Ich beschäftige mich zur Zeit mit den beiden Zwanzigmarkstücken J 225 und 226. Bislang habe ich mit Hessen noch wenig Erfahrung, abgesehen von der Kursmünze zu 3 Mark.
Bei den zwischen 1894 und 1911 geprägten Doppelkronen fällt mir Folgendes auf:
- Vorkommen im Handel i.d.R. ss bis vz-
- Auch auf Saalauktionen, auf denen man bei Raritäten schon mal eher die besseren Erhaltungen antrifft, dominiert die " fast vorzüglich " - Fraktion
Offenbar wurden diese Münzen überwiegend im Umlauf verbraucht, anders als beispielseise J 248, die dem Anschein nach zu einem grossen Teil von den damaligen Sammlern bei Seite gelegt wurde. Zusammen mit geringen Auflagen ( bis auf 1911 unter 100.000 ) könnte das die Erklärung sein.
Aber wie sieht es mit der Formgebung des Portraits aus ? Auf Bildern hat es den Anschein, als sei es besonders flach ausgeführt und deshalb besonders anfällig für Abrieb ? Kann das jemand bestätigen ?
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich bisher noch keinen einzigen Hessen in meinem Besitz habe, aber Deinen Eindruck betreffend den angebotenen Erhaltungen kann ich nur bestätigen. Mir ist auch aufgefallen, dass von vz aufwärts kaum Münzen angeboten werden.
Ob das an der Prägung liegt würde mich auch sehr interessieren, der Gedanke ist nicht abwegig. In der aktuellen MünzenRevue ist übrigens ein sehr interessanter Artikel über "dicke" und "dünne" Kaiserreich-Goldies abgedruckt. So variieren die Stärken der Münzen je nach dem abgebildeten Porträt ziemlich deutlich.
Kronerogöre ... ich habe einen 20er Ernst - Ludwig Jg. 1900 und einen 1908. Wegen des flachen Portrait´s hab ich mir schon Kopf gemacht -Fälschung ?. Glaube das aber denn doch nicht weil alle anderen Parameter passen !Kann leider kein Foto einstellen . Schöne Grüße: nambu94
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich bisher noch keinen einzigen Hessen in meinem Besitz habe, aber Deinen Eindruck betreffend den angebotenen Erhaltungen kann ich nur bestätigen. Mir ist auch aufgefallen, dass von vz aufwärts kaum Münzen angeboten werden.
Ob das an der Prägung liegt würde mich auch sehr interessieren, der Gedanke ist nicht abwegig. In der aktuellen MünzenRevue ist übrigens ein sehr interessanter Artikel über "dicke" und "dünne" Kaiserreich-Goldies abgedruckt. So variieren die Stärken der Münzen je nach dem abgebildeten Porträt ziemlich deutlich.
Hallo Stefan,
dann ist an Alexander Kummers Erwähnung ( 1896 ) , dass ein Türmchen aus 60 preussischen Doppelkronen ebenso hoch ist, wie eines aus 62 Bayern und 64 Sachsen also was dran. Leider schreibt er nicht, welche Monarchen da dickköpfiger sind als andere.
Kronerogöre ... ich habe einen 20er Ernst - Ludwig Jg. 1900 und einen 1908. Wegen des flachen Portrait´s hab ich mir schon Kopf gemacht -Fälschung ?. Glaube das aber denn doch nicht weil alle anderen Parameter passen !Kann leider kein Foto einstellen . Schöne Grüße: nambu94
Hallo nambu,
hast Du die beiden Stücke mal mit einem Preussen , am besten jeweils einem der betreffenden Jahre ,verglichen ?
Kronerogöre...hab gerade mal nachgeschaut : Einen 1900er Preussen 20er hab ich auf die Schnelle nicht entdeckt - aber der 1908er ist bis auf den kleineren Prägebuchstaben A beim Hessen vom Gesamteindruck her fast identisch - besonders auffallend ist der synchrone Verlauf der Rändlung .(beim Übereinanderlegen).Sieht so aus als hätten beide dieselbe Maschine verlassen. Meine auch, rückseitig bei beiden einen etwas stärkeren Randstab als üblich bemerkt zu haben. V.G.: nambu94
Hallo Matthias, auch ich bin nicht im Besitz eines Hessen. Ich habe mal bei Ma gestöbert. Da ist ein 1873er Ludwig 3 im Angebot. Angeblich vz+, ich würde mit vz- mitgehen. Das Prägebild Avers wirkt auch hier recht flau, gerade die Frisur wirkt, als ob Abrieb vorhanden ist. Deshalb würde ich anhand des Fotos vz- geben. Aber das wird wohl an der Prägung liegen, so dass dann wohl doch ein vz angebracht ist.
