Statistische Auswertung deutsche 2-Euro-Stücke mit nur 0,4 mm hoher Randschrift
Angeregt von Rollenmops' Beitrag zur statistischen Erfassung von KMB-Funden bei deutschen 1- bis 5-Cent-Stücken möchte ich zum Melden von Zählergebnissen deutscher 2-Euro-Stücke mit nur 0,4 mm hoher Randschrift aufrufen.
Damit die statistische Auswertung auf einer möglichst breiten Basis steht, bitte ich ums Posten der Zählergebnisse. Das kann durch deren Eintrag in die hellblau unterlegten Bereiche der beigefügten leeren Excel-Datei geschehen oder formlos. Ergänzend bitte noch den Ort mitteilen, an dem die Probe gezogen wurde.
Ich bemühe mich darum, die eintreffenden Meldungen statistisch auszuwerten und die Anteile in diesem Startbeitrag möglichst zeitnah zu aktualisieren.
Beim Durchsehen von 1.823 2-Euro-Stücke sind bislang die folgenden Anzahlen von Stücken mit nur ca. 0,4 mm hoher Randschrift aufgetaucht:
2002 A: 3 Exemplare, entspricht 1,1 Prozent aller 2002 A bzw. 0,16 Prozent des gesamten Umlaufs
2002 D: 1 Exemplar, entspricht 0,5 Prozent aller 2002 D bzw. 0,05 Prozent des gesamten Umlaufs
2002 F: 16 Exemplare, entspricht 6 Prozent aller 2002 F bzw. 0,9 Prozent des gesamten Umlaufs
2002 G: 10 Exemplare, entspricht 6 Prozent aller 2002 G bzw. 0,5 Prozent des gesamten Umlaufs
2002 J: 17 Exemplare, entspricht 5 Prozent aller 2002 J bzw. 0,9 Prozent des gesamten Umlaufs
2003 A: bisher 0 Funde
2003 D: bisher 0 Funde
2003 F: 1 Exemplar
2003 G: 1 Exemplar
2003 J: 9 Exemplare
Die Hochrechnung auf den gesamten Umlauf kann natürlich nur unter Vorbehalt erfolgen, solange ein Großteil der Stücke in Hannover dem Umlauf entnommen wurde. Wegen dieser geografischen Unausgewogenheit und aufgrund der noch zu kleinen Datenbasis verzichte ich vorerst auf das Umrechnen auf eine hypothetische Anzahl mit diesem Merkmal geprägter Stücke.
Ich hatte zunächst vermutet, dass die letzten Ronden mit 0,4 mm hoher Randschrift für die 2003er Prägungen aufgebraucht wurden und keine 2-Euro-Münzen mit neueren Jahrgängen dieses Merkmal aufweisen. Inzwischen wurden hier im Forum wesentlich neuere Stücke mit diesem Merkmal erwähnt.
Die Jahrgänge 2003 und neuer habe ich leider (noch) nicht systematisch auf dieses Merkmal hin untersucht. Daher bitte ich schon die oben angegebenen 2003er Zahlen mit Vorsicht zu genießen.
Eine ausführliche Excel-Datei mit statistischen Auswertungen zu 2002er Stücken mail ich auf Wunsch gern zu.
(Editiert am 03.10.2006) : Falls jemand meine im Laufe der Zeit ergänzten einzelnen Zählergebnisse vermisst: Sie sind sämtlich in die im Startbeitrag zu lesende fortzuschreibende Statistik eingeflossen. Einzelheiten siehe per Mail angebotene Excel-Übersicht.
Gelegentlich kommt in diesem Zusammenhang die Frage auf, ob diese Unterschiede wirklich durch das Rändeleisen zustandekommen oder nicht erst beim Prägen entstehen. Um diese Diskussion zu einem eindeutigen Ende zu führen, wäre es hilfreich, wenn EigentümerInnen von Ronden diese auf unterschiedliche Randschrifthöhen hin durchsehen und ihre Erkenntnisse hier mitteilen könnten.
Um diese Diskussion zu einem eindeutigen Ende zu führen, wäre es hilfreich, wenn EigentümerInnen von Ronden diese auf unterschiedliche Randschrifthöhen hin durchsehen und ihre Erkenntnisse hier mitteilen könnten.
Soweit ich weiß, existiert nur EINE Ronde aus Deutschland außerhalb der Prägestätten....
Als Anreiz für eigenes Suchen und zum Bestimmen von Funden hier ein Versuch, die unterschiedlich hohen Randschriften abzubilden. Auf Wunsch übermittle ich die Abbildungen in höherer Auflösung per Mail.
Wer ist in der Lage, mit einem Grafikprogramm Hilfslinien durch die tiefsten Gräben der oberen und unteren Balken des Buchstabens E zu ziehen, die Abstände zu vermessen und die so ergänzte Grafik und die Messergebnisse hier zu präsentieren? Mein Grafik-Programm ist leider nicht so fit.
Beim Durchsehen weiterer 500 dem Umlauf in Hannover entnommener 2-Euro-Stücke aufgefallen:
Ich habe den Eindruck, dass die winzige Randschrift etwas kursiver ist als die normale. Kann das jemand bestätigen? Und vielleicht sogar mittels moderner technischer Hilfsmittel festgestellter Gradzahlen untermauern?
