund Kaffee auch, Klassikplatten 12,80 M , Eis 0, 10 M pro Kugel ).
...............
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In welchem Jahr?
1987 bei mir
Gehalt ca. 1200M (Straßenbahnfahrer) meine Frau ca. 600M (Verkäuferin)
Miete 3 Raum Neubau warm ca. 125M
Kaffee 8,75M 125g = Pfund 35M (Mocca Fix)
Kugel Eis Schoko 0,20M Vanille 0,15M
Fahrschein Bus oder Tram Kinder 0,10M Erw. 0,20M
Farbfernseher ca. 4000M
Schachtel Zigaretten Marke Club 4M
Meine Oma hat in einer Wäscherei gearbeitet und öfters von Kunden auch Gedenkmünzen bekommen, leider hat sie sie zur Einführung der DM weggebracht  .
Da waren auch Stücke dabei die ich im Umlauf nie gesehen hab.
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02-11-2009, 22:00
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#6 (permalink)
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In welchem Jahr?
1987 bei mir
Gehalt ca. 1200M (Straßenbahnfahrer) meine Frau ca. 600M (Verkäuferin)
Miete 3 Raum Neubau warm ca. 125M
Kaffee 8,75M 125g = Pfund 35M (Mocca Fix)
Kugel Eis Schoko 0,20M Vanille 0,15M
Fahrschein Bus oder Tram Kinder 0,10M Erw. 0,20M
Farbfernseher ca. 4000M
Schachtel Zigaretten Marke Club 4M
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Meine die 80er Jahre.
Bitte um Nachsicht, beim Gehalt habe ich mich sicher verhauen. Für den Kaffeepreis hat sich ein Teenager nicht interessiert, die Miete bezog sich auf eine Altbauwohnung.
Eis >> Sahnestreicheis 10 Pgf pro Kugel in einer Bäckerei in Halle. Sa - gen - haft !!
Zum Rauchen war ich noch zu jung, aber Karo hat 1,25 M gekostet
Ich wollte auch keine exakte Preisanalyse vorlegen, sondern nur andeuten, dass ich eine ungefähre Vorstellung von den Preisen habe.
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02-11-2009, 22:07
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#7 (permalink)
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Zum Rauchen war ich noch zu jung, aber Karo hat 1,25 M gekostet 
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Gestunken hat die für 20M
Ich hatte vergessen zu schreiben in Berlin, woanders waren einige Preise auch anders.
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02-11-2009, 23:24
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#8 (permalink)
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Ein 20iger Preußen kostete seit 1979/1980 rund 1600,- - 1800,- DDR-Mark. Der staatliche Festpreis für Gold wurde um 1980 auf ich glaube 220,- M pro g erhöht.
Zum Ende der DDR zogen diese Preise nochmals etwas an (über 2000,- M) weil in den Wirren der Wiedervereinigung auch Angst vor "totaler" Entwertung der DDR-Mark kursierte.
Übrigens die "Listen" im Kulturbund sind mir so nicht bekannt. Jeder in der "Fachgruppe Numismatik" hat wenn er die Möglichkeit bekam Gedenkmünzen genommen, auch wenn er sie nicht sammelte (kosteten am freine Markt rund den 10fachen Nominalwert). Die Sondermünzen und Kursmünzen waren dagegen nicht so gefragt, weil auch so zu bekommen.
Die Verteilung ging (die Fachgruppen hatten sicher differenzierte Verteilungsmodalitäten) nach "gesellschaftlichen Aktivitäten" innerhalb der Fachgruppe, also Ausstellungsteilnahme, Vorträge, oder auch organisatorische Arbeit (bei Ausstellungen, im Vorstand). Es zählten aber auch Mitgliedschaftsjahre. Wer einmal "dabei" war blieb in der Regel im Verteiler. Es gab auch Mitglieder, die eigentlich nicht mehr aktiv sammelten, aber weil sie im Verteiler waren zum monatlichen Abendtreffen erschienen. Jede Zeit hat seine Eigenheiten  . Die "Zuteilung" je Fachgruppe war vielleicht unterschiedlich, ich kenne es so, dass ca. 40 % der Mitglieder Gedenkmünzen abbekommen haben.
Gruß Medaille
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02-11-2009, 23:41
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#9 (permalink)
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Ein 20iger Preußen kostete seit 1979/1980 rund 1600,- - 1800,- DDR-Mark. Der staatliche Festpreis für Gold wurde um 1980 auf ich glaube 220,- M pro g erhöht.
