|
|
| Edelmetalle Diskussionen zu Gold, Silber , Platin als Geldanlage |
26-06-2005, 13:20
|
#251 (permalink)
|
|
|
Zitat:
|
Zitat von Dwimbor
Nein, das ist insoweit richtig. Allerdings ist Arbitrage noch etwas weiter gefasst, es muss sich nicht nur um räumliche Preisunterschiede handeln. Entscheidend ist, dass es keine Unsicherheit gibt. Wenn ich beispielsweise etwas am Kassamarkt kaufe und es gleichzeitig am Terminmarkt teurer verkaufe (so dass nach Abzug der Finanzierungskosten noch ein Gewinn verbleibt), dann wird ebenfalls ein risikoloser Arbitragegewinn erzielt. Es handelt sich aber dann nicht um räumliche, sondern um zeitliche Arbitrage.
|
Bei der von mir angeführten Art der Arbitragespekulation gibt es absolut keine Unsicherheit, was die Abhängigkeit vom GELDWERT (Inflation) angeht, weil der Spekulant praktisch dauernd in Sachwerten inverstiert bleibt, wenn er nicht alles auf einmal umschichtet.
Zur Gewinerzielung ausgenutzt werden nicht die absoluten Preisdifferenzen sondern die Bewertungsdifferenzen zwischen den der Spekulation zu Grunde liegenden SACHWERTEN.
D.H. unabhängig vom (absoluten) Kursniveau werden zuerst oder hauptsächlich diejenigen Sachwerte erworben, die im Vergleich zu der Gesamtheit aller begehrten / ins Auge gefassten Sachwerte am günstigsten bewertet sind. Aus Gründen der Diversifikation können auch nachrangige Basiswerte erworben werden, jedoch: je ungünstiger die Rangfolge, desto geringer die (monetäre) Gewichtung dieses Basiswertes.
Bei den Edelmetallten Platin, Gold, Palladium und Silber ergibt sich derzeit folgende Rangfolge:
erstens: Palladium
zweitens: Silber
drittens: Gold
viertens: Platin
(1) Silber war anfang der 90er halb so teuer wie heute, wohingegen der Goldpreis damals ähnlich hoch war, wie heute. Anfang der 90er hätte man für 1 kg Gold etwa 80 bis 100 kg Silber bekommen können.
(2) Zu Beginn der 80er Jahre, als das Silber 2.800 DM je Kilo kostete, war Gold nur etwa 20 mal so teuer wie Silber.
(3) Mitte der 90er dann, waren Gold und Platin annähernd gleich hoch bewertet.
(4) Anfang dieses Jahrhunderts hingegen waren, wenn auch nur für kurze Zeit, Platin und Palladium ungefähr gleich hoch bewertet. Derzeit ist Platin etwa vier bis fünfmal höher bewertet als Palladuim.
Diese Bewertungsunterschiede zeigen in beeindruckender Art und Weise, daß man auch mit Edelmetallen langfristig hohe (reale) Vermögenszuwächse erzielen kann. Ohne jemals völlig devestiert zu sein.
Unter Steuer- und Risikoaspekten (Geldentwertung, Insolvenzrisiken bei Aktien und Anleiheemmitenten, Besteuerung von Zinsen und kurzfristigen Veräußerungsgewinnen) fährt man hier, substanziell betrachtet, selbst unter Berücksichtigung von 30 Prozent Transaktionsverlusten (Mehrwertsteuer, An- und Verkaufsspesen) sicherlich nicht schlechter als mit anderen Vermögensanlagen, bei denen Steuern und Provisionen auch auf durch Inflation aufgefressene absolute Geldzuwächse gezahlt werden.
|
|
|
26-06-2005, 13:32
|
#252 (permalink)
|
|
|
Zitat:
|
Zitat von mesodor39
Bei der von mir angeführten Art der Arbitragespekulation gibt es absolut keine Unsicherheit, was die Abhängigkeit vom GELDWERT (Inflation) angeht, weil der Spekulant praktisch dauernd in Sachwerten inverstiert bleibt, wenn er nicht alles auf einmal umschichtet.
Zur Gewinerzielung ausgenutzt werden nicht die absoluten Preisdifferenzen sondern die Bewertungsdifferenzen zwischen den der Spekulation zu Grunde liegenden SACHWERTEN.
