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Medaillen Alles zum Thema Medaillen

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Alt 11-04-2011, 10:44   #1 (permalink)
 
Schaukasten: Die besondere Medaille

Hallo Zusammen,

der Thread zur Vorstellung der Neuerwerbungen hat erfreulicherweise guten Anklang gefunden. Mit diesem Thread möchte ich nun eine Möglichkeit schaffen, auch ältere Stücke aus dem Sammlungsbestand im Forum vorzustellen.

Der Begriff "besondere Medaille" soll nicht zu eng ausgelegt werden. Zeigt einfach Medaillen, zu denen oder deren Thema Ihr eine besondere Beziehung habt, die Euch einfach nur gut gefallen oder mit denen Ihr eine besondere Geschichte verbindet.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr nicht nur Bilder einstellt, sondern uns ein wenig über das "Besondere" an dem Gezeigten schreibt.

Anfangen möchte ich mit zwei unspektakulären Medaillen, die ich 2009 von einem Besuch bei Herrn Victor Huster in Baden Baden mitgebracht habe. Von dem Besuch hatte ich damals einen Bericht eingestellt, den Ihr hier nachlesen könnt.

Nach der Werkstattführung hatte uns Herr Huster etliche Tableaus mit seinen bekannten, zumeist recht großformatig gestalteten Werken gezeigt. Besonders ins Auge gefallen ist mir jedoch eine nur 29mm große Silbermedaille, die Herr Huster im Jahr 1992 auf seine (damals) kleine Tochter geprägt hat. Von der eher zu privaten Zwecken hergestellten Medaille lagen zwei versteckt in seiner Schublade, die er uns dann (nach gutem Zureden) verkauft hat (die Medaillen, nicht die Schublade).

Dann erhielt ich von ihm eine Medaille seines Sohnes, Vincent Huster, aus dem Jahr 2002 geschenkt. Der Dreikäsehoch wollte auch mal wie sein Vater "Medaillen machen" und durfte sich an einem Gipsmodell versuchen. Offenbar war der Kleine der Meinung, in Europa müsse anstatt des Euros der Hipo eingeführt werden. Eine Straßburgfahrt wurde ebenfalls verewigt. Herr Huster hat von dem Entwurf ein paar Stücke geprägt und (zumindest an mich) verschenkt. Meines war das letzte Exemplar, das er noch da hatte. Das Stück hat einen Durchmesser von 34mm.

Aufmerksamen Forumslesern ist die Medaille bekannt - DIWIDAT hat damit vor Jahren die Mitforumler vor eine unlösbare bestimmungstechnische Aufgabe gestellt.......
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B555andi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11-04-2011, 18:10   #2 (permalink)
 
Ja, ich erinenre mich an den Bericht von Eurem Besuch.

Auch die folgenden Münchner Medaillen von mir dürften hier bekannt sein.
Mir gefällt einfach das Motiv, weil der Galeriehof München, der Innenhof der alten Münze, so toll perspektivisch dargestellt ist.
Ich habe die Medaille in Feinsilber und in Bronze, wobei beide nicht ganz gleich sind. Bei der bronzenen fehlen die Dachgauben, die bei der silbernen zu sehen sind.

Ein Bild vom Galeriehof aus Wikipedia habe ich auch angehängt.

Datei:Alte Münze (München).jpg

Alte Münze (München)
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Geändert von hegele (11-04-2011 um 21:28 Uhr)
hegele ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11-04-2011, 21:09   #3 (permalink)
 
Mit so feinen Geschichten kann ich natürlich nicht aufwarten. Aber meine Lieblingsmedaille aus meiner
Frankfurtsammlung möchte ich nun trotzdem abbilden.
Es handelt sich um nichts wertvolles. Da ich aber die Frankfurter Geschichte sehr unterhaltsam und
spannend finde, gehören die Scharmützel mit den Franzosen natürlich dazu. Abgerückt sind sie erst nach
Zahlung von ordentlich Lösegeld, da gibt es auch sehr schöne eigens dafür geprägte Kontributions-
münzen in Gold und Silber.

Man sieht auf der Medaille, wie die französischen Kanonenkugeln von Sachsenhausen (südliches Frankfurt) über den Main
in Richtung Innenstadt fliegen. Einige dieser Kanonenkugeln kann man noch heute im Historischen Museum
bewundern. Ist einen (mehrfachen) Besuch wert.