grüße Matthias
Kronerogöre...hab gerade mal nachgeschaut : Einen 1900er Preussen 20er hab ich auf die Schnelle nicht entdeckt - aber der 1908er ist bis auf den kleineren Prägebuchstaben A beim Hessen vom Gesamteindruck her fast identisch - besonders auffallend ist der synchrone Verlauf der Rändlung .(beim Übereinanderlegen).Sieht so aus als hätten beide dieselbe Maschine verlassen. Meine auch, rückseitig bei beiden einen etwas stärkeren Randstab als üblich bemerkt zu haben. V.G.: nambu94
Wenn die Randschrift in allen Punkten identisch ist, kannst Du davon ausgehen, dass der Hesse, bzw die Hessen echt sind.
Die Gestaltung des Münzzeichens war nicht normiert, siehe auch das stark von den Hamburger Geprägen abweichende J bei den Bremer Münzen.
Interessant, dass der Randstab Revers auch beim Hessen von 1908 breiter ist. Im Jaeger steht unter J 252, dass ab 1905 bei den in Berlin geprägten Doppelkronen eine Randstabverbreiterung vorgenommen wurde. Ich hatte das bisher immer nur auf die für Preussen geprägten Münzen bezogen, aber es ist ja nur logisch, dass dies für sämtliche in einer Prägeanstalt gefertigten Münzen gilt. Man lernt immer wieder was Neues über sein Sammelgebiet.
Hallo Matthias, auch ich bin nicht im Besitz eines Hessen. Ich habe mal bei Ma gestöbert. Da ist ein 1873er Ludwig 3 im Angebot. Angeblich vz+, ich würde mit vz- mitgehen. Das Prägebild Avers wirkt auch hier recht flau, gerade die Frisur wirkt, als ob Abrieb vorhanden ist. Deshalb würde ich anhand des Fotos vz- geben. Aber das wird wohl an der Prägung liegen, so dass dann wohl doch ein vz angebracht ist.
grüße Matthias
Hallo Matthias,
Ludwig III von 1872 - 73 kommt häufiger vor als J 225 und J 226, allerdings auch nicht in besseren erhaltungen. Naja, maximale Umlaufzeit. Leider weiss ich überhaupt nicht, wie gut Darmstadt die Umstellung auf Reichsmünzen und Hochbetrieb verkraftet hat ( Stichwort : Prägedruck ). Ansonsten habe ich den Eindruck, dass das Portrait Ludwigs III grössere Höhenunterschiede im Relief aufweisst. Aber auch diese Stücke kenne ich bisher nur von Bildern.
Die Münze hatte ich bei einer WAG-Auktion ersteigert. Erhaltungsangabe war damals : f.vz !
Wobei ich überrascht bin, daß sie nicht mal als vz angeboten wurde.
Klar, der Kratzer und der kl. schwarze Punkt werten die Münze etwas ab. Andererseits hat die Münze aber sogar noch einen gewissen Prägeglanz, so daß ich sie persönlich als vz+ einstufen würde.
Die Münze hatte ich bei einer WAG-Auktion ersteigert. Erhaltungsangabe war damals : f.vz !
Wobei ich überrascht bin, daß sie nicht mal als vz angeboten wurde.
Klar, der Kratzer und der kl. schwarze Punkt werten die Münze etwas ab. Andererseits hat die Münze aber sogar noch einen gewissen Prägeglanz, so daß ich sie persönlich als vz+ einstufen würde.
Na da kann man nur noch gratulieren. Das die Erhaltungen auf Auktionen immer so eine Sache sind, wissen die meisten die dort schonmal geboten haben. Schön wenn man auch mal positiv überrascht wird.
Die Münze hatte ich bei einer WAG-Auktion ersteigert. Erhaltungsangabe war damals : f.vz !
Wobei ich überrascht bin, daß sie nicht mal als vz angeboten wurde.
Klar, der Kratzer und der kl. schwarze Punkt werten die Münze etwas ab. Andererseits hat die Münze aber sogar noch einen gewissen Prägeglanz, so daß ich sie persönlich als vz+ einstufen würde.
