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Fehlprägungen, Varianten und Variationen alles über abweichende Merkmale auf DM- und Pfennig-, Euro- und Cent oder ausländischen Münzen

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  • 1 Post By Dirk Bake
  • 1 Post By B555andi

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Alt 29-01-2012, 17:02   #1 (permalink)
 
2 Euro BRD / Besonderheiten

Hallo Zusammen,

an diesem trüben Sonntag habe ich mich ein wenig mit dem Geld aus meinem Geldbeutel beschäftigt.

Mehrere der deutschen 2 Euro Stücke weisen auf der Bildseite die allseits bekannte Besonderheit auf, dass die Striche des äußeren Rings teilweise auch auf den Innenteil geprägt wurden.

Dies wurde bereits im Forum in verschiedenen Threads thematisiert. Wenn ich ehrlich bin, habe ich immer noch nicht ganz verstanden, wie diese "Überprägung" zustande kommt.

Ich sehe auf den Münzen zwei unterschiedliche Varianten. Zunächst wie auf dem angehängten Scan des 2ers von 2002. Der Innenteil wurde auf einem Bereich von 10 bis 2 Uhr mit beprägt. Auf der gegenüberliegenden Seite meine ich eine dazu passende "Lücke?" zu sehen (wenn mich meine Augen nicht täuschen). Das sieht für mich so aus, als ob das Prägebild (wie bei einer Dezentrierung) verschoben ist.

Die zweite Variante ist auf dem Scan des 2ers von 2011 zu sehen. Hier ist der Innenteil an seinem Außenrand komplett mit den Linien beprägt. Dies sieht für mich so aus, als ob die Pille zu groß gewesen wäre oder der Stempel insgesamt nicht sauber an die Abmessungen von Außen- und Innenrand angepasst wurde.

Wer hat eine Idee/Theorie, wie diese Prägebilder entstanden sind?
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B555andi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29-01-2012, 19:59   #2 (permalink)
 
Mal vereinfacht, aber bildhaft:

Wenn zwei gleiche Briefmarken auf Bitte eines Sammlers zentrisch gestempelt werden sollen, werden sie bei aller Mühe der Postmitarbeiterin den Stempelabdruck nie exakt an der gleichen Position tragen.

Wer in einer Pfanne nacheinander zwei Eierkuchen backt, wird feststellen, dass sie nicht genau den gleichen Durchmesser aufweisen.
CMM85 gefällt dieser Beitrag.
Dirk Bake ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29-01-2012, 20:19   #3 (permalink)
 
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Mal vereinfacht, aber bildhaft:

Wenn zwei gleiche Briefmarken auf Bitte eines Sammlers zentrisch gestempelt werden sollen, werden sie bei aller Mühe der Postmitarbeiterin den Stempelabdruck nie exakt an der gleichen Position tragen.

Wer in einer Pfanne nacheinander zwei Eierkuchen backt, wird feststellen, dass sie nicht genau den gleichen Durchmesser aufweisen.
Schöner Vergleich .

Dieses "Phänomen" oder wie man es auch immer bezeichnen soll, tritt ja wie schon bekannt ist, besonders oft bei den 2€ Stücken ab 2008 auf. Bei den neueren ist es eher die Regel, beim Jahrgang 2002 kommt es m.E. bei weitem nicht so oft und nicht so ausgeprägt vor.

Und ebenfalls, ich weiß auch immer noch nicht so genau, warum es bei den neueren Jahrgängen so oft auftritt.
Spätestens bei den 2€ Stücken 2013 geht es weiter...
CMM85 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29-01-2012, 22:26   #4 (permalink)
 
@Dirk Bake:

Dein Vergleich mit den Briefmarken trifft für dezentrierte Prägungen zu.

Nicht aber für die Variante, wo die innere Pille ringsum mit den Linien des Außenrings beprägt ist.
varukop gefällt dieser Beitrag.
B555andi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30-01-2012, 09:32   #5 (permalink)
 
Moin Moin,

ich möchte gleich wieder darauf hinweisen, dass zumindest wir V + K Interessierten uns m.E. vor der Klärung eines Sachverhaltes doch "bitte bitte" an eine überaus vorteilhafte Regel halten sollten.
Sie besagt, dass nicht alles, was "ein wenig bis ein wenig mehr anders aussieht" auch immer gleich die Variante eines Stempels oder gar ein gänzlich anderer Stempel sein muss.
Solche Sachen sind im Zweifel - und der liegt ja auch hier wieder vor - erst einmal nichts anderes als Abweichungen "irgendwelcher Art".
Die Einordnung in ein Sammelgebiet sollte / kann dann nach Diskussion und Klärung erfolgen. Das erspart vor allem einigen "Mitlesern" das spätere Umdenken und verinnerlicht letztlich Allen in richtiger Weise die gebräuchlichen Definitionen .


