Jetzt kommen hypothetische Fragen ich hoffe Ihr verzeit mir.
Wenn derjenige, der einen Teil der Münze berieben hat, damals schon mit Natron die gesamte Münze gesäubert hätte (man sieht da auch unter der Lupe keine Kratzspuren), dann wäre ja die Nachfolgepatina gleichmäßig ausgebildet worden. Würde man das dann noch erkennen?
Bei genügend Patina sind ja sicher auch die jetzt durch den Berieb entsandenen feinen Kratzer irgendwann zugewuchert.
Kann man also solch Münze wieder in einen makellosen Zustand versetzen in dem man sie komplett reinigt und dann wieder Patina ansetzen lässt?
Je glatter eine Fläche, desto langsamer wächst die Patina.
Eine prägefrische Münze sollte überall gleichmäßig glatt sein und gleichmäßig anlaufen. Danach sieht mir das vorgestellte Stück aus. Auch Schmutz an versteckten Stellen, wie es für eine Umlaufmünze typisch ist, fehlt hier. Das 5 Markstück ist in meinen Augen eine excellente Münze, die bisher nur von wenigen Hänen berührt wurde. Schade, dass sich ein Banause mit Scheuerpulver darüber hergemacht hat.
Im Umlauf wird an den leicht zugänglichen Stellen der Glanz schnell zerstört, die Oberfläche wird aufgerauht. An geschützten Stellen, wie im Inneren der Buchstaben und deren unmittelbarer Umgebung, bleibt der Glanz viel länger erhalten. In diesen Bereichen wächst die Patina langsamer. Beim 5 Markstück wird die beriebene Stelle bei natürlicher Nachpatinierung schneller anlaufen als der Rest, die Münze wird fleckig. Bis das ausgewachswen hat, können Jahre vergehen. Zudem wäre dann der Glanz verschwunden, der an vielen Stellen noch sichtbar ist.
Im ersten Bild eine Silbermünze, die bei mir offen herumliegt. Im Bereich der Buchstaben sieht man den Schmutz aus dem Umlauf und kaum Patina. Die weniger geschütze Stelle zwischen den Buchstabenreihen ist rauher und zeigt bereits sichtbare Patina.
Im nächsten Bild ein Kratzer, der sowohl über das blanke Metall als auch im nachpatinierten Bereich liegt. Die Patina wird ihn wohl im Laufe der Zeit gnädig zuwuchern.
D
Eine (auch minimale) Bereibung erkenne ich spätestens bei entsprechendem Lichteinfall. Und dies ist auch bei einer (nach)patinierten Münze der Fall.
Ich kann es schön an einem falschen Gussdollar zeigen. Die Oberfläche ist übersäht mit feinen Gussporen. Der Scanner leuchtet gleichmäßig von unten aus und erkennt die Poren kaum. Bei Schrägbeleuchtung unter dem Mikroskop hingegen liegt ein Teil jeder Pore im Schatten und erscheint dunkel. Dann kommt plötzlich das ganze Grauen deutlich zutage. Mit Kratzern funktioniert es genauso.
.... Schade, dass sich ein Banause mit Scheuerpulver darüber hergemacht hat.....
@hekuhn: ich glaube noch nicht einmal, dass es Scheuerpulver war. Ein weiches Brillen- oder Taschentuch und Zahnpaste mit etwas Wasser....
....das kann schon reichen, um die Optik einer bankfrischen Münze zu verhunzen.
Wahrscheinlich hatte die Münze nach einem Tauchvorgang noch einen kleinen, schwarzen Punkt, der irgendwie "störte"...
...und so nahm das Verhängnis seinen Lauf....
Grundsätzlich, da stimme ich dem Kollegen zu, sollte man keine Münze reinigen, an der einem etwas liegt.
mit welcher erhaltung war das stück beschrieben und was war der verlangte preis ?
hast du vielleicht auch das foto vom händler ?
wären interessante infos.
