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| Deutschland vor 1948 Drittes Reich, Weimar, Kaiserreich, Taler |
22gefällt
04-10-2003, 20:02
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#1 (permalink)
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Diskussion Reichsgoldmünzen
Da mich das Thema Reichsgoldmünzen und ihre Fälschungen in letzter Zeit immer mehr interessiert, möchte ich hier mal eine Diskussion anregen. Das Ganze könnte so ablaufen: Jemand stellt hier Bilder ein, und dann kann man über die Münze spekulieren.
Wenn man in Zukunft dann ein Treffen organisieren könnte, wo jeder ein paar Stücke mitbringt, die man sich dann im Original (echte und falsche) anschauen könnte, wäre super ! Ein Stereomikroskop mit Kaltlichtquelle könnte ich zur Verfügung stellen. Als Treffpunkt stelle ich mir ein Nebenzimmer in einer Kneipe vor.
Letztens habe ich von einem eigentlich vertrauenswürdigen Händler eine 20 Mark Münze Württemberg 1873 in vz erworben. Bilder und eine Echtheitsbestätigung gab es dazu. Ausserdem besteht ein Rückgaberecht falls es doch eine Fälschung sein sollte. Trotzdem bin ich mir bei dieser Münze etwas unsicher. Teilweise reichen die Randperlen bis fast an den Rand der Münze. Ich werde die Münze (und noch ein paar andere) bei Gelegenheit Herrn Franquinet zeigen. Trotzdem möchte ich euch die Bilder, die leider qualitativ nicht so toll sind nicht vorenthalten. Vielleicht kann ja jemand etwas dazu sagen.
Gruß
Michael
Geändert von namibia (04-10-2003 um 20:06 Uhr)
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05-10-2003, 02:43
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#4 (permalink)
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Re: Diskussion Reichsgoldmünzen
Original geschrieben von namibia
Da mich das Thema Reichsgoldmünzen und ihre Fälschungen in letzter Zeit immer mehr interessiert, möchte ich hier mal eine Diskussion anregen. Das Ganze könnte so ablaufen: Jemand stellt hier Bilder ein, und dann kann man über die Münze spekulieren.
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Ich halte das für eine sehr gute Idee, denn man lernt nie aus. Es wäre nett, wenn Du hier wieder mitteilen würdest, was Herr Franquinet zu der Münze gesagt hat.
Gruß siepie
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12-10-2003, 19:54
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#14 (permalink)
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Fälschungen Reichsgoldmünzen
Hallo alle miteinander!
Als neu registriertes Mitglied möchte ich mich auch zu Fälschungen bei Reichsmünzen äußern,zumal ich im letztem Jahr über ebay eine teure Goldmünze ersteigert habe, die sich eindeutig als Fälschung entpuppte. ( J 285 - 20 Mark 1898 Schaumburg-Lippe)
Wenn mir heute jemand eine Reichsgoldmünze anbietet, so schaue ich zuallererst auf die Randschrift (bei 10 Mark die Arabesken mit Stern und bei den 20igern: GOTT MIT UNS, bevor ich mich dem Prägebild widme;denn die Randschrift wurde ja ausschließlich dazu geschaffen, um Fälschern das Handwerk zu legen. Damit erübrigt sich für mich auch ein zukünftiges Mitbieten bei Auktionen (ebay), wenn nicht ausdrücklich eine Reabwicklung
zugesichert wird. Scans vom Rand einer Münze habe ich dort auch noch nicht gesehen.
Warum ist es aber für Fälscher so schwierig die Randschrift originalgetreu nachzuahmen?
Ein Rändelwerk ist eine aufwendige Maschine und liegt damit in aller Regel weit außerhalb der Beschaffungsmöglichkeit eines Fälschers. Man muß außerdem wissen, daß Münzen vor dem Prägen gerändelt werden. Beim Rändeln wird Material zur Seite gedrängt. Beim nachfolgendem Prägen glättet sich der Rand zwar wieder, doch das ergibt ein völlig anderes Bild, als wenn jemand versucht, die Randschrift nachträglich einzupunzen.
Dies gilt nicht nur für Reichsgoldmünzen, sondern für alle Münzen mit einer Randschrift.
Wenn ein primitiver Fälscher versucht, die Schrift "freihändig" einzupunzen, "tanzen" seine Buchstaben sowohl in der Höhe als auch in den seitlichen Abständen. Um dem zu entgehen, hat sich so mancher Zeitgenosse hierfür eine komplizierte Vorrichtung gebaut - vergebens. Niemals läßt sich das Bild einer Rändelung vor dem Prägen auch nur annähernd erreichen.
