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Fehlprägungen, Varianten und Variationen alles über abweichende Merkmale auf DM- und Pfennig-, Euro- und Cent oder ausländischen Münzen

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Alt 09-01-2012, 14:01   #1 (permalink)
 
20 Cent 2007A: großes/kleines Münzbild

Mir sind unterschiedlich große Münzbilder bei 20 Cent 2007 aus Berlin (beim Dokumentieren bzw. Digitalisieren meiner deutschen Kursmünzsätze) aufgefallen. Auch die Stellung der Jahreszahl ist verschieden.

Das Stück mit dem großen Münzbild ist in meinem KMS enthalten, daher ist es wegen der Einschweißfolie und des Zwischenraumes zur Münze ein wenig schwierig, es exakt zu dokumentieren. Und: ich habe nur ein einziges Gegenstück, daher kann ich nicht sagen, welches Stück "Standard" ist.

Dennoch: Der Unterschied ist schon prägnant wie ich finde!

Obacht: Die Bilder erfordern für langsame Netze eine recht lange Ladezeit.
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Alt 09-01-2012, 19:11   #2 (permalink)
 
Täuscht der Eindruck, oder weist das Tor - bezogen auf eine anhand der nach oben zeigenden Spitzen des 12- und des 6-Uhr-Sterns definierte Senkrechte - bei dem rechts gezeigten Stück eine leichte Linksneigung auf?
Dirk Bake ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09-01-2012, 21:27   #3 (permalink)
 
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Täuscht der Eindruck, oder weist das Tor - bezogen auf eine anhand der nach oben zeigenden Spitzen des 12- und des 6-Uhr-Sterns definierte Senkrechte - bei dem rechts gezeigten Stück eine leichte Linksneigung auf?
Stimmt. Aber ich glaube, es scheint nur so, da die Senkrechte der Skala den 12-Uhr-Stern der linken Münze nicht im Lot trifft, sondern leicht nach rechts abdriftet. Ich musste die Skala über den Sucher der Kamera ausrichten.
Seltengast ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09-01-2012, 22:10   #4 (permalink)
 
Meiner Meinung nach könnte beim Prägevorgang etwas falsch abgelaufen sein.
Der Rand ist zwischen 6°° und 10°° schmaler und im Rest bedeutend schmaler.
Diese Form habe ich bei 20 Cent Münzen noch nicht gesehen.
(Vielleicht ist es mir auch bisher noch nicht aufgefallen.)
Ich vermute wegen dem Rand eine Verkeilung der Ronde.
Durch eine eventuelle schräglage der Ronde oder vergleichbares, welches eine Ebenenverschiebung auslöst, könnte das Motiv sich also vergrößern.
Münzen-Mike ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 09-01-2012, 22:16   #5 (permalink)
 
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Meiner Meinung nach könnte beim Prägevorgang etwas falsch abgelaufen sein.
Der Rand ist zwischen 6°° und 10°° schmaler und im Rest bedeutend schmaler.
Diese Form habe ich bei 20 Cent Münzen noch nicht gesehen.
(Vielleicht ist es mir auch bisher noch nicht aufgefallen.)
Ich vermute wegen dem Rand eine Verkeilung der Ronde.
Durch eine eventuelle schräglage der Ronde oder vergleichbares, welches eine Ebenenverschiebung auslöst, könnte das Motiv sich also vergrößern.
Hmm. Verstehe ich nicht...
Seltengast ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09-01-2012, 23:20   #6 (permalink)
 
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Hmm. Verstehe ich nicht...
Ich eigentlich auch nicht.
Wenn man sich aber mit der Münzenherstellung beschäftigt, kommen da schon einige Erkenntnisse hoch (je nach Grundkenntnisstand).

Angenommen in der Prägestätte Berlin stehen 20 Prägemaschinen und zu jeder Maschine sind ca. 40 Stempelpaare zugeordnet (so ungefähr ist das in Karlsruhe), das ergibt (zur gleichen Zeit) ca. 800 Stempelpaare, mit denen geprägt wird.
Wenn ein Stempel eine Macke hat, wird er nach Maßgabe des Prägemeisters ausgetauscht. Das bedeutet aber Maschinenstillstand und Verzögerung im Betriebsablauf - also wird erst darüber nachgedacht.

