Der Zweck dieses Threads soll es sein, Fälschungen von deutschen Münzen aus dem Zeitraum 1871 – 1948 zu dokumentieren.
Um die grösstmöglichste Übersichtlichkeit zu erzielen, bitten wir darum, dass die Münzen nach folgendem Schema vorgestellt werden :
- Nummer im Jaeger
- Land, Nominal, Jahreszahl, Prägebuchstabe
- Technische Daten ( Gewicht, Durchmesser, Dicke )
- Haptischer Eindruck ( wie fast sich die Münze an )
- Prägebild ( was fällt ins Auge )
- Randschrift
- Sonstiges ( z. B. Eigenheiten unter dem Mikroskop )
Falls möglich, sollen Bilder beigefügt werden. Scans bitte nicht grösser als 600 Dpi, Photos nicht grösser als 2 Mpx
Dieser Startbeitrag soll als Inhaltsverzeichnis dienen , nach und nach werden alle Beiträge hier nach ihrer Jaegernummer verlinkt, damit man im Thread wie in einem Katalog blättern kann.
WICHTIG !! Bitte keine Diskussionen in diesem Thread. Alle Beiträge, die nicht in der oben genannten Form eine Münze vorstellen, werden von den Moderatoren gelöscht, da sie die Lesbarkeit beim Runterscrollen beeinträchtigen.
J . 252
Preussen 20 Mark, 1906 A Technische Daten
Gewicht 7,63 g ( ! ), Durchmesser 22,7 mm, Dicke am Randstab 1,8 mm Haptischer Eindruck:
Die Münze 1906 fühlt sich fast samtig an. Gleichzeitig macht der zu hohe Randstab, dass man den Eindruck hat, eine Spielmarke in der Hand zu halten. Prägebild:
Die Konturen wirken verschwommen, das Portrait macht einen abwesenden Eindruck, fast wie eine Totenmaske, es fehlt die Lebendigkeit eines Portraits,dazu hat es fast den Anschein, als ob der Kaiser auf 1906 A ein Loch im Kof hat, die Schläfen sind viel zu tief. Randschrift :
Die Aufteilung der Randschrift ist fast identisch mit der einer Originalmünze
Das G in Gott ist zu klein
Die Querbalken der T`s sind runtergezogen und zu dünn, die T`s sind unterschiedlich
Das I in MIT ist dick und unförmig
Das T in MIT ist schief
UNS ist fast unleserlich
Der Stern zwischen den Arabesken ist unförmig, wie ein Loch
Die Arabesken selbst sind nicht filigran sondern wirken ungeschlacht
Der Rand macht einen polierten Eindruck Unter dem Mikroskop:
Die Typen der Umschrift sind zu dick. Die Fütterung der Krone ist flau. Die Musterung des Stoffes fehlt . Die Randperlen gehen stellenweise in den Rand über.
Technische Daten:
Gewicht 7,96 g, Durchmesser 22,68 mm, Dicke am Randstab 1,45 - 1,48 mm
Haptischer Eindruck:
Nur auf Grund der unscharf ausgeprägten Münzoberfläche ist ein Unterschied zum Original fühlbar.
Prägebild:
Die Prägung ist total unvollkommen, alle Konturen sind verschwommen, gerade bei den Ziffern und Buchstaben ist dies sehr gut zu erkennen. Auch das Portrait von Friedrich III. sowie der Adler sind unscharf abgebildet, gut auch zu sehen bei den Krallen des Adlers, die mit "Krallen" keinerlei Ähnlichkeit mehr haben.
Die Ziffern und Buchstaben sind rundlich in allen Richtungen, Randstab und -perlen sind eigentlich nur angedeutet und gehen fast ineinander über. Man kann bei dieser Münze nicht von einem eigentlichen Münzgrund und einer erhabenen Prägung sprechen. Gut zu sehen auch auf dem Bild der Krone, dem jegliche Details fehlen.
Randschrift:
Die Randschrift ist deutlich ausgeprägt, jedoch sind die Buchstaben, vor allen das "I" und die "Ts" zu gerade, zu winklig dargestellt. Es fehlen z. B. beim "T" die Schwünge am Ende des oberen und unteren Querbalkens. Auch das "UNS" weicht ebenfalls sehr vom Original ab.
Auf den Vergleichsbildern, übrigens ebenfalls ein Friedrich, sind die Unterschiede sehr gut zu erkennen.
