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Deutschland vor 1948 Drittes Reich, Weimar, Kaiserreich, Taler

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  • 1 Post By Kronerogøre
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Alt 02-07-2011, 22:28   #1 (permalink)
 
Randschriftvergleich Doppelkrone

Hallo Kaiserreichler,

man hat ja manchmal die eine oder andere Goldmünze doppelt. Nun habe ich mir mal die unheimliche Mühe gemacht und die Randschrift der Münzen verglichen.

Bei zwei Doppelkronen ist mir aufgefallen, dass die Randschrift fast vollkommen indentisch ist. Das heißt, die Abstände der Worte "GOTT MIT UNS" sowie die der Arabesken sind absolut gleich, wie ein Spiegel.

Es deutet eigentlich alles darauf hin, das die Münzen von dem gleichen Rändeleisen maletriert wurden. Nur die einzelnen Buchstaben und die Arabesken zeigen teilweise einen deutlichen Unterschied. Dies kann ja eigentlich nur durch die natürliche Abnutzung des Rändeleisens entstehen.

Nun meine Frage: Habt Ihr auch solche Doubletten mit diesen Unterschieden in der eigentlichen Prägung? Wie lange wurden Rändeleisen eigentlich benutzt? Über die Standzeit der Stempel der verschiedenen Prägeorte haben wir hier schon diskutiert, auch über die Rändelung. Aber wie lange man die benutzt hat habe ich nichts gefunden.

Im Anhang fünf Bilder der einen Münze. Mal sehen, ob ihr die Prägestätte erkennt, ich bitte um Einschätzungen...
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Eric7 ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 02-07-2011, 23:14   #2 (permalink)
 
Über die Standzeiten der Randeisen habe ich noch nie etwas gehört oder gelesen. Schlösser führt das gar nicht mal auf, Zylka schreibt in einem Artikel, dass die Randeisen besonders hohem Beanspruchungen ausgesetzt sein und deshalb schnell abnutzen, als erstes soll ihm zufolge das O " ausfransen ".
Siehe auch hier

Die Randeisen wurden beide mit Stellschauben im Rändelwerk befestigt, d.h. der falsche Anzugsdruck konnte entweder zu einer Quetschung der Ronde führen oder dazu, dass sie bei zu grosser Lockerung durchrattert.
In meiner Sammlung habe ich einige wenige perfekte Randschriften von gut eingestellten und frischen Eisen und ansonsten sehr viele subobtimale Randschriften.

- J >> sehr häufig diagonal verlaufend, mit dem O als tiefstem Punkt, wie Matthias ( Fusselbär ) herausgearbeitet hat

- G oder E >> hier sind die T`s schlanker als bei vielen anderen Prägungen. Eigentlich wundert mich das, denn laut Ausführungsbestimmungen zum Münzgesetz sollte das doch wohl für alle Prägeanstalten identisch sein??

Ich bezweifele, dass man Prägungen vom selben Randeisen identifizieren kann, dazu müsste es einen Fehler geben, der sich eindeutig identifizieren lässt.
varukop gefällt dieser Beitrag.
Kronerogøre ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03-07-2011, 12:49   #3 (permalink)
 
Vielleicht müsste man die Rändelung von, na ja etwa 100 aufeinander folgender Münzen, genau unter die Lupe nehmen. Mich würde es nicht überraschen, wenn es deutliche Unterschiede gäbe.
Raphael ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03-07-2011, 16:42   #4 (permalink)
 
Hallo Raphael, meinst du Hundert nacheinander gerändelter Münzen? Eigentlich kann man nur bei kleinen Auflagen vom gleichem Rändeleisen ausgehen. Nur davon hat bestimmt keiner ausreichen Stücke. Sonst bei hohen Auflagen wurden sicherlich viele Rändeleisen verschlissen. Also auch schwer hier ein System zu finden.