Die Münze wurde als vz - st angeboten, der Preis war dafür im mittleren Bereich dessen, was für den Jahrgang dieses Typs üblich ist. Ich kann leider keine Bilder des Verkäufers hier einstellen.
ok,
dann passt die erhaltung aber schon zur beschreibung finde ich.
zwischen fisch und fleisch wird halt nicht unbedingt erwähnt das es reibespuren
im sektor x zu sehen gibt.sowas lässt sich besser vor einem kauf am telefon klären.
am ende zählt dann aber,daß du von deinem rückgabe recht gebrauch machen kannst !
eine genauere preisbeschreibung wäre immer noch interessant ,was ist bei dir der mittlere bereich ?
Die Erhaltungsangabe vz - st ist natürlich die Rutschbahn schlechthin. " prägefrisch " oder " unzirkuliert " bedeutet dies m. E. , aber bei vielen bekommt man Münzen die ehr zum vz oder eben zum st tendieren, wenn letztere nicht als " fast st " angeboten werden.
Manipulationen , wie eine partielle Bereibung sind für mich mit dieser Erhaltungsangabe nicht zu vereinbaren und müssen gesondert erwähnt werden.
Da es sich bei dem Verkäufer um einen seriösen Händler geht, ist die Rückabwicklung im Rahmen des Kaufvertrages natürlich kein Problem. Bei Ebay würde ich solche Münze, deren mittlerer Preisbereich im Fachhandel bei 1200 - 1400 Euro liegt ( teurer geht es auch ) nie im Leben kaufen.
Auf Mäck Search findet sich das gute Stück : 56. Grün, Los 165. Gut, dass ich es dort nicht ersteigert habe, dann wäre die Rückabwicklung wesentlich komplizierter gewesen.
Auf Mäck Search findet sich das gute Stück : 56. Grün, Los 165. Gut, dass ich es dort nicht ersteigert habe, dann wäre die Rückabwicklung wesentlich komplizierter gewesen.
Wenn ich die Bilder vergleiche, fällt mir Adlerseitig beim Grünbild über dem A von Mark zwei Kratzer auf. Die sind bei deinen Bilder fast gar nicht zu sehen. Woran liegt das? Lichteinfall?
Wenn ich die Bilder vergleiche, fällt mir Adlerseitig beim Grünbild über dem A von Mark zwei Kratzer auf. Die sind bei deinen Bilder fast gar nicht zu sehen. Woran liegt das? Lichteinfall?
Ja, das muss an der Bildtechnik liegen, die waren natura gar nicht so auffällig.
ok,bei grün wäre sie aber sicherlich günstiger gekommen.
ändert aber nix daran das so ne bereibung dann extrem ärgerlich ist.
wobei mir aber gerade auffällt das die beriebene stelle bei genauerem hinsehn schon auch auf dem grün bild zu sehen ist.
ok,bei grün wäre sie aber sicherlich günstiger gekommen.
ändert aber nix daran das so ne bereibung dann extrem ärgerlich ist.
Gute Frage, wie hoch ich als Fernbieter gegangen wäre, ich hätte ja ausgehend von den Grün - Bildern bieten müssen. Wie hätte das den Ablauf der Auktion beeinflusst ; schwer zu sagen.
Da ich mich bei der Grün - Auktion für ganz andere Stücke interessiert habe, habe ich die Reichssilbermünzen nicht mal angeguckt und mir deshalb keine Meinung vom Preis, den zu zahlen ich bereit wäre gemacht.
Aber auch dann hätte ich diese leider verschandelte Münze erhalten. Ob es so einfach gewesen wäre, sie an ein Auktionshaus zurückzugeben ?
....bei der Grün Auktion ging die Münze nur ganz knapp über dem Rufpreis weg. Das läßt eigentlich vermuten, daß wirklich ernsthafte Interessenten, bzw. Privatsammler sich das Stück vorher angesehen haben und auf ein hohes Gebot verzichteten.
Und jetzt kommen Händler zum Zug. Händler die irgendwo her den Nachschub für ihren Verkauf sichern müssen. Man kauft vermeintlich einwandfreie Stücke "günstig" ein und versucht sie dann mit entsprechendem Aufschlag an die eigenen Kunden weiter zu veräußern. Es gibt genug Kunden, denen kleine Reinigungsspuren auf den Münzen ziemlich wurscht sind.