Die Münze wurde von einem bekannten Sachverständigen begutachtet, der sie als "plumbe Fälschung" bezeichnet. Welche Münze auf den Bildern die gefälschte ist, bedarf, denke ich, keiner Erklärung...
Technische Daten:
Gewicht 7,96 g, Durchmesser 22,5 mm, Dicke am Randstab 1,46 - 1,47 mm
Haptischer Eindruck:
Ein Unterschied zu Originalprägungen ist nur minimal feststellbar. Die Münze fühlt sich etwas anders an.
Prägebild:
Das Prägebild wirkt flau. Die Konturen sind teilweise unscharf. Es rührt daher, dass es sich hierbei um eine sehr gute Schleudergussfälschung handelt. Das Kronenband ist nicht so detailgetreu, wie es bei Originalen der Fall ist. Der Prägeglanz macht einen anderen Eindruck, er ist gröber und grobkörniger als der übliche Prägeglanz.
Randschrift:
Die Randschrift ist sehr gut ausgeprägt es sind kaum Unterschiede zum Original festzustellen. Hauptunterschied ist der Stern zwischen den Arabesken. Er ist zu filigran, die Zacken sind zu gut ausgeprägt. Die Randschrift befindet sich nicht auf einer Linie, der Höhenunterschied ist aber minimal. Das U bei UNS weicht vom Original etwas ab.
Die Münze wurde einem Sachverständigen vorgelegt und als Fälschung befundet.
Technische Daten:
Gewicht 7,96 g, Durchmesser 22,5 mm, Dicke am Randstab 1,45 - 1,47 mm
Haptischer Eindruck:
Ein Unterschied zu Originalprägungen ist feststellbar. Die Münze fühlt sich etwas anders an, sie ist am Münzgrund deutlich glatter.
Prägebild:
Das Prägebild wirkt flau, an manchen Stellen fehlen Details. Die Konturen sind teilweise unscharf. Das Kronenband ist teilweise unvollständig. Es handelt sich hier um eine typische Schmidt-/Hausmannfälschung. Die Vorderseite hat den typischen pp-artigen Eindruck. Die Rückseite fällt durch einen anderes reflektierenden und gröberen Prägeglanz auf.
Randschrift:
Die Randschrift scheint graviert worden zu sein. Es sind deutliche Unterschiede erkennbar. Es stimmt kein einziger Prägebuchstabe mit dem Original überein.
Ein weiteres Beispiel für eine schlechtere Hausmannfälschung.
Technische Daten:
Gewicht 7,96 g, Durchmesser 22,5 mm, Dicke am Randstab 1,46 - 1,47 mm
Haptischer Eindruck:
Ein Unterschied zu Originalprägungen ist feststellbar. Die Münze fühlt sich etwas anders an, sie ist am Münzgrund deutlich glatter.
Prägebild:
Das Prägebild wirkt flau, an manchen Stellen fehlen Details (siehe Brustschild). Die Konturen sind teilweise unscharf. Das Kronenband ist teilweise unvollständig. Es handelt sich hier um eine typische Schmidt-/Hausmannfälschung. Die Vorderseite und die Rückseite haben den typischen pp-artigen Eindruck.
Randschrift:
Die Randschrift scheint graviert worden zu sein. Es sind deutliche Unterschiede erkennbar. Es stimmt kein einziger Prägebuchstabe mit dem Original überein.
Technische Daten:
Gewicht 7,96 g Durchmesser 22,5 mm Randstab 1,45 - 1,47 mm
Haptischer Eindruck:
Die Münze ist deutlich fühlbar glatter an Münzgrund fast schon seifig.
Prägebild:
Konturen gut ausgeprägt, allerdings im Detail feht's. Die Kronenbänder sind unscharf, in der Krone das Gewebe ist schlecht ausgeprägt und der Reichsapfel sieht fast schon angebissen im unteren Teil aus. Über den Buchstaben DEUTSCHES REICH ist eine Schattenprägung.
Randinschrift:
Die Buchstaben der Randinschrift sind deutlich anderst als im Orginal, viel gedrängter. Die Arabesken sind auch sehr gestaucht, die Sterne unförmig. Die Rändelung verrät zuerst und sehr deutlich die Fälschung.
Bilder:
Die ungereinigte Münze ist das Orginal. Die Fälschung glänzt schön.
Bei der Randinschrift ist das Orginal oben.
Haptischer Eindruck:
Kein Unterschied zum Original zu erkennen.