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@Dirk Bake:
1. Dein Vergleich mit den Briefmarken trifft für dezentrierte Prägungen zu.
2. Nicht aber für die Variante, wo die innere Pille ringsum mit den Linien des Außenrings beprägt ist.
Zu 1.
Da kann man "B555andi" nur zustimmen und es bezieht sich hier auf das Stück von 2002.
Dieses leichte "aus dem Ruder Laufen" ist nichts Besonderes, da es schon durch minimalste Beweglichkeiten von Stempeln in der Halterung oder über minimalstes Spiel in der Führung des sich auf und ab bewegenden Stempels ein- oder beidseitig verursacht werden kann.
Desweiteren muss man sich auch immer vor Augen führen, dass wir es bei der Verbindung von Pille und Ring mit einem Materialfluss zu tun haben, der sowohl vom Ring nach innen als auch von der Pille nach außen stattfindet. Dabei trägt das "weichere" der beiden beteiligten Marterialien den größeren Part an der "Verschließung" des immer vorhandenen Spaltes zwischen Pille und Ring bei.
Wichtig dabei ist auch, dass es sich um einen nicht einwandfrei identischen Materialfluss handeln kann und somit schon aus diesem Grund immer mit kleineren Unterschieden im Aussehen diese Übergangs gerechnet werden muss!!

Zu 2.
Hier würde ich den Vergleich mit dem "Eierkuchen" für mich ebenfalls nicht gelten lassen.
Dazu ist bei diesen Stücken - ab ca. 2008 besonders auffällig - der falsch beprägte Bereich zu deutlich und von der Pille aus betrachtet vor allem zu gleichmäßig übergroß.

"B555andi", bitte ich um die Vermessung des Pillendurchmessers auf beiden Seiten und der Strecke zwischen den Sternen INNEN (d.h., bei Annahme, dass die Münze eine Uhr ist, von z.B. 9 auf 3 Uhr) und um Mitteilung.
Ich gehe davon aus, dass sich da in dieser Richtung nichts geändert hat, aber Kontrolle ist für die weitere diskussion besser.

Ich vermute auch hier die Erkenntnis wie --- siehe auch hier:

http://www.emuenzen.de/forum/fehlpra...lendurchmesser

Die bleibende und zu klärende Frage wäre dann, wie es möglich ist, dass die Pillendurchmesser von Wert- und Rückseite unterschiedlich ausfallen können.


Ich hatte daraufhin ja auch eine entsprechende Anfrage an eine Prägestätte angekündigt / versprochen (siehe link), diese gleich gestartet, bis heute keine Antwort dazu erhalten - und das Nachfragen "ein wenig vergessend dann verdrängt" .
Das werde ich gleich nachholen. Mal gucken, ob es dort ebenfalls "unter gegangen" ist.

Beste Grüße
varukop

Geändert von varukop (30-01-2012 um 09:40 Uhr) Grund: Ergänzung
varukop ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30-01-2012, 12:01   #6 (permalink)
 
Hallo Varukop,

vielen Dank für Deine Ergänzungen und den link (hatte ich glatt übersehen)!

Die Abstände werde ich messen; ich verfüge allerdings nicht über "Präzisionsmessgeräte".

Die von Dir verwendete Bezeichnung "Abweichungen" finde ich wesentlich glücklicher als der von mir verwendete Begriff "Variante" (mir ist kein besserer eingefallen). Mit Variante meine ich auch keineswegs eine Variante der Stempel, sondern einfach nur eine Variante bezüglich des allgemeinen Erscheinungsbildes der Münze.

Mich interessiert, wie diese Abweichungen technisch gesehen zustande kommen. Aufgrund ihrer Häufigkeit und des Vorkommens über mehrere Jahre und Prägestätten hinweg müsste es sich um "allgemein auftretende" Vorgänge während der Produktion handeln, die innerhalb einer gewissen Toleranz liegen und von den Prägestätten so akzeptiert werden. Auf jeden Fall müssten die eine Erklärung haben.

Welche Prägestätte hast Du denn angefragt? Vielleicht kann ich ja die hiesige in Karlsruhe ebenfalls anmailen?
B555andi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30-01-2012, 12:10   #7 (permalink)
 
Hier noch auf die Schnelle einen Scan der Wertseite von der 2011er Münze.
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B555andi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30-01-2012, 12:42   #8 (permalink)
 
Messergebnisse (allerdings nur mit dem Geodreieck):

Der Pillendurchmesser ist auf der Wertseite mit 18mm konstant. Auf der Adlerseite schwankt er (blau markiert) zwischen ca. 18,3 und 18,7mm inklusive des mit Strichen überprägten Bereiches. Ohne den überprägten Bereich liegt der Pillendurchmesser konstant bei 18mm (roter Strich).

Ohne diesen (sagen wir mal) zweiten, vertieften "Ring" (grün markiert) wäre der Pillendurchmesser der Adlerseite in Ordnung und gleich groß wie der auf der Wertseite.

Die Abstände der Sterne (innen) sind mit 19mm konstant (gelb markiert).
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B555andi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30-01-2012, 15:27   #9 (permalink)
 
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Welche Prägestätte hast Du denn angefragt? Vielleicht kann ich ja die hiesige in Karlsruhe ebenfalls anmailen?
Ich fürchte, dass ein Preisgeben solcher Informationen unter das Firmengeheimnis fallen könnte.

off-topic:
Auch wenn ich mich mit meiner Aussage in ein Hornissennest setzen werde, aber ich finde den Begriff "Varianten" generell unglücklich, weil er mehr oder weniger automatisch dazu verleitet, falsch verwendet zu werden. varukop hat ja bereits darauf hingewiesen, dass eine Variante im Sinne der geläufigen Definition (meist) auf die Verwendung unterschiedlicher Stempel verweist. Man könnte doch die unterschiedlichen Prägungen eines Jahrgangs gleich auf die Stempel reduzieren. Ich denke da auch an die ebenfalls unglückliche Abgrenzung zwischen "Variante" und "Variation"...

Schöne Grüße,
JPN
navada51 ist offline   Mit Zitat antworten
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