Eine weitere Medaille, die eine besondere Bedeutung für mich hat:
Die Medaille stammt aus dem Jahr 1932 und ist dem 75jährigen Bestehen der Firma Wolff & Sohn (Parfümerie- und Toilettenseifenfabrik) in Karlsruhe gewidmet. Sie wurde von der Kunstprägeanstalt B.H. Mayer in Pforzheim aus Bronze hergestellt und wiegt ca. 57 Gramm bei einem Durchmesser von 50,5 mm.
Dargestellt ist einer der Firmengründer, Friedrich Wolff (er war der "Sohn"). In der Straße, die nach ihm benannt wurde, habe ich meine Kindheit verbracht (meine Eltern wohnen immer noch dort).
Als Kind hatte ich immer gedacht, der Straßennamen beziehe sich auf den Begründer der Wolff-Bierbrauerei in Karlsruhe - und nicht auf einen Parfümfabrikanten...
Die Firma Wolff & Sohn wurde 1857 gegründet und war Ende des 19. Jahrhunderts mit 1000 Beschäftigten das größte Unternehmen dieser Art in Deutschland. Der Markenname Kaloderma war/ist weltbekannt. Wolff & Sohn wurde 1973 von der Firma Schwarzkopf übernommen, die bereits 1974 das Werk in Karlsruhe stillgelegt hat. Seither nutzt die Polizei das ehemalige Firmengelände.
Friedrich Wolff war im Jubiläumsjahr 1932 bereits seit 12 Jahren tot (1833 bis 1920). Das Porträt auf der Medaille muss also (wenn es nicht nach einer Fotografie sondern "am lebenden Objekt" gestaltet wurde) früher entstanden sein.
Ein Medailleur ist nicht verzeichnet. Ein Nachfolgebetrieb der Kunstprägeanstalt B.H. Mayer in Pforzheim existiert zwar heute noch - das Firmenarchiv ist jedoch bei den schweren Bombenangriffen im 2. Weltkrieg komplett zerstört worden.
Anfang des 20. Jahrhunderts war in Karlsruhe jedoch ein Medailleur tätig, der viele Karlsruher Persönlichkeiten porträtiert hat und auch für B.H. Mayer tätig war. Es handelt sich um Professor Rudolf Mayer (1846 bis 1916), von dem es eine Plakette aus dem Jahr 1907 auf Friedrich Wolff gibt, deren Porträt dem auf meiner Medaille sehr ähnlich sieht, aber einen vermutlich etwas jüngeren Herrn Wolff zeigt. Wer letztendlich für das Porträt verantwortlich zeichnet, muss offen bleiben - für mich spricht jedoch vieles für Rudolf Mayer.