ich habe bei einem amerikanischen Münzhändler ein 1 DM Stück aus dem Jahre 1954 mit dem Buchstaben J und Erhaltungsgrad "VZ" gekauft. Nun ist mir aufgefallen daß auf der Münze nur die Jahreszahl 954 steht, also die 1 fehlt. Nun meine Frage: Kann es sein daß, wie der Verkäufer vermutet, dies ein Prägefehler ist(er hat mir nach dem Hinweis darauf angeboten die Transaktion abzubrechen und mir mein Geld zurückzahlen) welcher durch das Fetten der Prägemaschine entstanden ist. Bei einem Zustand VZ glaube ich nicht daß sie lange genug im Verkehr war um dort diesen Schaden genommen zu haben. Wie soll ich also vorgehen? Mir mein Geld zurücküberweisen lassen? Oder hat die Münze dadurch, wenn es ein Prägefehler ist einen ungleich höheren Wert? Ich wäre dankbar für eine zeitnahe Antwort da der Verkäufer mich zu einer Entscheidung drängt. Vielen Dank.
Fehlende Teile des Münzbildes kommen aus den ersten Jahren der DM-Währung immer mal wieder vor. Bekannt sind solche fehlenden Ziffern zum Beispiel von 50-Pfennig-Stücken des Jahrgang 1949. Die Einstellung zu fehlerhaften Münzen hat sich im Laufe der Zeit verändert. Vor ca. 100 Jahren habe der Katalog-Autor Kurt Jaeger - so ähnlich stand es mal in der Einleitung zu seinem Standardwerk - von Münzhändlern fehlerhafte Münzen im Vergleich zu korrekten Stücken sehr günstig erwerben können. Seit einigen Jahrzehnten finden immer mehr MünzsammlerInnen Fehlprägungen interessant. Das hat zwar die Tendenz zur Folge, dass diese etwas höher gehandelt werden. Diese ist aber stark von Einzelfällen abhängig, da die Anzahl der Fehlprägungs-SammlerInnen recht überschaubar ist. Sollten bereits alle einschlägig aktiven Fehlprägungs-SammlerInnen genau die gezeigte Ausführung bereits in ihren Beständen haben, fehlt die Nachfrage und somit eine Grundlage für einen über den Marktwert einer korrekten 1-DM-Münze 1954 J hinausgehenden Sammlerwert.