Rambo, Vs sehe ich als "fVz", weil Stirnlocken und Haare am HInterkopf etwas Abrieb zeigen (das wird doch wohl nicht wegen Stempelverschleiss so sein - dann wäre es nämlich ein glattes "Vz") Adlerseite o.k. mit Stempelglanz - deshalb "Vz". V.G.
Wenn man nach Jaegers knallharten Masstäben geht : sehr schön ( Abrieb an den höchsten Reliefpunkten avers und revers schon sichtbar , kleine Kratzer in Feld und Relief ). Richtet man sich dagegen nach den Definitionen im Schön, ist es ein klares vz, da hier ein leichter Abrieb an den höchsten Punkten des Reliefs erlaubt ist.
Diese Münze ist also gut dazu angetan, über den Widerspruch zu diskutieren, der sich beim Vergleich dieser beiden Kataloge für die Bewertung ergibt.
Folgendes ist mir noch aufgefallen : Der Schnurrbart hat noch (fast) volles Relief...Haartracht (obwohl tieferliegend ?) hat deutlichere Umlaufspuren. V.G.
Danke für eure Antworten. Der Scan ist leider sehr hart mit der Münze, er zeigt einfach noch mehr als man wirklich auch sieht.
Bei den Fotos habe ich versucht den Prägeglanz zu zeigen.
RV: Adlerseite
Kein Abrieb erkennbar. Prägeglanz komplett, nicht unterbrochen. Ein paar minimale Krätzerli, die man kaum sieht. Würde ich deshalb als vz+ bewerten.
AV: Kopfseite
Prägeglanz fast komplett, minimal unterbrochen auf den Feldern und auf dem Kopf. Kleine Kratzer im Gesicht und am Kinn. Leichter Abrieb auf dem Kopf, d.h. Haare minimalst an den höchsten Stellen ab. Wenn man es gut fotographieren könnte, je nach Winkel sieht man keinen Unterschied . Würde ich deshalb als ss-vz / f.vz bewerten.
Es ist jetzt die Frage, ist die Münze f.vz oder ist es noch ein glattes vz. Ich persönlich hätte es auch als insgesamt vz bewertet, wenn man so die Bilder mit den Auktionen vergleicht.
Bei mäcs... findet man auch einige Beispiele.
- Künker, Auktion 187, Los 9110, Erhaltung ss. Deutlicher Abrieb zu sehen, m.M.n. f.ss. Leider lässt es sich nicht verlinken ...
- Grün, Auktion 51, Los 2702, Erhaltung ss+. Naja weit davon entfernt, m.M.n. s-ss.
- Grün, Auktion 49, Los 2751, Erhaltung vz-stgl. Auch Abrieb an den höchsten Stellen der Haare.
- Künker, Auktion 197, Los 7607, Erhaltung vz-stgl. Auch minimaler Abrieb an den höchsten Stellen der Haare.
Sehe mein Stück etwas schlechter als die letzten hier aufgelisteten Auktionen.
Folgendes ist mir noch aufgefallen : Der Schnurrbart hat noch (fast) volles Relief...Haartracht (obwohl tieferliegend ?) hat deutlichere Umlaufspuren. V.G.
Nein, hat sie Gott sei Dank nicht . Vielleicht hilft das neue Foto weiter.
Auf Deinem letzten Foto kann man den Prägeglanz gut erkennen.
Handelt es sich hier um das altbekannte Phänomen, dass wir eine schwäche Ausprägung bzw. einen etwas müden Stempel haben und dies mit Abrieb verwechseln?
Auch auf der Adlerseite sind m.E. nicht alle Details optimal ausgeprägt.
Bei der Adlerseite könnte ich einem vz zustimmen; bei der Kopfseite habe ich da, ehrlich gesagt, ein wenig Bauchweh
Wie würdet ihr die Erhaltung dieser Münze einschätzen?
Danke für eure Antworten.
Sehe mein Stück etwas schlechter als die letzten hier aufgelisteten Auktionen.
mfg
Das sind zwei unterschiedliche Fragen ;-)
Wenn Du fragen würdest: Gibt es bei Auktionen bessere Bewertungen für ähnliche Münzen als die Bewertung die Ihr mir für meine Münze gebt, dann kann man die locker mit Ja beantworten.
Kronerogøre hat es gut auf den Punkt gebracht. Verkäufer bewerten die Münzen eher nach dem Schön und Käufer eher nach Jaeger.