...
|
Der Begriff "Arbitragespekulation" ist in sich widersinnig (so ähnlich wie ein schwarzer Schimmel). Entweder es handelt sich um Arbitrage oder um Spekulation. Und solange man nicht in die Zukunft sehen kann, bleibt die Umschichtung von einem Gut in das andere risikobehaftet, also Spekulation
__________________
"Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont." (Konrad Adenauer)
|
|
|
26-06-2005, 14:19
|
#253 (permalink)
|
|
|
Zitat:
|
Zitat von Duffing
Wenn ich da auch noch meinen Senf dazugeben darf:
Spekulation ist die Ausnutzung zeitlicher Preisunterschiede,
Arbitrage ist die Ausnutzung räumlicher Preisunterschiede des gleichen Guts
Das ist das, was unsere Vatikanreisenden immer versuchen, und was eigentlich jeder Händler macht.
Oder ist das auch wieder falsch?
|
Genaus so ist es. Man nutz räumliche Preisunterschiede aus um Gewinne zu machen.
Im Fall Vatikan heißt das
1. billig im Vatikan kaufen
2. teuer bei Ebay verkaufen
Andere Beispiele wären, wenn man eine Aktie in New York billger kauft, als man sie im gleichen Moment in Frankfurt verkaufen kann.
Diese Abritagemöglichkeiten bestehen (zumindest an den Börsen) nur für sehr kurze Zeit, da diese durch verschiebung von ANgebot und Nachfrage der Preis angepasst wird.
|
|
|
26-06-2005, 14:23
|
#254 (permalink)
|
|
|
Zitat:
|
Zitat von mesodor39
Bei der von mir angeführten Art der Arbitragespekulation gibt es absolut keine Unsicherheit, was die Abhängigkeit vom GELDWERT (Inflation) angeht, weil der Spekulant praktisch dauernd in Sachwerten inverstiert bleibt, wenn er nicht alles auf einmal umschichtet.
|
Vollkommen richtig, aber das ändert meiner Meinung nach nichts daran, das es sich hierbei nicht um Abritagegeschäfte handelt, sondern um einfaches relisieren von Gewinnen bei einen Anlagegut und kaufen einen anderen.
|
|
|
26-06-2005, 14:48
|
#255 (permalink)
|
|
|
Zitat:
|
Zitat von LordExcalibur
Genaus so ist es. Man nutz räumliche Preisunterschiede aus um Gewinne zu machen.
Im Fall Vatikan heißt das
1. billig im Vatikan kaufen
2. teuer bei Ebay verkaufen
Andere Beispiele wären, wenn man eine Aktie in New York billger kauft, als man sie im gleichen Moment in Frankfurt verkaufen kann.
Diese Abritagemöglichkeiten bestehen (zumindest an den Börsen) nur für sehr kurze Zeit, da diese durch verschiebung von ANgebot und Nachfrage der Preis angepasst wird.
|
Wie oben bereits geschrieben: Es muss sich nicht unbedingt um räumliche Preisunterschiede handeln. Entscheidend ist die Risikolosigkeit.
__________________
"Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont." (Konrad Adenauer)
|
|
|
26-06-2005, 18:22
|
#256 (permalink)
|
|
|
Wenn ich das jetzt hier so lese, ist doch vor allem Gold und Silber gegenueber Palladium entweder ueberwertet oder Palladium unterbewertet?
Gehen wir mal davon aus, man will JETZT Edelmetalle kaufen, sollte man dann nicht lieber Palladium nehmen, da es gegenueber den anderen Metallen guenstig ist? Gold und Silber wuerde ich aufgrund der hohen Preise jetzt nicht kaufen, verkaufen will ich aber auch nicht.
Was wuerdet Ihr machen bzw. wozu raten, was meine Gedanken zu Palladium betreffen?
Man haette ein gutes Geschaeft gemacht, sollte Palladium wieder den Goldpreis erreichen oder gar uebersteigen. Natuerlich OHNE das der Goldpreis wesentlich nach unten geht. Genauso kann es aber auch sein, dass Palladium das jetzige Preisniveau haelt oder sogar noch weiter im Preis faellt. Wie man es wohl macht, ist es vielleicht verkehrt oder auch richtig
Gruss Impaler
Geändert von Impaler (26-06-2005 um 18:27 Uhr)
|
|
|
26-06-2005, 18:47
|
#257 (permalink)
|
|
|
Zitat:
|
Zitat von Dwimbor
Wie oben bereits geschrieben: Es muss sich nicht unbedingt um räumliche Preisunterschiede handeln. Entscheidend ist die Risikolosigkeit.
|
Was die Risikolosigkeit angeht, so ist diese bei den Anlagen und Umschichtungen zwischen verschiedenen Edelmetallen ebenfalls gegeben, was das Inflationsrisiko angeht. Man bleibt - ohne Inflationsrisiko - unter langfristiger Mehrung der Vermögenssubstanz investiert.
