Guten Tag zusammen, ich bin neu hier und möchte gleich ein Anfrage starten.
Sind Ihnen Fälschungen/ Replika von 5 Mark Deutsches Kaiserreich bekannt?
Ich habe hier einige fünfer die etwas "seltsam" aussehen, nämlich : teilweise ist der Untergrund poliert und die erhabenen Stellen matt. Jedoch unter den erhabenen schwer zugänglichen Stellen wie der Untergrund des Wappens auch wieder matt.
Das Gewicht: 27,7 g mit 38mm Durchmesser Inschrift im Rand: GOTT MIT UNS
2 Fotos anbei. Es wäre nett wenn Sie mir da helfen könnten.
Die Münze erscheint mir echt, aber halt mechanisch geputzt z.B. mit einem Silberputztuch.
Das ist stark wertmindernd.
Speziell für einfacher strukturierten Mitmenschen, deren Nichts-mit-sich-anfangen-Können
sich in übersteigertem Reinlichkeitsverhalten widerspiegelt, ist es in besonderem Maße erstaunlich,
wie man durch Säubern den Wert von einem Objekt stark vermindern kann.
Münzen müssen vor solchen Menschen geschützt werden.
anhand Deines Nicks hätte ich nun aber einen Bayern erwartet, keinen Saupreussen.
Aber Spass beiseite. Ja, es gibt Fälschungen von Reichssilbermünzen. Aus Osteuropa und China sind in den letzten Jahren relativ schlecht gemachte Anfertigungen gekommen, die oftmals durch abweichende technische Merkmale, sowie einen Riffelrand kenntlich sind.
Dazu existieren galvanoplastische Kopien, Prägefälschungen und Güsse , die i.d.R. manchmal gekennzeichnet sind, jedoch auch " zum Schaden des Sammlers " angefertigt vorkommen.
Ob es zeitgenössische Fälschungen von Dreiern und Silberfünfern gibt, weiss ich nicht. Gefälscht wurden damals auf jeden Fall das Markstück und das Zweimarkstück. Beide haben einen Riffelrand, der ist einfacher zu imitieren als die Randschrift. Siehe auch den Fälschungsthread in diesem Unterforum.
Zu Deiner Münze. Ich halte Deine Münze für ein echtes Stück, dass irgendwann mal bearbeitet wurde. Du erkennst deutlich, dass die Fälder geglättet oder stark berieben wurden, dadurch entsteht dieser verschmierte , polierte Eindruck. Das Relief bleibt in Umlauferhaltung und ist deshalb abgenutzt, matt und zerkratzt. Natürlich kommt man bei so einer Methode nicht bis ganz in die kleinsten Winkel des Reliefs, deshalb sind alle erhabenen Stellen des Münzbildes von einem Rand des originalen Münzgrundes umgeben.
@jeggy : Eigentlich hätte ich ja einen Komentar zu meiner Münze erwartet und nicht zu meinem "einfach strukturierten" brainalen Zustand. Die Münzen habe ich vererbt bekommen und sind halt nun einmal so wie diese sind. Und damit diese Münzen "vor solchen Menschen" geschützt werden müssen werde ich die zu verkaufen versuchen. Scheinbar bin ich hier in einem Forum gelandet welches von Hobbypsychologen "heimgesucht wird. Trotzdem danke.
@Kronerogore: Vielen Dank für die konstruktive Antwort. Zur Beruhigung: Ich bin in der Tat ein echter Bajuware, allerdings der deutschen Sprache mächtig.
Hallo bavaria-stil,
ich glaube nicht das jeggy dich gemeint hat. Der Beitrag war eher auf den Menschen gemünzt, der den 5er so verhunzt hat.
viele Grüße Matthias
@Kronerogore, du auf meinem letzten Flohmarktbesuch hätte ich einmal 5 mark Preussen 1907 und 5 Mark Hamburg jeweils 20 Stück kaufen können. Stückpreis 2 Euro. Die waren so schlecht gemacht, das mir das sogar aufgefallen ist.
Die Münze kann natürlich auch erst bearbeitet und anschliessend zaponiert worden sein. Solche Methoden waren vor ca 40 Jahren sehr beliebt. Weisst Du etwas über den Werdegang des Fünfers ?