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Bei der Stempelfertigung wird am Rand eine Fase angedreht, die später den Randstab ergeben soll. (Die Einbuchtungen und Riffelungen entstehen im Prägering!)
Dabei aber immer im Auge behalten, dass die oberste Stempelfläche später den Münzengrund ergibt!

Ist der Stempel ganau an dieser Fläche durch die Benutzung rauh geworden (Abnutzung), zieht der Stempelmacher diesen Stempel ab (er schleift also die rauhe Fläche einfach weg) und der Stempel wird um dieses Maß niedriger. D.h. das Münzbild wird - wegen der Schräge an der Randstabsfase (kopfstehender Kegelstumpf) - etwas größer.

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das ist hier bei diesem Vergleich sehr gut zu erkennen.

Dass Humanisten und Nichttechniker sich das nicht so einfach vorstellen können, kann ich mir vorstellen.

So, nun sammelt man schön die Varianten - es grüßt der Ruheständler

diwidat
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Geändert von diwidat (10-01-2012 um 18:43 Uhr)
diwidat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10-01-2012, 11:02   #7 (permalink)
 
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Meiner Meinung nach könnte beim Prägevorgang etwas falsch abgelaufen sein.
Der Rand ist zwischen 6°° und 10°° schmaler und im Rest bedeutend schmaler.
Die Prägung erfolgte nicht ganz mittig auf der Ronde. Diese leichten Dezentrierungen kommen hin und wieder vor.

Ist der Stempel ganau an dieser Fläche durch die Benutzung rauh geworden (Abnutzung), zieht der Stempelmacher diesen Stempel ab (er schleift also die rauhe Fläche einfach weg) und der Stempel wird um dieses Maß niedriger. D.h. das Münzbild wird - wegen der Schräge an der Randstabsfase (kopfstehender Kegelstumpf) - etwas größer.
Man sollte auch nicht vergessen, dass sich durch das Prägen auch das Design im Prägestempel allmählich vergrößert.

Grüße,
JPN
navada51 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10-01-2012, 13:34   #8 (permalink)
 
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...
Durch eine eventuelle schräglage der Ronde oder vergleichbares, welches eine Ebenenverschiebung auslöst, könnte das Motiv sich also vergrößern.
Dann müsste doch die Wertseite ebenfalls ein größeres Münzbild aufweisen, logisch betrachtet. Isses aber nich!

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...
Ist der Stempel ganau an dieser Fläche durch die Benutzung rauh geworden (Abnutzung), zieht der Stempelmacher diesen Stempel ab (er schleift also die rauhe Fläche einfach weg) und der Stempel wird um dieses Maß niedriger. D.h. das Münzbild wird - wegen der Schräge an der Randstabsfase (kopfstehender Kegelstumpf) - etwas größer.
...
Gut erklärt. Vielen Dank dafür. Wieder mal was gelernt.
Aber das Motiv an sich (der Durchmesser des Kreises mit dem Tor) ist um immerhin einen halben Millimeter größer bzw. kleiner. Das erklärt sich doch nicht unbedingt allein durch das Abfasen der Randstabschräge.
Seltengast ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10-01-2012, 14:14   #9 (permalink)
 
Anderer Stempel

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1) Meiner Meinung nach könnte beim Prägevorgang etwas falsch abgelaufen sein.
Der Rand ist zwischen 6°° und 10°° schmaler und im Rest bedeutend schmaler.
Diese Form habe ich bei 20 Cent Münzen noch nicht gesehen.
(Vielleicht ist es mir auch bisher noch nicht aufgefallen.)

2) Ich vermute wegen dem Rand eine Verkeilung der Ronde.
Durch eine eventuelle schräglage der Ronde oder vergleichbares, welches eine Ebenenverschiebung auslöst, könnte das Motiv sich also vergrößern.

Moin Moin "Münzen-Mike",

meine Anmerkungen zu Deinen Vorstellungen:

Zu 1) Das hat "navada51" bereits erklärt

2) Wegen des Aussehens des Randes (Du meinst sicherlich den Randstab ) hat keine "Verkeilung" der Ronde vor gelegen.
Wäre das der Fall, dann sähe eine solche Münze mit Sicherheit anders aus.

