die Abb. zeigen etwas Echtes, aber keine Dezentrierung.
A) Eine "normale", d.h., beidseitg sichtbare, Dezentrierung entsteht immer dann, wenn eine Ronde beim Prägen nicht zentral auf dem Unterstempel platziert worden ist.
B) Eine spezielle, d.h., einseitige, Dezentrierung entsteht immer dann, wenn die Ronde zwar zentral platziert wurde, der sich auf und ab bewegende obere Prägestempel aber nicht (mehr) fest fixiert ist und die Möglichkeit hat, durch Verkanten bei der Prägung dezentriert zu prägen.
C) Hier handelt es sich um eine Münze, bei der die Ronde beim Prägen nicht in ihrer vollen Höhe vom Ring umschlossen worden ist, da sie aus irgendeinem Grund nicht richtig hinein gepasst hat, aber über den Prägedruck zu einem gewissen Teil in den Ring gepresst worden ist.
Das kann seine Ursache z.B. in einer zu gering verkleinernden Stauchung haben. Dadurch erfolgt dann die Prägung mit einer Ronde, die einen noch minimal zu großen Durchmesser aufweist (Die Plättchen (Rohlinge) sind nach dem Ausstanzen ja bekanntlich immer etwas größer und die gestauchten Ronden immer etwas kleiner im Durchmesser als die späteren Münzen !).
Die vermeintliche "Dezentrierung" entsteht hier auf der hinsichtlich Pägering unberührten Wertseite durch das Verquetschen von Material über den oben fehlenden und den Durchmesser bestimmenden Ring hinaus.
Das es keine Dezentrierung im herkömmllichen Sinne sein kann, zeigt die Tatsache, dass die Münze von der Rückseite im Ring war, also beim Prägen zentral auf dem Unterstempel gelegen hat (haben muss) !
aber ist diese münze unter sammlern etwas besonders?
Moin, Moin,
etwas Besonderes ist sie in jedem Fall, aber nicht unbedingt etwas Seltenes - und Letzteres bestimmt den "Wert", nach dem hier im Forum erfrischender Weise mal nicht als Erstes gefragt wurde , nun mal nicht unwesentlich.
Es gibt m.E. zwei zu priorisierende Wege des "Umganges" mit dem Stück:
1. Du behältst es und beginnst Dich für das Sammeln von Fehlprägungen zu interessieren (würde ich begrüßen !)
2. Du versuchst es z.B über eine online-Auktion "an einen Interessierten zu bringen".
Es gibt m.E. zwei zu priorisierende Wege des "Umganges" mit dem Stück:
1. Du behältst es und beginnst Dich für das Sammeln von Fehlprägungen zu interessieren (würde ich begrüßen !)
2. Du versuchst es z.B über eine online-Auktion "an einen Interessierten zu bringen".
alles klar. aber fehlprägungen find ich schon sehr interessant.
nein muenzdieb, ich bin nicht der anbieter der münze bei ebay und ob ich daran interessiert bin, sei mal dahin gestellt. mein opa hat mir seine komplette sammlung vermacht und irgendwie habe ich spaß am sammeln gefunden. jedoch ist mein wissensstand gleich null, von daher versuch ich mich auf diesem gebiet ein bisschen "weiter zu bilden".
nicht so viele fehlprägungen. hauptsächlich sind es römische und keltische münzen. des weiteren noch deutsche mittelaltermünzen und münzen aus altdeutschland (so von 1720 bis ca. 1850). dann gehts aufwärts mit münzen aus dem deutschen reich und einiges von der DM und €
Moin, Moin,
aufgrund einer über PN zu dieser Art von Fehlprägung erhaltenen e-Mail mit aufgetauchten Fragen zum richtigen Verständnis möchte ich versuchen, den Vorgang zu deren sehr wahrscheinlicher Entstehung an dieser Stelle über mein Verständnis für alle Interessierten näher zu erläutern.
Beste Grüße
varukop
Moin, Moin Karl-Heinz,
ich habe noch ein paar Fragen zu Deinem ersten Beitrag zum Thema "1€ Dezentrierung", da mir die Sache (noch) nicht 100% "einleuchtet":
Es geht ja um eine 1 Euro Münze, die bei der Prägung nicht vollständig vom Prägering umschlossen gewesen ist.