Bei den üblichen Arbitragegeschäften bezieht sich die Risikolosigkeit auf Kursverluste, die wegen der sofortigen Ausnutzung von erheblichen Bewertungsunterschieden faktisch kaum vorkommen dürften.
D.h. derjenige, der Arbitragegeschäfte mit Aktien oder Wertpapieren tätigt, der besitzt zu nahezu 100 Prozent der Zeit nur Bargeld und ist demzufolge nur dem Inflationsrisiko voll, d.h. völlig ungeschützt ausgeliefert,
wohingegen derjenige, der die von mir beschriebenen Spekulationsgeschäfte mit Bewertungsdifferenzen zwischen verschiedenen Edelmetallen tätigt zu nahezu 100 Prozent der Zeit Edelmetalle (wenn auch verschiedene) besitzt und demzufolge praktisch keinem Inflationsrisiko, sondern ausschließlich den vollen Kursrisiken fallender Edelmetallpreise ausgesetzt ist.
Die Ansätze und die Strategien beider Philosophien (Totale Minimierung eines bestimmten RISIKOS) sind absolut identisch.
Die praktische Umsetzung (bei der klassischen Arbitrage handelt man praktisch ständig und unter Ausnutzung kleiner Differenzen, d.h. man erzielt je Transaktion i.d.R. nur minimale prozentuale Profite, muß das also schon fast beruflich tun, um profitabel zu sein, wohingegen bei der von mir beschriebenen Spekulation mit Bewertungsdifferenzen zwischen verschiedenen Edelmetallen bestenfalls alle paar Jahre eine einzige, unter dem Gedanken des Substanzerhaltes meist hochprofitable Transaktion notwendig und sinnvoll ist, d.h. diese Strategie ist für Privatleute geeignet) ist hingegen völlig konträr.
Es ist eben ein gewaltiger Unterschied, ob man als Profi unter Inkaufnahme eines (dann vernachlässigbaren) Inflationsrisikos ständig auf der Jagd nach allerkleinsten Profiten ist, welche sich (wenn man fleissig ist) zu märchenhaften Kapitalrenditen aufaddieren oder ob man als Privatmann sein Inflationsrisiko ausschalten will und unter Inkaufnahme von Kursrisiken dennoch die Chance wahren möchte, langfrisitig bessere Renditen erzielen zu können, als sie Anleihen, Aktienfonds oder Sparbücher bei dem derzeit vorhandenen GELDÜBERHANG und der derzeit total überschuldeten Gemeinwesen bieten.
Es ist eben hier eine Sache der RISIKOGEWICHTUNG und des persönlichen EINSATZES, der mit der Strategie verbunden ist.
Der Grundgedanke, die Ausschaltung eines bestimmten RISIKOS bei gleichzeitiger Wahrnehmung von Gewinn-Chancen ist in beiden Fällen absolut identisch.
|
|
|
26-06-2005, 19:12
|
#258 (permalink)
|
|
|
Zitat:
|
Zitat von Impaler
Wenn ich das jetzt hier so lese, ist doch vor allem Gold und Silber gegenueber Palladium entweder ueberwertet oder Palladium unterbewertet?
Gehen wir mal davon aus, man will JETZT Edelmetalle kaufen, sollte man dann nicht lieber Palladium nehmen, da es gegenueber den anderen Metallen guenstig ist? Gold und Silber wuerde ich aufgrund der hohen Preise jetzt nicht kaufen, verkaufen will ich aber auch nicht.
Was wuerdet Ihr machen bzw. wozu raten, was meine Gedanken zu Palladium betreffen?
Man haette ein gutes Geschaeft gemacht, sollte Palladium wieder den Goldpreis erreichen oder gar uebersteigen. Natuerlich OHNE das der Goldpreis wesentlich nach unten geht. Genauso kann es aber auch sein, dass Palladium das jetzige Preisniveau haelt oder sogar noch weiter im Preis faellt. Wie man es wohl macht, ist es vielleicht verkehrt oder auch richtig
Gruss Impaler
|
Ich sage es mal so:
Man darf bei Geldanlagen nie alle Eier in ein Nest legen. Jedoch kann man verschiedene Edelmetalle unterschiedlich gewichten.
