Als ich irgendwann im letzten Jahr mit dem Sammeln von Kaiserreichsmünzen begonnen habe, habe ich mich, leider ohne von diesem Forum zu wissen , in der Bucht auf ein paar 20 Mark-Goldmünzen gestürzt. Da ich damals jedoch auch schon gehört habe, daß es in diesem Bereich Fälschungen gibt, habe ich nur um den Goldpreis herum gesteigert, da es mir da dann einigermaßen egal sein kann, ob es sich um Haussmann-Fälschungen handelt.
Allerdings plagt mich langsam halt doch die Frage: Sind die Dinger echt oder nicht? Vielleicht kann mir hier jemand bei der Einschätzung etwas helfen.
Es handelt sich hierbei (in der Minaturansicht von oben links nach unten rechts - jeweils ein Bild Avers/Revers und Rand) um
- einen Wilhelm I aus 1883,
- einen Wilhelm I aus 1887,
- einen Wilhelm II aus 1897,
- einen Wilhelm II aus 1901, sowie
- einen Friedrich III aus 1888
Hallo AM1978,
erst einmal ein großes Lob für die Bilder, insbesondere der Rändelung. Bei solchen Bildern macht es Spass, über die Münzen zu schauen. Auch ich bin der Meinung das alles in Ordnung ist mit deinen Münzen.
Man kann übrigens sehr schön sehen, wie unterschiedlich die Rändelung eingeprägt sein können. Gerade das G bei GOTT von Friedrich sieht im ersten Moment etwas verwirrend aus, aber beim zweiten Blick sieht man sehr gut, dass es nicht sehr Tief eingeprägt wurde und das dies dadurch etwas komisch aussieht.
Erstmal vielen Dank für euere schnellen Antworten. Wär ja klasse, wenn die Dinger alle echt sind. Dann hätt ich ja doch einen recht guten Kauf bei ebay gemacht!
Bezüglich der Rändelung hat mich speziell beim Wilhelm2 von 1901 das UNS gestört, da es nach oben abgeht und nicht mehr in der Mitte des Randes ist. Aber grad bei dieser Münze wurde mir ein Echtheitszertifikat von Gavia mitgeschickt, was natürlich für meine Verwirrung nicht grad hilfreich war...
Kann es bei den Rändelungen der Original-Münzen vorkommen, daß sie nicht exakt in der Mitte ist oder (wie in diesem Fall) aus der Mitte herausläuft?
Auch von mir ein grosses Kompliment für sehr gutes Bildmaterial. So mancher ebay - Händler schafft es nicht, auf Nachfrage sowas zuwege zubringen..
Das schiefe UNS beim 1901 A musst Du im Zusammenhang mit den übrigen Elementen der Randschrift sehen. Du erkennst eine Diagonale, vermutlich waren die Rändeleisen nicht richtig gespannt.
Geändert von Kronerogøre (11-01-2012 um 20:27 Uhr)
Bezüglich der Rändelung hat mich speziell beim Wilhelm2 von 1901 das UNS gestört, da es nach oben abgeht und nicht mehr in der Mitte des Randes ist. Aber grad bei dieser Münze wurde mir ein Echtheitszertifikat von Gavia mitgeschickt, was natürlich für meine Verwirrung nicht grad hilfreich war...
Kann es bei den Rändelungen der Original-Münzen vorkommen, daß sie nicht exakt in der Mitte ist oder (wie in diesem Fall) aus der Mitte herausläuft?
Viele Grüße
Alex.
Um es kurz zu machen, ja es kann vorkommen und es kommt gar nicht so selten vor das die Rändelung nach oben und unten wandert. Was schlecht wäre wenn einzelne Buchstaben "Tanzen" das heißt einzelene Buchstaben nach oben oder unten Ausreißen, das darf nicht sein. Aber die Wörten als ganzes ist kein Problem. Das hängt mit der Rändelmaschine zusammen, wie die Ronde durch den Anpressdruck durch das Rändeleisen gekommen ist. Dann entstehen aber mehr oder weniger "Wellenförmige Bewegungen" der Rändelung.
Edit: Kronerogore war mal wieder schneller!
Geändert von Fusselbär (11-01-2012 um 16:56 Uhr)
Grund: Erweitert
Nochmals vielen, vielen Dank für euere schnellen und positiven Antworten!
Bin jetzt grad richtig happy - auch wenn ich natürlich weiß, daß euere Einschätzungen auf Grund von ein paar Fotos in einem Forum kein Gutachten eines Münzsachverständigen ersetzen. Aber da ich eh nicht geplant habe, diese Münzen so schnell wieder zu verkaufen, sind sie für mich jetzt einfach mal echt, bis mir das Gegenteil bewiesen wird!
Und auch wenn ich jetzt in Gefahr laufe euch mit meinen Doppelkronen zu nerven: Können anhand der Fotos auch grobe Einschätzungen bezüglich des Erhaltungsgrades gemacht werden?
- Wilhelm I aus 1883: ss
- Wilhelm I aus 1887: ss
- Wilhelm II aus 1897: ss
- Wilhelm II aus 1901: s-ss (sieht im vergleich zum 1897er abgenutzter aus, Randfehler)
- Friedrich III aus 1888: ss-vz (wenig Kratzer, Details auf dem Brustschild noch schön zu erkennen)
- Wilhelm I aus 1883: ss
- Wilhelm I aus 1887: ss
- Wilhelm II aus 1897: ss
- Wilhelm II aus 1901: s-ss (sieht im vergleich zum 1897er abgenutzter aus, Randfehler)
- Friedrich III aus 1888: ss-vz (wenig Kratzer, Details auf dem Brustschild noch schön zu erkennen)
Ich denke da bist du ein bisschen zu streng . Den 1897iger würde ich als vz einstufen. Prägeglanz fast vollständig erhalten, nur minimale Kratzer.