Ist es generell nur möglich, dass der Wertseitenstempel als oberer Stempel eingespannt werden kann (sich somit beim Prägeprozess auf und ab bewegt) und der dementsprechende "Gegenstempel" (Motivseitenstempel) dann auf dem "Prägetisch" fixiert wird, wo ja auch der Prägering sitzt? --- Nein
Oder ist das "Einspannen" auch anders herum möglich (Wertseitenstempel unten - also passiv, Motivseitenstempel oben - aktiv)?? (müsste ja eigentlich bei der hier im Beitrag gezeigten 1 Euro Münze so sein, oder!?) --- Ja, die Halterungen von Ober- und Unterstempel sind lt. Auskunft in ihrer Ausführung identisch und können somit sowohl in der feststehenden als auch in der beweglichen Position eingebaut werden.
Diese Aussage wird in gewisser Weise auch durch beide auftauchenden Möglichkeiten dieser „nicht vollständig im Prägering geprägten“ Stücke, d.h., mal wertseitig und mal rückseitig teilweise im Prägering geprägt, belegt.
(Es belegt - nebenbei bemerkt - auch die Möglichkeit von Prägungen mit zwei Wertseiten bzw. zwei Rückseitenstempeln!!)
Da die Ronde nicht bzw. nicht vollständig in den Prägering passt, wird sie ja quasi aufgrund des Prägedrucks in den Ring gepresst. Dies "gelingt" an der Stelle des geringsten Widerstandes (Ronde/Prägering) besser, als an der Stelle mit dem größten Widerstand. (heißt also, die Ronde könnte auch etwas dezentriert auf dem Prägering gelegen haben).
--- Rein theoretisch ist bei diesen Stücken eine minimal dezentriert auf den Unterstempel aufgelegte Ronde als weitere Ursache natürlich nicht ganz aus zu schließen. Da dieser „Tatbestand“ bei der Einordnung solcher Stücke in die Rubrik „Dezentrierung“ aber niemals eindeutig belegbar ist, wäre diese Bezeichnung m.E. auf keinen Fall korrekt!
Dieser Annahme von „gering dezentriert aufgelegten“ Ronden bei diesen Stücken widerspricht zusätzlich ein wenig die Tatsache, dass auch „echte“ Dezentrierungen von z.B. nur ca. D1 bis D5 entstehen!!
Wie ist es aber möglich, dass an der Stelle mit dem größten Widerstand, an dem ja die Ronde fast komplett außerhalb es Prägerings geprägt wird, der untere (unter dem Prägering festsitzende) Stempel die Ronde so gut beprägt, dass dort das Prägebild das einer normal geprägten Münze entspricht??
Mit anderen Worten:
Die Ronde dürfte ja durch das "Aufhalten" durch den Prägering (besonders an der Stelle, die fast komplett außerhalb des Prägeringes geprägt wird) eigentlich gar nicht bis zum unteren Stempel "durchdringen"?!
--- Normalerweise müsste es so sein, wenn da nicht …….
Oder existiert vielleicht irgendein Mechanismus, der den Prägering, wie auch immer, "aus der Schusslinie" bringt, so dass er dadurch nicht beschädigt (geschützt) wird?!
--- ……. hinsichtlich einer „Prägemaschinenbeschädigungsvermeidung“ der von Dir vermutete und auch bei vielen anderen Maschinen bekannte Schutz über eine so genannte „Sollbruchstelle“ wäre.
Bei allen Überlegungen zur Entstehung dieser Stücke muss man unbedingt berücksichtigen, dass die Koordination von Oberstempel und Prägering, d.h., die zeitlichen Abläufe, sehr eng bei einander liegen (müssen)!!
Hier bedeutet es, dass, wenn der Prägering in seiner Aufwärtsbewegung, die ja zeitgleich mit der Abwärtsbewegung des Oberstempels erfolgt, auf ein Hindernis stößt, dieser ab einem bestimmten – ich nenne es einmal ‚Gegendruck’ – schnellstmöglich (zur Erreichung der Normalbedingungen zu früh) den einen möglichen Maschinenschaden vermeidenden „Rückzug“ antritt !