Angenommen, man möchte nun damit beginnen 10 Prozent seines Vermögens in Edelmetalle anlegen, so würde ich aktuell das sehr knappe und extrem volatile Palladium mit 30 Prozent gewichten, nochmals 30 Prozent würde ich in Silber anlegen und 40 Prozent in Gold. Trotz der derzeitigen Kurse. Platin würde ich erst dann beginnen zu kaufen, wenn es gegenüber zumindest einem der anderen drei Metalle so signifikant gefallen ist, daß eine Umgewichtung Sinn macht, z.B. 50 Prozent des Goldes Gold annähernd 1:1 in Platin. Gold würde ich dann bis zur 60-Prozent-Grenze zu Gunsten von Silber zurückfahren, wenn es sich relativ zu Silber annähernd verdoppeln sollte.
Meist ist es so, daß jemand bereits Edelmetalle besitzt:
Jemanden, der ausschließlich Gold und / oder Silber besitzt, dem würde ich derzeit bei Neukäufen solange zu Palladium raten, bis er etwa 30 Prozent seines Edelmetallvermögens in Palladium hält bzw. maximal 3 Prozent seines Gesamtvermögens bei einer beabsichtigten Edelmetallquote von 10 Prozent. Zu einem Verkauf von Gold und einer Re-Investitition in Palladium würde ich nicht raten, wohl aber zu einem Verkauf von Platin und einer Anlage des Verkaufserlöses in Palladium.
Voraussetzung dafür ist, daß Palladium relativ zu den anderen Metallen nicht extrem im Wert steigt.
Würde beispielsweise Palladium irgendwann so teuer werden, wie Platin so würde ich zu mindestens 66 Prozent umschichten, d.h. mindestens 2/3 des Palladuims verkaufen und das Geld in Platin investieren bzw. reinvestieren.
Ebenso würde ich bei Bewertungsrelationen zwischen Gold und Silber von 1:20 bis 1:15 mindestens 2/3 der Silberbeständ ein Gold tauschen, wohingegen bei Bewertungsrelationen von 1:100 bis 1:120 mindestens 2/3 des Goldes in Silber umzuschichten wären.
Bei vier Metallen wäre es so, daß man im jeweils relativ am höchsten bewerteten kaum, d.h. zu unter 10 Prozent investiert ist und beim relativ betrachtet am niedrigsten bewerteten Metall zu mindestens 30 Prozent investiert ist.
Bei marktengen und hochvolatilen Metallen wie Palladium ist die Mindestgrenze gleich der Höchstgrenze, wohingegen ich gegebenenfalls bei Platin, Gold oder Silber ohne die geringsten Skrupel und Unsicherheiten auf bis zu maximal 60 Prozent gehen würde - wenn das jeweilige Metall relativ zu den anderen nur billig genug zu bekommen ist.
Jemanden, der beispielsweise voll in Edelmetallen investieren möchte (was nach meinem Dafürhalten zu einseitig wäre), dem würde ich eine wertmäßige Goldquote von mindestens 30 Prozent nahelegen (egal, welche Relationen sich auch eregeben mögen), denn Gold ist und bleibt das liquideste aller vier hier angeführten Edelmetalle. Außerdem würde ich solchen Anlegern oder Investoren nahelegen, bis zu einem gewissen Grad auch numismatische Edelmetallmünzen mit in ihr Anlagekonzept einzubeziehen, gut erhaltene, ggf. hochpreisige Einzelstücke ebenso wie nahe dem Metallwert zusammengekaufte Rollenware momentan niedrig bewerteter Sammelgebiete. Allein schon aus Gründen der Diversifikation.
Besser, weil risikoärmer wäre bei einer nahezu vollständigen Anlage in Sachwerten, eine genügend hohe Vermögenssubstanz vorausgesetzt, eine viel breitere Streuung. Beispielsweise unter Einbeziehung einer selbstgenutzten Immobilie, und je nach Interessenslage und Fachkenntnis: hochwertigen Schmuck, Kunst und Antiquitäten (keine Massenware, kein Ramsch von der Stange).
