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Goldmünzen Hier finden Sie alle Informationen zu Goldmünzen - Anlagemünzen und dem Thema Gold im Allgemeinen , sowie der Wertanlage.

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Alt 09-05-2006, 16:30   #1 (permalink)
 
Das Prägen von Münzen

Hy zusammen,

ich bin gerade dabei mich über das Prägen von Münzen (speziell Goldmünzen) zu informieren.

Ich will zusammenfassen,

- Herstellung von Stempeln (vom Material bis hin zur Bearbeitung)
- Herstellung von Ronden
- Daten vom Prägeverfahren (Druck, Aufmaß, Verschleiß von Stempeln etc.)
- Abziehen der Stempel
etc.

Ich würde mich über wissenswerte Beiträge freuen. Wobei ich meinerseits auch nach und nach gesammelte Infos eintrage.

- Das intressiert mich primär deshalb, da sämtliche Münzen, die ich bisher unterm Mikroskop untersucht habe, kleine Krater aufweisen, und jetzt will ich herausfinden, weshalb. Eine chemische Reinigung schließe ich aus, da auch Bankfrische Münzen, sowohl Stgl als auch PP, diese aufweisen.
bionicdragon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09-05-2006, 16:50   #2 (permalink)
 
Die Gestalltung und Herstellung vom Werkzeug

Als erstes wir ein großes Plastilinmodell der Münze erstellt.
Anschließend wird eine Negativform gegossen. Mit einer CNC-gesteuerten Reduzieranlage wird das Negativ abgetastet und in zukünftiger Münz-Größe in Stahl gefräst.



Die Ronden/Rohlinge werden aus gewalzten, hochpräzisen Edelmetallplatten gestanzt.

Goldronden
Da das exakte Rondengewicht bei Gold in tausendstel Gramm entscheidend ist, hat die Münze Österreich AG für die Feststellung und Einstellung des Gewichtes auf galvanischem Wege am Rondenumfang eigene Anlagen konstruiert und patentiert.
Vorerst wurde diese Technik ca.1986 für die Handelsgoldmünzen eingesetzt. Ab 1989 auch bei den Philharmonikern. Es werden hierbei die Ronden wie gehabt, durch walzen und stanzen hergestellt und anschließend durch Galvanik auf das exakte Gewicht gebracht.
(Quelle HP und Emailkontakt - austrian Mint)


"Diese Infos sind noch nicht sortiert, daher bitte Rücksicht"
bionicdragon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10-05-2006, 15:01   #3 (permalink)
 
[quote=bionicdragon]Die Gestalltung und Herstellung vom Werkzeug

Als erstes wir ein großes Plastilinmodell der Münze erstellt.
Anschließend wird eine Negativform gegossen.

Hallo bionicdragon,

gutes Thema ("Das Prägen von Münzen"), da sicherlich viel Geschriebenes vorliegt, aber man es erst überall suchen muß.
Eine Zusammenfassung der wesentlichen Fakten und Daten zu diesem Thema ist daher sehr angebracht.
Auch im Rahmen eines Franquinet-Seminars ist ein derartiges Resume wertvoll!!

Ich hatte mir daher auch schon kleine Notizen aus dem "Weege" (Münzfälschungen) angefertigt, darin steht ja auch einiges über Prägetechniken.

In den BWPV-Schriften "prägefrisch" findet man ebenfalls Informationen, jedoch weniger tief gehend:

"Wie die Münze entsteht" (Heft I/2004)

Auch die Vorbereitungsphasen, die schließlich zu einer neuen Gedenkmünze führen, sind behandelt ( also die Phasen vor dem von Dir erwähnten Plastilin - oder Gipsmodell,--- kurz das jahrelange Vorgeplänkel !!) :

"Das Thema finden" (Heft I/2005)... ca. dreieinhalb Jahre vor dem
Erscheinen.
"Die Ausschreibung" (Heft II/2005)... ca. 18 Monate vorher
"Der Entwurf" (Heft III/2005 ... hier sind Bildhauer, Graveure u.a. Künstler
am Werk
"Das Preisgericht" (Heft IV/2005). ...schlägt einen Entwurf zur Prägung vor

Vielleicht hat jemand vom Forum, außer Dir, noch Zugang zu weiteren Unterlagen, um Dir zu gestatten, eine Zusammenfassung zu dem Thema
"Das Prägen von Münzen" zu erstellen, um dann daraus den Münzsammler interessierende, münz-und prägespezifische Eigenschaften zu erarbeiten ,die man dann an den eigenen Exemplaren testen und erkennen kann.

