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Irgendwo habe ich aber mal ein Video gesehen wie die Rohlinge hergestellt werden. Und da gab es eindeutig Pille und Ringe! Wozu sollen die explizit Ringe herstellen wenn die in der Prägestätte gestanzt werden?!
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Moin, Moin,
die
industrielle Herstellung von "Pillen" und den dazu gehörigen "Ringen" als Anliefermaterial für eine Prägestätte ist selbstverständlich möglich und in entsprechenden Fällen auch sinnvoll, denn es gibt auch Bimetallmünzen, bei denen keine Rändelung angebracht werden muss, da nicht vorgesehen !
Diese Münzen weisen später entweder einen glatten oder einen "nur" gekerbten, gewellten, geriffelten "geblümten" (z.B. "Spanische Rose" bei 20 Cent) Rand auf.
Letzteres entsteht dann aber über einen entsprechend gearbeiteten Prägering
bei der Prägung. Nur über diesen Zeitpunkt der Anbringung erreicht man das Gewünschte in entsprechender Form und "Tiefe" (Höhe). Voraussetzung dafür ist die richtige Wahl des Prägedrucks bei der täglichen Maschineneinstellung.
Dass diese Einstellung nicht immer optimal erfolgt, zeigen die vielen bekannten, außen mehr oder weniger "angeschrägten" und mehr oder weniger "tiefen", Prägering-Randmerkmale , die dann bei nicht richtig informierten Sammlern / Autoren leider immer wieder den falschen Eindruck der Verwendung unterschiedlich gearbeiteter Prägeringe erweckt


---> Abweichungen in einer mehr oder weniger sichtbaren "Phasung" = Varianten


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Außen minimal bis gering "angeschrägt" und tiefe z.B. Kerben = hoher (optimaler) Prägedruck
Außen mehr oder weniger "angeschrägt" und flache z.B. Kerben = niedriger (zu geringer) Prägedruck
Da eine Ronde mit Randschrift gemäß entsprechender Verordnung bereits eine Münze darstellt, weil sich an ihr bereits etwas "Offizielles" befindet (Auskunft auf entsprechende Anfrage in München), darf das Aufrollen einer Randverzierung (Randschrift, Arabesken, usw.) immer nur in der Prägestätte erfolgen.
Das Zusammenspiel von optimal erforderlichem Prägedruck für eine nach der Prägung nicht zu stark wieder "weg gedrückten" Rändelung ist eine nicht "ganz einfache" Angelegenheit und dient den offiziellen Münzherstellern als zusätzliches Echtheitsmerkmal.
Aufgrund der beschriebenen Schwierigkeit machen es sich die Fälscher einfach und bringen ihre Randschrift - wenn überhaupt - erst nach der Prägung am Rand an.
Unterschied: Bei echten Münzen bilden die Kanten der Rändelungsmerkmale eine Höhe mit denen z.B. der Randkerben. Nachträglich angebrachte Rändelungen sind an ihren Kanten über die erfolgende Aufwulstung durch Materialverdrängung immer (mit Lupe auch sichtbar) minimal höher.
Beste Grüße
varukop