Als fast vorzüglich wurde Dein J 226 angeboten ? Das überrascht mich, vz - st mit Bagmarks ( Nase ) hätte ich gesagt. Wenn ich Dein Stück mit dem, was ich in den diversen Auktions - und Verkaufsangeboten gesehen habe vergleiche, kommt es ganz klar am besten weg.
Welchen Eindruck macht das Relief des Portraits auf Dich ? Meine Vermutung geht dahin, dass es womöglich flacher gearbeitet sein könne, als dies bei anderen Portraits der Fall ist und das J 225 und J 226 auch dewswegen in der Regel knapp unterhalb von vz liegen.
naja, ich versuche Beschädigungen wie Kerben etc. nicht mit Erhaltungsangaben zu mixen.
Das Problem habe ich auch immer bei Erhaltungen. Es widerstrebt mir eine Münze, die eindeutig stgl ist wegen einer kleinen Randkerbe auf vz oder gar ss abzuwerten... Aber eigentlich ist es irgendwie so.
Wolfgangs Hesse ist m. M. n. vz+, wobei ich Rv eher Richtung stgl tendiere. Ein wirklich schönes Stück. Gratuliere zum Kauf (kommt vom Herzen)
Und wie der Zufall es so will, wurden heute gleich drei J 226 1911 A auf den einschlägigen Verkaufsplattformen eingestellt, sämtlich in fast vorzüglich/ vorzüglich
Zwei waren im Laufe des Nachmittags schon wieder weg.
Welchen Eindruck macht das Relief des Portraits auf Dich ? Meine Vermutung geht dahin, dass es womöglich flacher gearbeitet sein könne, als dies bei anderen Portraits der Fall ist und das J 225 und J 226 auch dewswegen in der Regel knapp unterhalb von vz liegen.
Hallo Matthias
Du liegst mit Deiner Vermutung richtig. Das Relief ist wesentlich flacher, als das der z.B. sächsischen oder bayerischen Goldmünzen.
Wolfgangs Hesse ist m. M. n. vz+, wobei ich Rv eher Richtung stgl tendiere. Ein wirklich schönes Stück. Gratuliere zum Kauf (kommt vom Herzen)
Danke .
Es ist mittlerweile schon sechs Jahre her, daß ich diese Münze ersteigert habe. Ausrufpreis war 150.00 Euro, ich hatte 190.00 Euro geboten und bekam den Zuschlag.
Nachdem aber noch 15 % Auktionszuschlag, die Mwst. und der Versand hinzukamen, musste ich doch noch 260.00 Euro berappen (ich ging bei Abgabe meines Gebotes von nur 7 % Mwst. aus, es waren dann aber leider 16 % ).
Du liegst mit Deiner Vermutung richtig. Das Relief ist wesentlich flacher, als das der z.B. sächsischen oder bayerischen Goldmünzen.
Danke .
Es ist mittlerweile schon sechs Jahre her, daß ich diese Münze ersteigert habe. Ausrufpreis war 150.00 Euro, ich hatte 190.00 Euro geboten und bekam den Zuschlag.
Nachdem aber noch 15 % Auktionszuschlag, die Mwst. und der Versand hinzukamen, musste ich doch noch 260.00 Euro berappen (ich ging bei Abgabe meines Gebotes von nur 7 % Mwst. aus, es waren dann aber leider 16 % ).
Hallo Wolfgang,
bloss 260 Euro.? Glückliche Zeiten, dafür gibt es seit eibem Jahr nun schon nicht mal einen billigen Willi in ss+/fvz-
Danke für Deine Bestätigung meiner Reliefprofiltheorie !
Und wie der Zufall es so will, wurden heute gleich drei J 226 1911 A auf den einschlägigen Verkaufsplattformen eingestellt, sämtlich in fast vorzüglich/ vorzüglich
Zwei waren im Laufe des Nachmittags schon wieder weg.
Hallo Matthias
Was haben die Stücke denn für einen Erlös gebracht ?
In einer der Hefte des Jahrgangs 1978 von " Der Münzensammler mit dem Münzenmarkt " wird die Tatsache, dass die hessischen Reichsmünzen in besser als ss selten sind damit erklärt, dass die hessischen Grossherzöge noch nach über hundert Jahren auf Grund des Menschenhandels, den ihre Vorgänger zur Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges mit ihren Landeskindern betrieben hatten, unbeliebt waren. Stichwort :Ab nach Kassel.
Die Münzen sollen deshalb kaum gesammelt worden sein.