Kaiserreich - 2 Mark Sachsen-Meiningen 1913! Selten! Gibt es hiervon Fälschungen?
Hallo liebe Sammler,
Ich habe eine Frage zu der Echtheit einer meiner Münzen.
Ich habe diese lange gesucht und letztlich ersteigert.
Der Verkäufer gibt Echtheitsgarantie und gibt an, diese schon einem Münzenhändler vorgelegt zu haben. Dieser hat die Münze als echt eingestuft und sie mit der Erhaltung vz, leicht berieben angegeben. Kann ich der Sache trauen? Was sagen die Spezialisten hier?
Jäger-Nr. 151b.
2 Mark Sachsen-Meiningen 1913
Auflage nur 5000 Stk.
Ich finde, die Münze ist wirklich schön erhalten für eine Kursmünze... mind. vz. Was haltet Ihr von den Bildern??? Welchen Wert würdet Ihr dieser Münze zustimmen?
Der Erhaltung vz, leicht berieben kann ich nur anhand der Bilder zustimmen. Der Preis laut Katalog (Schön 2009) vz 550.- Euro. Einen kleinen Aufschlag würde ich Ok finden.
grüße Matthias
Bei Auktionen bringt dieser Typ vz so 260€ + AUfgeld. Laut Laeger gibt es aber Fälschungen davon. Im Zweifelsfall einen vereidigten Sachverständigen fragen.
Der Erhaltung vz, leicht berieben kann ich nur anhand der Bilder zustimmen. Der Preis laut Katalog (Schön 2009) vz 550.- Euro. Einen kleinen Aufschlag würde ich Ok finden.
grüße Matthias
Das freut mich zu hören Matthias!!! Ich finde die Erhaltungsstufe vz ist bei diesem Stück doch realistisch...
Da die Münze in diesem Jahrgang doch recht selten ist (5000) kann man hoffentlich mit Deiner Wertangabe rechnen...
Die Münze ist doch auch bei MA Münzen sehr selten (zur Zeit nur ein Mal) angeboten.
Vielen Dank schon mal an alle bisherigen Angaben von Euch,
MfG
Ich habe selbst einmal eine sehr gute Fälschung von dem gleichen Stück in Händen gehalten. Man kann es nur in Natura erkennen oder auf sehr hochauflösenden Fotos. Wenn es eine Fälschung ist, müssten kleine Gusspunkte auf der Oberfläche sein und ich meine solche auf der Vorderseite zu erkennen. Das Gewicht ist mit einem Original identisch, auch der Rand stimmt überein. Was mich stutzig macht ist, dass die Münze trotz relativ guter Erhaltung keinen Prägeglanz zwischen den Buchstaben aufweist. Bei einer Fälschung kommt ebenfalls kein Prägeglanz zum Vorschein.
Anbei dein Foto mit entsprechender Markierung, sieh doch mal nach, ob du an diesen Stellen kleine Gusspunkte feststellen kannst.
Hallo Rambo,
jagst mir einen ganz schönen Schrecken ein...
Ich habe mir das Stück jetzt ganz genau mit einer Lupenbrille angeschaut. Diese Gusspunkte müßten doch, wenn ich mich nicht irre, nach außen gehen, also kleine Erhebungen sein. Diese entstehen doch, wenn die Gussform/Gussmasse kleine Luftblasen enthält. Die kleinen Punkte, die Du mir markiert hast, sind kleine, unterschiedlich große Einschläge (also Kratzer, die nach innen gehen). Nur eine Sache macht mich stutzig: da ist ein Punkt, so einen Millimeter unter dem ersten I in MEININGEN, der ist leicht erhaben.
Ich hoffe, ich bin nicht auf eine Fälschung reingefallen!!!
Erhabene Punkte sollten auf der Münze eigentlich nicht vorkommen. Kannst du einen hochauflösenden Scann von der Vorder- und Rückseite einstellen, eventuell kann man dann mehr erkennen.
