ich sehe auf der Münze zwar keine "Fuchsbauten" , dafür aber an zwei Stellen - links und rechts jeweils außen unten an den Türmen - das Resultat sehr deutlicher Stempelausbrüche auf der Rs.
Es könnte sich dabei um eine "Weiterentwicklung" der 6. Münze von links in der obersten Reihe des links in Beitrag #55 http://www.emuenzen.de/forum/fehlpra...hlight=varukop
handeln.
Bei diesem Stück scheint es, wenn ich das auf der Abb. richtig erkenne, einen weiteren Stempelausbruch gegeben zu haben. Durch das Abbrechen des schmalen Steges zwischen den Buchstaben H H sind diese nicht mehr getrennt geprägt worden, sondern durch "Material" verbunden.
Es handelt sich bei dieser Abweichung mit Sicherheit nicht um eine bewusst vorgenommene Stempelveränderung, sondern um einen über einen Stempelausbruch in Folge von Materialermüdung zufällig, und hier zusätzlich, beschädigten Stempel !!
Zu der Frage:
M.E. handelt es sich grundsätzlich um eine "wenig optimal" geprägte Münze. Das schließe ich aus dem "rundlichen" Aussehen der Reliefs des gesamten Ringbereiches (Prägdruck). Auf der linken Seite scheint die Münze zusätzlich weniger "gut" ausgeprägt worden zu sein (gegenüber der rechten Münzseite rundlicher Randstab und kein ebenmäßiger Übergang zwischen Ring und Pille).
Es könnte nach meiner Auffassung eine der mir dazu momentan "einfallenden" drei Ursachen für diese inhomogene Oberfläche in Form einer ca. "halbseitigen Noppigkeit" der Münze verantwortlich sein.
1. Über einen "halbseitig" entsprechend aussehenden Rs-Stempel
2. Eine nachträglichen teilweise Behandlung des Stückes mit Chemikalien
3. Anwesenheit feinster Flüssigkeitströpfchen im vorliegenden Bereich des Rs-Stempel bei der Prägung
Bei Vorliegen mehrerer Stücke dieses oder ähnlichen Aussehens und über direkte Betrachtung wäre eine eingrenzendere Aussage zur Ursache möglich. Fall 1.
Es müsste (mehrere bis viele) Stücke mit identischen Merkmalen geben Fall2.
Es darf (kann) kein weiteres identisch aussehendes Stück davon geben. Fall 3.
siehe Fall 2. .
Bei Fall 2. und 3. sind allerdings weitere Stücke mit ähnlicher Noppigkeit auch - aber nicht ausschließlich - des hier sichtbaren Bereichs möglich.
Beste Grüße
varukop
Geändert von varukop (29-01-2012 um 09:53 Uhr)
Grund: Ergänzung
Danke für die wieder sehr detaillierte Analyse dieser Münze, varukop!
Ich versuche, Stempelfehler oder -ausbrüche möglichst bildhaft zu beschreiben. Natürklich ist dies kein Fuchsbau, sondern ein Ausbruch, ist mir klar. Aber ein Ausbruch an der Backe einer Gesichtsdarstellung ist für mich eine Pocke oder eine Warze. Aber egal.
Auf der Wertseite dieser Münze ist übrigens am oberen Bogen der Wertzahl ebenso ein Ausbruch, und die Feldstruktur sieht ebenfalls "unhomogen" aus. Die Münze kam mir von Anfang an merkwürdig vor, ich dachte zuerst, hey, hier wurde ja fleißig poliert! Die Stempelfehler sah ich dann erst auf dem Foto (kein Witz!).
Na okay, ich will jetzt nicht diesen Fred hier weiter zumüllen...
Ich versuche, Stempelfehler oder -ausbrüche möglichst bildhaft zu beschreiben. Natürklich ist dies kein Fuchsbau, sondern ein Ausbruch, ist mir klar. Aber ein Ausbruch an der Backe einer Gesichtsdarstellung ist für mich eine Pocke oder eine Warze. Aber egal.
Moin Moin,
dagegen ist auch nichts ein zuwenden und zumindest (fast?) jeder FP-Sammler wusste / weiß was gemeint war / ist, aber .......
Es wäre in meinen Augen einfach sehr vorteilhaft, wenn die eigentliche Ursache bei der Beschreibung für Alle verständlich mit erwähnt wird!
