angeregt von dem (fast) gleichnamigen Thread zum Thema Münzen, möchte ich dasselbe Thema in der Rubrik Medaillen starten.
Ich hoffe, dass wir die Medaillenecke damit ein wenig beleben können.
Der Begriff Medaille wird hier im Forum (meist abwertend) für Alles verwendet, was kein Nominal trägt und daher nicht zu den Münzen gerechnet werden kann.
Aus dieser "Schmuddelecke" gilt es herauszukommen. Die Vorteile von Medaillen liegen auf der Hand: die Künstler / Medailleure können sich frei entfalten, ohne durch enge Vorgaben der Ausgabeländer und Anforderungen der maschinellen Massenproduktion und Umlauffähigkeit (flaches Relief, Vorgabe von Themen und Inhalten) eingebremst zu werden. Abseits der Kommerzprägungen mit Wertsteigerungspotential (die auch ganz bewusst münzähnlich sein wollen) gibt es da ganz kreative und spannende Sachen. Aber auch Massenprägungen können einen ganz besonderen Reiz haben und künstlerisch ansprechend sein.
Ich wünsche mir, dass Ihr rege postet und viele interessante Medaillen in diesem Thread zusammenkommen.
Den Anfang mache ich mit einer kleinen Preismedaille, die ich derzeit auch als Benutzerbild führe. Mir gefallen allgemein Porträtgestaltungen aus der Zeit des Jugendstils / Art Deco. Dieser klassische Lockenkopf jedenfalls hat es mir angetan.
Die unsignierte kleine Medaille misst 39,5 mm und wurde in der privaten Münzprägeanstalt Oertel in Berlin geprägt. Die Rückseite gibt an, zu welchem Wettkampf sie ausgegeben wurde. Gekostet hat sie lediglich ein paar Euro (wie so oft - außer mir wollte sie keiner haben... ).
WOW Marcus, sehr bekannt, Glückwunsch zu dem Stück... sowas ist genau das , was ich auch mal besitzen möchte,
Leider gibt es auch noch viele andere Sachen auf meiner Wunschliste und mehr als 24 Std. am Tag arbeiten darf ich nicht...
Ich stelle mal eine nicht so gut erhaltene Silbermedaille von Ulm ein:
auf die Rückeroberung der Stadt durch den kaiserlichen Generalfeldmarschall Hans Carl Freiherr von Thüngen
Nau 207
Vs.: HANS CARL. L.B. DE THÜNGEN. S. C. M. GEN. CAMP. MARESCH
Gepanzertes Brustbild im Dreiviertelprofil nach links mit langen Haaren und einem Pflaster auf dem rechten Auge; auf der Brust der preussische Weiße-Adler-Orden.
Rs: ADSERTORI LIBERTATIS
Der Marschall in römischer Feldherrnkleidung und einem Wurfspieß in der Linken wird von einem Genius bekränzt und reicht der Stadtgöttin die Hand, die mit der Linken einen mit Eichenkranz umwundenen Schild hält mit der Aufschrift OB/CIV./SerV;
im Abschnitt ULMA GALL. EREPT./D. 13. SEPT. 1704., darunter Signatur GH (=Georg Hautsch/Nürnberg)
silberne Prämienmedaille von Wagner des landwirtschaftlichen Vereins (von 1826 - 1836).
Jugendlicher Kopf des Königs (Wilhelm I.)nach rechts / In einem äußeren Kreis verschiedene Haus und Nutztiere, getrennt durch stilisierte Rebstöcke, innen ein Füllhorn zwischen Sichel und Sense. KR 119, Ebner 405, Slg. Wurster 777, Kaiser S. 25 Nr. 4
Bronzemedaille 1841, von Brandt. Auf sein 25. Regierungsjubiläum. Kopf nach links / Gekrönte Säule mit aufgesetztem W zwischen Clio und der personifizierten Württemberg. Klein/Raff 140 b, Slg. Wurster 767. 41,5 mm.
Hallo es gibt keine stinknormalen Medaillen jede Medaille hat ihre eigene Geschichte
Gruß Rudi
fficeffice" />>Leider in einer sehr schlechten Erhaltung>>
>>Medaille Arthur von Weinberg,
11.8.1860 in Frankfurt geboren >>
1878 Abitur an der Musterschule
Chemiestudium in Strassburg und München
1882 Promotion bei Adolf von Baeyer
1883 Forschungsleiter der familieneigenen Cassella Farbwerke Mainkur
1908 erblicher preussischer Adel
1914 Frontdienst als Major der Reserve (Eisernes Kreuz 1. und 2. Klasse), später Abordnung ins Kriegsministerium (Chemiereferat)>>
1933 aus dem Kuratorium der Universität entfernt
1937 als Vorstandsmitglied der I.G. Farben entlassen
1942 nach Theresienstadt deportiert >>
20.3.1943 Tod in Theresienstadt>>
>
Und gleich zu Beginn werden richtige Schätze gezeigt. Vielleicht sollten wir einen parallelen Thread eröffnen unter dem Motto "die besondere Medaille" oder so ähnlich.
@Rudi: na, da haben wir ja eine "spätere" Medaille von Arnold Hartig (siehe Thread zu seinen Lebensdaten).
@Alfons: eindrucksvolle klassische Medaillen aus dem östlichen Teil unseres Bundeslandes! Das Revers der Prämienmedaille finde ich sehr gelungen.
das Interessante an solchen thematischen Medaillen, wie Du sie hier zeigst, ist, dass man unterschiedlichste Stücke aus verschiedenen Materialien und Stilrichtungen in seine Sammlung bekommt.
Eine Biskuit-Porzellan-Medaille mit einer ansprechenden Personendarstellung suche ich immer noch (da wurde in den letzten Jahrzehnten mehr Wert auf Masse denn auf Klasse gelegt).
Hier nun eine weitere Medaille aus dem "low-budget" Bereich von mir, die ich einen Tag nach der in Post 1 gezeigten erhalten habe. Es handelt sich ebenfalls um eine Sportmedaille aus den zwanziger Jahren, wie Ihr unschwer erkennen könnt. Ein heroisiertes Portrait nach links - ganz im Geschmack der Zeit gestaltet. Der "Sieger" ist mit einem Eichenkranz begränzt; den Lorbeerkranz finden wir auf der Rückseite. Laut der Gravierung wurde die Medaille 1924 ausgegeben. Sie besteht übrigens aus versilberter Bronze, misst 45mm im Durchmesser und wiegt 35,96 Gramm.
Bevor Ihr noch meint, ich stehe nur auf solche Siegermedaillen, werde ich Euch (sofern der Postbote meine ebay-Fänge kommende Woche bringt) ein paar andere Stücke zeigen.
Heute ist das Hochzeitspaar Joseph und Marianne Fischhof bei mir eingetroffen. Medaille des österreichischen Medailleurs Franz Xaver Pawlik (1865-1906) aus dem Jahr 1899 auf die Vermählung der Beiden.
Die Medaille ist aus Silber, misst 33 mm im Durchmesser und wiegt 20,9 Gramm.
So - jetzt werden sich die Beiden in einer Schublade meines Medaillenschrankes zur Hochzeitsnacht zurückziehen.