Ich finde es nur komisch, dass kein Prägeglanz zu erkennen ist. Ich würde eher auf eine Fälschung tippen, aber ich kann mich auch irren.
Hallo Rambo,
Du hast mich wirklich sehr skeptisch gemacht!
Ich habe deswegen die Münze auch noch mal auf einer sehr, sehr empfindlichen wage gewogen: 11,092 g (angegeben mit 11,111g) also nur 19mg drunter! Ich habe auch andere, sicher echte gewogen, die weit mehr nach unten abwichen.
Ich habe auch noch den genauen Durchmesser mit 28,2 mm gemessen (angegeben mit 28mm). Auch hier habe ich sicher echte, die auch etwas größer sind + 0,1-0,2 mm.
Ich habe folgenden Text bei JUNKER EDELMETALLE gefunden: "Galvanos
Zur Herstellung eines Galvanos wird die Anode in einem Galvanischen Bad an das gewünschte Metall angeschlossen, meist Kupfer, welches sich nach Stromeinschaltung an der gegenüberliegenden Kathode niederschlägt. An der Kathode befindet sich die Negativform einer Münze aus Weißblech, die mit Graphit bestrichen ist. In dieser Form wächst nun ein Abdruck der positiven Münzseite. Um eine vollständige Kopie einer Münze zu erhalten, müssen die Rückseiten der Galvanos glatt geschliffen und aufeinander gelötet werden.
Daraus ergeben sich auch die Merkmale einer solchen Galvano-Münze: Das Gewicht ist meist zu schwer, die Münze zu dick, und es entsteht eine Nahtstelle beim zusammenfügen der Münzteile, „Rad“ genannt. Außerdem erkennt man ein Galvano am dumpfen Klang.
Galvanos sind eigentlich als Kopie von Münzen für Museen gedacht oder als Ersatz für ein fehlendes Stück in der Sammlung.
In der letzten Zeit kommen aber vielfach Galvanomünzen als Fälschung auf den Markt. Die Münzteile werden soweit abgeschliffen, dass sie zusammengesetzt in etwa das Gewicht eines Talers ausmachen, das sowieso eine Toleranz von 1/10 bis 5/10 hat. Stücke mit glattem Rand werden bevorzugt genommen, also Stücke zwischen 1500 und 1600. Die Fälschung wird noch versilbert mit der Legierung einer alten, beschädigten und deshalb günstigen Münze. Oft wird noch eine Patina darüber gelegt, um die Fälschung noch mehr wirken zu lassen. Es entsteht eine durchaus gefährliche Fälschung. Schwerere Galvanos werden oft zu 1 1/3 Talern erklärt, also auch noch zu einer teuren Rarität."
Also, habe ich mir auch den Rand genau angeschaut, und kann nicht die kleinste Naht/Linie am Riffelrand erkennen.
Schau Dir bitte mal die neuen, besseren Fotos an. Bei dem letzten vom Avers habe ich mal den Kontrast hochgedreht, um alle Unebenheiten zu erkennen. Die Stelle, die mir nicht so gut gefällt ist, wie gesagt, die kleine Erhebung unter dem I in Meiningen. Davor sind auch ganz feine Linien (Kratzer).... Wenn ich jetzt weiterspinne könnte man glauben, es ist wie ein Abdruck von feinen Fusseln... Dies könnte auch ein "Gekrissel" sein, welches beim abkühlen eines Gusses vorkommt. Somit wäre ich bei der nächsten Theorie: Ein Schleuderguss???
Vielleicht übertreiben wir ja jetzt einfach, und die echte Münze lacht sich schon einen....
Es sind übrigens alle im Forum eingeladen, sich zu dieser Sache zu äußern, DANKE!
Also von einem Galvano habe ich nie gesprochen, den würde man leichter erkennen. Die wichtigen Punkte hast du ja selber herausgefunden.