Das zeigt, ob sie vom Beitragseinsteller erkannt und entsprechend richtig eingeordnet wurde und das es Jeder verstehen müsste - oder evtl. eine korrigierende Reaktion erforderlich ist .
Z.B.: Stempelausbruch in Form von "Fuchsbauten" (am und auf dem Holstentor) oder z.B. "Warze" (auf der Wange) als Folge eines Stempelausbruchs, usw, usw.. Wenn man sich nicht sicher ist, formuliert man es ganz einfach mit einem ? nach seiner Ursachenvermutung.
Man sagt zwar landläufig "In der Kürze liegt die Würze", aber das muss m.E. kein Miss- bzw. Unverständnisse ermöglichender Zwang sein .
"netterkerl1706"
---> Wie nennt man diese art der Fehlprägung
Moin Moin,
es handelt sich bei dem abgebildeten Stück streng genommen nicht um eine durch einen fehlerhaften Ablauf des Prägevorgangs entstandene Münze.
Aussagen von Personen, die hier mehrfaches Stempelschlagen ins Spiel bringen, sind eindeutig "ins Reich der Phantasie" zu Prägevorgängen zu verbannen .
Beweis: Mehrfachschläge bedingen wie Mehrfachsenkungen und Mehrfachprägungen immer auch grundsätzlich Mehrfachkonturen auf der Münze - und die sind bei dieser Münze eindeutig nicht vorhanden !!
Was wir sehen, sind bei normalem und einmaligem Prägevorgang durch einen entsprchend "malträtierten" Prägestempel mitgeprägte flache umlaufende Erhöhungen auf der Pille. Deren Entstehung bedingt auf den Prägestempeln entsprechende Vertiefungen!
Diese Münze - und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit "einige weitere" - entstand mit allergrößter Wahrscheinlichkeit über einen abenutzten und zur weiteren Benutzung "nicht ganz sachgemäß" aufgearbeiteten Prägestempel.
Dieses Vorgehen der "Aufhübschung" eines z.B. u.a partiell zugesetzten, aber ansonsten noch problemlos einsetzbaren, Stempels ist in den Prägestätten aufgrund wirtschaftlicher Aspekte der "Normalfall".
Hier hat man, wie es scheint, die bei Reinigungsarbeiten einer Prägematrize übliche Verwendung einer "Maske" anscheinend vergessen (oder es sollte schnell gehen, oder ...!?).
Solche Masken, bei denen nur das jeweilige Münzbild eines Stempels in Form von entsprechenden Aussparungen sichtbar ist, soll zum Schutz der planen Stempeloberfläche bei durch zuführenden Reinigungsarbeiten der Matrizenvertiefungen bei z.B. erforderlichem Sandstrahlen dienen.
In diesem Fall wurden mit dem Reinigungsgerät kreisrunde Bewegungen in den Matrizenvertiefungen durch geführt - nur hat man es anscheinend teilweise oder generell versäumt, beim Übergang zu daneben befindlichen und ebenfalls zu reinigenden Vertiefungen das Gerät kurz ab zu schalten (siehe z.B. auch die flachen, flächig erscheinenden Erhöhungen jeweils zwischen Adlerkopf und Flügelknochen).
die Münze hat wohl noch einen Stempelschlag bekommen wodurch die
Vertiefung bzw. die Stauchung entstanden ist. Danach ist der
Prägevorgang fortgesetzt worden.
die Münze hat wohl noch einen Stempelschlag bekommen wodurch die
Vertiefung bzw. die Stauchung entstanden ist. Danach ist der
Prägevorgang fortgesetzt worden.
MA-Auction GmbH
Nordstr. 15
46399 Bocholt
Moin, Moin,
nun, ich sag's mal so: Nicht jeder Münzhändler (?) hat auch automatisch Fachwissen über die einzelnen Produktionsabläufe innerhalb der Prägestätte. Den du kontaktiert hast, scheint leider auch dazu zu gehören...
