Ich bin momentan sehr interessiert an Münzfälschungen. Vorallem bei neuen Münzen (nicht antike). D.h. z.B. Fälschungen von Goldmünzen (Goldvrenelis) oder normalem Kursgeld (Franken/Euro). Gibt es darüber Literatur, wie man solche Münzen erkennt und welche Fälschungen bereits entdeckt wurden? Wenn möglich sollte diese Literatur aktuell sein.
Erscheinungstermin: 11.11.2005
Volker Weege Münzfälschungen
Wie Sie sich vor Fälschungen schützen. Mit über 1000 konkreten Fälschungsbeispielen
Euro, BRD, DDR, 3. Reich, Weimar, Kaiserreich, Deutsche Lande,
Ausblick USA, Welt, Antike
Vorbestellpreis bis 31.08.2005
Euro 29,70 + Versand
Bei deiner Schreibwut solltest du die Suchfunktion nicht vergessen: Hier
Tja, für michel ist es halt einfacher, sofort seine Frage zu posten, anstatt sich erstmal selbst gedanken über eine Lösungsmöglichkeit (google, Forumssuche) zu machen.
Aber er ist ja noch jung und (hoffentlich) lernfähig, er kapierts auch noch.
Ganz kann ich da mit dem Herrn Weege da nicht mit halten, ich bin ja auch kein Wiener.
Vor Jahren konnte ich den falschen Rest einer grossen Talersammlung erwerben, die in der Uni Tübingen zur Begutachtung vorgelegen hat um sie später zu verauktionieren.
Die Erben hatten mir die Stücke dann zu einem sehr annehmbaren Preis überlassen, die der Erblasser Jahrzehnte vorher von einem "Münzenhändler" zum vollen Preis erworben hatte. Die Bestimmungszettel mit den Kaufpreisen liegen mir z.T. vor.
Der Badener ist aus Kupfer geprägt und versilbert,
der Mansfelder ist eine Gussfälschung aus Antimon und der
Nürnberger eine Neuprägung, bei der der Jahrgangsstempel herausgeschliffen und die Münze gesandstrahlt wurde, um den verräterischen Glanz zu entfernen.
Davon waren bei den Gesamt 72 Stück ca. 10 Stück dabei.
Jedesmal wenn ich mir die Sammlung ansehe, kocht mir die Seele hoch. Ich weiss, EUCH kann so etwas nicht passieren, Ihr habt ja das Forum.
Ich werde hier bald berichten, wie es um dieses Buch steht:
Martin Wolfgang Trott
Chinas gelochte Münzfälschungen, Die Tricks der Fälscher in über 100 Farbabildungen:
Herstellungstechniken, Analyse, Vergleiche
ISBN 3-938785-00-4
1. Auflage 2005
Din A4, fest gebunden, 153 S
Erscheinungstermin: 11.11.2005
Volker Weege Münzfälschungen
Wie Sie sich vor Fälschungen schützen. Mit über 1000 konkreten Fälschungsbeispielen
Euro, BRD, DDR, 3. Reich, Weimar, Kaiserreich, Deutsche Lande,
Ausblick USA, Welt, Antike
Vorbestellpreis bis 31.08.2005
Euro 29,70 + Versand
Danke hegele. Das Buch kann ich mir ja zum Geburtstag schenken lassen. (15.11)
Ich bin jedenfalls sehr dankbar, wenn mir jemand Fälschungen verkaufen will. (Natürlich offen deklariert)
Ich habe letzthin eine Fälschung von einem Goldvreneli auf Ebay gekauft, welches auch als solches deklariert war. Goldvrenelis werden ja zum Goldpreis gehandelt. Für dieses Vreneli habe ich aber die dreifache Summe gezahlt. Es hat das originale Gewicht und die richtige Grösse (die Legierung 900/000 stimmt also). Das einzige Problem bei diesem Vreneli ist (ausser des nicht exakten Randes und andere Details), dass es die Jahrzahl 1919 trägt. (Wahrscheinlich war das 19 zu verdoppeln sehr einfach.) 1919 hat aber die schweizerische Münzstätte kein einziges Vreneli geprägt. Das Jahr ist also absolut verräterisch.
Heute wo Vrenelis zum Goldpreis gehandelt werden, macht eine echte Goldfälschung ja gar keinen Sinn mehr. Damals konnte man damit aber tatsächlich noch Geld machen.
Fälschungen gibt es ja seit es Münzen gibt. Und deshalb finde ich das ein sehr interessantes numismatisches Thema.