Und zur Vermeidung von Klumpenrisiken würde ich bei einer Edelmetallanlage (Barren oder Barrenmünzen) bei einer Anlage in Münzen Stücken aus unedlen Metallen den Vorzug geben. Ich beispielsweise besitze praktisch KEIN numismatisches Gold, jedoch (relativ zu anderen Sammlungen / Sammlern) sehr viele erstklassig erhaltene Kupfermünzen des 18. und 19. Jahrhunderts, sowie sehr viele billigst, d.h. meist für Pfennigbeträge zusammengekaufte Weltmünzen (weit über 90 Prozent Kursmünzen) in nahezu ausschließlich bankfrischer Qualität. Und sehr viele Fehlprägungen, wobei ich die Weltmünzen und die Fehlprägungen mehr als Hobby und eigentlich nicht als Geldanlage ansehe / zähle.
Geändert von mesodor39 (26-06-2005 um 19:35 Uhr)
|
|
|
26-06-2005, 20:04
|
#259 (permalink)
|
|
|
@mesodor39
Vielen Dank fuer Deine ausfuehrliche Antwort, auf die ich noch mal gerne eingehen moechte. Teilweise aus dem Grund, ob ich alles soweit richtig verstanden habe
Zitat:
|
Angenommen, man möchte nun damit beginnen 10 Prozent seines Vermögens in Edelmetalle anlegen, so würde ich aktuell das sehr knappe und extrem volatile Palladium mit 30 Prozent gewichten, nochmals 30 Prozent würde ich in Silber anlegen und 40 Prozent in Gold. Trotz der derzeitigen Kurse. Platin würde ich erst dann beginnen zu kaufen, wenn es gegenüber zumindest einem der anderen drei Metalle so signifikant gefallen ist, daß eine Umgewichtung Sinn macht, z.B. 50 Prozent des Goldes Gold annähernd 1:1 in Platin. Gold würde ich dann bis zur 60-Prozent-Grenze zu Gunsten von Silber zurückfahren, wenn es sich relativ zu Silber annähernd verdoppeln sollte.
|
Mir ist bei Einsicht der Charts (letzten 10 bis 15 Jahre) aufgefallen, Platin wird zur Zeit recht hoch gegenueber den anderen Edelmetallen (ich spreche hier von Palladium, Silber und Gold) bewertet. War schon noch etwas hoeher, doch konnte ich ueber Jahre ein Platin Preisniveau, aehnlich wie dem der Unze Gold sehen.
Wobei natuerlich auch gesagt werden muss, Palladium war zwar mal fuer kurze Zeit das teuerste der vier Metalle, jedoch auch schon mal laengere Zeit sehr weit unter dem jetzigen Preisniveau. Ich persoenlich glaube, Palladium wird nicht mehr dieses niedrige Niveau (unter 100 US-Dollar / Unze) erreichen.
Somit muesste ich das wenige Platin, welches ich besitze jetzt veraeussern und in Palladium investieren. Man wuerde sich aergern, Platin zu behalten und es erreicht in wenigen Jahren (wieder) das Preisniveau von Gold. Das leuchtet mir auch ein.
Zitat:
|
Zu einem Verkauf von Gold und einer Re-Investitition in Palladium würde ich nicht raten, wohl aber zu einem Verkauf von Platin und einer Anlage des Verkaufserloeses in Palladium.
|
Das habe ich auch gar nicht angedacht und bereits geschrieben, ich will die jetztigen Silber- und Goldbestaende nicht herausruecken  - Ich bin naemlich auch aus eigenen Antrieb heraus der Auffassung, Gold haelt immer noch das stabilste Preisniveau (von den Preisen in den 80er Jahren sehen wir mal ab).
Was haeltst Du eigentlich davon, wenn man sein Augenmerk sehr wohl auf Gold legt und die anderen Metalle immer wieder umschichtet um die Gewinne immer in Gold zu investieren. So koennte man die Goldmenge ohne neue Zukaeufe erhoehen.
Aber sollte man diesem Beispiel folgen, so bleiben Neuinvestitionen natuerlich auch nicht ganz aussen vor, keine Frage.
Mir gefallen Deine Beispiele "der Gewichtung" dabei jedoch weitaus besser, als letztendlich doch alles auf Gold zu setzen. Ich habe Dich so verstanden, Gold sollte stets als Sicherheit dienen, richtig?
