beim durchstöbern des Internets bin ich auf Münzen des Königreichs Belgiens gestoßen mit den Jägernummern 608-611. Was mich verwundert ist die Tatsache, dass diese nicht im Jäger (21. Auflage) aufgeführt sind. Bei mir gehen die Nebengebiete mit dem Oberbefehlshaber Ost los dann dem kommt das geplante Königreich Polen (604-607 Z) und danach kommt sofort das Notgeld der Stadt Gent (612a-617II).
Kann das jemand von euch bestätigen?
Vielen Dank und liebe Grüße
Harald
Geändert von haraldd105 (01-06-2010 um 14:08 Uhr)
Grund: Verbesserung
In der 19. Auflage des Jaegers fehlen die o.g. Nr. auch. Ich habe jedoch noch eine Ausgabe der 11. überarbeiteten Auflage von 1976 (man soll ja nie etwas wegwerfen), in dem diese Münzen noch aufgeführt sind.
Es handelt sich um Königreich Belgien
J608 - 5 Cent(imes) 1915 und 1916
J609 - 10 Cent(imes) 1915, 1916 und 1917
J610 - 25 Cent(imes) 1915, 1916, 1917 und 1918
J611 - 50 Cent(imes) 1918
Alle Münzen sind aus Zink, rund und mit glattem Rand. Auf Wunsch kann ich morgen mal den gesamten Text und Auflagezahlen hier einstellen.
Warum diese Nummern im aktuellen Jaeger nicht mehr enthalten sind, ist mir allerdings auch schleierhaft. Im Katalogteil der Zeitschrift Münzen&Sammeln sind diese unter den entsprechenden Jaeger-Nr. allerdings aufgelistet !
Mit Ausnahme von einem kleinen Teil von Flandern war Belgien 1914 bis 1918 von Deutschland besetzt. Mit den deutschen Generalgouverneuren v.d. Soltz, v. Bissing und v. Falkenhausen arbeitete ein Teil der Flamen (Rat von Flandern) zusammen. Am 7.8.1918 wurde die Prägung von Scheidemünzen aus Zink (Zinc de commerce) angeordnet. Diese in Brüssel geprägten Münzen wurden durch königlichen Erlaß vom 13.8.1922 außer Kurs gesetzt. Im Versailler Vertrag von 1919 erhielt Belgien das Grenzgebiet Eupen-Malmedy.
Günther Pusback hat in der 13. Auflage zum Jägerkatalog entschieden, Münzen, die zwar unter deutscher Besatzung geprägt wurden, jedoch dem Währungssystem des besetzten Landes zuzuordnen sind, nicht im 'deutschen' Standardwerk aufgeführt werden. Zitat: "Die bisher katalogisierten Münzen (Nr. 608-611), Notmünzen von Gent (612a - 616) und die Wohltätigkeitsprägungen (617 I und II) stellen keine deutschen Münzen dar, sondern gehören zum gleichen belgischen Münzsystem. Sie werden künftig nicht mehr aufgenommen".
Böhmen und Mähren sowie das Generalgouvernement wurden beibehalten, da diese dem deutschen Reich eingegliedert wurden.