Auch die Tiefe einer Randschrift besagt nichts über deren Echtheit.
So scheint die Randschrift bei den Stücken "Bremerhaven" und "Tübingen" nur aufgehaucht und beim J 115 "Mansfeld" ist sie so tief, daß der Randstab aufgewulstet wird. Als man 1915 spät merkte, daß man zuviel Druck draufhatte, verblieb lediglich das letzte Drittel der Auflage mit glattem Randstab.
Also keine Echtheitsfrage, sondern des vorgegebenen Druckes auf das Rändelwerk.
Zurück zu den Reichsmünzen mit der Randschrift: GOTT MIT UNS
Zunächst zum ersten Buchstaben G: Aufgrund der langen preußischen Erfahrungen mit dieser Randschrift gestaltete man den ersten ( G ) und den letzten Buchstaben ( S ) geschweifter als den Rest. So ist der obere rechte Beginn des G deutlich zu einer Serife ausgezogen. Den stehengebliebenen, nicht zum Buchstaben gehörenden Rest innerhalb sehe ich stets wie den Lasthaken eines Kranes.
Das O ist einfacher, aber trotzdem aussagekräftig. Die Seiten rechts und links sind breiter als oben und unten. Die stehengebliebene Mitte ist gezirkelt kreisrund.
Die drei T tragen am meisten zur Erkennung bei. Die "Lappen" rechts und links vom Aufstrich kann kein noch so raffinierter Fälscher so aussehen lassen, als wenn vor dem Prägen gerändelt wird.
Weiterhin ist gut zu wissen, daß alle 10 Mark Goldstücke mit großem Adler 110 Randperlen aufweisen müssen! Davon gibt es keinerlei Abweichungen. Die Gestaltung der Kopfseiten war jedoch den einzelnen Prägestätten überlassen-also unterschiedlich.
Leider kann ich meinen Beitrag zum Thema noch nicht mit passenden Bildern untersetzen, da mir noch ein Scanner fehlt.
MfG Logoduisburg
Ich sammele Brandenburg/Preußen und Kaiserreich.
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13-10-2003, 09:06
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#17 (permalink)
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Original geschrieben von goldcoin
Ich glaube nicht, dass es wichtig ist ob der Beitrag von Logoduisburg stammt oder nicht - für mich persönlich ist es viel wichtiger das er da ist.
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Der Anstand erfordert, daß man eine zitierte Quelle angibt und sich nicht mit fremden Federn schmückt.
Informationen, bei denen man nicht weiß, woher sie stammen und was hinzugedichtet ist, sind generell von minderem Wert. Gerade im Internet, wo Richtiges und Falsches bunt gemischt durcheinander stehen, kommt es auf die Glaubwürdigkeit der Nachrichten und des Verfassers an.
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13-10-2003, 11:33
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#18 (permalink)
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Tschuldigung,
natürlich ist der fachliche Teil des Beitrages nicht von mir.
( Habe ich vom Münzhändler Franz Zylka - Wuppertal) übernommen.
Hätte ich auch gleich erwähnen können. Ich finde jedoch, daß diese Dinge mehr in die breite Öffentlichkeit getragen werden müssen, um uns Münzsammler vor diese dubiosen Machenschaften zu schützen bzw. aufzuklären.
Gerade bei ebay habe ich den Eindruck, tummeln sich viele, die mit
ihren "alten Erbstücken " und "Dachbodenfunden" auf Dummenfang gehen.
Mir jedenfalls hat die genauere Kenntnis zu Details der zweifelsfreien Erkennung von falschen Reichsgoldmünzen lange Zeit gefehlt, so daß ich stark erstaunt war, als ich vor ein paar Jahren einige Goldstücke veräußern mußte und vom Händler gleich 3 (!) 5 Markstücke als Fälschungen aussortiert wurden.
Zumal ich diese mal über einen renomierten Münzhandel erworben hatte.
Ich glaube Herr Zylka ist nicht böse darüber, wenn sein 50jähriger Erfahrungsschatz im Umgang mit Kaiserreichmünzen auch anderen hilft, schwarze Schafe zu erkennen.
Mir hat es jedenfalls sehr geholfen, zuerst einen prüfenden Blick auf den Rand der Goldmünzen zu werfen. leider geht dies nicht bei den 5 Markstücken.