Zum Ende der DDR zogen diese Preise nochmals etwas an (über 2000,- M) weil in den Wirren der Wiedervereinigung auch Angst vor "totaler" Entwertung der DDR-Mark kursierte.
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Stolze Preise, aber in einer Wirtschaft mit Bargeldüberhang möglicherweise zu bewältigen.
Ist Dir etwas von Fälschungen bekannt ?
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03-11-2009, 13:15
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#11 (permalink)
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Ich hatte vergessen zu schreiben in Berlin, woanders waren einige Preise auch anders. 
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Ich wollte gerade etwas zu deinem vorherigen Beitrag schreiben, da hast du das nachgefügt.
Das Berliner Preis- und Lohngefüge kannst du nämlich nicht mit dem übrigen Gebiet der DDR vergleichen.
Die Mieten z.B. in Eisenhüttenstadt waren tatsächlich ca. 50 M/Monat. Die Löhne waren in Berlin durch die "Hauptstadtzulage" ca. 3-400 M/Monat höher, als in der übrigen DDR, dementsprechend natürlich auch die Lebenshaltungskosten. Ich wollte damals unbedingt zu Deutrans nach Berlin, wurde leider abgelehnt wegen Westverwandtschaft. Die Versuchung bei Anfahren des Osthafens in die Spree zu springen war wohl doch recht hoch.
Beim Kauf meines 1. Farbfernsehers 1989 mit 55er Bildröhre hatte ich die Wahl, 5.000 Mark ohne, 5.500 Mark mit Fernbedienung. Das allerdings erst nachdem ich 100 Mark "Beratungsgebühr" an den freundlichen Verkäufer gezahlt habe. Den Leuten vor mir in der Schlange, die diese Praxis nicht verstanden, wurde gesagt, dass alle Fernseher bereits verkauft wurden. Eine nächste Lieferung erwarte man wieder in 2 Monaten.
Mein Lohn betrug damals ca. 1.000 Mark/Monat, 12 h-Dienst, 1 Woche Früh-, 1 Woche Nachtschicht, 2 Wochenenden im Monat.
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03-11-2009, 13:23
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#12 (permalink)
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....Die Löhne waren in Berlin durch die "Hauptstadtzulage" ca. 3-400 M/Monat höher, ..........
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Was allerdings nicht seperat aufgeführt wurde sondern im Stundenlohn enthalten war.
Beratung ist eine Dienstleistung und muss auch bezahlt werden
@epareiner
Das mit den gefälschten 20Mark Thälmann find ich interessant, leider wird man so ein Stück heute wohl nicht mehr finden
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28-11-2009, 20:47
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#16 (permalink)
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Ich machs einfach mal:
In der DDR konnte jeder Bürger unabhängig von einer Vereinsmitgliedschaft zumindest ein Stück von jeder Briefmarkenausgabe erwerben, indem er bei der Sammlerstelle der DDR-Post ein Abo dafür erwarb und alle Ausgaben zum Mominalpreis bekamm. Das war deshalb gut und wichtig, weil bei fast allen Sätzen ein sogenannter Sperrwert (mit geringerer Auflage) dabei war, der nicht im normalen Briefmarkenverkauf mehrfach erworben werden konnte.
Einzige Möglichkeit, noch pro Person einen weiteren Satz mit Sperrwert zu bekommen war, sich am Ausgabetag sich in eine lange Warteschlange am Postamt einzureihen, um diesen zu ergattern. Opa, Eheegatte usw. wurden dazu auch eingespannt. Wie sich jeder denken kann, war das Angebot nach 5 Minuten erschöpft. Da viele Sammler die DDR-Marken gegen Marken anderer Länder tauschen wollten, war es für viele wichtig, auf diese Art vom Kuchen etwas mehr abzubekommen. Wieviel davon als sogenannte Bückdichware wegging, ist wohl nicht mehr nachzuvollziehen.
Sammelbecken der Briefmarken-Sammlervereine war der Kulturbund der DDR.