Prägebild:
Die Prägung ist fast perfekt. Unterhalb des R von MARK ist ein Stempelfehler. Dort sind längliche Aufwulstungen und Vertiefungen zu erkennen. Beim letzten E von DEUTSCHES fehlt ein Teil des oberen Querbalkens.
Ansonsten ist die Prägung nahezu perfekt, auch der einem Original entsprechende Prägeglanz ist noch teilweise vorhanden. Es handelt sich höchstwahrscheinlich um eine zeitgenössische Fälschung. Ein weiterer Hinweis sind die Kratzer auf der Münze, die auf eine Zirkulation hindeuten. Das Gefährliche an der Fälschung ist, dass sie ohne Gewichtsangabe nicht als solche zu erkennen ist. Das Stück ist nicht im Weege dokumentiert.
Unter dem Mikroskop sind keine Unterschiede zu einem Original erkennbar.
Randschrift:
Die Riffelung ist an den meisten Stellen perfekt. An einer Stelle sind die Balken geteilt.
Technische Daten:
Gewicht 3,98 g, Durchmesser 19,68 mm, Dicke am Randstab 0,88 - 0,98 mm
Haptischer Eindruck:
Die Oberfläche fühlt sich sehr glatt an, es sind im keinerlei Unebenheiten erkennbar.
Prägebild:
Die Prägung ist PP-ähnlich, der Münzgrund ist spiegelglanz, die Konturen der eigentlichen Prägung sind beidseitig scharf abgegrenzt. Dafür ist der Randstab ungleichmäßig ausgeprägt, teilweise nicht vorhanden (gut sichtbar über der Adlerkrone), an manchen Stellen nach innen versetzt, aber auch wenig ausgeprägt. An diesen Stellen geht der Randstab nach aussen nochmals in eine Horizontale über.
Randprägung:
Die Arabesken sind wenig ausgeprägt, auch weichen sie sehr vom Original ab.
Eine klassische Schmidt-Hausmann-Fälschung, diese Münze hat es nie gegeben...
Technische Daten:
Gewicht 3,95 g, Durchmesser 19,56 mm, Dicke am Randstab 0,91 - 0,95 mm
Haptischer Eindruck:
Die Oberfläche fühlt sich sehr glatt an, wie seifig.
Prägebild:
Die Prägung ist wie bei dem 1906er PP-ähnlich, der Münzgrund ist spiegelglanz, auch die Konturen der eigentlichen Prägung sind scharf abgegrenzt. Das Wappen im Brustschild ist leer, ohne jegliche Prägung. Der eindeutige Hinweis, dass diese Münze kein Original ist, ist natürlich das Jahr der Prägung. Im Drei-Kaiser-Jahr 1888 wurde keine 10-Mark-Goldmünze mit Wilhelm II. geprägt.
Dieses Gepräge ist wohl weder eine Fälschung noch eine Nachprägung, da diese Münze nie im Original existiert hat. Im Schön wird sie deshalb auch als Phantasieprodukt bezeichnet.
Randprägung:
Die Arabesken sind schwach ausgeprägt, nur oberflächlich, auch weichen sie stark vom Original ab.
J. 161 - 5 Mark Sachsen-Weimar Universität Jena 1908
Technische Daten:
Gewicht 27,50 g
Haptischer Eindruck:
Kein Unterschied zu Originalen.
Prägebild:
Das Prägebild wirkt scharf. Die Oberfläche erscheint etwas körniger als beim Original. Der Prägeglanz ist nicht vorhanden. Typischer Galvano.
Randschrift:
Die Randschrift entspricht zum großen Teil dem Original. Sie tanzt und bewegt sich nicht exakt auf einer Linie. Zusätzlich ist eine Markierung "CF" als Punze zu erkennen.
Technische Daten:
Gewicht 8,01 g, Durchmesser 22,52 mm, Dicke am Randstab 1,45 - 1,47 mm
Haptischer Eindruck:
Es ist eigentlich kein Unterschied zu Originalen fühlbar, vllt. etwas glatter als normal.
Prägebild:
Die Prägung ist PP-ähnlich, der Münzgrund ist fast spiegelglanz, die Konturen der eigentlichen Prägung sind beidseitig scharf abgegrenzt. Der Randstab ungleichmäßig ausgeprägt, gut im Bereich des Kopfes bis zum "Koenig" zu erkennen. Ausschlaggebend ist jedoch hier vor allem das Übergewicht, das ausserhalb jeglicher Toleranzen liegt.