Auch interessant ist der (noch) rundliche Turm des Frankfurter Doms, der erst nach dem großen Dombrand
in einen spitzen Turm umgebaut wurde, so wie man ihn heute kennt.


Grüße

Frankfurtmartin
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Euromartin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12-04-2011, 13:29   #4 (permalink)
 
@Alfons: die Medaille hattest Du doch eine Zeitlang mal als Avatar, wenn ich mich nicht irre?

@xxxMartin:

Schönes Stück! Mit dem "Unterhaltungswert" der Frankfurter Geschichte hast Du sicher recht. Da gibt es einige interessante Medaillen. Vielleicht zeigst Du uns noch weitere Stücke?
B555andi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14-04-2011, 08:35   #5 (permalink)
 
Eine weitere Medaille, die eine besondere Bedeutung für mich hat:

Die Medaille stammt aus dem Jahr 1932 und ist dem 75jährigen Bestehen der Firma Wolff & Sohn (Parfümerie- und Toilettenseifenfabrik) in Karlsruhe gewidmet. Sie wurde von der Kunstprägeanstalt B.H. Mayer in Pforzheim aus Bronze hergestellt und wiegt ca. 57 Gramm bei einem Durchmesser von 50,5 mm.

Dargestellt ist einer der Firmengründer, Friedrich Wolff (er war der "Sohn"). In der Straße, die nach ihm benannt wurde, habe ich meine Kindheit verbracht (meine Eltern wohnen immer noch dort).

Als Kind hatte ich immer gedacht, der Straßennamen beziehe sich auf den Begründer der Wolff-Bierbrauerei in Karlsruhe - und nicht auf einen Parfümfabrikanten...

Die Firma Wolff & Sohn wurde 1857 gegründet und war Ende des 19. Jahrhunderts mit 1000 Beschäftigten das größte Unternehmen dieser Art in Deutschland. Der Markenname Kaloderma war/ist weltbekannt. Wolff & Sohn wurde 1973 von der Firma Schwarzkopf übernommen, die bereits 1974 das Werk in Karlsruhe stillgelegt hat. Seither nutzt die Polizei das ehemalige Firmengelände.

Friedrich Wolff war im Jubiläumsjahr 1932 bereits seit 12 Jahren tot (1833 bis 1920). Das Porträt auf der Medaille muss also (wenn es nicht nach einer Fotografie sondern "am lebenden Objekt" gestaltet wurde) früher entstanden sein.

Ein Medailleur ist nicht verzeichnet. Ein Nachfolgebetrieb der Kunstprägeanstalt B.H. Mayer in Pforzheim existiert zwar heute noch - das Firmenarchiv ist jedoch bei den schweren Bombenangriffen im 2. Weltkrieg komplett zerstört worden.

Anfang des 20. Jahrhunderts war in Karlsruhe jedoch ein Medailleur tätig, der viele Karlsruher Persönlichkeiten porträtiert hat und auch für B.H. Mayer tätig war. Es handelt sich um Professor Rudolf Mayer (1846 bis 1916), von dem es eine Plakette aus dem Jahr 1907 auf Friedrich Wolff gibt, deren Porträt dem auf meiner Medaille sehr ähnlich sieht, aber einen vermutlich etwas jüngeren Herrn Wolff zeigt. Wer letztendlich für das Porträt verantwortlich zeichnet, muss offen bleiben - für mich spricht jedoch vieles für Rudolf Mayer.
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B555andi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14-04-2011, 21:44   #6 (permalink)
 
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Der Markenname Kaloderma war/ist weltbekannt. Wolff & Sohn wurde 1973 von der Firma Schwarzkopf übernommen, die bereits 1974 das Werk in Karlsruhe stillgelegt hat.
Vor ein paar Jahrzehnten, als die deutsche Wirtschaft anfing zu boomen,
hatte Wolff u. Sohn Geld für Werbung über und hat im Karlsruher Hauptbahnhof große Schilder mit dem Wort "KALODERMA" aufhängen lassen - und zwar in gleicher Größe und Aufmachung wie die Bahnhofsschilder mit dem Stadtnamen - immer im Wechsel -> KALODERME - KARLSRUHE - KALODERMA - KARLSRUHE - etc.