Natürlich interessieren mich auch Fälschungen, die gemacht werden um Numismatiker zu täuschen. Z.B. indem man wertvolle Stücke von seltenen Jahrgängen fälscht um den höheren Sammlerwert zu bekommen. Einerseits ist der Besitz solcher Münzen sehr lehrreich, um das eigene Auge und Bewusstsein zu schulen. Andererseits ist dies wohl ein weiterer Ast numismatischer Geschichte, dass auch solche Fälschungen auf einmal (auf Ebay und sonstwo) auftauchen.
Was die Vrenelis mit Jahreszahlen (bzw. Praegungen) angeht, wo offiziell nie Vrenelis verausgabt worden sind habe ich jetzt mal gehoert, es handelt sich um Medaillien - Praegungen und sind in dem Sinne keine "richtigen" Faelschungen, sondern soll sogarlegal gewesen sein. Weiss jemand mehr darueber?
Plausibel waere es ja schon, denn wer faelscht Gold Vrenelis in (scheinbarer) Perfektion (Groesse, Gewicht stimmen ueberein) und leistet sich solche Patzer in der Jahresangabe?
Das gilt aber meistens nur fuer die Massenjahrgaenge mit Millionen - Auflagen, vornehmlich 1922, 1927, 1930, 1935 L, 1947 und 1949.
1935LB und vor allem die ersten Jahrgaenge, bekommt man nicht immer zum Goldpreis. Wobei die Erhaltung dabei eine Rolle spielt.
Jahrgang 1926 bekommt man in keinem Fall zum Goldpreis, habe ich bisher noch nie fuer unter 100 Euro gesehen, auch nicht bei Ebay.
1935LB und vor allem die ersten Jahrgaenge, bekommt man nicht immer zum Goldpreis. Wobei die Erhaltung dabei eine Rolle spielt.
Korrektur: 1935LB sollte man schon zum Goldpreis bekommen (natürlich abgesehen von stempelglanz oder Erstabschlägen - aber das ist ja hier nicht so das Thema, und da bekommt man kein einziges Vreneli zum Goldpreis), 1935 ohne L ist teurer.
Das gilt aber meistens nur fuer die Massenjahrgaenge mit Millionen - Auflagen, vornehmlich 1922, 1927, 1930, 1935 L, 1947 und 1949.
Ja, genau diese Jahrgänge habe ich gemeint. Diese werden ja (immernoch) von den Banken in den Filialen (zum Goldpreis) angeboten.
Es kann ja nicht sein, dass jemand eine Goldvreneli mit Jahrgang 1919 herstellt und erwartet, dass dies nun aufgrund seiner Seltenheit ein hoher Sammlerwert erreicht. Dass es eine Fälschung ist, ist nämlich ja dann offensichtlich!
es gibt praktisch von allen Jahrgängen Fälschungen.
Das Gewicht stimmt zwar, der Goldgehalt aber nicht.
Mir ist das Stück von 1919 gut bekannt, mit 200,-
ist es aber deutlich überbezahlt!
Meine Stücke habe ich alle zwischen 60 und 70 Euro
erworben. Die meisten nicht deklariert, weil die Verkäufer
das gar nicht wussten.
Die Stücke wurden überwiegend nach dem Krieg hergestellt.
Der Fälscher gewinnt dabei nur dann, wenn er weniger Gold
einsetzt. Die Mehrzahl wurde aus 585'er gefertigt. Es gibt
auch Stücke in 333'er (die sind aber zu leicht) und solche
aus Zahngold (Gehalt sehr unterschiedlich).
Angefertigt wurden die Jahrgänge, weil die Fälscher Ihrer
Zeit vorraus waren. Bis 1916 wurden die Stücke in grosser
Stückzahl verausgabt. Sehr viele Fälschungen datieren auf
1917 und 1919. Das ist beim 5Fr. von 1991 wieder passiert.
Die Fälschung war im Umlauf lange bevor ein echtes Stück
ausgegeben wurde. Fiel natürlich überhaupt nicht auf :-)
So kommt es, daß 5Fr. 1991 gar nicht ausgegeben wurde
und Dank der Fälscher eine grosse Seltenheit wurde.
Die Juweliers-Prägungen (für Kettchen u.ä.) haben einen
glatten Rand und waren in der Schweiz nie erlaubt.
Überwiegend sind diese aus 750'er gefertigt. Da hier auch
die Materialstärke annähernd stimmt sind Sie zu leicht.
Diese Stücke haben aber ein perfektes Prägebild was man von
den gängigen Umlauf-Fälschungen nicht sagen kann. Das Relief
dieser Stücke ist zu flach.