Noch zwei Zufallsfunde für Fehlprägungs-Interessierte:
- 1 Stück 2002 J weist eine ziemlich tief eingesenkte Randschrift auf. Offenbar ist das Rändeleisen mal überbeansprucht worden, jedenfalls fehlen bei drei der Es die unteren Balken. Die Randschrift lautet "EINIGKEIT UND RFCHT UND FRFIHFIT". Solche Merkmale sinid ja bereits von den bis 1974 geprägten 5-DM-Umlaufmünzen bekannt.
- 1 Stücke 2003 G weist eine abschnittsweise nur dezent eingesenkte (nicht winzige) Randschrift auf. Der Abschnitt INIGK von EINIGKEIT ist nahezu unsichtbar.
Ist die kleinste Schrifthöhe wirklich 0,4 mm?
Voraussetzung: gemessen zwischen den tiefsten Stellen der waagerechten Balken eines "E".
Wenn ich das dunklere (rechte) Bild aus obigem Beitrag auf dem Bildschirm vergrößere und dann die 4. Münze von oben, die die kleinste Schrift zu haben scheint, vermesse, dann komme ich im Verhältnis zur Dicke der Münze auf eine Buchstabenhöhe von 0,6 mm.
Das entspricht meiner Beobachtung bzw. Vermessung von Münzen mit sehr kleiner Randschrift mit einer achtfach vergrößernden Schweizer-Präzisions-Messlupe.
Danke für den Tipp. Dann ist es wohl sinnvoll, auch bei den neuesten Jahrgängen auf dieses Merkmal zu achten. Wenn ich es recht bedenke, kratzt dieser Fund ein wenig an der Vermutung, es seien zunächst Ronden mit geringerer Randschrifthöhe hergestellt und nach und nach aufgebraucht worden.
Nach etwa 8 Monate ohne neuheiten über die kleine Randschrift werde ich mal weiter machen.
Ich habe letzte Woche eine 2003er G Münze erhalten und habe sie
verglichen mit einer 2003er A.
Es ist mir dan gleich die kleine Randschrift aufgefallen. Nur habe ich bemerkt das die Burstaben von der 2003er G nicht mit der andere übereinander stimmt. Der Abstand der Burstaben ist nicht der selbe wie der der 2003 A die ich hatte. Und noch was, die Burstaben sind nicht übrerall Klein. Bei EINIGKEIT ist sie Klein und wird dan größer bis das sie bei FREIHEIT fast, oder gar wie, die größe der normalen Randschrift hat.
Nun meine Fragen:
1) Bei den von ihnen beschriebenen Münzen mit kleiner Randschrift stimmt da der Abstand zwischen den Burstaben vergleichlich mit der normalen Ranschrift ?
2) Sind schon andere Münzen mit diesen Merkmalen gefunden worden ?
Ich habe mein letzter Beitrag geändert. Ich habe diesmal die 2003 G mit einer 2003 A verglichen und da sehe hin, der unterschied ist da auch vorhanden. Dan heist es das es eine Randschriftvariante giebt bei den 2003er G, villeicht auch bei den anderen Prägestätten.
Ich habe ein Bild gemacht mit den zwei Randschriften von 2003.
Danke für die Neuigkeiten. Die von mir im Startbeitrag aufgeführten 11 Exemplare 2003 F, G und J weisen durchgehend die winzigen Buchstaben auf.
Gilous detaillierte Abbildungen lassen erahnen, dass die winzige Randschrift etwas kursiver gestaltet ist als die übliche. Insbesondere die Anstriche der Buchstaben N, F und R scheinen sich in der Neigung voneinander zu unterscheiden. Traut sich jemand zu, die Neigung einer nennenswerten Anzahl von Münzen beider Ausführungen zu vermessen um zu statistisch signifikanten Aussagen zu gelangen?
""Traut sich jemand zu, die Neigung einer nennenswerten Anzahl von Münzen beider Ausführungen zu vermessen um zu statistisch signifikanten Aussagen zu gelangen?""
Persönlich hätte ich es gemacht, leider fehlen mir die nötige Münzen.
Von einem aufmerksamen Variantensammler-Kollegen erhielt ich einen Hinweis, den ich gern ungeprüft weitergebe: Der Buchstabe G der winzigen Randschrift sei nach vorn geneigt. Bei Stücken mit Randschrift der üblichen Höhe sei der Buchstabe G hingegen quasi nach hinten geneigt, dessen Balken neige sich leicht nach links. Möglicherweise liefert dieses Merkmal - über die Gestaltung des Buchstabens E hinaus - einen weiteren Zugang zum eindeutigen Unterscheiden der beiden Ausführungen.
Inzwischen liegen mir 4 Exemplare 2008 G vor: Je zwei mit normaler und mit winziger Randschrifthöhe. Letzte scheint mir noch kleiner zu sein als die von den früheren Jahrgängen gewohnte 0,4-mm-Ausführung. Die Abbildungen legen die Frage nahe "Was will der Autor uns damit sagen?".
Dass sich Randschriften je nach Bedingungen beim Prägen mehr oder weniger intensiv verformen, ist ja bekannt. Um die Forschung zu den Randschriften geringerer Höhe voranzubringen möchte ich über die bereits aufgeworfene Frage nach der Randschrift der Ronden hinaus zweierlei anregen:
- Wer Stücke aus 2002 mit drehenden Sternen hat, möge bitte mitteilen, ob die Randschrift die üblichen 0,6 mm oder die 0,4 mm hohen Es aufweist.
- Wer KMS hat, könnte die in ihnen enthaltenen 2-Euro-Münzen auf die Randschrifthöhe hin untersuchen - sofern sie sich sicher feststellen lässt ohne die KMS dabei zu beschädigen.