Der Prägering beginnt sich dann aufgrund nicht stimmiger Bedingungen (Gegendruck durch den bereits die Ronde berührenden Oberstempel) frühzeitig nach unten zu bewegen. Über den Richtungswechsel des Prägeringes, erfährt das Zusammenspiel des Systems eine gewisse Verzögerung (Unordnung), durch die der Prägering beim Auftreffen des Oberstempels auf die Ronde noch nicht endgültig „in Sicherheit“ ist. So wird die Ronde während der Abwärtsbewegung des Prägerings vom ebenfalls nach unten schnellenden Oberstempel in den Teil des Prägeringes gequetscht, der sich - seitlich gesehen - in dem Moment noch über dem Münzgrundniveau des Unterstempels befindet. Die Ronde berührt durch die weitere Abwärtsbewegung sowohl von Oberstempel als auch von Prägering dabei (fast) normal den Unterstempel und wird wie auch die Seite des Oberstempels über den Prägedruck mehr oder weniger "sauber" geprägt.
Das muss man sich wie ein sich im "Gleichschritt" nach unten bewegendes "Paket" von Prägering, bereits leicht in den Prägering gequetschter Ronde und Oberstempel vorstellen.
Dann trifft die Ronde auf den Unterstempel und wird noch im sich zwar weiter abwärts bewegenden, aber in dem Moment noch den hinein gequetschten Teil der Ronde umschließenden Prägering geprägt (Nur so ist erklärlich, dass bei der Prägung keine Durchmesserverbreiterung auf dieser Unterseite erfolgt)!!
Der vom Prägering umschlossen gewesene Teil der Ronde zeigt einen "Rand", der nicht glatt, gerade und gleichmäßig im Durchmesser ist, sondern in der Regel deutlich Spuren des Hineinquetschens und über den sich bereits bei der unkontrollierten Prägung weiter "zurück ziehenden" Prägerings aufweist (häufig haben diese Stücke auf der im Prägering gewesenen Seite nur noch außen einen dem Prägering entsprechenden Durchmesser).
Der Materialfluss wird dort sichtbar beeinflusst, wo der den Durchmesser bestimmende Prägering fehlt. Hier ergibt sich dann bei der Prägung das über unkontrollierten und ungleichmäßigen Materialfluss entstehende und anschließend leicht als Dezentrierung interpretierbare Aussehen dieser Stücke.
Die Sache beschäftigt mich schon seit der Einstellung deines Beitrages und war mir bis dato so noch nicht bewusst. Habe es aber gestern am Telefon vergessen zu fragen.
Ich bin bei diesen Stücken nämlich stets davon ausgegangen, dass es sind einseitige Dezentrierungen sind, was ja letztendlich so nicht stimmt.
danke für deinen noch etwas ausführlicheren Beitrag.
Ich habe hier noch ein paar Stücke liegen, bei denen ich mir bei der Einordnung noch nicht ganz sicher bin. Vielleicht kannst du noch mal kurz drüber schauen.
Meine Einordnung:
1. 50 Cent 2002 F - teilweise außerhalb des Prägerings geprägt
2. 50 Cent 2002 F - hier schwanke ich zwischen kleiner Dezentrierung und teilweise außerhalb des Prägerings geprägt. Tippen tue ich eher auf Letzters.
3. 10 Cent 2002 F - Dezentrierung, Rand ist komplett glatt
4. 2 Cent 2002 F - teilweise außerhalb des Prägerings geprägt
5. 1 Cent 2002 F - Ohne Randansicht würde ich auf Dezentrierung tippen. Mit eher auch auf eine Prägung teilweise außerhalb des Prägerings.
Und falls es keine Umstände macht, würden mich mal Bilder von einer einseitigen Dezentrierung interessieren. Gerne am Beispiel der 1 Euro Münze, falls du davon zufällig ein Belegexemplar in der Sammlung hast.
Dein Wunsch "ist mir Befehl" ! Meine Anmerkungen zu den einzelnen Stücken sind im Text vermerkt.