Stefan, Hamburg schließe ich aus, aber ansonsten? Ich habe bei einer frühen Berlin eine gewisse übereinstimmung gefunden, würde aber nicht auf Berlin bestehen, da ich von den anderen zuwenig vergleichsmaterial habe.
grüße Matthias
Fusselbär ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 03-07-2011, 19:34   #5 (permalink)
 
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Hallo Raphael, meinst du Hundert nacheinander gerändelter Münzen? Eigentlich kann man nur bei kleinen Auflagen vom gleichem Rändeleisen ausgehen. Nur davon hat bestimmt keiner ausreichen Stücke. Sonst bei hohen Auflagen wurden sicherlich viele Rändeleisen verschlissen. Also auch schwer hier ein System zu finden.

Stefan, Hamburg schließe ich aus, aber ansonsten? Ich habe bei einer frühen Berlin eine gewisse übereinstimmung gefunden, würde aber nicht auf Berlin bestehen, da ich von den anderen zuwenig vergleichsmaterial habe.
grüße Matthias
Hallo und erst mal danke für eure Meinungen. Wie oben bereits geschrieben gehe ich vom selben Rändeleisen aus, da die Abstände absolut übereinstimmen. Nur die einzelnen Buchstaben usw. weisen Abweichungen auf.

Und irgendwo haben wir auch schon über die Randschrift diskutiert und dabei m. o. w. festgestellt, dass gerade die Hamburger oft eine etwas "tanzende" Randschrift verfügen.

@ Fusselbär Leider falsch ausgeschlossen, das sind die beiden Münzen...
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Eric7 ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 03-07-2011, 20:17   #6 (permalink)
 
Na, da hast du mir ja ein schönes Ei gelegt! Da hätte ich meine Hand für ins Feuer gelegt das dies nicht Hamburg ist. Naja die Welt wird sich auch für mich weiter drehen.
grüße Matthias
Fusselbär ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 03-07-2011, 20:32   #7 (permalink)
 
So dann stell ich noch eine Rändelung dazu ein. Die passt zu deiner nicht richtig dazu. Aber schau selbst.
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Fusselbär ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 03-07-2011, 20:43   #8 (permalink)
 
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Na, da hast du mir ja ein schönes Ei gelegt! Da hätte ich meine Hand für ins Feuer gelegt das dies nicht Hamburg ist. Naja die Welt wird sich auch für mich weiter drehen.
grüße Matthias
Eine Prägestätte an der Randschrift zu erkennen ist schon etwas schwierig, denke ich... Wäre vllt was für "Wetten dass". Mir persönlich fällt nur bei den Hamburgern auf, dass das "UNS" oft aus der Reihe "tanzt".
Eric7 ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 03-07-2011, 20:47   #9 (permalink)
 
Hallo Reichsgoldfreunde,

Hallo Reichsgold Profis

wurden nicht alle Rändeleisen in Berlin angefertigt und dann an die anderen Prägestätten ausgegeben?


Also Fertigung in kleinen Serien!

Somit müssten ja zumindest die Rändeleisen eine hohe Qualitative und Maßgleiche Übereinstimmung haben.

Sicher führt ein unterschiedlicher Anpressdruck, Lagerspiel und Wartung zu unterschiedlichen Randprägungen bei der Fertigung der Münzen.
Münzler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03-07-2011, 20:50   #10 (permalink)
 
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Eine Prägestätte an der Randschrift zu erkennen ist schon etwas schwierig, denke ich... Wäre vllt was für "Wetten dass". Mir persönlich fällt nur bei den Hamburgern auf, dass das "UNS" oft aus der Reihe "tanzt".
Bei allen Hamburger Prägungen die ich habe ist das O der Tiefste Punkt in der Rändelung. Auch ist das S eigentlich sehr Markant. Nun ja, man lernt nicht aus.
Fusselbär ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 03-07-2011, 20:59   #11 (permalink)
 
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Hallo Reichsgold Profis

wurden nicht alle Rändeleisen in Berlin angefertigt und dann an die anderen Prägestätten ausgegeben?