Ich wünsche viel Erfolg und Unterstützung von den Forumskollegen !!
Grüße stesido00 !!!

P.S. Ich selbst habe keines der oben erwähnten "prägefrisch"-Hefte.
stesido00 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10-05-2006, 16:06   #4 (permalink)
 
Hy stesido00,

ich will die Zusammenfassung so einfach wie möglich halten und keine seitenlange Beschreibungen (ich hasse sowas )

Eigenschaften von Gold:
Zugfestigkeit: 140(Weichgold)-200(Hartgold) N/mm²
[bei 900/100 Au/Cu 270(Weichgold)-450(Hartgold) N/mm²]
Dehngrenze: 20 N/mm²
Dichte: 19,3 kg/dm³
Schmelztemperatur: 1064°C
bionicdragon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10-05-2006, 21:37   #5 (permalink)
 
wird nicht so ganz passen, aber im Deutschen Münzen magazin startet jetzt bzw. hat schon eine Serie über die herstellung von Münzen, vom Thema bis hin zur fertigen Münze begonnen.
2EuroNacker ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10-05-2006, 22:17   #6 (permalink)
 
Schau mal in die Kinderbuchabteilung.
"Was ist Was" hat ein Buch namens "Münzen und Geld" veröffentlicht.
Einfacher erklärt geht es nicht ( Tipp von meiner Geschichtslehrerin )

Gruß,
Don
Don_Carleone ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11-05-2006, 07:43   #7 (permalink)
 
@Don_Carleone

Danke, werd mal reinschaun, mal sehen, ob ich Infos rausholen kann.

Mir geht es aber um Daten. z.B. bei welcher Temperatur wird geprägt? Mit welchem Druck? Ab welchem Jahr wurde z.B. die Spindelpresse eingesetzt.

Ich will diese Daten auch nicht nur für mich sammeln. Ich kann mir vorstellen, dass dies hier einige intressieren würde.

Das ist mal die einfachste Beschreibung
bionicdragon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11-05-2006, 13:05   #8 (permalink)
 
@bionicdragon

Historische Prägeverfahren werden auch gewünscht? Dann könnte ich Dir mal eine grobe Zusammenstellung der unterschiedlichen Verfahren von der Hammerprägung bis zum Kniehebelprägewerk zukommen lassen, die ich mir für mich selbst mal zusammengegoogelt habe.

Das passt allerdings weit besser in die Rubrik "Münzen und Geschichte" als unter Goldmünzen. Die von der Antike bis heute geprägten Münzen bestehen abgesehen davon größtenteils aus anderen Metallen, bei Gold wird lediglich genauer auf das Gewicht geachtet. Die Präge-Verfahren waren/sind ansonsten die gleichen.

Evtl. wäre es sinnvoll, unter Geschichte die alten Verfahren darzustellen und das dann mit Deinem Thread zu verlinken, wo die modernen Verfahren vorgestellt werden.

Gruß Razorback
Razorback ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11-05-2006, 13:53   #9 (permalink)
 
@razorback

Danke, ja das wäre ganz intressant. Ich schick Dir meine Email.

Ich habe festgestellt, dass zwischen Prägen von Kursmünzen und Goldmünzen doch etwas mehr Differenzen bestehen. Wie das mit den "alten" Prägetechniken aussieht, weiß ich nicht.

Bei modernen Prägetechniken, werden z.B. Goldmünzen mehrmals geschlagen, sodass das Relief feiner wird. Der Prägedruck (was mich brennend intressiert, jedoch noch nichts gefunden habe) müsste ja bei Gold wesentlich geringer sein. Oben habe ich noch eine neuere Beschreibung der Münze Austria beschrieben, die die Ronden galvanisch bearbeiten.