Falls Du einen Reinigungsversuch unternehmen solltest, wäre es interessant, die Münze hier im Forum hinterher zu sehen.
Deinem Rat, einmal zu Reinigen, vorauseilend ( weil, was kann ich da noch versauen? )habe ich eine der Münzen tatsächlich fünf Minuten in ein Silberbad gesteckt, dann mit Silberpolierpaste "poliert" und eingedenk des möglichen Zaponauftrages einige Minuten in Nitroverdünnung gesteckt. Gebracht hat mir das was Ihr auf dem Foto seht.
Früher wurden diese 5 Mark Stücke bei Hochzeiten von der Familie der Braut der Familie des Bräutigams als sogenannte "Aussteuer" oder "Mitgift" übergeben. Diese sollte helfen, daß die Frischvermählten ein unabhängiges Leben führen konnten.
Um die Mitgift wertvoller aussehen zu lassen, hat man die Münzen häufig aufpoliert. Damals hat man sich keine Gedanken darüber gemacht, ob diese Behandlung den "Sammlerwert" vergrößert oder schmälert.
Üblich war z.B. auch, diese Münzen in einem Etui zu verschenken. Darin waren dann meistens 3 oder 4 Münzen enthalten. Ich könnte mir gut vorstellen, daß Deine Münze mal so eine Geschenkmünze war.
Deinem Rat, einmal zu Reinigen, vorauseilend ( weil, was kann ich da noch versauen? )habe ich eine der Münzen tatsächlich fünf Minuten in ein Silberbad gesteckt, dann mit Silberpolierpaste "poliert" und eingedenk des möglichen Zaponauftrages einige Minuten in Nitroverdünnung gesteckt. Gebracht hat mir das was Ihr auf dem Foto seht.
Die Polierspuren, besonders über der Krone sind nun im Bild deutlich besser zu erkennen, es gab doch noch was zu versauen.
Mein Rat:
Wenn das Silberbad Anlaufschutz hat, entferne ihn mit Benzin. Dann lass die Münze ein paar Jahre offen liegen, alle paar Monate umdrehen. Es wird sich neue Patina bilden. Zumindestens die kleineren Schäden werden gnädig zuwachsen, auch der Polierglanz wird verschwinden.
Die Druckpolitur von Münzen zum Verschenken war damals geübte Praxis.
Man muss nur die richtigen Werkzeuge haben, um auch die Flächen zwischen den Buchstaben zu erreichen, sonst wird das nichts, wie man an dem Beispiel sieht.
Hekuhn : Die Polierspuren über der Krone sind m.M.n. doch nur oberflächlich, d.h. in dem Klarlackfilm, vorhanden. Ich würde es mit längerem Einweichen (wie lange, kann nur durch Versuch ermittelt werden ) in Azeton o.ä. probieren. Dann mit Zahnstocher die Filmreste entfernen . V.G.
Hekuhn : Die Polierspuren über der Krone sind m.M.n. doch nur oberflächlich, d.h. in dem Klarlackfilm, vorhanden. Ich würde es mit längerem Einweichen (wie lange, kann nur durch Versuch ermittelt werden ) in Azeton o.ä. probieren. Dann mit Zahnstocher die Filmreste entfernen . V.G.
Es ist auf dem Bild für mich nicht klar erkennbar. Wäre es Lack, so hätte jemand die Buchstaben von "DEUTSCHES REICH" mit feinstem Pinsel kunstvoll ummalt. Sinn einer Lackierung ist es, die gesamte Fläche zu bedecken.
Wäre Lack entfernt worden und nur in diesem Bereich übriggeblieben, so dürfte sich über der Krone kein Lack mehr befinden. Die Stelle ist gut zugänglich.
Wenn ich das "E" von "REICH" betrachte, so scheint mir der Buchstabe beschädigt.
Ich halte nach wie vor Druckspuren einer misslungenen Glättung für wahrscheinlicher.
@ bavaraia-stil: Kannst Du die Münze näher ansehen und uns Deine Einschätzung mitteilen. Eine solche Erscheinung sieht man nicht oft; ob Pinselstriche im Lack oder Glättungsspuren wird viele hier interessieren.
