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Deutschland vor 1948 Drittes Reich, Weimar, Kaiserreich, Taler

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Alt 05-12-2010, 00:22   #1 (permalink)
 
Falsches Reichsgold aus den goldenen Zwanzigern

In einen Nachbarforum habe ich folgenden Hinweiss auf eine Artikelbeschreibung auf MacSuch gelesen :

Josef Wild wurde am 13. März 1872 in Nürnberg geboren. Nach den Lehr- und Gesellenjahren übte er sein Kunsthandwerk seit 1897 als Goldschmiedemeister und selbständiger Juwelier in einem gemieteten Laden in Nürnberg aus. Während der Inflationszeit nach dem 1. Weltkrieg, als der Höhepunkt der Geldentwertung im Jahre 1923 erreicht war, begann Wild mittels einer erworbenen Prägemaschine Münzen herzustellen, auf denen der Wert in Goldmark bzw. Dukaten angegeben war, wobei er einem Dukaten zehn Goldmark gleichsetzte. Wild wollte so dem deutschen Volk durch seine Goldmarkprägungen anstelle der wertlosen Geldscheine, die auf Millionen, Milliarden und Billionen lauteten, wieder einen sicheren Wertmesser geben und den verzweifelnden Menschen zeigen, was überhaupt eine Goldmark ist, nach der Industrie und Handwerk, Handel und Gewerbe, Importeure und Exporteure rechneten. Die hergestellten Münzen wurden jedoch sofort wegen des gesetzlichen Geldausgabemonopols der Reichsbank untersagt. Als Wild jedoch begann, Reichsgoldmünzen herzustellen, beging er damit das Verbrechen der Falschmünzerei. Er kam in Haft und wurde später wegen einer schweren Erkrankung in das städtische Krankenhaus Nürnberg verlegt, wo er am 31. März 1932 im Alter von 60 Jahren verstarb.

Ach ja ? Reichsgold aus den 20er Jahren? Hat jemand von Euch schon mal etwas davon gehört, bzw hat so ein Teil gesehen ? Welche Typen, welche Qualität welches Vorkommen ? Wo sind die heute ?

Geändert von Kronerogøre (26-12-2011 um 22:17 Uhr)
Kronerogøre ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 07-12-2010, 18:38   #2 (permalink)
 
von dem Josef Wild habe ich auch schon mal gehört

bei google habe ich auch Bilder seiner Erzeugnisse gefunden.
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Silbernumis ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07-12-2010, 20:11   #3 (permalink)
 
Hübsche Gepräge. Interessant wäre es natürlich, eine von Wild fabrizierte Reichsgoldmünze zu sehen. Manchmal gibt es hier im Forum Anfragen nach der Echtheit von Raritäten, die gekoppelt sind mit der Beteuerung, das Stück sei schon seit der Vorkroegszeit in Familienbesitz.
Naja, wenn Wild wegen Falschmünzerei verurteilt wurde, werden wohl seine Produkte sicher nicht mehr existieren. Aber spannend wäre es schon.
Kronerogøre ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 08-12-2010, 03:55   #4 (permalink)
 
Falsches Reichsgold aus den goldenen Zwanzigern

Einige Josef Wild´sche Gold-Prägungen sind im Katalog Erlanger (Teil 1) unter folgenden Nummern, teilweise mit Abbildungen, Durchmesser- und Gewichtsangaben, beschrieben:

931 a = 10 GOLDM. Auflage 40-50 Stück. 18 mm. 3,6 g.
931 b = 5 | GOLD | M Auflage 40 Stück. 14 mm. 1,8 g.
931 c = 3 | GGOLD | M Auflage 25 Stück. 12 mm. 1,1 g.
931 d = 2 | GOLD | M Auflage 25 Stück. 11 mm. 0,7 g.

940 10 GOLD M // 1 | NÜRNBERGER | GOLD-DUKATEN 18 mm. 3,53 g.
400 Jahre Reformation.

960 Goldmedaille 21 mm. 3,55 g. Erinnerungstag der Armee und Marine.

962 EIN GOLD-DUKATEN 21,5 mm. 3,5 g. 100 Jahre Volksfest.

972 a = 5 GOLDDUKATEN 28,5 mm. 17,85 g. Stadtansicht.
972 b = 20 GOLDMARK 21 mm. 7,14 g. Stadtansicht.
972 c = 2 GOLDDUKATEN 21 mm. 7,14 g. Stadtansicht.

1000 = 20 GOLDMARK 21 mm. 7,1 g. 400. Todestag Dürers.
_________________________
Grüße von Rainer
pipdurex ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26-12-2011, 22:13   #5 (permalink)
 
Zu Weihnachten habe ich mir selbst das Werkverzeichnis von Wild ( Dieter W Fischer : Die gepräge des Josef Wild ) geschenkt, ein sehr hübsch ediertes Bändchen, in dem alle dem Autor bekanntgewordenen Gepräge katalogisiert sind. In der Tat finden sich Proben zu drei Reichsgoldmünzen :

J 195 5 Mark Bayern 1877 ( nur Portraitseite )

J 244 5 Mark Preussen 1877

J 247 10 Mark Preussen 1888 ( nur Portraitseite )

Hinweise auf weitere Typen , eventuelle Ausprägungen in 900er Gold oder etwaige Auflagehöhen finden sich nicht, allerdings schreibt der Autor, dass nach Wilds Verhaftung alle unverkauften Gepräge vernichtet wurden.

Die Portraits sehen äusserst gelungen aus, der Adler des J 244 wirkt grobschlächtiger als bei einem Original.
Kronerogøre ist gerade online   Mit Zitat antworten
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