Wie stellst Du Dir praktisch vor, dass bei einer Ronde bei den immensen Prägedrücken beim Prägen eine "Schräglage" vorliegen könnte. Sie wird dadurch zwischen den Stempeln einfach in die Waagerechte "gezwungen" - egal wie "verkrumpelt" sie nachher aussieht.
Dazu gibt es viele unterschiedliche Beispiele bei den Fehlprägungen .
Und dann eine "Ebenenverschiebung mit evtl. Münzbildvergrößerung" - wie immer Du Dir das vorstellen magst, ich kann es jedenfalls nicht.
M.E. ist das bei dem "sauberen" (Präge)Aussehen der diskutierten Münze auch nicht möglich!!

Beste Grüße
varukop
varukop ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10-01-2012, 19:50   #10 (permalink)
 
Münzbildvergrößerung

Moin Moin,

zu Münzbildvergrößerungen möchte ich an dieser Stelle noch etwas anmerken, da in der Erklärung von "diwidat" entweder ein kleiner Gedankenfehler oder eine nicht korrekte Vorstellung hinsichtlich der Definition des Münzbildes steckt.
Desweiteren zu Beginn etwas zur Entstehung der "Spanischen Rose" bei den 20 Cent Münzen.

Ich empfehle das Lesen nur einigermaßen ausgeruhten Interessenten, denn meine Erläuterungen sind mal wieder recht lang ausgefallen.


Die entsprechenden Texte:

1) ....... "(Die Einbuchtungen und Riffelungen entstehen im Prägering!)"

Dieser Sachverhalt gilt mit einer Ausnahme, nämlich der 20 Cent-Münze, für alle anderen Euro Münzen.
Bei der "Spanischen Rose", deren (End) Form sich durch "Randeinbuchtung" ("Randkehlung") und "Randstabausbuchtung" ("Randstabwölbung") (Praktisch eine Erweiterung des Randstabes in den Münzgrund hinein) ergibt, verhält es sich aber anders:
Nur die Randkehlungen werden durch im Prägering befindliche und entsprechend gearbeitete "Stege" erzeugt.
Die Form des Randstabes auf beiden Seiten der Münze kann ausschließlich über einen entsprechend gearbeiteten Stempel entstehen. D.h., die genau den Randkehlungen der Münze im Randstab befindlichen Wölbungen sind bei der Erzeugung der Randstabvertiefungen eines solchen Stempels mit entstanden.
Wenn der "Erzeuger" dieser Wölbungen auch im Prägering angebracht wäre, dann dürfte es bei allen Fehlprägungen "ohne Ringkontakt" keine davon auf den Münzen geben.
Es gibt sie aber!!
Das zeigt sich bei den 20 Cent Dezentrierungen mit beidseitig vorhandenen Wölbungen (siehe Abb., 3. Münze von links) genau so, wie bei den nur einseitig im Ring geprägten Stücken (siehe Abb., 2. + 4. Münze von links), die auch auf der Seite ohne Ringkontakt diese Wölbungen aufweisen. Im 4. Bild wird anhand der Kehlung, die an dem sich über den Ring geschobenen Material endet, deutlich sichtbar, dass der Prägering ausschließlich die Stege für die Kehlung aufweist!
Auch bei den "normal" im Ring geprägten Stempeldrehungen dieses Nominales sind bei vielen Drehungen die Kehlungen im Rand gegenüber den Wölbungen des Randstabes versetzt sichtbar (siehe Abb., 1. Münze von links). Da es sich hierbei um eine ca. S 180 (kopfstehend) handelt, kann / muss man aufgrund der bei einer Normalprägung fehlenden Wölbung bei 12 Uhr sowohl die 7 Wölbungen des Rückseitenstempels als auch die nach "außen offenen" 7 Kehlungen des Prägerings sehen. Sie sind derart versetzt, dass immer im gleichen Abstand jeweils eine Wölbung auf eine Kehlung folgt.
Bei diesem Beispiel, bei dem auf der Wertseite die Kehlungen und die Wölbungen jeweils passend sind, beweist z.B. eindeutig, dass der Rückseitenstempel um ca. 180 Grad verdreht vorliegt.
Das er mit großer Wahrscheinlichkeit sogar exakt verdreht eingebaut worden ist, schließe ich daraus, dass mir bisher keine, das Umlaufen eines lockeren Stempels beweisende, andere Stempeldrehung dieser Münze bekannt geworden ist.
Darüber wird auch deutlich, dass ein Prägemeister beim Vorbereiten seiner Prägemaschine für die 20 Cent Produktion nicht nur auf den korrekten Sitz der beiden Prägestempel achten muss, sondern zusätzlich auch noch auf eine richtige und damit korrelierende Positionierung des Prägerings.