Evtl. wäre es sinnvoll, unter Geschichte die alten Verfahren darzustellen und das dann mit Deinem Thread zu verlinken, wo die modernen Verfahren vorgestellt werden.
Wäre ne möglichkeit, jedoch für meinen Anteil fühle mich hier wohl.
Da dieses Thema umfangreicher ist, als ich dachte und die Infos nur sehr schwer zusammen zu bekommen sind, bleibe ich vorerst mal hier, um diese zusammen zu tragen. Dann kann ich je diese in "Münzen und Geschichte" kopieren oder verlinken.

Da ich mich auf Goldmünzen spezialisiere, werde ich mal mit der Zeit auch ein paar Photos von Goldmünzen einsetzen, wie z.B. Goldmünzen FAQ - Oberflächen unterm Mikroskop - nur eben spezieller.

Ich habe zwar viele Vorahnungen bzgl. des Aublaufs, jedoch keine fixen Beschreibungen.
z.B.
kalt- oder warmgepresst? Bei welcher Temperatur?
Informationen bzgl. Lufteinschlüsse beim Walzen? Walzdicke Rohmaterial?
etc. pp

(nachfolgende intressante Links habe ich nur für die Zusammenstellung eingetragen)
http://susi.e-technik.uni-ulm.de:808...b11_s0894.html
bionicdragon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11-05-2006, 23:20   #10 (permalink)
 
Passiergewicht und Maximalgewicht von Reichsgoldmünzen

(nachfolgende intressante Links habe ich nur für die Zusammenstellung eingetragen)
http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/11/seite/0894/meyers_b11_s0894.html

Hallo bionicdragon,

obiger Link von Dir bezieht sich u.a. auf Meyers Konversationslexikon.

Nimm mal Seite 896 (Münzwesen) :
Passiergewicht Maximalgewicht von 20 M, 10 M und 5 M Reichsgoldmünzen.

Das Passiergewicht ist klar, z.B für 20 M : 69,75 Münzen pro 500g Feingold sollen ausgebracht werden (Gesetz vom 4.Dez. 1871), also bei 900er Goldgehalt = 69,75 x 0,9 (500 : 555,5556) =62,775 Zwanzig-Mark-Stücke wiegen 500 g (900/1000 Gold), d.h. pro Stück also 7,965 g (500 : 62,775), entsprechend die Hälfte für 10 M Stücke, also 3,9825 g und wieder die Hälfte davon für die 5 M Stücke (1,9912 g)

Nun meine Frage: wo kommen jetzt die genannten Maximalgewichte her ??

also für 20 M : 7,9252 g und 7,9849 g
für 10 M : 3,9626 g und 3,9925 g
für 5 M : 1,9753 g und 2,0708 g
Heißt das z.B. für die 20 M Münze, dass diese ein Gewicht bis ca. 7,98 g bzw. fast 7,99 g bei Echtheit haben kann ??

Sorry, für den langen Sermon wieder, da Du ja die Kürze liebst !!
(vielleicht kann auch ein anderes Forumsmitglied sich dazu äußern !!)
Gruß stesido00
stesido00 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11-05-2006, 23:57   #11 (permalink)
 
Das Passiergewicht ist hier leider nicht kar.
Aus 500 g Feingold werden 69,75 Stück 20 M Münzen geprägt. Der Feingoldanteil beträgt dabei 7,168 g pro Münze.
Das Gewicht der Münze bei 0,900 Feingoldanteil aber 7,965 g.

Das es Münzen mit Übergewicht geben konnte ist m.W. nicht verbrieft. Das Untergewicht durfte aber bis 7,9252 g betragen. Das ist das "Passiergewicht" bis zu dem die Reichsbank abgegriffene Münzen noch zum vollen Nennwert angenommen hat, sie durften also passieren= durchgehen.
diwidat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12-05-2006, 07:58   #12 (permalink)
 
Hy zusammen,

sorry, hab aber o.g. Link noch nicht durchgearbeitet.