Beste Grüße
varukop
Ich habe hier noch ein paar Stücke liegen, bei denen ich mir bei der Einordnung noch nicht ganz sicher bin. Vielleicht kannst du noch mal kurz drüber schauen.
Meine Einordnung:
1. 50 Cent 2002 F - teilweise außerhalb des Prägerings geprägtffice
--- sehe ich ebenso
2. 50 Cent 2002 F - hier schwanke ich zwischen kleiner Dezentrierung und teilweise außerhalb des Prägerings geprägt. Tippen tue ich eher auf Letzters.
--- m.E. handelt es sich hier doch eher um die kleine Dezentrierung. Dafür spricht eindeutig, dass Du auf beiden Seiten – und zwar gegen über liegend ! – einen schmalen, fast gleich breiten, Streifen, der nicht beprägt ist, vorliegen hast. Dadurch musst Du von einer dezentralen Platzierung der Ronde ausgehen. Von dem sichtbaren, minimalen Kontakt mit dem Prägering darfst Du Dich dabei nicht in die Irre leiten lassen, denn der Prägering ist in der Regel bei allen Dezentrierungen mit im Spiel und meistens auch sichtbar – und zwar in den unterschiedlichsten Formen.
Bei Deinem Stück ist es ein über das Prägen nach Falscheinlegen an einer kleinen Stelle mit den Randwellen des Prägerings in Berührung gekommenes, kleines Rändelungssegment.
Bei der Einordnung als „teilweise im Ring geprägt“ müsste dieser Ringkontakt in der Regel einseitig um die gesamte Ronde herum statt gefunden haben und maximal nur auf der Seite ohne Prägeringkontakt dürfte eine "scheinbare Dezentrierung" (siehe meine Ausführungen zu dem besagten 1 Euro-Stück) sichtbar sein.
Häufig ist es eine „umlaufende“ (einer Rollierspur ähnelnde) flache Vertiefung (mehr oder weniger komplett umlaufend) durch das „Anschlagen“ des Prägeringes an die auf dem Unterstempel falsch positionierte Ronde.
Ein wenig seltener sind die Dezentrierungen, bei denen die ungeprägte Fläche der Münze nach oben gewölbt worden ist – den bekannten so genannten „Mützenprägungen“, da sie ein ähnliches Aussehen von Schirmmützen haben. Dieses passiert bei einer den Prägering zu spät reagieren lassenden Einstellung zum Zurückfahren bei Gegendruck.
3. 10 Cent 2002 F - Dezentrierung, Rand ist komplett glatt
--- das ist in diesem Fall eine „Geschmacksfrage aus der Grauzone“ zwischen zwei Definitionen. Du siehst richtig, dass es sich um eine minimale Dezentrierung handelt. Sie ist in diesem Fall aber derart gering, d.h., nicht einmal eine Randstabbreite, dass ich sie in jedem Fall als „ohne Ring geprägt“ einordnen würde.
4. 2 Cent 2002 F - teilweise außerhalb des Prägerings geprägt
--- von der Wertseite erscheint das Stück eindeutig "sauber" im Prägering geprägt.
Sollte sich bei noch von Dir durch zu führenden Messungen nachträglich heraus stellen, dass die Münze einen "normalen" Rand aufweist, der, an verschiedenen Stellen gemessen, jeweils den Solldurchmesser hat, dann handelt es sich bei dem Stück um eine einseitige Dezentrierung (meine Vermutung aufgrund des Aussehens der Wertseite).
5. 1 Cent 2002 F - Ohne Randansicht würde ich auf Dezentrierung tippen. Mit eher auch auf eine Prägung teilweise außerhalb des Prägerings.
--- Ich sehe es auch mit der Randansicht als Dezentrierung, denn die Münze hat wie auch Dein 50 Cent Stück Nr. 2 beidseitig und gegenüber nicht beprägte Flächen vorliegen.
Ein wenig „ins Schleudern“ kann man allerdings aufgrund des Aussehens des Randes schon kommen. Bei diesem Stück war die Einstellung für das „Durchhaltevermögen“ des Prägeringes sehr groß und deshalb hat er deutlich seine Spuren hinterlassen.