2) ....... Dabei aber immer im Auge behalten, dass die oberste Stempelfläche später den Münzengrund ergibt!

Das ist korrekt, bedingt aber auch, dass immer der "frische", d.h., ein nicht über das erwähnte "stempelerniedrigende" Abziehen nachbehandelter Stempel, das größte Münzbild ergibt (siehe auch XXX weiter unten) !!


3) ....... Ist der Stempel ganau an dieser Fläche durch die Benutzung rauh geworden (Abnutzung), zieht der Stempelmacher diesen Stempel ab (er schleift also die rauhe Fläche einfach weg) und der Stempel wird um dieses Maß niedriger. D.h. das Münzbild wird - wegen der Schräge an der Randstabsfase (kopfstehender Kegelstumpf) - etwas größer.


Diese Aussage ist so nicht korrekt, denn dabei muss man berücksichtigen, dass nach meiner Information aus einer Prägestätte die Definition der Münzbildgröße durch den von zwei am weitesten auseinander liegenden Punkten des Reliefs bestimmt wird. Das sind bei dem diskutierten Münzbild z.B. die beiden äußeren Spitzen der beiden Sterne bei ca. 3 und 9 Uhr - nicht der Punkt, an dem der Randstab in den Münzgrund übergeht!!
Daraus wird ersichtlich, dass eine vorgenommene Veränderung des Randstabes absolut keinen Einfluss auf den Münzbilddurchmesser hat (das was "seltengast" schon zu dem Verschwinden der Randstabfase fragend angedeutet hat).
Eine Randstabbreite kann sich ganz allgemein entweder durch ein mehr oder weniger deutliches Nachbearbeiten ("Nachdrehen") der umlaufenden Randstabvertiefung im Stempel oder durch das von "navada51" erwähnte über eine "Ermüdung" nach außen schiebende Stempelmaterial verändern.
Bei letzterem Fall drängt die vor allem über das Prägen "mürbe" gewordene obere Schicht des Stempelmaterials langsam nach außen und verkleinert dabei automatisch die Randstabbreite. Da auch für den Randstab eine Mindestbreite vor gegeben ist, wird in den Fällen, in denen der Randstab erkennbar zu klein, aber der Stempel weiter brauchbar ist, der Randstab durch "Nachdrehen" wieder auf einen Wert innerhalb der Norm verbreitert. Das ist in der Regel dann nicht der Ausgangswert eines Stempels.
Je weniger optimal eine Prägestempelqualität ausfällt, desto mehr verschiedene Randstabbreiten sind innerhalb eines Nominales und Jahres zu erwarten - und desto mehr diesbezügliche Unterschiede sind dann im Umlauf zu finden. Das wiederum ergibt dann auch die nie enden wollenden Diskussionen unter den Sammlern von Varianten und Stempelkopplungen, ob es sich dabei um einen in seinem Gesamtaussehen bewusst veränderten und somit eigenständigen Stempel mit Stempelkopplungspotenzial handelt.


Nur wenn man fälschlicherweise den Übergang Münzgrund / Randstab als Maß für die Münzbildgröße zugrunde legt, würde die Aussage von "diwidat", das eine Münzbildvergrößerung durch Verschwinden einer evtl. vorher vorhandenen Fase erfolgt, zutreffen. Es würde aber auf keinen Fall erklären, warum auch das gesamte Relief größer geworden ist.

Unter Berücksichtigung der richtigen Definition "Münzbild" wäre der Effekt aufgrund der Beschaffenheit der Stempelvertiefungen aber genau umgekehrt!
D.h., es ergibt sich beim kompletten Abziehen einer Stempeloberfläche sowohl grundsätzlich ein insgesamt verkleinertes Relief als auch eine Münzbildverkleinerung.