Es müsste sich wenn dann um einen Guss (Schleuderguss, Feinguss etc.) handeln, schon alleine wegen den Gusspunkten, falls es welche sind.
Bei einem Galvano werden meist zwei Kupferstücke zusammengesetzt und es entsteht eine Naht, danach wird es versilbert. Je nach dem wie stark es versilber ist, sieht man die Naht oder auch nicht mehr. Es gibt beide Arten.
Die Bilder sind leider nur minimal besser, aber ich meine nach wie vor, kleinste Gusspunkte zu erkennen (anbei ein paar Bilder). Es wäre eigentlich sofort mit einem Mikroskop zu erkennen.
Er hat mich zum Glück sehr skeptisch gemacht!
Ich war heute mit der Münze bei einem Münzfachmann und wir haben genau! diese 2Mark Meininger im "Weege Münzfälschungen, money trend Verlag, Wien" auf Seite 105 ausfindig gemacht!!!
Alle Merkmale genau dieser Münze sind aufgelistet! Es ist eine "Sehr gefährliche Fälschung"! Aber bitte lest selbst in diesem Scan:
Der Verkäufer ist informiert, und er glaubt an keine Fälschung. Doch er hat mir Rückgaberecht bei einer Fälschung angeboten und will mir auch bei Ankunft seiner Münze das Geld zurücküberweisen. Was kann ich tun, außer Ihm die Münze zu schicken und auf mein Geld zu hoffen???
Nie wieder private Verkäufer bei Ebay!!!
Danke für die Info. Wenn dir der Verkäufer schon ein Rückgaberecht eingesteht zählt er für mich schon mal zu den seriöseren Verkäufern auf Ebay.
Wie ich mit sowas weitermachen würde, hängt von der Kommunikation mit dem Verkäufer ab. Wenn er einen seriösen Eindruck macht, würde ich ihm die Münze senden. Ansonsten bleibt eventuell nur die persönliche Übergabe. Es kommt auch auf seine Bewertungen an, riskiert er wegen dieser Münze eine schlechte Bewertung? Wenn er ein gutes Profil hat würde ich ihm die Münze wieder senden.
Ansonsten würdest du eh auf den Schaden sitzen bleiben.
PS: Das Stück wäre ein sehr schönes Beispiel in unserer Fälschungsgallerie: klick. Vielleicht kannst du es dort dokumentieren.
PS: Das Stück wäre ein sehr schönes Beispiel in unserer Fälschungsgallerie: klick. Vielleicht kannst du es dort dokumentieren.
mfg
Darum möchte ich auch bitten. Ich denke gerade solche doch recht hochpreisigen Sammlermünzen sind fast noch wichtiger zu dokumentieren als eine einfache Schmidt-Hausmann-Fälschung.
Und wenn man die hier geposteten Beiträge durchliest ist es fast schon ein muss diese Münze im Fälschungsthread einzustellen. Hier wurde ein Sammler hoffentlich von größeren Schaden bewahrt Und das soll ja auch der Sinn des Fälschungsthreads sein...
Ich danke Euch für Eure Hilfe! Eure Skepsis hat mich vor einem großen Reinfall bewahrt! Die Sache nimmt, wenn der Verkäufer nun wirklich, wie abgemacht, das Geld zurück überweist, doch noch ein gutes Ende! Ich habe Ihm alle Unterlagen mit den deutlich hervorgehobenen Fälschungsmerkmalen zukommen lassen. Er war, so darf ich ihm in diesem Fall sogar glauben, selbst unwissend, diese sehr gute Fälschung in seinem Besitz zu haben. Er hatte dieses Stück sogar bei einer Münzhandlung vorgelegt und als echt deklariet bekommen, wenn man ihm Glauben schenken darf. Bisher zeigt er sich aber seriös.....
Sobald ich Zeit finde, werde ich diesen Beitrag in Euren Fälschungsthread stellen.