Im Prinzip ist dagegen nichts auszusetzen. Denn bei erstklassigen Münzen kommt der Handel bei Auktionen kaum zum Zug. Da gehen die Preise derart durch die Decke, daß anschließend kaum noch ein vernünftiger Aufschlag für den Weiterverkauf übrigbleiben dürfte. Und der Handel lebt bekannterweise von der Spanne zwischen Ein- und Verkauf.
Man muß sich doch mal überlegen, wo bekommt der Münzhandel die Münzen überhaupt her, die er dann an seine Privatkunden weitergibt? Mir hat ein Händler erzählt, daß man mittlerweile verstärkt auf Auktionen angewiesen ist, da ursprüngliche Quellen, alte Restbestände, Sammlungen die aufgelöst werden versiegen.
Die Leute, die heute "gute" Sammlungen erben, bzw. veräußern wollen, kennen mittlerweile auch die Möglichkeiten großer Saalauktionen.
Gerade das Internet macht vieles transparenter. Grundsätzlich sollte man die Münze die man erwerben bzw. bebieten möchte vorher sehen. Zumindest wenn es teure Stücke sind. Und wenn das aus irgendwelchen Gründen nicht geht, dann kann man den Händler seines Vertrauens bitten, sich als Auktionsvertretung die Münze anzusehen.
Nun, das Internet-Bieten führt natürlich auch dazu, dass auf Saalauktionen
immer mehr Möhren auftauchen, die sich auch bei mangelhafter Beschreibung
wie bei dieser Grün-Auktion noch gut verkaufen lassen.
Das Qualitätsniveau wird also unterfüttert, auch der Durchsatz nimmt zu.
Ohne ein Stück vorher anzuschauen, kann man eigentlich kaum noch auf
Auktionen bieten. Für Berufstätige ist das meist jedoch Mist,
da Besichtigungstermine und Auktion meist während der üblichen Arbeitszeit
stattfinden. Warum ist das eigentlich so, Auktionen sollten am Samstag
abgehalten werden, wie Sonntag (ich meine Herrn Sonntag) das anfänglich
machte.
Immerhin kann man dort die Stücke vor Ort in Augenschein nehmen.
Das mit den separaten Besichtigungsterminen ist auch Shit hoch 3.
Die beste Möglichkeit ist da immer noch, einen Händler, der meine Ansprüche
kennt und dem man dahingehend vertraut, das Stück in Augenschein nehmen
zu lassen.
Wenn er das Stück für passend befindet, via Telefon mitbieten.
Besser ist auch da, niemandem vorher sein Limit mitzuteilen.
Leider gibt es von den Stücken auch keine aussagekräftigen Fotos im Netz,
bei dem Volumen, das Auktionshäuser machen, wäre das wohl kein Problem
- wird aber dem Geschäft insgesamt betrachtet wohl als nicht sehr zuträglich
betrachtet.
Die Amis wie z.B. Heritage können Letzteres jedenfalls besser als alle Europäer zusammen.
Ohne ein Stück vorher anzuschauen, kann man eigentlich kaum noch auf
Auktionen bieten. Für Berufstätige ist das meist jedoch Mist,
da Besichtigungstermine und Auktion meist während der üblichen Arbeitszeit
stattfinden. Warum ist das eigentlich so, Auktionen sollten am Samstag
abgehalten werden, wie Sonntag (ich meine Herrn Sonntag) das anfänglich
machte.
Und für berufstätige Nordpolresidenten Mist hoch zwei. Aber auch wenn ich nur norwegische Münzen sammeln würde, müsste ich mehre hundert Kilometer zurücklegen, um mal andere Münzen als das tägliche Wechselgeld zu sehen.
Ich möchte nochmals betonen, dass ich das Stück anstandslos zurückgeben konnte. Wahrscheinlich ist auch das ein Prozedere, dass das Internet erzwingt. Kauf, bzw Zusendung auf Vertrauensbasis, Begutachtung , eventuell Wideruf/ Zurücksenden.