Gruss Impaler
|
|
|
26-06-2005, 20:52
|
#260 (permalink)
|
|
|
Zitat:
|
Zitat von mesodor39
Was die Risikolosigkeit angeht, so ist diese bei den Anlagen und Umschichtungen zwischen verschiedenen Edelmetallen ebenfalls gegeben, was das Inflationsrisiko angeht. Man bleibt - ohne Inflationsrisiko - unter langfristiger Mehrung der Vermögenssubstanz investiert.
Bei den üblichen Arbitragegeschäften bezieht sich die Risikolosigkeit auf Kursverluste, die wegen der sofortigen Ausnutzung von erheblichen Bewertungsunterschieden faktisch kaum vorkommen dürften.
D.h. derjenige, der Arbitragegeschäfte mit Aktien oder Wertpapieren tätigt, der besitzt zu nahezu 100 Prozent der Zeit nur Bargeld und ist demzufolge nur dem Inflationsrisiko voll, d.h. völlig ungeschützt ausgeliefert,
|
Ist er nicht. Nur Überraschungs- bzw. unerwartete inflation.
Abgesehen davon: Was wenn er (und das ist wohl der Normalfall) die Arbitragegeschäfte kreditfinanziert? Schließlich dauert es ja nur ganz kurz. Dann spielt das Inflationsrisiko ohnehin keine Rolle mehr.
Zitat:
|
Zitat von mesodor39
wohingegen derjenige, der die von mir beschriebenen Spekulationsgeschäfte mit Bewertungsdifferenzen zwischen verschiedenen Edelmetallen tätigt zu nahezu 100 Prozent der Zeit Edelmetalle (wenn auch verschiedene) besitzt und demzufolge praktisch keinem Inflationsrisiko, sondern ausschließlich den vollen Kursrisiken fallender Edelmetallpreise ausgesetzt ist.
|
Und damit handelt es sich einfach definitiv nicht um Arbitrage- sondern um Sprekulationsgeschäfte. (Wie Du ja auch selber schreibst...)
Zitat:
|
Zitat von mesodor39
Die Ansätze und die Strategien beider Philosophien (Totale Minimierung eines bestimmten RISIKOS) sind absolut identisch.
|
Ist die "totale Minimierung" jetzt auch so eine neue Wortschöpfung?
__________________
"Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont." (Konrad Adenauer)
Geändert von Dwimbor (26-06-2005 um 21:03 Uhr)
|
|
|
27-06-2005, 06:09
|
#261 (permalink)
|
|
|
@Impaler: Bei kleinen Beständen, evtl. noch in Form von Münzen lohnt ein Wechsel zwischen Platin und Palladium überhaupt nicht. Gut erhaltene Münzen, insbesonders Platin- oder Palladium Barrenmünzen dürften schwer wieder beschaffbar sein. Silbermünzen werden oftmals mit zu hohen Aufschlägen ausgegeben, als daß es sich lohnt, auf dieser Basis Bewertungsunterschiede zwischen den Metallen auszunutzen.
Wenn überhaupt, so würde ich das mit Barren, Mindestgewicht bei Platin, Gold und Palladium: 100g und bei Silber: 1 kg machen. Und ich würde mir auch gut überlegen, ob ich beispielsweise alles Platin in Palladium tausche. Bei schon geringen Platinbeständen und noch nicht erreichtem Edelmetall-Investitionsgrad von 10 Prozent des Gesamtvermögens (Immobilien, Hausrat, Cash, KFZ, Wertpapiere usw.) würde ich derzeit ehr Palladium zukaufen, als in Palladium umschichten.
|
|
|
27-06-2005, 16:35
|
#262 (permalink)
|
|
|
In eurer ganzen Diskussion (mit wichtigen Vokabeln) kommen meiner Meinung nach einige Dinge zu kurz oder werden gar nicht angesprochen.
1. Warum soll ich nicht in Sammlergoldmünzen und in Barrenmünzen anlegen?
Das leuchtet mir nicht ein. Ich gehe von steigenden Goldpreisen aus. Barrenmünzen sind leicht zu beschaffen und leicht zu verkaufen. Auch wenn sie numismatisch nicht sonderlich wertvoll sind (die modernen Barrenmünzen sind ja eigentlich Handels und Pseudomünzen) eine gute Geldanlage.
Gute Reichsgoldmünzen steigen seit Jahren. Für den Wert einer Sachsen-Meiningen z.B. die man für rund 5000 gekauft hat ist der Goldpreis völlig egal.
Warum also nicht beides sammeln?