Randprägung:
Die Randprägung wurde offensichtlich nachträglich angebracht, die Ränder der einzelnen Buchstaben weisen teilweise eine Wulst auf. Die Bilder sind leider nicht so gut geworden, aber es ist zu erkennen.
Prägebild:
Schlechtes Prägebild, Münze wirkt fast wie gegossen, erhabene Striche Avers zwischen der Schrift und dem Rand und dem Münzgrund. Oberfläche sieht fast rauh aus. Randstab im Bereich Deutscher leicht aufgewölbt.
Revers ebenfalls erhabene Striche auf dem Münzgrund. Kronenbänder schlecht ausgeprägt ebenso die ganze Krone.
Rand:
Schlechte teils erhebliche Abweichungen vom Orginal. Die TT von GOTT sehen anderst aus, ebenso beim UNS erkennt man die Fälschung.
Sonstiges:
Lieferung als stgl mit Echtheitsgarantie aus dem deutschsprachigem Fachhandel!!
Technische Daten:
7,98 Gramm, 22,5 mm Durchmesser, Randstab 1,46 mm
Haptischer Eindruck:
Münze fasst sich etwas stumpf an.
Prägebild:
typisch Schmidt/Hausmann, Krone und Kronenbänder verwischt, nicht so scharf Detailliert wie im Orginal. Ansonsten auf dem ersten Blick ok.
Rand:
Hier ist wiederum die Fälschung sehr leicht zu erkennen. Kein Buchstabe stimmt mit der Orginal Rändelung überein. Die Buchstaben sehen aus wie ausgefräst.
J . 102
Preussen 2 Mark, 1898 A Technische Daten
Gewicht 8,08 g ( ! ), Durchmesser und Stärke in der Toleranz Haptischer Eindruck:
Die Münze fühlt sich rauh an. Optischer Eindruck:
Die Farbe weicht von der einer Silbermünze in gelaufener Erhaltung ab und erinnert an Zinn Prägebild:
Die Konturen avers sind teilweise verschwommen, das Portrait revers macht einen erstaunlich guten Eindruck und stimmt fast mit dem eines echten preussischen Zweimarkstücks überein Rand :
Der Rand wirkt scharfkantig, die Randkerben sind unregemässig Siehe Bild ( oben die Fälschung, unten ein echtes Zweimarkstück 1900 A ) Unter dem Mikroskop:
Die Typen der Umschrift sind zu dick und verleufen. Die Randperlen sind verkümmert und gehen stellenweise in den Rand über. Sonstiges :
Gekauft als zeitgenössische Fälschung
Technische Daten:
Gewicht 7,96 g, Durchmesser 22,5 mm, Dicke am Randstab 1,45 - 1,47 mm
Haptischer Eindruck:
Ein Unterschied zu Originalprägungen ist minimal feststellbar.
Prägebild:
Das Prägebild wirkt scharf, es fehlen keine Details. Es handelt sich hier um eine typische Schmidt-/Hausmannfälschung. Beide Seiten haben den typischen pp-artigen Eindruck.
Randschrift:
Die Randschrift ist etwas besser, als bei den häufigeren Fälschungen.
Technische Daten:
Gewicht 3,996 g, 22,50 mm, Dicke über Randstab 1,40 mm Prägebild:
Konturen scharf, Münzbild verhältnismäßig klar, Münzgrund glatt. Rand:
glatt Sonstiges:
Gewicht nur 50% des Originals, Prägefälschung, am linken Fuß des Adler kleine Marke - PN- übereinander stehend. Als Fälschung erworben.
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J . 251
Preussen 10 Mark, 1901 A Technische Daten
Gewicht 4,01 g, Durchmesser 19,6 mm, Dicke am Randstab 1,1 mm Haptischer Eindruck:
Scharfkantiger Rand Prägebild:
Das Relief wirkt gefrostet, der Untergrund poliert, teilweise sieht man Schleifspuren in den Feldern. Der Adler macht einen flauen Eindruck, die Krone den Eindruck , als sei die Münze durch Umlauf bereits abgenutzt ist ( siehe Vergleich mit einem echten Zehnmarkstück von 1910 ). Der Randstab ist zu dünn. Randschrift :
Der Abstand zwischen den sechs Ornamenten stimmt nicht mit dem einer echten Münze überein
Die Arabesken sind ungleichmässig
Die Sterne sind ungleich, teilweise sehr scharfzackig Unter dem Mikroskop:
Die Randperlen haben teilweise Materialabsetzungen