die unten angehängte Münze aus Sachsen (Jaeger 135) hatte ich bereits in einem anderen Thread als Neuzugang vorgestellt. Es war ein "Risikokauf" für wenig Geld bei ebay (gewerblicher Anbieter), da die Auktionsfotos total verschwommen waren.
Sie bereitet mir, seitdem sie zum Ende des vergangenen Jahres bei mir eingetrudelt ist, ein wenig Kopfzerbrechen. Ich bin mir nicht sicher, wie ich das gute Stück einschätzen soll und bitte um Eure Meinungen.
Zunächst einmal hat sie eine (wie ich finde) herrliche Patina, die auf dem Scan leider nicht richtig zur Geltung kommt. Ebenfalls auf dem Scan nicht zu erkennen ist ein feiner, irisierender Stempelglanz, der unter (hinter?) der Patina bei entsprechendem Lichteinfall zu sehen ist.
Die Adlerseite passt weitgehend zu diesem Eindruck, wenngleich beim Scannen die Konturen ein wenig "milchig" geworden sind, was daher kommt, dass ich die Münze in einer Quadrum-Kapsel gescannt habe. Vielleicht mache ich heute Abend einen Scan ohne störende Plastikumhüllung.
Es geht mir ohnehin mehr um die Kopfseite. Das Kopfhaar ist nicht besonders detailreich. Zunächst war ich der Auffassung, dass dies starke Umlaufspuren sein müssen. Dazu würde aber der noch vorhandene Stempelglanz nicht so recht passen. Zudem habe ich im Netz eine Vielzahl von Beispielen der Jaeger 135 (auch welche in PP) gefunden, die eine ähnlich unscharfe Ausprägung der Haare zeigen. Also doch eher eine Prägeschwäche oder ein abgenutzter Stempel?
Meiner Meinung nach war das Stück kurzzeitig im Umlauf. Die Haare, Bart und Augenbrauen sind leicht abgegriffen, auch an der hier fehlenden Patina zu erkennen. Auch die paar Kratzer am Hals / Kopf sprechen dafür.
Insgesamt würde ich das Stück als f.vz einstufen mit kleinem Randfehler rv.
@Rambo: An einem Stück in f.vz. dürfte sich eigentlich doch kein Stempelglanz mehr finden, oder sehe ich das falsch?
Es kann schon vorkommen, dass die Münze leicht abgegriffen ist und du noch Prägeglanz erkennen kannst. Auf den Feldern der Vorderseite kannst du z.B. erkennen, dass die Oberflächenstruktur unterbrochen ist. Die Felder sind an diesen Stellen heller. Hier dürfte sich auch kaum noch Prägeglanz befinden.
Ich denke von der Erhaltung hier müsste dieses Stück deinem Stück sehr nahe kommen: klick
Auch hier noch ein Beispiel, was ich als ss+ - f.vz einschätzen würde, aber noch Prägeglanz, insbesondere auf der Rückseite, hat: klick
Für meinen Geschmack sind die abgegriffen Stellen zu viel, um ein glattes vz vergeben zu können. Aber es ist nur meine Meinung, Erhaltungsangaben sind subjektiv.
Das wird ja immer schlimmer. Heute Morgen war sie noch vorzüglich.
Mit einem vz, oder meinetwegen auch f.vz. (aufgrund der Kratzer) bin ich ja noch einverstanden. Wenngleich so ein Scan aus den kleinsten Striemen Grand Canyon-ähnliche Zerklüftungen macht.
Eine Bewertung in Sehr schön würde ich persönlich aus zwei Gründen nicht sehen:
1. der (immer noch) vorhandene Prägeglanz
2. die Stellen, an denen besonders Abrieb vermutet wird (für mich das Kopfhaar) sind bei anderen Münzen dieses Typs ähnlich schwach ausgeprägt.
Wie sehen denn die strukturschwachen Partien an der Frisur aus. Sind sie blankgescheuert ( = Abrieb ) oder hat die Oberfläche hier denselben matten Glanz wie auf der übrigen Fläche ?
Wenn Du die Münze günstig bekommen hast, dann ist die Erhaltung doch relativ egal Die Münze würde ich persönlich als gutes SS einschätzen...Hat dann doch ein paar Umlaufspuren....(Loch im Kopf ect.) Mir ist schon klar, dass ein Scanner aus kleinen Wunden, große Wunden macht, dennoch ist es ein hübsches Exemplar. Ich habe selbst ca. 20 Stück dieser Sorte bei mir in der Sammlung. Die sind von vz bis Stgl. vertreten.