Ich möchte nochmals betonen, dass ich das Stück anstandslos zurückgeben konnte. Wahrscheinlich ist auch das ein Prozedere, dass das Internet erzwingt. Kauf, bzw Zusendung auf Vertrauensbasis, Begutachtung , eventuell Wideruf/ Zurücksenden.
Da kann man dann zufrieden sein wenn es so klappt. Aber mittlerweile gibt es ja auch Händler, die nehmen zwar die Münze zurück, sperren dann aber den Käufer. Gut da möchte ich dann auch nichts mehr kaufen, aber sowas sagt auch etwas über Händlergebaren aus.
Aber mittlerweile gibt es ja auch Händler, die nehmen zwar die Münze zurück, sperren dann aber den Käufer.
Ist mir vor ein paar Wochen passiert. Wollte eine Münze ersteigern (nicht ebay) und musste feststellen, dass ich bei dem Anbieter gesperrt bin.
Auf meine freundliche Nachfrage kam eine ziemliche harsche Antwort. Ich habe dann nachgeschaut und gesehen, dass ich vor fast einem Jahr einen Kauf mit diesem Händler (wie ich meinte) gegenseitigen Einvernehmen rück-abgewickelt hatte.
Ist mir vor ein paar Wochen passiert. Wollte eine Münze ersteigern (nicht ebay) und musste feststellen, dass ich bei dem Anbieter gesperrt bin.
Auf meine freundliche Nachfrage kam eine ziemliche harsche Antwort. Ich habe dann nachgeschaut und gesehen, dass ich vor fast einem Jahr einen Kauf mit diesem Händler (wie ich meinte) gegenseitigen Einvernehmen rück-abgewickelt hatte.
Letztenendes ist das durchaus das recht des Händlers. Nur sollte dieser dann auch so Fair sein und es dem Kunden mitteilen, dann weiß man wenigstens woran man ist.
Dennoch halte ich es für eine Überreaktion, gleich bei der ersten Reklamation mit einer Sperre zu reagieren. Schließlich hatte ich die Bestellung nicht einfach storniert, sondern eine längere Begründung geschrieben. Er hat das eingesehen und wir haben das Geschäft rück-abgewickelt. Seine Reaktion hat ein wenig was von "Nachtreten".....
Wie dem auch sei: es gibt genügend Händler, so dass ich auf den Einen sicher nicht angewiesen bin. Leider hat Herr Honscha nicht alles im Programm, was ich so brauche....
Nehmt Euch mal eine Münze mit zu einer Börse und versucht die dann mal an einen Händler zu verkaufen. Er wird sie schlecht machen, er wird sagen das Sammelgebiet ist im Moment nicht gefragt, er wird an der Erhaltung einiges auszusetzen haben, er wird sagen, daß er noch etliche Stücke dieses Münztyps zu Hause in irgendwelchen Schubladen herumfliegen hat und niemand will sie.
Sollte er das Stück von Euch erwerben, wird es im Verkauf dann genau das Gegenteil von allen oben angeführten Kriterien aufweisen.
Und die Erhaltung wird dann wahrscheinlich auch sehr exquisit sein.
So läuft das eben. Der Handel lebt im wahrsten Sinne des Wortes vom Handel. Nämlich dem günstigen Einkauf und dem entsprechend teuren Verkauf.
So geht das Spiel. Und das ist, so denke ich legitim. Die Händler leben davon, müssen ihre Familien ernähren. Da ist kein Platz für Sentimentalitäten.
Natürlich sollte alles noch in einem gewissen akzeptablem und vertretbarem Rahmen bleiben.
Wir die Sammler müssen gegenhalten, in dem wir uns permanent Wissen verschaffen. Dann begegnet man dem Händler auf Augenhöhe oder hat im optimalen Zustand mehr Ahnung und vor allem mehr Verhandlungsgeschick als er. Dazu kommt noch der nicht zu vernachlässigende Umstand, daß wir potentieller Interessent mit Geld sind.
Wissen, Kompetenz und flüssige Mittel. Das bringt und dann in die Winner-Position. Und nur aus dieser Postition heraus können wir dann auch den ein oder anderen guten Kauf machen.