Den Friedrich würde ich als vz+ - f.stgl einstufen. Ich erkenne da anhand des Fotos fast keine Mängel. Prägeglanz ist komplett. Nur minimalste Krätzerli.
Ich denke da bist du ein bisschen zu streng . Den 1897iger würde ich als vz einstufen. Prägeglanz fast vollständig erhalten, nur minimale Kratzer.
Den Friedrich würde ich als vz+ - f.stgl einstufen. Ich erkenne da anhand des Fotos fast keine Mängel. Prägeglanz ist komplett. Nur minimalste Krätzerli.
Der Rest ist ss.
mfg
Ich fange mal mit Friedrich an: prägefrisch, also vz+ bist f.st! Wie Rambo.
Beim 97er vz mit Fragezeichen. Warum, das Stück ist mir zu überbelichtet um ein eindeutiges vz zu vergeben.Dem 1883er würde ich ein ss+ zugestehen, dem 1887er ein f.vz.
Beim 1901er bin ich wieder mit Rambo konform, ss.
Ich fange mal mit Friedrich an: prägefrisch, also vz+ bist f.st! Wie Rambo.
Beim 97er vz mit Fragezeichen. Warum, das Stück ist mir zu überbelichtet um ein eindeutiges vz zu vergeben.Dem 1883er würde ich ein ss+ zugestehen, dem 1887er ein f.vz.
Beim 1901er bin ich wieder mit Rambo konform, ss.
So sehe ich die Erhaltungen auch. In Punkto Echtheit kannst Du dich entspannen; das sind echte Stücke, so gut hat meines Wissens noch kein Fälscher die Randschriften hingekriegt.
Bei dieser geballten Kaiserreich-Kompetenz hier in diesem Threat kann ich mir dann ja meinen Senf sparen... Nur soviel: Ich stimme meinen Vorrednern zu.
Bei Württembergern bin ich immer skeptisch, wenn bei allen drei T der Querstrich so exakt gerade ist.
Ein T-Strich mindestens ist immer etwas nach oben gebogen.
Wobei ich das noch nie mit einem Spezialisten besprochen habe, ob das wirklich immer so ist.
Müsste ich eigentlich mal mit Franquinet machen.
Wie das allerdings bei Preussen ist, weiss ich nicht.
Nur kurz. Habe gerade keine Zeit. morgen ausführlicher.
Am Glanz einer Münze erkenne ich oft Fälschungen. Hier nicht möglich, da die bilder zu stark spiegeln.
3
Randschrift 1
Das G von gott und das N von uns gefallen mir nicht
Randschrift 2
Ist exakt das gleiche Bild wie Randschrift 1. Hat nur keiner gemerkt.
Randschrift 3
Das U ist komisch. Kann aber am Bild liegen
Randschrift 4
Das uns läuft extrem von unten nach oben. Kann aber vorkommen. Buchstaben ok. Halte die Münze für echt
Randschrift 5
G von gott sehr schwach eingeprägt. M sehr stark und innen matt.
Kann anhand der schlecht belichtet Fotos die Münzen schlecht beurteilen.
Komisch das alle die Bilder so gut finden
Kann anhand der schlecht belichtet Fotos die Münzen schlecht beurteilen.
Komisch das alle die Bilder so gut finden
Die Bilder sind zumindest besser als das was man gewöhnlich hier sieht. Perfekt sind sie nicht. Aber ich denke es lässt sich eine Aussage treffen, ob echt oder falsch. Ich finde schon, dass der Prägeglanz (auch mein ersten Anhaltspunkt) gut dargestellt wird, auch wenn die Stücke etwas überbelichtet sind. Ob man die Erhaltung damit gut einschätzen kann, darüber kann man streiten.
Randschrift 1
Das G von gott und das N von uns gefallen mir nicht
Randschrift 2
Ist exakt das gleiche Bild wie Randschrift 1. Hat nur keiner gemerkt.
Da hast du absulut recht! Nur gut das ich beides mal zum gleichem Ergebnis gekommen bin. Das die Bilder nicht optimal sind, da sind wir uns einig. Ich habe mich für die tollen Bilder bedankt, da ich insbesondere von der Rändelung anderes gewohnt bin bei anfragen. Ansonsten bleibe ich erst mal dabei, dass die Teile echt sind.
Am geilsten find ich, dass keinem aufgefallen ist das Randschrift 1 und 2 das gleiche Bild sind.
Respekt
Nun, das stimmt nicht ganz. Es ist in der Tat die selbe Randschrift, aber nicht das gleiche Bild. Die Wörter sind versetzt, deshalb ist es wohl auch keinem aufgefallen.
Trotzdem halte ich die Münzen für echt, bei Deinen genannten Buchstaben kann ich eigentlich nicht auf eine Fälschung schließen. Die Bilder sin wirklich etwas zu überbelichtet, aber da ich selbst keine besseren zustande bringe werde ich mich hüten darüber zu meckern.
So war es nicht gemeint. Ich wollte auch nicht meckern.
Ich kann keine besseren Fotos machen.
Halte die Bilder aber für eine sichere Echtheitsbestimmung für zu schlecht.
Mir ist auch nicht aufgefallen, dass Randschrift 1 und 2 identisch sind. das N kann man nicht richtig erkennen, aber schau Dir die drei Ts an, die habe ich noch nie so bei einer Fälschung gesehen.