Das resultiert aus der von mir bereits an anderer Stelle erwähnten Beschaffenheit der Matrizenvertiefungen, die man sich aus prägetechnischen Gründen als umgekehrten Kegelstumpf vorstellen muss, d.h., die Vertiefungen werden in der Tiefe immer schmaler.
Das ist erforderlich, damit sich die Münzen nach der Prägung problemlos vom Stemepl lösen können.
Würden die Kanten (Wände) der Matrizenvertiefungen senkrecht in die Tiefe gehen, dann könnte sich das Material über den Prägedruck sehr fest hineindrücken, ein gewissen (Ver)Klemmen ergeben und dadurch bewirken, dass die Münze an einem der Stempel "kleben" bleibt.

Kommen wir mit diesen Gegebenheiten auf unseren Diskusionsgegenstand zurück.

Folgende, für mich sichtbare und für die Diskussion relevante, Unterschiede zeigt die Münze Nr. 2 im Vergleich mit der Münze Nr. 1:

1. Größeres Münzbild
---> ca. 19,4 zu ca. 19,0 abgelesene Einheiten
2. Schmalerer Randstab
---> Randstabinnenkanten = ca. 20,8 zu ca. 20,4 abgelesene Einheiten
3. ohne Fase im Übergang Münzgrund / Randstab

Beim Vergleich der Veränderungen muss man sich als selbstkritischer und objektiver Sammler von Varianten und Stempelkopplungen sofort fragen, welcher ominöse Zufall hier bei der Reduktion des Randstabes und bei der Vergrößerung des Münzbildes den ca. gleichen Wert von ca. 0,4 Einheiten generiert haben könnte .

Aufgrund dieser gleich großen und parallel verlaufen könnenden Veränderungen deutet zur Zeit alles auf eine Vergrößerung des Münzbilddurchmessers auf Kosten des Randstabes durch Stempelermüdung hin - also kein eigenständiger Stempel .

Um abzuklären, ob diese Hypothese zutrifft oder ob evtl. doch ein Stempel mit anderem Reduktionsfaktor hergestellt worden ist, benötigt man den Vergleich mit möglichst vielen Stück beider Spezies.
Dabei muss man dann auch recht genau messen, um heraus zufinden, ob weitere Münzbilddurchmesser und entsprechende Randstabveränderungen auftauchen. Ergibt sich dieser "Tatbestand", dann wird die momentan eher zutreffende Hypothese eindeutig erhärtet.

Überlegungen in Richtung "eigenständiger Stempel und daraus resultierende zusätzliche Kopplungen" sind m.E. erst gerechtfertigt, wenn über viele dieser Stücke, möglichst aus den verschiedensten Regionen (evtl. auch noch über einen längeren Zeitraum ) zusammen getragen, lediglich diese beiden Münzbilddurchmesser gefunden worden sind.

XXX: Noch eine Anmerkung zu einem Zusammenhang von Münze Nr. 1 und Münze Nr. 2:

Die Münze Nr. 2 kann nicht allein durch komplettes Abziehen der Stempeloberfläche von Münze 1 entstanden sein. Dagegen spricht grundsätzlich erst einmal der tatsächlich vorliegende und wie auch immer erklärbare größere Münzbilddurchmesser.
Diese Möglichkeit des "2 aus 1" durch komplettes Abziehen, das verkleinernd wirkt, wäre nur bei gleichzeitig stattfinder Vergrößerung des Münzbildes über den beschriebenen Weg mit dem "ermüdenden" Prägestempel denkbar.

Ich wünsche hierzu unermüdliches Weiterverfolgen und würde mich freuen, "irgendwann" ganz speziell zu diesem heiklen V + K Thema wieder etwas Konkretes zu hören.

Beste Grüße
varukop
navada51 gefällt dieser Beitrag.
varukop ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10-01-2012, 21:17   #11 (permalink)
 
Gratuliere - Du stehst ja mit beiden Beinen voll im Variantengeschäft
und dann noch mit so vielen Worten, dass das nicht ermüdend sein soll kann ich mir aber auch nicht ganz vorstellen.
Alle diese Überlegungen wären sicherlich bei wissenschaftlichen Betrachtungen in einer Prägeanstalt (wo auch immer) sehr nützlich - ob die Schar der Sammler dem folgen kann, übersteigt auch meine Vorstellungen.

