Es gibt mal wieder im Dresdener Münzkabinett eine Sonderausstellung:
"Medaillen-Schau im Münzkabinett
Dresden. Der deutschen Kunstmedaille der Gegenwart widmet das Münzkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bis zum 31. Oktober eine Sonderausstellung. Ab Sonnabend werden etwa 150 Arbeiten von mehr als 50 Künstlern aus ganz Deutschland gezeigt, „auch noch gusswarme oder prägefrische Werke“, sagte Direktor Rainer Grund am Freitag.
Die Leihgaben stammen von den Künstlern, aus eigenem Bestand und anderen Museen sowie aus Privatbesitz. Laut Grund wird das ganze Spektrum des Genres präsentiert, von Porträt- über Architektur-, Tauf- oder Geschichtsmedaillen.
Thematisch dominierten gesellschaftliche und Sozialkritik. Dabei reiche das Spektrum vom Irakkrieg über Kinderarmut bis zum Missbrauch in der katholischen Kirche oder den Raubbau an der Natur. Medaillen wie „Tsunami“ oder „Heißes Eisen“ zum Umgang mit der Kernkraft aus früheren Jahren erhielten angesichts der Ereignisse in Japan nun neue Aktualität, sagte Grund.
Die Schau wurde für zwei Weltausstellungen der Internationalen Gesellschaft für Medaillenkunst konzipiert und erweitert. Sie soll das Bewusstsein für die in der Renaissance begründete Kunstgattung stärken. „Sie hat gegenüber der Malerei, Grafik und Plastik manchmal eine etwas verlorene Position, denn Medaillen machen viel Arbeit, der kommerzielle Gewinn aber ist nicht sehr groß“, sagte Grund. Dabei war die multiple Kunstform früher im Vorteil, Fürsten und Adlige gaben Medaillen zur Repräsentation und als Geschenk in Auftrag. „Sie waren die noble Form der Visitenkarte.“ (dpa) "
Quelle: sz-online.de vom 25.03.2011
Sächsische Zeitung [online] - Kultur: Medaillen-Schau im Münzkabinett