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| Deutschland vor 1948 Drittes Reich, Weimar, Kaiserreich, Taler |
14-03-2010, 09:05
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#1 (permalink)
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Mysterium
Beim Durchblättern des Jaegers ist mir schon immer folgender Umstand aufgefallen, auf den ich mir keinen rechten Reim machen kann:
Warum ist 2 Mark Baden 1911 und 13 ( J. 38 ) so teuer ? Die Prägezahlen ergeben auf den ersten Blick keinen Anhaltspunkt für solch einen Preis, die Lübecker 2 und 3 Mark sind in wesentlich geringeren Auflagen geprägt worden , jedoch für die Hälfte zu haben.
Wurde diese Münze vielleicht gar nicht mehr ausgegeben ? Darauf gibt es bei Jaeger keinen Verweiss, allerdings fällt auf, dass Baden zwischen 1899 und 1907 mit 5,5 Millionen geprägten Zweimarkstücken ( J, 28, 30, 32, 34, 36 ) geradezu überschwemmt wurde. Bestand im Grunde gar kein Bedarf an J 38, so dass die 350.000 Stk nicht abgerufen wurden ? Sowas geschah ja dem Zweipfennigstück ( J 2 ) mit kleinem Adler, dessen Bestände 25 Jahre lang ausreichten.
Dazu kam ab 1909 die Flut an Dreimarkstücken, so dass die abgenudelten Vereinstaler nicht etwa fortfielen, sondern durch ein eigenes Nachfolgenominal ersetzt wurden.
Falls J 38 1917 in den Banktresoren lag, könnte somit fast die gesammte Auflage in einem Schwung zum Einschmelzen abgeliefert worden sein, als das Zweimarkstück ausser Kurs gesetzt wurde.
Ist das vielleicht schon die Antwort ?
Hat jemand von Euch eine Idee oder einen Literaturhinweiss ?
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06-07-2011, 09:04
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#3 (permalink)
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Das C avers in Friedrich ist ausgebrochen.
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Hallo!
Ausgebrochen ist da mit Sicherheit nichts, da saß eher ein Fremdkörper im Stempel. Wenn im Stempel was ausgebrochen wäre, wäre auf der Münze "zusätzliches" Material sichtbar, das in die Lücke / Ausbruchstelle geflossen wäre. Gerade bei dieser Münze ist aber an der Fehlstelle im "C" sehr schön ein vertiefter Boden zu sehen, der davon kommen dürfte, dass dieser Fremdkörper noch über das Niveau der im Stempel höher liegenden Fläche hinausragte.
Die unvollständigen Buchstaben, die von den Badensern bekannt sind, kommen nach allgemeiner Meinung wohl von selten gereinigten Stempeln. Da aber hier wohl ein echter Fremdkörper im Stempel saß, könnte man spekulieren, dass der nicht unbedingt dauerhaft dort saß, sondern sich irgendwann durch die Belastungen im Verlauf des Prägens "von selbst" verabschiedet hat. Die Wahrscheinlichkeit, weitere Exemplare mit diesem Fehler zu finden, dürfte also relativ gering sein.
Zur Frage der Häufigkeit ist noch anzumerken, dass lt. Jäger die Zweier die einzigen Silberstücke waren, die während des Krieges für ungültig erklärt und zum Umtausch aufgerufen wurden (ein Versuchsballon?). Wenn die Badenser dann noch nicht oder nur in geringer Zahl ausgegeben waren, werden die Depotstücke wohl zuerst eingeschmolzen worden sein.
Grüße
collettore
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06-07-2011, 15:06
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#4 (permalink)
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So schnell hat der Fremdkörper (wenn es dann einer war) nicht aufgegeben.
Mein Zweier von 1913 zeigt genau das gleiche Erscheinungsbild.
In der Karlsruher Münzstätte hat es aber von altersher schon immer solche hübschen Unterschiede gegeben - denkt man alleine an die Mühe, die Kleinmünzen einheitlich zu benennen.
Einmal Kreuzer - einmal Kreutzer, fast wie in der modernen Sprachlehre (oder leere?!).
Ein Musterbeispiel:
Gulden 1845, auf der Kopfzeite ist deutlich zu sehen, dass der Stempel gegenüber der Wertseite gewechselt wurde.
Das erinnert sehr an die BRD 50 Pfennig von 1950.
Gruß diwidat
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06-07-2011, 22:57
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#5 (permalink)
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Vielen Dank für eure interessanten Antworten. höchst interessant, dass Du, diwidat, ebenfalls einen 1913er hast, der diesen Mangel im C aufweisst.
Zur Frage, ob ein Stempelausbruch oder eine Verstopfung durch Dreck zum offenen A bei J 27 und 29 geführt hat, wird übrigens im Jaeger kommentiert. Hammerich , so Jaeger, geht von einem ausgebrochenen Querstrich aus, Kummer soll von der badischen Münze die Auskunft erhalten habe, die Stempel seien verschmutzt gewesen.
Es ist schon auffällig, dass es bei den 25 in Karlsruhe zwischen 1872 und 1915 geprägten Typen bei ganzen 8 Typen katalogisierte ( d.h relativ häufige ) markante Abweichungen gibt. Die Kleinmünzen habe ich jetzt nicht mit dazugezählt, aber da ist auch irgendwas. Zu irgendeinem Zeitpunkt hatte Karlsruhe eine neue Punze für das Münzzeichen geliefert bekommen, verwendet aber noch längere Zeit beide Ausführungen nebeneinander.
Die Stellung des Zweimarkstückes finde ich auch spannend. Ursprünglich nicht vorgesehen, wurde es 1876 nachgeschoben, um den süddeutschen Staaten den Gulden zu ersetzen. Als einzige Grossmünze wurde dieses Nominal für ungültig erklärt und eingezogen. Als weimar seine ersten Kursmünzen prägt, wird ein geplantes Zweimarkstück in Aluminium gar nicht erst ausgeführt, stattdessen gibt es den Alu - Taler; und auch nach Stabilisierung der Mark wird zunächst ein Dreimarkstück als einzige Grossmünze für den Umlauf geprägt. Ob das " norddeutsche Rache " an dem bei seiner einführung als " undezimal " verschrieenen Nominal war ?
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06-07-2011, 23:56
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#6 (permalink)
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Zur Frage, ob ein Stempelausbruch oder eine Verstopfung durch Dreck zum offenen A bei J 27 und 29 geführt hat, wird übrigens im Jaeger kommentiert. Hammerich , so Jaeger, geht von einem ausgebrochenen Querstrich aus, Kummer soll von der badischen Münze die Auskunft erhalten habe, die Stempel seien verschmutzt gewesen.
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Wenn ein Merkmal auf einer Münze normalerweise positiv erscheint - wie der Querstrich beim "A" - kann nur die Punze ausgebrochen sein.
Verschmutzter Stempel ist schon ein Argument - meine Vermutung ist aber, dass der Stempelschlosser (ein Medailleur war es sicher nicht) einfach das "A" und das "V" in seinem Punzensatz verwechselt hat. Ein V hat keinen Querstrich - auch keine Spur davon.
Bei den frühen badischen Kreuzern (oder Kreutzern?) kommen Jahreszahlen mit einer spiegelbildlichen "1" vor, d.h. der Haken zeigt nach rechts!
Die simple Erklärung ist: Von einer römischen "1" ist die linke (rechte!!) obere Seriffe abgebrochen und die armen Badener hatten nur diese eine Punze und keinen Ersatz. Die falsche Eins ist auf mehreren Stempeln zu finden  - genau so wie das A / V.
Gruß diwidat
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