Was ich mir gestern überlegt habe, dass mit den "Kratern" könnte vom Beizen des Rohlings stammen. Da das Kupferoxid durch das Beizen gelöst wird, könnten diese "verunreinigungen der Oberfläche" daher stammen.
Was meint Ihr dazu?

Die habe ich bisher auf allen Münzen (ca. 40 Stück) endeckt. Das mit den chemischen Reinigungsspuren jedoch ist besser ersichtlich, da 1. die Krater großflächiger sind und sich dann meist am Rand tummeln.

Bin ja erst am Anfang. Ich will zwar eine Wissenschaft draus machen, aber nur die wichtigsten Fakten zusammenfassen worunter ich das Passiergewicht nicht zählen würde. Oba, schaun ma moi, dann seng ma scho.
bionicdragon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12-05-2006, 09:38   #13 (permalink)
 
Das Passiergewicht ist hier leider nicht kar.
Aus 500 g Feingold werden 69,75 Stück 20 M Münzen geprägt. Der Feingoldanteil beträgt dabei 7,168 g pro Münze.
Das Gewicht der Münze bei 0,900 Feingoldanteil aber 7,965 g.

Das es Münzen mit Übergewicht geben konnte ist m.W. nicht verbrieft. Das Untergewicht durfte aber bis 7,9252 g betragen. Das ist das "Passiergewicht" bis zu dem die Reichsbank abgegriffene Münzen noch zum vollen Nennwert angenommen hat, sie durften also passieren= durchgehen.
Hallo diwidat,

das Passiergewicht ist doch klar, Du sagst es selbst :

aus 500g Feingold werden 69,75 Stück (20 Mark) geprägt,
also 500 : 69,75 = 7,16846 g pro 20 Mark Münze. der Feingoldanteil in dieser Münze soll aber nur 90% sein, sodass die fertige Münze schließlich mit dem 10% Zusatz (meist Kupfer) 7,965 g (7,16846 x 100/90 = 7,96495 g) wiegt !!

Zum Passiergewicht lies doch mal www.documentarchiv.de unter 1871,
"Gesetz, betreffend die Ausprägung von Reichsgoldmünzen (4.12.1871)",
zum Maximumgewicht, den Link von bionicdragon (Meyers Konversationslexikon, Münzwesen, Seite 896)
Gruß stesido00
stesido00 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12-05-2006, 15:48   #14 (permalink)
 
Zum Passiergewicht lies doch mal www.documentarchiv.de unter 1871,
"[1] Reichsgoldmünzen, deren Gewicht um nicht mehr als fünf Tausendtheile hinter dem Normalgewicht (§. 4.) zurückbleibt (Passirgewicht), und welche nicht durch gewaltsame oder gesetzwidrige Beschädigung am Gewicht verringert sind, sollen bei allen Zahlungen als vollrichtig gelten.
[2] Reichsgoldmünzen, welche das vorgedachte Passirgewicht nicht erreichen und an Zahlungsstatt von den Reichs-, Staats-, Provinzial- oder Kommunalkassen, sowie von Geld- und Kreditanstalten und Banken angenommen worden sind, dürfen von den gedachten Kassen und Anstalten nicht wieder ausgegeben werden.
[3] Die Reichsgoldmünzen werden, wenn dieselben in Folge längerer Cirkulation und Abnutzung am Gewicht soviel eingebüßt haben, daß sie das Passirgewicht nicht mehr erreichen, für Rechnung des Reichs zum Einschmelzen eingezogen. Auch werden dergleichen abgenutzte Goldmünzen bei allen Kassen des Reichs und der Bundesstaaten stets voll zu demjenigen Werthe, zu welchem sie ausgegeben sind, angenommen werden."

Das ist doch genau das, was ich geschrieben habe.

@ Stesido ,
wozu muss man eigentlich wissen, wieviele 20-Mark-Münzen aus einem Pfund legiertem Münzmaterial gemacht werden?
In den Münzverträgen steht immer nur wieviele Münzen aus einer Gewichtseinheit (Pfund oder Mark) reinem Edelmetall geschlagen werden müssen (z.B. 30 Taler ein Pfund Fein, oder 10 eine feine Mark)
Gruß diwidat
diwidat ist offline   Mit Zitat antworten
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