Um wieder auf den Boden des Verständlichen zu kommen, habe ich mal eine kleine Skizze gemacht, die auch ein "Bänker" oder ein Autoschlosser verstehen kann.

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Name:	Münzen-Prägestempel.jpg
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Das linke Bild soll eine frisch installierte Prägekombination (Stempel und Prägering) darstellen. Das Relief ist noch tief geschnitten und die Randstabfase hat die Breite nach Vorschrift.
Wie Varukop schon schreibt, gibt es am Stempel keine direkt vertikalen Flächen, es werden immer irgendwie Trapeze sein.
Also verändern sich die Maße am Stempel durch die Bearbeitung an der Stirnfläche. Das Münzbild bleibt im Großen und Ganzen erhalten, außer, dass die Linien und Buchstaben schlanker werden.

Das rechte Bild symbolisiert einen nachgearbeiteten Stempel, bei dem durch die Verkürzung der Kegelstumpf-Form die Grundfläche etwas breiter wird.
Als Uhrmacher habe ich leider noch nie miterleben können, dass gehärteter Stahl anfängt zu fließen - sonst wären viele meiner Werkzeuge schon deshalb unbrauchbar geworden.

Nichts für Ungut, aber da ich keine Varianten sammle, geht mir das auch alles etwas am verlängerten Rücken vorbei. Für die Anderen ist es eine Betrachtungsweise - man kann auch Kartoffeln nach Varianten sammeln.

Gruß diwidat
Numis1 gefällt dieser Beitrag.

Geändert von diwidat (11-01-2012 um 22:15 Uhr)
diwidat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11-01-2012, 13:06   #12 (permalink)
 
Um wieder auf den Boden des Verständlichen zu kommen, habe ich mal eine kleine Skizze gemacht, die auch ein "Bänker" oder ein Autoschlosser verstehen kann.
Sollte es nicht egal sein, was wir alle beruflich machen? Wir treffen uns doch hier im Forum, weil wir alle ein GEMEINSAMES Hobby ausüben. Was der/die Einzelne beruflich macht und/oder womit er/sie seinen/ihren Lebensunterhalt verdient, ist mir vollkommen egal, solange der gemeinsame Nenner die Numismatik ist.

Meiner Ansicht nach ist es nachvollziehbar, dass so ein komplexes Thema wie die Stempelherstellung und die Münzprägung selbst schwer verdaulich ist, wenn man kein spezielles technisch fundiertes Fachwissen hat. (Die Technik der Münzprägung hat übrigens nichts mit Varianten zu tun!) Und ob man sich mit gewissen numismatischen Themen beschäftigt oder nicht, bleibt einem doch selbst überlassen.

Grüße,
JPN

PS: Die Zeichnung von diwidat verstehe ich nicht.
navada51 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11-01-2012, 14:37   #13 (permalink)
 
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...Für die Anderen ist es eine Betrachtungsweise - man kann auch Kartoffeln nach Varianten sammeln....
Ja, man kann vieles. Aber wir sammeln nun mal Münzen...
Seltengast ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11-01-2012, 15:28   #14 (permalink)
 
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PS: Die Zeichnung von diwidat verstehe ich nicht.

Moin Moin,

sie wird schon verständlicher, wenn man die sichtbare Abweichung zur richtigen Darstellung des Reliefs des nachgearbeiteten Stempels korrigiert.
Die dargestellte Breite der höchsten Erhebungen der Münze sind nicht in Einklang mit der nachgearbeiteten Matrize zu bringen!!
Während die Matrize nach der Bearbeitung an der Stempeloberfläche deutlich sichtbar schmalere Vertiefungen aufweist, hat sich in der zeichnerischen Darstellung der Breite der resultierenden Reliefs nichts verändert .
Das bedeutet, die Zeichnung des bearbeiteten Stempels bildet über den Zusammenhang zwischen diesem Stempel und des daraus resultierenden Reliefs der Münze ein nicht mögliches Ergebnis ab - und deshalb muss die Zeichnung erst einmal unverständlich erscheinen.