MfG Logoduisburg
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15-10-2003, 16:13
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#20 (permalink)
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Wie bereits in dem anderen Beitrag, über falsches Reichsgold bei eBay, habe ich unter der Adresse http://mitglied.lycos.de/trebogadlekno/ einige Bilder meiner zwanzig Münzen hochgeladen. Es handelt sich nur um 20 Mark Münzen. Bei den meisten bin ich recht sicher, dass sie original sind, bei anderen habe ich jedoch Zweifel.
Ich würde mich freuen, wenn Ihr euch die Bilder mal anseht und vielleicht etwas dazu schreibt. Die Bilder (gerade die Scans) sind leider nicht in einer sonderlich hohen Auflösung, da der Speicherplatz und auch die Ladezeiten sonst zu hoch geworden wären. Ich hoffe, es reicht dennoch, um die wesentlichen Punkte zu erkennen. Bei Bedarf scanne ich einzelne Münzen, oder auch nur bestimmte Details in höherer Auflösung erneut ein.
Die Randperlen habe ich noch nicht alle gezählt. Sobald ich den Nerv dazu habe (und den braucht man dabei), werde ich die Angaben aktualisieren.
Ich habe leider nur Webspace bei Tripod, daher erscheinen beim Aufrufen der Seiten leider manchmal etwas große Werbebanner. Diese verschwinden aber nach etwa 10 Sekunden wieder.
Schon mal Danke und Gruß
Dagobert
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15-10-2003, 22:24
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#22 (permalink)
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Original geschrieben von Onkel Dagobert
Die Randperlen habe ich noch nicht alle gezählt. Sobald ich den Nerv dazu habe (und den braucht man dabei), werde ich die Angaben aktualisieren.
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Tipp:
Scans der Münzen hast Du ja bereits. Ich benutze ein Grafikprogramm um Randperlen zu zählen. Die Münze (scan) wird entsprechend vergrößert, dann mache ich beim zählen auf jede gezählte Randperle einen gut erkennbaren kleinen Farbpunkt.
Jede zehnte Perle wird zusätzlich durchgestrichen.
Hat man alle Perlen markiert kann man recht schnell in Zehnerschritten zusammenzählen und die übriggeblieben hinzuaddieren.
Gruß siepie
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15-10-2003, 22:48
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#23 (permalink)
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@ Goldnase
Ich habe auf der Unterseite J. 192 unter der Tabelle mit den Bildern einen Link zu einem Scan der Adlerseite mit 900 dpi eingefügt. Ich denke, darauf kann man mehr erkennen. Die anderen Scans folgen dann nach und nach.
@ siepie
Danke für den Tipp. So ähnlich habe ich es bisher auch gemacht. Durch Zufall habe ich vorhin, mehr aus Versehen, auf den Grafikfilter Kohlezeichnung geklickt. Da dieser beim Ausdruck kaum Tinte braucht, drucke ich jetzt den Scan als Kohlezeichnung in DIN A4 Größe aus und streiche die Randperlen mit dem Kugelschreiber durch. Das geht deutlich schneller, als bisher auf dem Monitor mit Markierungen.
Danke und Gruß
Dagobert
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15-10-2003, 23:25
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#24 (permalink)
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@ Onkel Dagobert
Super, eine noch effektivere Methode!
Irgendwann sind wir Profis im Perlenzählen.
Gruß siepie
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16-10-2003, 22:24
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#25 (permalink)
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@all Ich habe gerade gesehen, dass sich hier einiges getan getan hat. Spitze !!!! Ich war leider mehrere Tage nicht online, da mein Computer total lahmgelegt war. Erst nach einer kompletten Neuinstallation kann ich jetzt wieder arbeiten.
@Onkel Dagobert Ich werde mir die Bilder am Wochenende mal anschauen. Ich bin zwar auch kein Experte, aber ebenfalls sehr stark an Thema interessiert. Vielleicht wäre es mal interessant ob sich die Einschätzungen von mir ,den Anderen und Dir decken, oder ob grössere Diskrepanzen über die Echtheit bzw. Fälschung entstehen.
Das Beste wäre, wenn man sich wirklich mal irgendwo möglichst Zentral, dass auch jeder Interessierte kommen kann, treffen würde. Ich denke mit einem gutem Stereomikroskop (hab ich - auch mit Photoausrüstung) und den Erfahrungen von uns könnte man schon was bewegen. Toll wäre es, wenn jeder garantiert Echte oder Falsche Münzen hätte, um die Merkmale zu sehen und zu photografieren. Als Termin könnte ich mir das Frühjahr 2004 vorstellen.
Gruß
Michael
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