Unter seiner Obhut war es möglich, mit Sammlern anderer Länder inklusive westlicher Länder DDR-Briefmarken zu tauschen. Alle Mitglieder von Sammlervereinen konnten das beantragen und es wurde jedem aktiven Mitglied auch gewährt. Dieser Auslandstausch wurde über vom Kulturbund eingerichteten Auslandstauschkontrollstellen realisiert. Begrenzt war der Tausch nicht auf die Anzahl der Briefmarken, sondern auf einen maximalen Tauschwert auf der Basis des DDR-Briefmarken-Katalogs. Weiterhin waren seltene, wertvolle Marken vom Tausch ausgeschlossen. Der Sammlerverein lieferte die Tauschsendungen offen an die Tauschkontrollstelle zur Bearbeitung und Weiterleitung an die DDR-Post. In der Kontrollstelle waren alle
Teilnehmer karteimäßig erfasst. Es erfolgte die Kontrolle und die Registrierung der Sendungsinhalte. Die Tauschsendungen wurde mit einem Stempel und einer Konntrollmarke versehen. Wer versuchte, über die Kontrollstelle unerlaubte Inhalte zu versenden, musste mit einer Sperre rechnen. Die einzige staatliche Kontrolle übte der Zoll aus. Aber wer wusste schon, woher die Herren wirlich kamen. Die Kontrollstelle wurde pro Tauschsendung mit 25 Pfennig "entlohnt".
Bei dem enormen Aufwand ein Tropfen auf den heißen Stein.
Alle Rücksendungen aus dem Ausland liefen grundsätzlich nur den Zoll.
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29-11-2009, 10:44
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#18 (permalink)
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Warst du auch im Kaufhaus Magnet, oberste Etage? Ich kann mich erinnern, dass ich da vor über 30 Jahren im "Club junger Philatelisten" war.
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Ja, das war jahrzehnte lang der Treffpunkt der Philatelisten. Ich wohne schon seit meiner Geburt hier. Erst in Fürstenberg(Oder), dann in Schönfließ und danach in der Neustadt. Heute ist das alles eins: Eisenhüttenstadt
Wann ich in den Sammlerverein eingetreten bin, weiss ich nicht mehr. Es ist zulange her.
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01-12-2009, 13:34
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#19 (permalink)
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Ich weiss nicht, ob mit dem "kapitalistischen Ausland" offiziell Münzen getauscht werden durften - bei den Briefmarken war das möglich.
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Die Bestimmungen wurden u.a. bei Rittmann: Deutsche Geldgeschichte seit 1914 S. 442ff abgedruckt.
Tausch möglich, aber wie erwartet Bürokratie ohne Ende.
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01-12-2009, 13:42
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#20 (permalink)
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Kleine Anekdote
Zum Münzensammeln in der DDR fiel mir ein:
Meine Oma übergab mir vor ein paar Jahren mehrere DDR-Gedenkmünzen (Schiller, Pieck, Mann, Meißen) etc. und erzählte mir, dass besonders die Heinrich Mann-20M Münze eine Rarität darstellte, und dass diese innerhalb der Bevölkerung oft für ein Vielfaches des Wertes von 20M schwarz verkauft wurde.
Wie sich doch Zeiten ändern...heute wird man den nicht mal für 1€ los
aber klar, wenn die wirklichen DDR-Raritäten nur Exportware waren und nur besonderen Personen vorbehalten waren. Besonder "verdiente" Personen aus der Bevölkerungen bekamen die Massengedenkmünzen von 1971 etc., die aaber damals wohl einen anderen Stellenwert hatten als heute.
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04-12-2009, 17:06
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#21 (permalink)
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Wie war eigentlich das Münzensammeln in der DDR ?
Gab es einen Schwarzmarkt für Sammlermünzen - und - last but not least - gab es einen Markt für Fälschungen ?
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Hallo,
ob es einen "echten"  Markt für Fälschungen in der DDR gab, kann ich als Niedersachse nicht sagen.
Gefälscht wurde in der ehemaligen DDR aber nachweislich recht rege.
Mir sind folgende Stücke als Fälschungen in einer Pb/Sn-Legierung bekannt:
20 PF 1969
50 PF 1950
1 Mark 1956
5 Mark XX J. DDR 1969
5 Mark BBT 1971
10 Mark Buchenwald
10 Mark Weltfestspiele
20 Mark Schiller
20 Mark Thälmann
20 Mark Mann
20 Mark Grimm
und 2 Mark in Al
Bis auf das 2 Mark-Stück habe ich alle Stücke - auch mehrfach - in Händen gehabt.
Einige wiesen /weisen auch eingepunzte Nummerierungen - vermutlich der Staatsbank der DDR - auf, d.h., sie waren entdeckt und "angehalten", bei einigen war zu Analysezwecken ein größeres Stück Münze ("Tortenstück") entnommen worden.
Grüße
varukop
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