Desweiteren wird in der Abb. der Münzbilddurchmesser mit dem Übergang des Randstabes in den Münzgrund gleich gesetzt.
Wie ich in meinen vorherigen Ausführungen bereits angemerkt habe, bekam ich bei meinen Münzstättenbesuchen auf eine entsprechende Frage die Auskunft, dass die Definition Münzbild über den Durchmesser des Reliefs einer Münze definiert sei (Alles, was in das Gipsmodell als Ausgang für alle weiteren Modelle und Stempel geschnitten ist, ergibt das Münzbild).
Dabei ist zu beachten, dass ein (oft sehr) nahe am Randstab befindliches Reliefteil (z.B. ein Perlkreis) selbstverständlich immer zum Münzbild gehört.
Nur in einem solchen Fall würde nach heutigem Kenntnisstand der Münzbilddurchmesser der Abb. von "diwidat" entsprechen.
Man spricht bereits bei den Ur- und Umsenkstempeln vom Münzbild, obwohl diese Stempel noch keine Randstabvertiefungen aufweisen. Diese wird als letzter Schritt nur an der Prägematrize angebracht.

Ich werde trotz der mir vor einiger Zeit erteilten mündlichen Auskunft zur Definition des Münzbilddurchmessers die Frage per e-Mail erneut stellen, um mit der richtigen Vorstellung weiter diskutieren zu können.

@ "diwidat"
Eine Bitte: Es wäre m.E. für alle sich in technischen Angelegenheiten noch nicht optimal auskennenden Forumsmitglieder von großem Vorteil, wenn Du in Deiner rechten Zeichnung schon mal die Breiten des Reliefs an die Breiten der nachgearbeiteten Matrize anpassen würdest.
(Hinsichtlich Münzbilddurchmesser warten wir sicherheitshalber die Antwort auf mein Schreiben ab )

Beste Grüße
varukop
varukop ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11-01-2012, 17:04   #15 (permalink)
 
Input für die Statistik

Fünf Exemplare aus dem Umlauf weisen einen Durchmesser des "Tor-Rings" von ca. 14,1 mm auf.

Darüber hinaus habe ich mich von diesem Beitrag inspirieren lassen, auch andere Ausgaben auf diesen Durchmesser hin zu untersuchen. Dazu habe ich ein eigenes Thema angelegt: http://www.emuenzen.de/forum/fehlpra...is-2008-a.html

Geändert von Dirk Bake (11-01-2012 um 17:18 Uhr)
Dirk Bake ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11-01-2012, 23:45   #16 (permalink)
 
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Sollte es nicht egal sein, was wir alle beruflich machen? --> PS: Die Zeichnung von diwidat verstehe ich nicht.
Hallo JPN,
Du sprichst es schon selber an. Wer von seinem Beruf her etwas mit Technik zu tun hat, versteht schon von Hause her z.B. die Erklärungen von varukop bis in das kleinste Detail.
Alle Nichttechniker, denen darstellende Geometrie ein Buch mit Sieben Siegeln ist, tun sich da etwas schwer. Ob nun Münzensammler oder nicht.

Auf Wunsch eines einzelnen Herrn ist die obige Skizze über den Prägevorgang etwas präzisiert und korrigiert worden.
Zur Beachtung: Es handelt sich NICHT um eine technische Zeichnung, sondern um eine Skizze, die auf einem Fotoshop Programm erstellt wurde.

Zur Erklärung der Vorgänge anhand eines Kegelstumpfes, noch einmal eine Skizze eines Stempelquerschnitts mit einer völlig überzogenen Darstellung der Vorgänge, wie sie bei der Aufarbeitung eines Stempels stattfinden.
Die aktuellen Höhen der Reliefs belaufen sich übrigens auf 0,1 bis 0,2 Millimeter!

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Bitte nicht durch das verzerrte Bild verwirren lassen, das Bild ist in der vertikalen Achse stark gedehnt und in der horizontalen geschrumpft.
Viel Spass mit den Erkenntnissen und den numismatischen Kartoffelvarianten

Gruß diwidat
Numis1 gefällt dieser Beitrag.
diwidat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12-01-2012, 11:25   #17 (permalink)
 
Alles klar. Danke für die Zeichung diwidat!!

Schöne Grüße,
JPN
navada51 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14-01-2012, 00:17   #18 (permalink)
 
Unter Beachtung der anderen Ausführungen, muss ich wohl in meinem Text einige Fehler einräumen.
Danke, für die anschauliche Erklärung.
Münzen-Mike ist gerade online   Mit Zitat antworten
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