Diese Münze ist also gut dazu angetan, über den Widerspruch zu diskutieren, der sich beim Vergleich dieser beiden Kataloge für die Bewertung ergibt.
Auf Deinem letzten Foto kann man den Prägeglanz gut erkennen.
Handelt es sich hier um das altbekannte Phänomen, dass wir eine schwäche Ausprägung bzw. einen etwas müden Stempel haben und dies mit Abrieb verwechseln?
Auch auf der Adlerseite sind m.E. nicht alle Details optimal ausgeprägt.
Bei der Adlerseite könnte ich einem vz zustimmen; bei der Kopfseite habe ich da, ehrlich gesagt, ein wenig Bauchweh
Hab mal noch ein Foto der Rückseite gemacht. So viele Fotos, wie von diesem Stück habe ich auch noch nie gemacht . Welche Details findest du nicht optimal ausgeprägt. Prägeglanz ist komplett auf der Rückseite vorhanden.
Das sind zwei unterschiedliche Fragen ;-)
Wenn Du fragen würdest: Gibt es bei Auktionen bessere Bewertungen für ähnliche Münzen als die Bewertung die Ihr mir für meine Münze gebt, dann kann man die locker mit Ja beantworten.
Kronerogøre hat es gut auf den Punkt gebracht. Verkäufer bewerten die Münzen eher nach dem Schön und Käufer eher nach Jaeger.
Gruß Bofried
Ja, das mit den Auktionen ist eher eine Feststellung . Das Problem ist nur, dass sich kaum jemand an die Definitionen vom Jäger hält, sonst würde es so gut wie nie eine stgl Münze geben. Letztendlich hat jeder seine eigene Definition im Laufe der Zeit aufgebaut.
Am besten finde ich eigentlich die Methode der Amerikaner mit den Gradingstufen. Trotzdem ist es aber interessant verschiedene Meinungen zu dem Stück zu hören.
Welche Details findest du nicht optimal ausgeprägt.
Die Krone mit dem Kreuz über dem Adlerkopf.
Auf den ersten Bildern sah es so aus, als ob die "Wabensruktur" im inneren Schild etwas flau wäre. Ebenso dieser Kranz um den äußeren Schild. Ist aber auf den Bildern schwer zu beurteilen.
Auf den ersten Bildern sah es so aus, als ob die "Wabensruktur" im inneren Schild etwas flau wäre. Ebenso dieser Kranz um den äußeren Schild. Ist aber auf den Bildern schwer zu beurteilen.
Stimmt, auf den Bildern kann man es schlecht sagen. Die Wabenstruktur ist nicht flau, auch der Kranz ist nicht abgegriffen. Wie gesagt, nur die Haare sind minimalst an den höchsten Stellen abgegriffen.
Typisches Beispiel wie ich meine, einer Münze mit Prägeschwäche. Das Stück war zweifelsfrei kurze Zeit im Umlauf, aber des was vermeintlicher Abrieb ist passt nicht zu den paar Kratzerchen. Ich würde dem Stück schon noch ein vz zugestehen.
Typisches Beispiel wie ich meine, einer Münze mit Prägeschwäche. Das Stück war zweifelsfrei kurze Zeit im Umlauf, aber des was vermeintlicher Abrieb ist passt nicht zu den paar Kratzerchen. Ich würde dem Stück schon noch ein vz zugestehen.
Habe das Stück jetzt mal unter meinem Mikroskop betrachtet. Ich erkenne keinen Unterschied zwischen den Stellen mit Prägeglanz und den vermeintlich abgegriffenen Stellen. Ich schwenke es jetzt schon die ganze Zeit im Licht, ob es viellicht eine schwächere Prägung ist. Unter dem Licht betrachtet, scheinen auch die "abgegriffenen Stellen" am Haar noch mit Prägeglanz überzogen zu sein. Auch an den Stellen, wo der Prägeglanz unter Tageslicht nicht so stark zu sehen war, ist er unter dem Licht zu sehen.