2. Man kann Gold nicht mit anderen Metallen vergleichen. Gold genießt seit Jahrtausenden das Urvertrauen der Menschen und seit dem als Tausch und Zahlungsmittel benutzt. Auch wenn viele "moderne" Banker und Investmentgurus es nicht wahrhaben wollen hat Gold seine monetäre Funktion nie verloren.
Gold ist Geld und das wird sich nicht ändern.
3. Gold ist Mwst.-frei. Alle anderen Edelmetalle nicht. Die Mwst. muß man dann bei einem Verkauf auch erst mal wieder erwirtschaften.
Gold ist keine normale Handelsware wie andere Metalle und wird dies auch nicht werden.
__________________
Endlich habe ich meine eigene Währung!
|
|
|
27-06-2005, 17:08
|
#263 (permalink)
|
|
|
Zitat:
|
Zitat von Goldnase
1. Warum soll ich nicht in Sammlergoldmünzen und in Barrenmünzen anlegen?
Das leuchtet mir nicht ein. Ich gehe von steigenden Goldpreisen aus. Barrenmünzen sind leicht zu beschaffen und leicht zu verkaufen. Auch wenn sie numismatisch nicht sonderlich wertvoll sind (die modernen Barrenmünzen sind ja eigentlich Handels und Pseudomünzen) eine gute Geldanlage.
Gute Reichsgoldmünzen steigen seit Jahren. Für den Wert einer Sachsen-Meiningen z.B. die man für rund 5000 gekauft hat ist der Goldpreis völlig egal.
Warum also nicht beides sammeln?
|
Du musst halt die Numismatik und die Geldanlage in Gold trennen.
Grundsätzlich spricht nichts dagegen, wenn du Sammlermünzen kaufst, allerdings musst du dir in´m klaren sein, das die Preisentwicklung relativ unabhängig vom Goldpreis ist.
Desweiteren hast du u.U. schwierigkeiten die Münzen wieder zu einen vernünftigen Preis und schnell zu liquidieren (wenn es mal nötig sein sollte).
Wenn du die "normalen" Anlagemünzen wie Krügerrand... oder "normale" Barren hast, dann ist das kein Problem.
Was meinst du mit Barrenmünzen?
|
|
|
28-06-2005, 06:38
|
#264 (permalink)
|
|
|
Zitat:
|
Zitat von LordExcalibur
Was meinst du mit Barrenmünzen?
|
Krügerrand, Austr. Nugget, Philharmoniker, Maple Leaf etc. sind Goldbarren in Münzform.
|
|
|
28-06-2005, 10:23
|
#265 (permalink)
|
Alter: 33
Beiträge: 2.001
|
Laut Galileo soll es in der Ganzen Welt nur soviel Gold geben das gerade mal ein Würfel von 16m Kantenlänge entsteht  Kann mal jemand ausrechnen wieviel Tonnen das Sind?
__________________
Cusco
|
|
|
28-06-2005, 10:28
|
#266 (permalink)
|
Alter: 29
Beiträge: 1.177
|
Zitat:
|
Zitat von Cusco
Laut Galileo soll es in der Ganzen Welt nur soviel Gold geben das gerade mal ein Würfel von 16m Kantenlänge entsteht  Kann mal jemand ausrechnen wieviel Tonnen das Sind?
|
Galileo hatte sich ein wenig verschätzt. Im Moment sind 2/3 der bekannten Goldquellen gefördert und ergeben zusammen einen Würfel von 18m Kantenlänge. Die Dichte von Gold liegt bei 19300 kg/m^3. Alles weitere kannst du dir dann selbst ausrechnen.... (Quelle: Wikipedia:Gold)
Andi
|
|
|
28-06-2005, 12:03
|
#267 (permalink)
|
|
|
Zitat:
|
Zitat von joham
Krügerrand, Austr. Nugget, Philharmoniker, Maple Leaf etc. sind Goldbarren in Münzform.
|
alles klar, die nennt man auch Bullion Münzen. Aber man lernt halt nie aus.
|
|
|
28-06-2005, 12:05
|
#268 (permalink)
|
|
|
Zitat:
|
Zitat von andiCT
Galileo hatte sich ein wenig verschätzt. Im Moment sind 2/3 der bekannten Goldquellen gefördert und ergeben zusammen einen Würfel von 18m Kantenlänge. Die Dichte von Gold liegt bei 19300 kg/m^3. Alles weitere kannst du dir dann selbst ausrechnen.... (Quelle: Wikipedia:Gold)
Andi
|
Das sind dann 112557,6 Tonnen
|
|
|
28-06-2005, 13:47
|
#269 (permalink)
|
|
|
Zitat:
|
Zitat von joham
Krügerrand, Austr. Nugget, Philharmoniker, Maple Leaf etc. sind Goldbarren in Münzform.
|
Das sind einfach Goldmünzen, ohne jede Einschränkung.