Als die ersten Gastarbeiter aus Italien bei uns eintrafen hatte einer von ihnen ein unvergessliches Erlebnis. Mit dem Zug aus Richtung Offenburg kommend wollte er nach Karlsruhe - er stieg aber nicht aus, sondern fuhr bis Mannheim weiter. Da sagte man ihm, dass er an Karlsruhe vorbei gefahren wäre und er zurück fahren soll.
Der Mann landete wieder in Offenburg und wurde zurück geschickt.
Bei seiner nächsten Ankunft im Mannheim beschimpfte ihn der Schaffner daß er zu blöd wär und nach Italien zurück kehren sollte.
Da werte sich der Mann und sagte - da nix karlsruha - da immer nur kaloderme und ich nix wollen nach kaloderma.

Der arme Kerl hatte die Bahnhofsschilder "Karlsruhe" vor lauter Kaloderma nicht gesehen.

Gruß diwidat
diwidat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15-04-2011, 05:55   #7 (permalink)
 
[QUOTE=Euromartin;711292]
Auch interessant ist der (noch) rundliche Turm des Frankfurter Doms, der erst nach dem großen Dombrand
in einen spitzen Turm umgebaut wurde, so wie man ihn heute kennt.

/QUOTE]

...und nun ein Überbleibsel des großen Brandes. Die Kirchenglocken sind im Verlaufe der Katastrophe
alle heruntergepurzelt. Zum Wiederaufbau wurden Spenden gesammelt. So wurden die Glockenreste alle
eingeschmolzen und zu Medaillen umgeformt, die dann an die Bevölkerung verkauft wurden.
Geschäftemacher sind dann auf den Zug aufgespungen. Zeitzeugen berichten, daß das Gewicht aller
Spendenmedaillen in etwa das fünffache des ursprünglichen Glockengewichtes ausgemacht haben sollen.

Grüße

Euromartin
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Euromartin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15-04-2011, 07:54   #8 (permalink)
 
Hallo Dieter,

köstliche Geschichte!
B555andi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19-04-2011, 09:24   #9 (permalink)
 
Hier eine Medaille, die für mich ihre besondere Bedeutung dadurch hat, dass sie mir selbst verliehen wurde.

Zum Hintergrund:

Mitte der 90er Jahre haben die US-Streitkräfte ihre Kasernen in Karlsruhe aufgegeben. Ich selbst bin übrigens ganz in der Nähe der „Ami-Siedlung“ aufgewachsen und kann mich noch gut an die großen Ami-Schlitten erinnern, die sich durch die zu engen Straßen unseres Stadtteils gezwängt haben.

Seit Ende der 80er Jahre habe ich aktiv American Football gespielt und war auch mehrere Jahre Vorstand des Vereines. Wir hatten vielfältige Kontakte zu amerikanischen Soldaten, die als Spieler und Trainer bei uns im Verein tätig waren.

Zum Abschied der Amerikaner haben wir 1995 ein großes Footballspiel auf dem Sportplatz der Kaserne organisiert. Da die Streitkräfte in Karlsruhe kein (Kontakt)-Team unterhalten durften, haben wir und ein weiteres deutsches Team das Spiel bestritten, welches von den Amis wie ein Volksfest zum Abschied aufgezogen worden war.

Am Ende des Tages wurde die Vorstandschaft ins Offizierskasino zu einem Empfang eingeladen. In diesem Zusammenhang bekam ich vom Kommandeur die unten angehängte Medaille (Commanders coin of Excellence) überreicht.

Kurz darauf waren die Amerikaner abgezogen, die „Ami-Siedlung“ glich einer Geisterstadt. Auf dem Sportplatz hat sich ein Industriegebiet breit gemacht. Das Offizierskasino wurde abgebrochen und ein Pflegeheim auf dem Gelände errichtet. Unser Verein, der die Ausfälle an amerikanischen Spielern nicht kompensieren konnte, stieg ein paar Jahre später in die 2. Bundesliga ab....

Die Medaille hat übrigens einen Durchmesser von 40mm bei einem Gewicht von 25,37 Gramm. Man sieht das Stadtwappen von Karlsruhe, dahinter Pyramide und Schlossturm.
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B555andi ist offline   Mit Zitat antworten
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