Vielleicht doch kein Abrieb sondern eine schwächere Ausprägung der Haare
Rambo dein Stück ist vz, soweit ich es per Bild beurteilen kann. So wie es dir dabei ergeht, ist es mir in letzter Zeit öfters egangen. Die Kratzer verraten eigentlich ganz gut ob überhaupt und oder ob nur kurz ein Stück im Umlauf war. Woher soll den der doch sichtbare Abrieb kommen, wenn Stücke nur kurz im Umlauf waren? Ich meine das Prägeschwächen sehr oft verbreitet waren und sind und sich dies auf Bildern sehr schwer erkennen lässt. Da helfen dann eher die kleinen Kratzer weiter, wenn der Prägeglanz nicht mehr da ist. Du kannst das Stück in natura noch betrachten, was ein großer Vorteil ist.
Das Problem ist bloß der Prägeglanz ist komplett. Nur als es noch hell war, war der Prägeglanz auf der Vorderseite (Kopfseite) z.T. minimal auf dem Münzgrund bzw. Kopf unterbrochen und dort nur leicht zu sehen. Es war keine einheitliche Prägeglanzfläche. Unter dem künstlichen Licht sieht es jetzt vollständig aus. Auch der Kopf scheint vollständig mit Prägeglanz überzogen zu sein. Kratzer befinden sich eigentlich nur im Gesicht und am Kinn. Auf dem Münzgrund sind keine.
Die Adlerseite ist bei Tageslicht und bei Kunstlicht vollständig mit Prägeglanz überzogen. Wie schon geschrieben, hier sind nur minimale Krätzerli.
Ich denke ich richte mich mal nach dem Tageslicht und da meine ich, dass die Haare an den höchsten Stellen minimalst abgegriffen sind. Ich würde es auch als vz bewerten.
Für meine Sammlung passt das Stück auf jeden Fall und da bleibt es auch .
Kann es auf einer Münze, bedingt durch unterschiedlichen Materialfluss (und Verdichtung des Materials) bereits aufgrund der Herstellung zu Abstufungen des Prägeglanzes kommen?
Der Glanz ensteht doch durch Lichtbrechung auf der geprägten/verdichteten Metalloberfläche. Und wenn es da "unterschiedliche Regionen" gibt, kann doch das von Dir beschriebene Phänomen auftreten, dass Du den Glanz an der einen oder anderen Stelle "schwächer" wahrnimmst?
Kann es auf einer Münze, bedingt durch unterschiedlichen Materialfluss (und Verdichtung des Materials) bereits aufgrund der Herstellung zu Abstufungen des Prägeglanzes kommen?
Der Glanz ensteht doch durch Lichtbrechung auf der geprägten/verdichteten Metalloberfläche. Und wenn es da "unterschiedliche Regionen" gibt, kann doch das von Dir beschriebene Phänomen auftreten, dass Du den Glanz an der einen oder anderen Stelle "schwächer" wahrnimmst?
Alle bisherigen Stücke die ich in stgl habe, haben einen gleichmäßigen Glanz, allerdings sind sie nicht von den Anfangsjahren des Kaiserreichs. Ob es von diesen frühen Jahrgängen solche Effekte gibt weiß ich nicht. Habe da leider kein Vergleichsmaterial. Mein Bauchgefühl sagt, dass sie kurzzeitig im Umlauf war, obwohl die Rückseite nahezu perfekt ist.
Ich habe die Silbermünzen von Friedrich III in st, dort ist der Prägeglanz gleichmässig. das Fünfmarkstück habe ich im Thread der gut erhaltenen Münzen bei tageslicht aufgenommen, eingestellt.
Ich habe die Silbermünzen von Friedrich III in st, dort ist der Prägeglanz gleichmässig. das Fünfmarkstück habe ich im Thread der gut erhaltenen Münzen bei tageslicht aufgenommen, eingestellt.
Davon habe ich die 2 Mark auch in stgl. Mit frühen Jahrgängen meine ich eigentlich die ersten Prägungen der 2 Mark Münzen, 1876 - 1878.
Das Hamburger Fünfmarkstück, das ich vor Weihnachten mal hier vorgestellt hatte, wies nur an den bearbeiteten Stellen andere Oberflächenreflex auf : http://www.emuenzen.de/forum/deutsch...tml#post749691
Ich werde mir heute Abend mal das dazugehöriges Zweimarkstück ansehen.
Ich habe mir meinen J 61 mal angesehen. Die Oberfläche lässt keine durch die Prägung bedingten Unterschiede im Prägeglanz erkennen, besondes avers erkennt man das gut, revers ist der durch kurzen Umlauf bereits gebildete " Steg " zu sehen.