Und falls es keine Umstände macht, würden mich mal Bilder von einer einseitigen Dezentrierung interessieren.
--- Macht es mir gewiss nicht! *
Gerne am Beispiel der 1 Euro Münze, falls du davon zufällig ein Belegexemplar in der Sammlung hast.
--- Damit kann ich allerdings nicht dienen, da ich bei den ‚Euronen’ bisher lediglich ein wenig stark ausgeprägtes und als Beispiel deshalb nicht so ideales 2 Cent-Stück dieser Art in der Sammlung habe. *
* Aber da es sich ja lediglich um eine allgemeine Veranschaulichung von einseitigen Dezentrierungen handelt, habe ich im Anhang ein paar entsprechende Beispiele meiner FP-Sammlungen des KR und der WR mit Wert- und Rückseite abgebildet. Die Anfertigung von Scans der Ränder habe ich mir erspart, denn ich gehe davon aus, dass man mir abnimmt, wenn ich schreibe, dass sie jeweils komplett und sauber im Prägering entstanden sind!
Anm. zu dem 50 Ren-PF-Stück:
Es hat sich der einseitg unbeprägte Teil der Ronde durch den Druck des schräg aufkommenden Stempels im Prägering nach oben gewölbt.
Es ist an dieser Stelle keine Prägung vorhanden, da in diesem Bereich kein Kontakt zu dem entsprechenden Stempel mehr möglich war (es fehlte der Druck durch den über das schräg Stehen hier "fehlenden" Stempel).
vielen dank an alle beitragenden zu diesem sehr interessanten thread!!!
ich glaube, nach mehrmaligem durchlesen habe ich jetzt (halbwegs) verstanden, was der unterschied ist und wie er entsteht. bei der erkennung bin ich mir noch nicht hundertprozentig sicher, hoffentlich könnt ihr meine folgenden gedanken mit einem kurzen ja bestätigen:
1. fall: auf beiden seiten ist das münzbild (gegenüberliegend) dezentriert.
-> „normale“ dezentrierung
2. fall: eine der beiden seiten ist dezentriert, der rand hat an allen stellen den gleichen (und richtigen) durchmesser. (muss aber nicht unbedingt sauber aussehen, oder?!?)
-> einseitige dezentrierung, bei der man sich von dem sichtbaren, minimalen Kontakt mit dem Prägering ... nicht in die Irre leiten lassen [darf], denn der Prägering ist in der Regel bei allen Dezentrierungen mit im Spiel und meistens auch sichtbar – und zwar in den unterschiedlichsten Formen.
3. fall: eine der beiden seiten ist dezentriert, der randdurchmesser ist nicht regelmäßig.
-> teilweise außerhalb des prägerings geprägte münze. quetschungen führen zu einem rand, der einen höheren durchmesser hat (allerdings nur in dem bereich, der näher an der dezentrierten seite liegt).
dann stellt sich mir noch die frage nach der seltenheit. ich zumindest bin über den normalen umlauf schon an eine münze gekommen, die ich damals als dezentriert eingeordnet habe (aber mir nochmal genauer angucken muss, wenn ich wieder zu hause bin). wenn ich jetzt feststelle, dass die münze teilweise außerhalb des prägerings geprägt wurde, kann ich mich dann noch zweimal mehr freuen? oder sind beide fehlprägungsvarianten ähnlich häufig anzutreffen?
3. 10 Cent 2002 F - Dezentrierung, Rand ist komplett glatt
--- das ist in diesem Fall eine „Geschmacksfrage aus der Grauzone“ zwischen zwei Definitionen. Du siehst richtig, dass es sich um eine minimale Dezentrierung handelt. Sie ist in diesem Fall aber derart gering, d.h., nicht einmal eine Randstabbreite, dass ich sie in jedem Fall als „ohne Ring geprägt“ einordnen würde.
An eine Prägung komplett ohne Prägering hatte ich auch schon gedacht, habe diesen Gedanken aber wieder verworfen, nachdem ich mir Bildmaterial von den riesigen, plattgedrückten Centmünzen und Bimetallern aus Frankreich und Österreich angeschaut habe. Ich darf mich wohl nicht zu sehr darauf versteifen, dass solche Prägungen immer deutliche Übergröße haben müssen.
