Heute ist ein netter Ebay - Fund ins Haus geflattert. Es handelt sich um eine als " Gaming Token " gekaufte Imitation eines englischen Sovereigns, Typ " Shield back " , Prägeort London , mit dem jungen Kopf der Victoria, der von 1838 bis 1874 geprägt wurde.
Hier die technischen Daten:
- Gewicht : 3,33 g ( gegenüber 7,98 g eines echten vollgewichtigen Sovereigns )
- Durchmesser : 22,2 mm ( Original : 22,5 mm )
- Dicke : nicht gemessen, aber etwas dünner ale ein Original
- Haptischer Eindruck : rau, zahlreiche Gusslunker
- Der Rand ist gerippt
- vermutlich Stempelnummer 9 ( existiert für 1872 )
- Material : vermutlich Zinn, Oberfläche ist goldfarben lackiert
Folgendes lässt mich an der Deutung des Verkäufers, dies sei eine Spielmarke zweifeln :
- es gibt keine absichtlichen Abänderungen des Prägebildes,ist das nicht ein typisches Merkmal von Imitationen existierende Münzen , siehe Lauer.
- kann sich der verringerte Durchmesser durch die Gussanfertigung erklären lassen ? 0,3 mm zu wenig wären etwas über 10 %. Kommt das hin ?
- die Tatsache, dass das Stück einen Riffelrand hat, finde ich interessant. Laut englischem Münzgesetz mussten Sovereigns gerändelt sein, um ein gültiges Zahlungsmittel darzustellen ( siehe die Sovereignprägungen von 1937 ). Mit dem Riffelrand erhält diese Anfertigung etwas mehr Authentizität.
Könnte dies also wirklich eine zeitgenössische Anfetigung für den Zahlungsverkehr sein ?
- die Tatsache, dass das Stück einen Riffelrand hat, finde ich interessant. Laut englischem Münzgesetz mussten Sovereigns gerändelt sein, um ein gültiges Zahlungsmittel darzustellen ( siehe die Sovereignprägungen von 1937 ). Mit dem Riffelrand erhält diese Anfertigung etwas mehr Authentizität.
Könnte dies also wirklich eine zeitgenössische Anfetigung für den Zahlungsverkehr sein ?
Das würde ich auch eher als Hinweis für eine Fälschung im Zahlungsverkehr deuten.
Spielgeld müsste sich doch deutlicher im Münzbild/Rand vom eigentlichen Zahlungsmittel unterscheiden.
Immer und überall achtet bzw. achtete der Staat darauf, daß sich Spielgeld deutlich von gültigen Münzen unterscheidet. Zwar gibt es durchaus Spielgeld, dessen Prägebild dem von echten Münzen sehr ähnlich ist, dieses weicht aber in der Größe (Durchmesser) massiv von Original ab.
Es handelt sich entweder um eine (schlechte) Umlauf- oder eine sog. Touristenfälschung.
Nein, in der Tat. Hier mein Hanover - Token. Mir sind überdies noch andere Token bekannt, deren Gestaltung sich an existierende Münzen anlehnt, die Spade - Guinea - Imitationen beispielsweise, bei denen die Legende duch einen Sinnspruch oder einen Werbeslogan ersetzt wurde.
Das besondere an diesem Stück ist eben, dass es optisch keinen Unterschied zu einer echten Münze gibt.
Geändert von Kronerogøre (11-08-2012 um 22:30 Uhr)
Ich vergass noch zu erwähnen, dass die Sovereign - Imitation in französischer Prägung geprägt ist. Weiss zufälligerweise jemand von Euch, ob das so bei originalen Stücken diesen Jahrgangs vorkam ?
Ich vergass noch zu erwähnen, dass die Sovereign - Imitation in französischer Prägung geprägt ist. Weiss zufälligerweise jemand von Euch, ob das so bei originalen Stücken diesen Jahrgangs vorkam ?
Ich besitze einen original Half Sovereign von 1875. Er weist auch die Französische Prägung auf. Literatur habe ich leider keine darüber.
Beim zufälligen Blättern in einer älteren " Münzen und Sammeln " ( 6 / 2007 ) fand ich folgende Notiz zu den übrigens von u.a. Lauer produzierten Marken:
" ... Vielfach wurde versucht, diese Marken als Gold auszugeben. So wurde noch am 23.6.1870 in den " Münchner Neuesten Nachrichten " gewarnt : In letzter Zeit mehren sich, insbesondere auf dem Lande, die Fälle, dass wertlose Spielmarken,..., als Goldmünzen, und zwar hauptsächlich am Marktverkehre, verausgabt werden. Am häufigsten werden zu solcher Gaunerei Spielmarken benutzt, die auf der einen Seite das Bildnis der Königin Victoria vo England mit der Umschrift Victoria Regina, auf der anderen Seite einen gekrönten Reitser, unter welchem ein Drache abgebildet ist, mit der Umschrift TO HANOVER zeigen "