Das Buch "Münzfälschungen" von Volker Weege ist mit etwas Verspätung erschienen. Da ich es auch online bestellt, jedoch noch nicht erhalten habe, würde mich interessieren, ob andere Interssenten (Besteller) ihre Lieferung bereits entgegennehmen konnten.
Bis jetzt wurde über eine erfolgte Auslieferung noch nicht berichtet.
Gibt es Erkenntnisse, ob die Auslieferung noch in diesem Jahr erfolgen wird? Meine direkte Anfrage beim Money-Trend Verlag vor ca. 14 Tagen ergab, dass die Exemplare die entsprechende Druckerei bereits verlassen haben!
Was die Vrenelis mit Jahreszahlen (bzw. Praegungen) angeht, wo offiziell nie Vrenelis verausgabt worden sind habe ich jetzt mal gehoert, es handelt sich um Medaillien - Praegungen und sind in dem Sinne keine "richtigen" Faelschungen, sondern soll sogarlegal gewesen sein. Weiss jemand mehr darueber?
Plausibel waere es ja schon, denn wer faelscht Gold Vrenelis in (scheinbarer) Perfektion (Groesse, Gewicht stimmen ueberein) und leistet sich solche Patzer in der Jahresangabe?
Gruss Impaler
Ich hab in diesem Zusammenhang vor langer Zeit mal eine Beitrag über Britsche Sovereigns gepostet. Da kann man sich ja mal eine Meinung bilden wie kompliziert das rechtlich sein kann. Jeder Staat hat da so seine eigene Aufassung. Hier ist die auszugsweise Kopie des Beitrages davon:
Fälscher oder Geschäftsmann ?
Nachdem Britannien 1931 den Goldstandard wieder abschaffte war der Gebrauch von Sovereigns in Grossbritannien illegal. Dies führte zu einem seltsamen Gerichtsverfahren gegen Jose Beraha Zdravko. Geboren am 14. Dezember 1907 in Skopie, Jugoslawien ..... bla, bla, bla...Lebenslauf.... bla, bla, bla .......
Italien und alle anderen suchten Gold - speziell den bewährten Sovereign. Beraha studierte die Geschichte des Sovereign und stellte fest, das er letzmalig 1917 für den Umlauf ausgegeben wurde. Sein Wert war damals 1 Pound was $4,86 entsprach. Ein Sovereign hatte fast eine 1/4 Unze Feingold, der offizielle Weltmarktpreis für die Unze lag bei $35, so dass sein Goldwert bei $8,75 lag. Inoffiziell wurde er zwischen $14 und $28 in den lokalen Währungen gehandelt.
Beraha folgerte, nachdem sich GB vom Goldstandard wieder abwandte, war der Sovereign kein offizielles Zahlungsmittel mehr in GB. Er konsultierte Rechtsanwälte in GB, CH und Italien; sie stimmten alle mit ihm überein - Der Britische Sovereign wurde zu einer internationalen Handlesmünze.
1946 kaufte Beraha eine Fabrik in Via Andrea Doria und bezahlte einem Graveur in Mailand $100 für ein Paar Sovereign-Prägestempel. Beraha wollte Sovereigns prägen die besser als die der Royalmint waren, weshalb er mehr Gold nahm. Statt 136,5 Sovereigns aus einem Kilo Gold wie die Royalmint stellte er nur 135 daraus her. Sie wurden alle auf 1926 datiert, einem Jahr in dem die Royalmint nicht prägte. Er machte mit den Münzen die er vornehmlich in China, Indien, Nordafrika und Arabien verkaufte pro Kilo Gold einen Profit von $700.
Nachdem er zwei Millionen Dollar gemacht hatte, beschloss er 1951 nach Lugano (CH) zurückzukehren. Im November dieses Jahres fand die Britische Regierung endlich die Quelle dieser Sovereigns und brachte die italienische Polizei dazu Via Andrea Doria zu stürmen und Beraha aus der Schweiz ausliefern zu lassen, obwohl Beraha kein Verbrechen begangen hatte. ......... Jetzt kommt sein Gang durch die Justitz......
Zusammenfasung über den Schluss: Nach einigen Monaten Untersuchungshaft wurde Beraha am 18.11.1953 von einem Mailänder Gericht freigesprochen
Jetzt wisst ihr also, das ein Sovereign von 1926 eigentlich gar keiner ist.
Nachtrag:
In den Kolonien wurde 1926 schon geprägt. Sovereigns mit den Münzzeichen (M)elbourne, (P)earth, (S)idney und SA (Pretoria Südafrika) sind schon welche. Nur die 1926er ohne Münzzeichen (London) sind diese Privatprägungen.