4. 2 Cent 2002 F - teilweise außerhalb des Prägerings geprägt
--- von der Wertseite erscheint das Stück eindeutig "sauber" im Prägering geprägt.
Sollte sich bei noch von Dir durch zu führenden Messungen nachträglich heraus stellen, dass die Münze einen "normalen" Rand aufweist, der, an verschiedenen Stellen gemessen, jeweils den Solldurchmesser hat, dann handelt es sich bei dem Stück um eine einseitige Dezentrierung (meine Vermutung aufgrund des Aussehens der Wertseite).
Der Rand ist vollkommen in Ordnung, daher hatte ich auch keine Randansicht eingestellt. Der Durchmesser ist auch im Soll. Die Dezentrierung ist zwar nur minimal aber ich habe das Stück erstmal als einseitige Dezentrierung als Belegexemplar beim 2 Cent Stück wegsortiert.
Moin, Moin "michel008",
anbei abschließend noch etwas zu Deinen Anmerkungen.
Beste Grüße
varukop
Moin, Moin "varukop",
An eine Prägung komplett ohne Prägering hatte ich auch schon gedacht, habe diesen Gedanken aber wieder verworfen, nachdem ich mir Bildmaterial von den riesigen, plattgedrückten Centmünzen und Bimetallern aus Frankreich und Österreich angeschaut habe. Ich darf mich wohl nicht zu sehr darauf versteifen, dass solche Prägungen immer deutliche Übergröße haben müssen.
--- nein, das solltest Du (sollte man) auf keinen Fall tun, denn das Maß der Durchmesservergrößerung ist in erster Linie sehr stark vom eingestellten (Grund)Prägedruck abhängig.
Zusätzlich können noch weitere unvorhersehbare und oft auch nicht vorstellbare Faktoren über extreme Druckerhöhungen zu ganz seltsamen Formen führen (siehe Anhang mit der "Topfmünze" aus meiner Sammlung).
An diesem Beispiel einer inkuse-Prägung mit einer auf eine fertige Münze aufgelegte 2. Ronde wird deutlich, wie stark sich die Prägebedingungen bei "Störungen" verändern können (aber nicht in jedem Fall müssen!!).
Das zuerst geprägte Exemplar existiert ebenfalls - aber bei einem Sammlerfreund. Es hat eine sehr deutliche Durchmesservergrößerung erfahren und ist an mehreren Stellen stark eingerissen
Ich habe die Münze in der mühsam hergestellten Rahmung aus insgesamt 7 Rähmchen belassen. Die Abb. mit den Rähmchen soll die durch das sich "um den Stempel Wickeln" entstandene Dicke der Verformung auf immerhin ca. 12 mm verdeutlichen.
Der Rand ist vollkommen in Ordnung, daher hatte ich auch keine Randansicht eingestellt. Der Durchmesser ist auch im Soll. Die Dezentrierung ist zwar nur minimal aber ich habe das Stück erstmal als einseitige Dezentrierung als Belegexemplar beim 2 Cent Stück wegsortiert.
--- so sieht auch mein bisher einziges Exemplar aus und ich betrachte es aus gutem Grund nicht "nur" als Belegexemplar .
ich hoffe, dass meine zusätzlichen Erläuterungen Dir die Sache klarer verständlich machen. Gewünschte Antworten und erforderliche Anmerkungen wieder im Text.
Beste Grüße
varukop
bei der erkennung bin ich mir noch nicht hundertprozentig sicher, hoffentlich könnt ihr meine folgenden gedanken mit einem kurzen ja bestätigen:
1. fall:
auf beiden seiten ist das münzbild (gegenüberliegend) dezentriert.
-> „normale“ dezentrierung--- JA (Dezentrierung !)
2. fall:
eine der beiden seiten ist dezentriert, der rand hat an allen stellen den gleichen (und richtigen) durchmesser.-> einseitige dezentrierung,--- JA
bei der man sich von dem sichtbaren, minimalen Kontakt mit dem Prägering ... nicht in die Irre leiten lassen [darf], denn der Prägering ist in der Regel bei allen Dezentrierungen mit im Spiel und meistens auch sichtbar – und zwar in den unterschiedlichsten Formen.