Es ist auf dem Bild für mich nicht klar erkennbar. Wäre es Lack, so hätte jemand die Buchstaben von "DEUTSCHES REICH" mit feinstem Pinsel kunstvoll ummalt. Sinn einer Lackierung ist es, die gesamte Fläche zu bedecken.
Wäre Lack entfernt worden und nur in diesem Bereich übriggeblieben, so dürfte sich über der Krone kein Lack mehr befinden. Die Stelle ist gut zugänglich.
Wenn ich das "E" von "REICH" betrachte, so scheint mir der Buchstabe beschädigt.
Ich halte nach wie vor Druckspuren einer misslungenen Glättung für wahrscheinlicher.
@ bavaraia-stil: Kannst Du die Münze näher ansehen und uns Deine Einschätzung mitteilen. Eine solche Erscheinung sieht man nicht oft; ob Pinselstriche im Lack oder Glättungsspuren wird viele hier interessieren.
Viele Grüße
Hermann
Meine Einschätzung der Münze wäre genau so hilfreich wie wenn ich einem Chirurgen den Rat gäbe mit der Prostata auch das Hirn zu entfernen
Jetzt habe ich alles ausprobiert. Dem Ratschlag folgend in Aceton eingeweicht. Aus der Apotheke geholt, mittlerweile muß man dafür unterschreiben. 5 Stunden in Aceton , da hat sich nichts getan. Dann habe ich zur Chemischen und drastischen Keule gegriffen nach dem Motto wenn schon kaputt, damnn richtig ! ABBEIZER mit der Krähe. Mit dem Zeug habe ich schon Felgen und mehr abgebeizt. NICHTS - Rein gar nichts ! Wenn da Lack darauf ist, wäre der weg! Die Oberfläche der Münze hat sich kein bißchen verändert. So, also glaube ich mehr und mehr an eine Fälschung, denn eine solche glänzende aber unsaubere und nach Pinselstrichen aussehende Oberfläche habe ich noch nie auf einer Münze gesehen.Allerdings hat die Prüfung erbracht daß es doch Silber ist. Da frage ich mich aber, wer macht sich die Mühe und stellt solche Münzen her? Wer kauft die denn außer meinem Erblasser ?
Jedenfalls vielen Dank für die Hilfe.
Jetzt habe ich alles ausprobiert. Dem Ratschlag folgend in Aceton eingeweicht. Aus der Apotheke geholt, mittlerweile muß man dafür unterschreiben. 5 Stunden in Aceton , da hat sich nichts getan. Dann habe ich zur Chemischen und drastischen Keule gegriffen nach dem Motto wenn schon kaputt, damnn richtig ! ABBEIZER mit der Krähe. Mit dem Zeug habe ich schon Felgen und mehr abgebeizt. NICHTS - Rein gar nichts ! Wenn da Lack darauf ist, wäre der weg! Die Oberfläche der Münze hat sich kein bißchen verändert. So, also glaube ich mehr und mehr an eine Fälschung, denn eine solche glänzende aber unsaubere und nach Pinselstrichen aussehende Oberfläche habe ich noch nie auf einer Münze gesehen.Allerdings hat die Prüfung erbracht daß es doch Silber ist. Da frage ich mich aber, wer macht sich die Mühe und stellt solche Münzen her? Wer kauft die denn außer meinem Erblasser ?
Jedenfalls vielen Dank für die Hilfe.
Nach Deinen Angaben von Gewicht und Durchmesser und den Bildern denke ich, dass die Münze echt ist. Das mit dem Lack war wohl auch nur eine Vermutung. Ich kann nichts davon erkennen.
Leider ist sie durch das Putzen (nicht DEIN Putzen) bereits verhunzt gewesen. Schade drum...
Ich glaube auch nicht an eine Fälschung. Das Teil ist halt mechanisch geputzt worden. Bei einem Münzhändler hab ich mal einen Madonnen- Vereinsthaler gesehen, der war sogar noch schlimmer zugerichtet ;-)
Das hat jetzt nix mit der vorgestellten Münze zu tun, aber ich
bin gerade über diese schöne Übersicht aktueller Fälschungen gestolpert marmaris00612 | eBay