Also Fertigung in kleinen Serien!

Somit müssten ja zumindest die Rändeleisen eine hohe Qualitative und Maßgleiche Übereinstimmung haben.

Sicher führt ein unterschiedlicher Anpressdruck, Lagerspiel und Wartung zu unterschiedlichen Randprägungen bei der Fertigung der Münzen.
Ja schon, allerdings dürften auch mehrere Rändelmaschinen pro Prägestätte im Einsatz gewesen sein, und dadurch dürften auch unterschiedliche Ergebnisse vorhanden sein.
Fusselbär ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 03-07-2011, 21:10   #12 (permalink)
 
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...
Sicher führt ein unterschiedlicher Anpressdruck, Lagerspiel und Wartung zu unterschiedlichen Randprägungen bei der Fertigung der Münzen.
Genau das Thema haben wir hier schon mal diskutiert, und es kam die Vermutung auf, dass in Hamburg die Wartung der Maschinen evtl etwas vernachlässigt wurde.

Was leider nicht zu beweisen ist, oder kennt jemand von euch einen Zeitzeugen???
Eric7 ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 03-07-2011, 21:16   #13 (permalink)
 
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Genau das Thema haben wir hier schon mal diskutiert, und es kam die Vermutung auf, dass in Hamburg die Wartung der Maschinen evtl etwas vernachlässigt wurde.

Was leider nicht zu beweisen ist, oder kennt jemand von euch einen Zeitzeugen???
Wir müssten vermutlich unser gesammtes Sammlerleben darauf aufwenden, das uns zugängliche Material zu sichten. Fest steht, dass bei Hamburg oft auffällt, dass das O etwas hängt, die Randschrift diagonal verläuft und das S gequetscht erscheint.
Ich habe allerdings auch schlechte Randschriften anderer Prägestätten. Berlin ist eigentlich durchgängig am besten, aber die hatten den grössten Betrieb, alle anderen haben nur sporadisch geprägt.
Kronerogøre ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03-07-2011, 21:25   #14 (permalink)
 
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Wir müssten vermutlich unser gesammtes Sammlerleben darauf aufwenden, das uns zugängliche Material zu sichten. Fest steht, dass bei Hamburg oft auffällt, dass das O etwas hängt, die Randschrift diagonal verläuft und das S gequetscht erscheint.
Ich habe allerdings auch schlechte Randschriften anderer Prägestätten. berlin ist eigentlich durchgängig am besten, aber die hatten den grössten Betrieb, alle anderen haben nur sporadisch geprägt.
Ja, wir werden wohl nie fertig und zu einem endgültigen Ergebnis kommen

Aber Gott sei Dank... sonst hätten wir nix mehr zu tun und ich hätte keine Ausrede mehr, mich vorm Unkrautjäten zu drücken
Eric7 ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 03-07-2011, 21:55   #15 (permalink)
 
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Hallo Reichsgold Profis

wurden nicht alle Rändeleisen in Berlin angefertigt und dann an die anderen Prägestätten ausgegeben?


Also Fertigung in kleinen Serien!

Somit müssten ja zumindest die Rändeleisen eine hohe Qualitative und Maßgleiche Übereinstimmung haben.

Sicher führt ein unterschiedlicher Anpressdruck, Lagerspiel und Wartung zu unterschiedlichen Randprägungen bei der Fertigung der Münzen.
Die Ausführungsbestimmungen zum Münzgesetz vom 4.12.1871 besagen, dass Berlin ausgehend von der Urmatritze allen Prägestätten Matritzen für die Randschriften zukommen zu lassen hatte. Insofern sollten sämtliche Abweichungen von der Norm wartungsbedingt sein.
Kronerogøre ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03-07-2011, 22:14   #16 (permalink)
 
Hier noch mal das Ideal der Rändelung für die Doppelkronen, wie Alexander Kummer sie 1899 in seinem Buch " Die deutschen Reichsmünzen " abbildet.
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