Die Bezeichnung "Barren" ist unmotiviert, auch wenn die jeder hier im Forum dem anderen nachquatscht. Gold barrren sehen so aus:
Guckst Du -> wikipedia
__________________
Holzhacker Schloppe (333599) Liga VI.418
|
|
|
28-06-2005, 14:16
|
#270 (permalink)
|
|
|
Zitat:
|
Zitat von LordExcalibur
Das sind dann 112557,6 Tonnen
|
oder 3,619,099,064.34 Unzen und bei einem Goldpreis von 439$ pro Unze, sind das 1,588,784,489,244.72US$ oder gut 1,300 Milliarden Euro...
|
|
|
28-06-2005, 14:30
|
#271 (permalink)
|
|
|
Zitat:
|
Zitat von maudry
oder 3,619,099,064.34 Unzen und bei einem Goldpreis von 439$ pro Unze, sind das 1,588,784,489,244.72US$ oder gut 1,300 Milliarden Euro...
|
Was nicht gerade viel ist, wenn man man bedenkt das dies Weltweit vorhanden ist.
Hat zufällig jemand eine Aufstellung welche Staaten/Zentralbanken wieviel davon haben?
|
|
|
28-06-2005, 14:31
|
#272 (permalink)
|
Alter: 40
Beiträge: 7.081
|
Nun wird das Wort "Barren" auch schon lange von Münzstätten bei Münzen verwendet. Beispiel Vreneli L1935B. Das L steht für Lingot, was übersetzt eben genau Barren heisst. So eng muss man das Wort also nicht mit langweiligen, quaderförmigen Metallblöcken verknüpfen, Wortherkunft hin oder her...Schliesslich verfolgen Anlagemünzen und quaderförmige Edelmetall-Barren denselben Zweck, sind also äusserst verwandt miteinander.
__________________
Ich kann die Leute nicht ausstehen, die ständig Triumphe erringen über die Bescheidenheit der anderen. (Charles de Secondat)
Geändert von jeggy (28-06-2005 um 14:34 Uhr)
|
|
|
28-06-2005, 14:33
|
#273 (permalink)
|
Alter: 40
Beiträge: 7.081
|
Zitat:
|
Zitat von maudry
oder 3,619,099,064.34 Unzen und bei einem Goldpreis von 439$ pro Unze, sind das 1,588,784,489,244.72US$ oder gut 1,300 Milliarden Euro...
|
Jaja, die grossen Zahlen....es handelt sich dann doch eher um 1,3 Billionen Euro
__________________
Ich kann die Leute nicht ausstehen, die ständig Triumphe erringen über die Bescheidenheit der anderen. (Charles de Secondat)
|
|
|
28-06-2005, 14:54
|
#274 (permalink)
|
|
|
Zitat:
|
Zitat von jeggy
Jaja, die grossen Zahlen....es handelt sich dann doch eher um 1,3 Billionen Euro 
|
In Luxemburg benutze ich den Punkt als Dezimalseparator und das Komma als Tausendertrennzeichen
|
|
|
28-06-2005, 14:58
|
#275 (permalink)
|
Alter: 45
Beiträge: 3.069
|
@LordExcalibur
Bist Du nicht auch im Goldforum vertreten? Dort kann man das doch zigfach nachlesen
Die USA haben rund 8100 Tonnen, Deutschland rund 3440 Tonnen ( so Gott will siehe hier ) und Frankreich rund 3100.
Die Schweiz mußte wegen Beitritts zum IWF die Goldbindung des Franken aufheben und einen großen Teil seiner Goldreserven verkaufen., wie es daher bei Platz 4 bis X aussieht, weiß ich nicht mehr.
__________________
Gruß, Sonja
Wenn Du ein Licht am Ende des Tunnels siehst, bedenke, daß es auch jemand ausknipsen kann!
|
|
|
|
Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
|
|
|
| Themen-Optionen |
|
|
| Ansicht |
Linear-Darstellung
|
Forumregeln
|
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.
HTML-Code ist an.
|
|
|
Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 22:12 Uhr.
|
|