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Fälschungen
Hier ein kleiner Beitrag von einem "Fast nur Leser".
Nachfolgender Artikel wurde herausgegeben Vom Berufsverband des "Deutschen Münzfachhandels"
Jahrgang ? (vermutlich Ende der 70er Jahre)
Mich würde interessieren ob er Verfasser des Artkels, Lothar Schoenawa, noch lebt.
Gruß
Martin
Hier der Artikel:
FED Fälschungs - Erkennungs - Dienst / Ausgabe 31
Nachahmungen des Reichsgoldmünzen 1871 -1915
Dieses Kapitel Fälschungsgeschichte ist ein ganz besonderes dunkles. Schon die ersten griechischen und römischen Goldmünzen wurden, kaum daß sie, ausgegeben waren, mehr oder weniger gut gefälscht. Die Münzenfälscher schliefen weder im Mittelalter, noch zu irgendeinem anderen Zeitpunkt. Ein herausragender "Könner" auf diesem Gebiet war der Isenburg´sche Hofrat Carl Wilhelm Becker. Ein genialer Stempelschneider, der 1772-1830 lebte. Er hatte eine Alterungsmethode "erfunden" und angewendet. Er tat die neuen Fälschungen in eine Kiste gab Eisenspäne und Öl dazu, hängte diese unter seiner Pferdekutsche auf und ließ sie schaukeln. Dazu sagte er "seine Alten Herren spazieren fahren". Nun sahen die Münzen gut gebraucht aus. Hätte er sich nicht selbst bezichtigt, wären seine Falsifikate heute noch "echt". Fleißig war er, in seinem Nachlaß fand man um 300 selbstgefertigte Stempel, die sich heute im Bodemuseum Berlin befinden.
Als um 1958-1960 das Münzensammeln und das Tragen von Goldschmuck einen. ungeahnten Aufschwung nahm, wurden Reichsgoldmünzen in großen Mengen gefälscht, sei es für Schmuckzwecke wie für Sammler. Nahezu jeder Modeschmuckhersteller, der die entsprechenden Maschinen hatte, machte Goldmünzen für Schmuck, manche Stücke waren leicht als Fälschung zu erkennen, viele wurden für echt gehalten und nur ein Hersteller prägte so genau, daß seine Münzen auch heute noch nahezu ununterscheidbar von den echten sind. Es war die Firma J. Hausmann & Co. KG. / Bonn. Der Gründer dieser Firma war der Augenarzt Dr. Schmidt. Er hatte die besten Prägemaschinen und die genauesten Stempel. Die Münzen waren in Legierung, Gewicht und den Abmessungen absolut identisch mit den staatlich geprägten Münzen. Es ist auch heute nahezu unmöglich diese Fälschungen mit absoluter Sicherheit zu erkennen. Diese Fälschungen wurden in solchen Mengen verkauft, daß die Zeitung -Berliner-Morgenpost- vom 19. August 1962 schrieb: "Wenn der Vertrieb der Nachprägungen verboten würde, müßten auch die Banken ihre Bestände. von Nachprägungen revidieren. Bei einem Bestand an Goldmünzen im Wert von etwa 600 Millionen Mark" so führte Dr. Schäfer (Hausjurist der Fa. Hausmann) aus, "würde den Banken bei einem gesetzlich angeordneten Einschmelzen der nachgeprägten Münzen ein Verlust von mehr als hundert Millionen D-Mark entstehen". (Zitat Ende) Dieses war die Situation im Jahre 1962. Hausmann prägte in Mengen weiter, bis ihm das Münzgesetz, in Kraft seit 1.1.1975, ein Ende setzte.
Was in den 13 Jahren noch geprägt und verkauft wurde ist nicht abzuschätzen. Fest steht, daß ein Großteil der in Sammlungen befindlichen seltenen und seltensten Gotdinanzen falsch ist. Es schützt, auch nicht, wenn diese Münzen bei einer Bank gekauft wurden oder noch werden. Ein, wenn auch noch so gut versierter Bankbeamter und Münzenkenner, ist nicht in der Läge, die Hausmann-Fälschungen durch Augenschein zu erkennen. Ein ein mir bekannter, wirklich hervorragender Sachverständiger schreibt wörtlich: Ich selbst halte es nicht für eine Schande, wenn ich meine Unkenntnis oder mein Unvermögen auf diesem speziellen Gebiet öffentlich zugebe". (Zitat Ende)
Dieses trifft natürlich nur für die Hausmann-Fälschungen zu, nicht für alle anderen Goldmünzenfälschungen. Ich selbst muß meine Begutachtungen auch dahingehend einschränken, daß eine als falsch erkannte Münze auch falsch ist. daß aber eine unzirkulierte als echt erkannte Münze auch eine Hausmann-Fälschung sein könnte.
Rückseitig finden Sie die Ablichtung von 2 Werbezetteln der Firma Hausmann, in denen auf die absolute Identität mit den staatlich geprägten Münzen hingewiesen wird. Es war einfach eine Unverfrorenheit die Preise den Bankschalterpreisen anzupassen und noch zu behaupten, daß diese von den in der Kaiserzeit geprägten nicht zu unterscheiden sind.
Lothar Schoenawa, Werlaburgdorf, Sachverständiger.
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