Und hättest du varukop's Beitrag aufmerksam gelesen, hättest du mitbekommen, dass er bereits auf diese Aussage eingegangen ist, die er wahrscheinlich im anderen Münzforum gelesen hat.
müßte dann nicht um diese rille zu prägen auf dem ,,abgenutzten stempel,,
mal ganz grob ausgedrückt..material beigegeben worden sein
wulstförmig.um überhaupt eine rille prägen zu können
mal ein beispiel... schweißen....
wenn ich auf einer eisenplatte elektroschweiße habe ich als ergebniß eine wulst
mit der ich wenn ich diese in sand drücken eine rille in den sand präge
müßte dann nicht um diese rille zu prägen auf dem ,,abgenutzten stempel,,
mal ganz grob ausgedrückt..material beigegeben worden sein
wulstförmig.um überhaupt eine rille prägen zu können
mal ein beispiel... schweißen....
wenn ich auf einer eisenplatte elektroschweiße habe ich als ergebniß eine wulst
mit der ich wenn ich diese in sand drücken eine rille in den sand präge
Moin Moin,
Mit dem Ergebnis der von Dir beschriebenen Prozedur hast Du ja recht.
Nur hier, und da bin ich mir aufgrund dessen, was ich auf der Abb. zu sehen glaube, doch relativ sicher, verhält es sich eben anders als Du denkst. Deshalb vermute ich, dass Du das Aussehen der Münze falsch interpretierst.
Auf der abgebildeten Münze ist keine "Rille", sondern es handelt sich um flache Erhebungen gegenüber dem Münzgrund (z.B. wie ich bereits schrieb ist das deutlich zu sehen jeweils links und rechts zwischen Adlerkopf und Flügelknochen - zusätzlich bei der Jahreszahl, die dadurch oben über den Münzgund erhöht ist und nicht etwa unten vertieft !!! Dieser untere Teil der Jahreszahl entspricht der eigentlichen Münzgrundhöhe.
Guck Dir Deine Münze nochmals genau an diesen Stellen an (eine Lupe erleichtert Dir das Erkennen), mach Dir ein paar "ruhige" Gedanken dazu und dann musst Du m.E. ebenfalls zu diesem Schluss kommen. Dann verstehst Du auch das Ergebnis auf der vorliegenden Münze über die von mir geschilderte unsachgemäße Stempelbearbeitung .
Hat jemand eine Erklärung? Ist da der Stempel schon abgewetzt oder waren die Ringe futsch? Ist von 2012 Schloss NSS / A
Micha
Hi All,
Die Irelander weissen einen aehlichen Fehler auf auf 3 Uhr. Viele Muenzen sind davon betroffen.
Ueberhaupt, die Qualitaet der Muenzen ist sehr schlecht, aber das Titel gehoert ja nicht in diesen Thread.
Gruss Agena
Ich gehe mal von einem Rondenfehler aus, wenn es ein Fehler/Beschädigung des Prägewerkzeuges war, wäre der Fehler immer an der selben Stelle des Münzbildes.
Was ich allerdings merkwürdig finde ist das es immer nur auf der Wertseite ist.
Da hat sich doch tatsächlich ein Putzerfisch bzw. ein Schiffshalter an einen meiner Pintos angesaugt...
(sorry für die Ausdrucksweise, varukop)
Der Putzerfisch hängt am Heck des Schiffsrumpfes.
Die Münze stammt aus der 2011er-Beschaffung. Vielleicht finden sich noch mehr solcher Stücke mit Stempelfehler?
Da hat sich doch tatsächlich ein Putzerfisch bzw. ein Schiffshalter an einen meiner Pintos angesaugt...
(sorry für die Ausdrucksweise, varukop)
Der Putzerfisch hängt am Heck des Schiffsrumpfes.
Die Münze stammt aus der 2011er-Beschaffung. Vielleicht finden sich noch mehr solcher Stücke mit Stempelfehler?
Hi Seltengast,
Nein, so kann man das aber nicht stehen lassen. Es handelt sich naehmlich nicht um einen "Putzerfisch", ganz im Gegenteil, hier meine Erklaerung:
Wie wir ja alle aus den Geschichts Buechern wissen, wurde die damalige bekannte Welt von Rom (Papst) in zwei Haelften aufgeteilt - eine Haelfte wurde den Portugiesen zugesprochen - die andere den Spaniern. Was danach geschah, koennen wir bis heute noch in vielen Landeren in Sued- und Mittel - Amerika sehen, Ausbeutung, Armut, Ausrottung etc.
Somit ist die Definition "Bludsauger" eher richtig, glaube ich.
Seltengast, bitte nicht falsch verstehen, schoene Muenze, die Du da hast,
Glueckwunsch. Wollte nur eine wenig Dampf ablassen. Mich aergert einfach zusehen zu muessen, wie es auf diesem Planeten zu und her geht.