Das ist so nicht korrekt von Dir interpretiert, denn das bezieht sich nicht auf die einseitigen Dezentrieurngen, sondern wie von mir geschrieben auf die als Dezentrierungen bezeichneten "normalen" Dezentrierungen - und damit sind, da ohne den auf das Einseitige hinweisenden Zusatz, auch die "normalen" Dezentrierungen automatisch von mir gemeint (hätte ich evtl. so schreiben sollen !?).
Die einseitigen Dez. weisen aufgrund des richtigen Auflegens einer Ronde auf den Unterstempel und das dadurch auch "normal" mögliche Umschließen durch den Prägering während der Prägung wie erwähnt hinsichtlich (Soll)Durchmesser an versch. Messstellen auch einen normalen Rand auf.
(muss aber nicht unbedingt sauber aussehen, oder?!?) --- Die Verwendung "unsauber" muss man bei den einseitigen Dezentrierungen sehr vorsichtig handhaben.
Grundsätzlich gilt meine Aussage, dass der Rand weitestgehend !! bis identisch dem Aussehen eines "normalen" entsprechen muss. "Unsauber", d.h., in irgendeiner Form abweichend, kann er z.B. werden, wenn sich der lose Oberstempel relativ starke "Freiheiten" in seiner Beweglichkeit hat und es somit zu einer sehr deutlichen einseitigen Dez. kommen kann (siehe die Beispielabb. 50 Rentenprennig). Aber auch in dem Fall ist deutlich sichtbar, dass die Ronde auf jeden Fall zentriert auf den Unterstempel aufgelegt gewesen ist (bis auf den leicht hochgewölbten Bereich ist der Rand ja "normal" aussehend) !!
3. fall: eine der beiden seiten ist dezentriert, der randdurchmesser ist nicht regelmäßig.
-> teilweise außerhalb des prägerings geprägte münze. quetschungen führen zu einem rand, der einen höheren --- besser "größeren" --- durchmesser hat (allerdings nur in dem bereich, der näher an der entweder: "vermeintlich dezentrierten" - oder besser: "verquetschten" - seite liegt). --- Ansonsten - JA
Meine Formulierung:
Die vermeintliche "Dezentrierung" entsteht hier auf der hinsichtlich Pägering unberührten Wertseite durch das Verquetschen von Material über den oben fehlenden und den Durchmesser bestimmenden Ring hinaus.
dann stellt sich mir noch die frage nach der seltenheit. ich zumindest bin über den normalen umlauf schon an eine münze gekommen, die ich damals als dezentriert eingeordnet habe (aber mir nochmal genauer angucken muss, wenn ich wieder zu hause bin). wenn ich jetzt feststelle, dass die münze teilweise außerhalb des prägerings geprägt wurde, kann ich mich dann noch zweimal mehr freuen? --- m.E. eher NEIN
oder sind beide fehlprägungsvarianten ähnlich häufig anzutreffen? --- JEIN ? (gemäß meines Eindrucks sind momentan beim Euro die "teilweise im Ring geprägten" Stücke die häufigsten. Sollte ich das falsch sehen, bitte ich um entsprechende Verbesserung).
Die Seltenheit und / oder eine entsprechende Rangfolge kann bei den verschiedenen Nominalen auch unterschiedlich vorliegen, so dass nicht in jedem Fall eine eindeutige Aussage gemacht werden kann.
Pauschal würde ich meinen (mit steigender Seltenheit):
"teilweise im Ring geprägt"
"Dezentrierung"
"einseitge Dezentrierung"
nochmal was zum Thema Dezentrierungen - speziell die einseitigen bei der Euro-Währung. Es handelt sich zwar nicht um ein 1 Euro (wie hier diskutiert) - allerdings ist mir die Tage ein irischer 50er "in die Hände gefallen" mit deutlicher einseitiger D5 der Rs.
Bild 1 zeigt die Münze Ws und Rs
Bild 2 zeigt den Rand auf 6 Uhr
Bild 3 zeigt den Rand auf 12 Uhr